Heiko Muth (2008)

Echinodorus grandiflorus

Großblütige Schwertpflanze

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: halb-emers (offene Becken), Hintergrund
Schwierigkeitsgrad: einfach
Wachstum: langsam
Siehe auch: Echinodorus floribundus
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Verbreitung und Fundorte [?]: 

Südliches Südamerika: von Süd-Brasilien bis Mittel-Argentinien (Patagonien)


Verfügbarkeit [?]: 
  • selten oder gar nicht im Handel erhältlich
  • selten oder gar nicht von anderen Aquarianern zu bekommen

Populärnamen [?]: 
  • Großblütige Schwertpflanze
  • Argentinische Schwertpflanze
  • Florida-Schwertpflanze

Synonyme [?]: 
  • Alisma grandiflorum Cham. & Schltdl.
  • Echinodorus argentinensis Rataj
  • Echinodorus floridanus R.R.Haynes & Burkhalter

Pflanzentyp [?]:

  • Rosette
Botanischer Name [?]: Echinódorus grandiflórus (Cham. & Schltdl.) Micheli

Großgruppe [?]: Samenpflanzen: Blütenpflanzen (Angiospermen)
Ordnung [?]: Alismatales - Froschlöffelartige
Familie [?]: Alismataceae - Froschlöffelgewächse
Gattung [?]: Echinodorus

Beschreibung: 

Der Name Echinodorus grandiflorus ist vieldeutig, je nach Autor werden unterschiedliche Pflanzen damit bezeichnet. Im Aquarienhobby und -handel ist mit E. grandiflorus meistens Echinodorus floribundus gemeint. Die hier vorgestellte Art ist E. grandiflorus im Sinne von Lehtonen (2008). Sie ist heute kaum noch als Aquarienpflanze bekannt und praktisch nicht mehr im Handel. Zu dieser Art gehören der echte E. argentinensis und E. floridanus.

Im Handel wird häufig eine Pflanze als "Echinodorus argentinensis" angeboten, die aber nichts mit E. grandiflorus zu tun hat, sondern zur Verwandtschaft von Echinodorus palaefolius und E. subalatus gehört.

E. grandiflorus kommt typischerweise an und in Flüssen im Küstengebiet des südöstlichen Südamerika (Südbrasilien, Uruguay, Argentinien) vor und ist besonders häufig in Flussdeltas. Das südlichste Vorkommen befindet sich in Argentinien in der Provinz Rio Negro, damit ist E. grandiflorus neben Echinodorus berteroi die am weitesten südlich verbreitete Echinodorus-Art.

Eine im Nordwesten von Florida entdeckte Echinodorus-Population wurde von Haynes & Burkhalter als neue Art (E. floridanus) beschrieben. Später hat Lehtonen diese Pflanzen als E. grandiflorus identifiziert und dargelegt, dass dieses Vorkommen wahrscheinlich aus Verwilderung von kultivierten Pflanzen hervorgegangen ist.

Im südlichen Südamerika gibt es Hybriden von E. grandiflorus mit den nah verwandten Arten E. longiscapus und E. floribundus.

Die Großblütige Schwertpflanze ist in der emersen Form eine bis über einen Meter hohe, kräftige Sumpfstaude mit dickem, kriechendem Rhizom, langen, runden, oft warzigen Blattstielen und länglich-eiförmigen bis schwach herzförmigen, ledrigen Blattspreiten.

Die Art unterscheidet sich von E. floribundus unter anderem durch durchscheinende Zeichnungen (Milchsafträume) in den Blättern in Form von Linien und Punkten (bei E. floribundus nur Punkte).

Obwohl sie in der Landform sehr groß und kräftig wird, kann die Pflanze dauerhaft submers im Aquarium gepflegt werden. Sie wächst eher langsam, kann aber bei guter Ernährung bis über 50 cm hoch werden und braucht dann entsprechend große Aquarien. Ein nährstoffreicher Bodengrund ist günstig. Die derben, langgestielten Unterwasserblätter sind lanzettförmig bis verkehrt-eiförmig und beim Austrieb oft rötlichgolden gefärbt und rotbraun gefleckt. Ihr Rand ist mit feinen, stachligen Haaren besetzt und fühlt sich dadurch rau an.

Echinodorus grandiflorus stammt aus der südlichen gemäßigten Klimazone, wo die Winter bereits recht kühl sind. Dementsprechend verträgt die Art ziemlich niedrige Temperaturen.

Blütenstände entwickeln sich in der Landform und meistens auch nur nach einer Kühlperiode unter Kurztagsbedingungen. Die Blütenstände sind aufrecht und verzweigt und überragen die Blätter. Die Blüten sind mit ca. 3,5 cm recht groß, haben bis ca. 30 Staubblätter, breite, überlappende Blütenblätter und duften schwach.

Die Entwicklung von Adventivpflanzen an den Blütenständen ist wahrscheinlich je nach Population unterschiedlich; sie scheint bei der Form aus Nordwest-Florida ("E. floridanus") zu fehlen. Außer durch Aussaat der Nüsschen kann E. grandiflorus durch Teilung der dicken, harten Rhizome vermehrt werden - bei großen emersen Exemplaren evtl. am besten mit einer Axt oder einem scharfen Spaten.

Der seltene E. grandiflorus ist submers als Solitär in großen, besonders auch ungeheizten Becken geeignet. Obwohl die Pflanze groß und kräftig wird, wirkt sie im Aquarium nicht sehr massig, da sie eine lockere, hohe Rosette aus relativ wenigen, langstieligen Blättern bildet.

Als emerse Pflanze kann E. grandiflorus in oben offenen Becken verwendet werden. In der wärmeren Jahreszeit wächst er auch gut als Sumpfpflanze im Freien, braucht aber nährstoffreiches, am besten lehmiges Substrat. Kühle, aber frostfreie Überwinterung ist zu empfehlen, damit er im darauffolgenden Sommer in "Blühstimmung" kommt.

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