Baldellia ranunculoides

Hahnenfußähnlicher Igelschlauch

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Mittelgrund, Vordergrund Gruppe
Schwierigkeitsgrad: einfach
Wachstum: mittel
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Verbreitung und Fundorte [?]: 

West-, Mittel- und Südeuropa, Küstengebiete von Nordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien), wenige Fundorte in Westasien: Türkei, Libanon, Syrien1


Verfügbarkeit [?]: 
  • selten oder gar nicht im Handel erhältlich
  • selten oder gar nicht von anderen Aquarianern zu bekommen

Populärnamen [?]: 
  • Hahnenfußähnlicher Igelschlauch

Synonyme [?]: 
  • Alisma ranunculoides L.
  • Echinodorus ranunculoides (L.) Engelm.

Pflanzentyp [?]:

  • Rosette
Botanischer Name [?]: Baldéllia ranunculoídes (L.) Parl.

Großgruppe [?]: Samenpflanzen: Blütenpflanzen (Angiospermen)
Ordnung [?]: Alismatales - Froschlöffelartige
Familie [?]: Alismataceae - Froschlöffelgewächse
Gattung [?]: Baldellia

Beschreibung: 

Baldellia (Igelschlauch) ist eine Gattung von kleinwüchsigen Froschlöffelgewächsen, die in Westeuropa am häufigsten sind, aber auch in Mittel- und Südeuropa, Teilen von Nordafrika und an wenigen Stellen in Vorderasien vorkommen. Sie wurden zuerst zu Alisma, dann lange Zeit zu Echinodorus gezählt. Meistens werden drei Baldellia-Sippen unterschieden, die je nach Autor als Unterarten oder eigene Arten gelten:

  • Baldellia ranunculoides subsp. ranunculoides = B. ranunculoides im engeren Sinne,
  • Baldellia ranunculoides subsp. repens (auch Baldellia repens genannt),
  • Baldellia alpestris, eine nur in Gebirgslagen Spaniens und Portugals verbreitete Art, die teilweise als Synonym von B. ranunculoides subsp. repens gilt.

Baldellia ranunculoides kommt an wenigen Stellen auch in Deutschland vor, überwiegend im Westen und Norden, und besiedelt nährstoffarme, flache stehende Gewässer. In der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands von 1996 wird sie als stark gefährdet eingestuft (Gefährdungsstufe 2) und gilt in den Bundesländern Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern als ausgestorben oder verschollen (Stufe 0).3

Der Hahnenfußähnliche Igelschlauch eignet sich als Aquarienpflanze und wird schon in alter Aquarienliteratur erwähnt, aber ist im Hobby wohl nur wenig bekannt. Baldellia ranunculoides wird nicht im Zoohandel abgeboten, ist aber gelegentlich als Gartenteichpflanze erhältlich.

In der Landform oder in flachem Wasser bildet der Igelschlauch niedrige Blattrosetten mit lanzettlichen Blattspreiten und doldenähnliche Blütenstände mit weißen bis blass-violetten Blüten. Ähnlich den Echinodorus-Arten entwickeln sich igelartige runde Sammelfrüchte mit Nüsschen. Die Kelchblätter fallen bei der Fruchtreife ab (bei Echinodorus bleiben sie erhalten).

In der Unterwasserform entwickelt Baldellia sehr schmale, linealische, spitz zulaufende, grasähnliche, hellgrüne Blätter. Sie haben neben der Mittelrippe ein Paar von parallelen Seitennerven nahe dem Blattrand.

Baldellia ranunculoides subsp. repens bildet Ausläufer, die modifizierte Blütenstände darstellen (sogenannte Pseudostolone oder Infloreszenzstolone), ganz ähnlich den Helanthium-Arten. An den Blütenständen können sich Jungpflanzen entwickeln. Die Blüten sind größer als bei der Unterart ranunculoides und meistens hellrosa bis blassviolett gefärbt. Sie sind selbst-inkompatibel, das heißt, sie bilden nach Selbstbestäubung keine Früchte aus.1 Die Unterwasserblätter sind bei dieser Unterart starr und werden bis 10 cm lang und 4 mm breit.5

B. ranunculoides subsp. ranunculoides bildet Blattrosetten ohne Ausläufer. Sie wird unter gleichen Bedingungen größer als B. ranunculoides subsp. repens. Die Blüten sind kleiner als bei der anderen Unterart und meistens weiß. Auch nach Selbstbestäubung bilden sie Früchte aus.1 Die Unterwasserblätter werden bis 20 cm (in der Natur in tiefem Wasser auch bis 50 cm) lang und 4 mm breit und sind weich.5

Diese zwei Unterarten von Baldellia ranunculoides zeigen noch weitere Unterschiede, es gibt aber auch Übergangsformen bzw. Hybriden zwischen ihnen.1 Sogar Hybriden zwischen Baldellia und Alisma (Froschlöffel) sind nachgewiesen worden.1

(Weiteres siehe unter "Kultur" und "Gestaltung")

Quellen und weiterführende Literatur:
  1. Kozlowski, G. & al. (2008): Biological Flora of Central Europe: Baldellia ranunculoides (Alismataceae). - Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 10: 109–142.
  2. Arrigo, N. & al. (2011): Phylogenetics and phylogeography of the monocot genus Baldellia (Alismataceae): Mediterranean refugia, suture zones and implications for conservation. - Molecular Phylogenetics and Evolution 58 (2011): 33-42.
  3. Baldellia ranunculoides auf www.floraweb.de (http://www.floraweb.de/pflanzenarten/gefaerdung.xsql?sipnr=793&, abgerufen am 10.08.2013)
  4. Kasselmann, C. (2010): Aquarienpflanzen. 3. Auflage. - DATZ Aquarienbuch, Ulmer Verlag, Stuttgart.
  5. Mühlberg, H. (1980): Das große Buch der Wasserpflanzen. - Edition Leipzig, 1980.
Quellen (Verbreitung und Fundorte):
  1. Kozlowski, G. & al. (2008): Biological Flora of Central Europe: Baldellia ranunculoides (Alismataceae). - Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics 10: 109–142.
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