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Postby droppar » 15 Dec 2013 21:08
Huhu @ all,

Ich hab gestern im Zooladen zwei interessante Pflanzen entdeckt, die ich noch nie zuvor gesehen habe (und sie auch gleich mal gekauft..)
Ich vermute, es sind zwei Farne und vmtl. nicht unbedingt aquarientauglich.
Pflanze 1:
Könnte ein Farn sein, sieht aus wie Efeu und könnte evtl. Selaginella_willdenowii sein.


Pflanze 2:
Könnte auch ein Farn sein, sieht aus wie ne Koralle.. aber absolut keine Ahnung was das ist.


Daher meine Frage an alle, die mehr Ahnung haben als ich :)
Wie heißen diese Pflanzen und sind die Aquarientauglich oder faulen die mir leider nach n paar Monaten weg?

Vielen lieben Dank + Grüße,
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Postby Acciola » 15 Dec 2013 23:13
Hi Rob,

das sieht mir nach irgendwelchen Moosfarn/Selaginella-Arten aus Klick
Sind eher nix fürs Aquarium aber in Paludarien sehr schön...

Es gibt dazu auch was in der Datenbank:
Selaginella willdenowii


Gruß,
Olaf
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Postby Sumpfheini » 16 Dec 2013 00:28
Hi zusammen,
bei der ersten stimme ich Olaf zu, das ist die S. willdenowii.

Zweite: da erinnere ich mich an einen Thread, wo es um eine obskure Araucaria-ähnlich aussehende Pflanze ging...: artenbestimmung/chiletanne-t19007.html das könnte die gleiche wie die hier gezeigte sein.
Meine Vermutung: Lycopodiella cernua http://en.wikipedia.org/wiki/Lycopodiella_cernua
Finde es zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass die sich wirklich als Aquarienpflanze eignet, aber es wäre doch mal interessant, was mit der unter Wasser (allgemein pflanzenfreundliche Bedingungen hinsichtl. Licht, CO2 usw. vorausgesetzt) auf die Dauer passiert.
Immerhin soll eine andere, nicht-tropische Art, Lycopodiella inundata (Synonym Lycopodium inundatum), nach dem Aquarienpflanzenbuch von de Wit (Ausgabe 1970) submers kultivierbar sein.

Gruß
Heiko
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Postby droppar » 16 Dec 2013 12:04
Hi Olaf, hi Heiko!

Herzlichen Dank für die Antworten, ihr helft mir da sehr.
Hatte schon vermutet, dass das irgendwelche Sumpffarne sind und eher nicht im Aquarium überleben - leider.

Aber wie Heiko vorgeschlagen hat, werde ich es mal testen. Ich zerteil meine beiden Büschel und pack jeweils eine Hälfte in mein gut gedüngtes 240er und die andere Hälfte in mein schwach gedüngtes Garnelenbecken.

Mal sehen was dann dabei rauskommt :)

Viele Grüße,
rob
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Postby Acciola » 17 Dec 2013 11:23
Hi Rob,

beim zweiten Bild muss ich Heiko recht geben, definitiv ein Bärlappgewächs, da hab ich nicht richtig hingeschaut.

In einigen Terraristikshops kann man auch verschiedene Lycopodium-Arten für Regenwaldterrarien kaufen.
Das es da auch was (möglicher weise) Aquarium-geeignetes gibt war mir neu. Vielen Dank für die Info Heiko!

Viel Glück mit den Pflanzen Rob, bitte weiter berichten.

Gruß,
Olaf
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Postby Sumpfheini » 17 Dec 2013 18:33
Hi Olaf,
Acciola wrote:In einigen Terraristikshops kann man auch verschiedene Lycopodium-Arten für Regenwaldterrarien kaufen.
Das sind ein paar von den erstaunlich vielfältigen trop.-subtrop. Arten, die heute zu Huperzia gezählt werden. (heimische Art: Huperzia selago, Tannenbärlapp) Viele von den exotischen Huperzias sind Epiphyten mit runterhängenden Trieben, sehen als große Pflanzen echt beeindruckend aus.

Die "nassen" Bärlapp-Arten sind wohl nur in der Gattung Lycopodiella, wenn ich das richtig überblicke. Außer L. inundata wären sicher noch weitere für Aquarienversuche interessant. Z.B. nordamerikanische Arten, die bis in die Südstaaten (eine bis Kuba) in Feuchtgebieten vorkommen:
http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=119157 (Lycopodiella cernua wird dort in die Gattung Palhinhaea gesteckt)

Aber Selaginella (entferntere Bärlapp-Verwandtschaft, enger mit Isoetes als mit Bärlappgewächsen verwandt) ist aquaristisch wohl auch nicht uninteressant, anscheinend können manche Moosfarne ständig submers wachsen: http://www.plantedtank.net/forums/showthread.php?t=180762
Man kann irgendwelche Selaginellas auch z.B. auf Standortfotos von Bucephalandra sehen, offenbar in derselben Hochwasserzone wachsend.

Gruß
Heiko
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Postby Sumpfheini » 17 Dec 2013 18:40
p.s.
Lycopodiella inundata (als Lycopodium inundatum) in de Wit 1970: nach A. Wendt, Die Aquarienpflanzen in Wort und Bild (1953) wurde die Art nicht nur in Kaltwasserbecken, sondern auch erfolgreich "in erwärmten Zuchtbecken" gehalten.
Im Lycopodium-Eintrag in de Wit werden L. carolinianum und L. alopecuroides var. aquaticum (heute beide Lycopodiella) als möglicherweise aquariengeeignete Arten erwähnt.
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Postby Acciola » 18 Dec 2013 08:37
Moin Heiko,

na, das ist ja wieder ne recht vielfältige Geschichte....von der ich bis jetzt keine Ahnung hatte!

Bärlapp im Aquarium löst bei mir so Gefühle aus, als wenn du mir sagen würdest, Kiefern wachsen auch submers :lol:
Ich find die Dinger zwar sehr spannend , hab mich aber nie mit dieser Gruppe befasst.
Ich kann mich noch erinnern, das wir sowas auch im Bot. Garten Berlin hatten, beeindruckende, über meterlange Pflanzen.
Und in Norwegen hab ich sowas mal auf einem Hochplateau im Torfmoos gesehen.

Jedenfalls sehr spannend, ob sich Robs Pflanzen unter Wasser halten. Wenn ja, scheinen es aber eher größere Pflanzen zu werden?

Gruß,
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Postby Sumpfheini » 20 Dec 2013 22:11
Acciola wrote:Bärlapp im Aquarium löst bei mir so Gefühle aus, als wenn du mir sagen würdest, Kiefern wachsen auch submers :lol:
Ja, irgendwie passt das Zeug vom Aussehen her nicht so wirklich dazu... Kann man vielleicht vergleichen mit verschiedenen Hochmoorpflanzen, die zwar im Nassen wachsen, aber klein- und hartblättrig sind. - Der Bärlapp im Torfmoos könnte diese Lycopodiella inundata gewesen sein. Lycopodium & Co. kommen eher auf normal feuchtem Boden vor.
Acciola wrote:Jedenfalls sehr spannend, ob sich Robs Pflanzen unter Wasser halten. Wenn ja, scheinen es aber eher größere Pflanzen zu werden?
So wie viele andere Bärlappe wächst Lycopodiella cernua (= Palhinhaea cernua) mit kriechendem Spross, an dem entwickeln sich aufrechte Sprosse, die dann auch die Sporen bilden. Das auf Robs Foto sind offenbar abgeschnittene aufrechte Sprosse. Mal sehen wie die Spitzen weiterwachsen (kriechend?), falls sie unter Wasser was werden. Könnte mir vorstellen, dass die Triebe emers anwurzeln, wenn man sie auf feuchtes Substrat legen würde.

Gruß
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Postby droppar » 23 Dec 2013 16:09
Hi Olaf, hi Heiko!

Ein kurzes Update:
Der Regenschirmfarn (Selaginella willdenowii) geht mir vollkommen ein, er wird matschig, die Triebspitzen hellgrün und das Mittlere dunkelgrün und verwandelt sich in unansehnlichen Matsch.
Sowohl im gutgedüngten 240er als auch im 40er Nano, werde die heute rausrupfen und wegschmeißen, das wird nix..

Das Bärlappgewächs (Lycopodium ...) ist, wie Heiko schon vermutet hat, abgeschnittene aufrechte Sprosse. Die stehen derweil noch recht gut da, die Triebspitzen matschen/verpilzen (es bilden sich komische weiße Fäden), mal sehen ob aus denen noch was wird.

Grüße,
rob
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Postby Schattengewächs » 23 Dec 2013 16:36
Hallo droppar :smile:

Du erwähnst, dass an deinem Lycopodium die Sprosse oben wie abgeschnitten aussehen und etwas Weißliches daraus wächst; wenn Lycopodium Sporenständer ausbildet, hört das Längenwachstum der einzelnen beblätterten Sprosse auf, wobei der sogenannte Sprossscheitel aufgebraucht wird und stattdessen ein Sporophyllstand gebildet wird:

http://www.google.de/imgres?sa=X&biw=1366&bih=561&tbm=isch&tbnid=PhTdKJLpEmlivM:&imgrefurl=http://de.wikipedia.org/wiki/B%25C3%25A4rlappgew%25C3%25A4chse&docid=siNeZO5l9Xb2VM&imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/84/LycopodiumClavatum.jpg&w=3104&h=4672&ei=-VW4Uq2rJsWPtQbj-IDADQ&zoom=1&iact=hc&vpx=824&vpy=161&dur=178&hovh=276&hovw=183&tx=88&ty=155&page=1&tbnh=154&tbnw=106&start=0&ndsp=26&ved=1t:429,r:6,s:0,i:101

Vielleicht hast Du ja Glück und dein Lycopodium steuert die Vermehrung an.
Überführe doch mal einige Triebe aus dem Becken in ein geschlossenes, helles, substrat- und luftfeuchtes Behältnis, um der Sache auf den Grund zu gehen (Ich befürchte, dass eine Sporophyll-Entwicklung unter Wasser nicht wirklich voran kommt)

Schade, dass deine Selaginella nicht ausdauernder ist, aber die Pflanze ist auch in der emersen Haltung schon heikel genug. Entweder ist es ihr zu trocken oder zu nass :sceptic:

Schöne Weihnachten :santa:
Viele Grüße
Regina

Wer schon ein Glas aufstellt, muss auch Wasser hinein geben. Halbe Sachen macht man nicht!
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Postby Sumpfheini » 24 Dec 2013 00:15
Hi Rob und Regina,

Selaginella willdenowii: ok, das bestätigt, dass die nicht aquariengeeignet ist. Irgendwo gab es mal ein Foto, ich glaube von Astrid S., wo hellgrüne kleine Unterwasser-Austriebe an den "Wedeln" zu sehen waren. K.A., ob die auf die Dauer eigenständig weitergewachsen wären. Andere Selaginella-Arten sind sicher interessanter für Submersversuche, s.o.

Lycopodiella cernua: dann wird die wohl auch eingehen, mal sehen. Vielleicht macht es Sinn, auch die in die Pflanzendatenbank als eine der nicht aquariengeeigneten Pflanzen aus dem Handel einzutragen. Evtl. würden es kriechende Grundsprosse von L. c. eher packen... wer weiß. Nach den Beschreibungen der natürl. Standorte kommt die Art zwar in feuchten Lebensräumen wie Sumpfrändern und Gräben vor, aber nicht direkt im Wasser. (versch. andere Lycopodiella-Arten scheinen von Natur aus an nasseren Standorten zu wachsen)

Schattengewächs wrote:Vielleicht hast Du ja Glück und dein Lycopodium steuert die Vermehrung an.
Überführe doch mal einige Triebe aus dem Becken in ein geschlossenes, helles, substrat- und luftfeuchtes Behältnis, um der Sache auf den Grund zu gehen (Ich befürchte, dass eine Sporophyll-Entwicklung unter Wasser nicht wirklich voran kommt)

Sporophyllstände (Strobili) von L. cernua: http://university.uog.edu/botany/Plant_Di/lycophytes.htm Sieht mir nicht danach aus, dass sich welche entwickeln. Müsste man nach Auseinanderprökeln mit spitzer Pinzette mit Lupe erkennen können: Jeweils ein Sporenbehälter (Sporangium) sitzt an der Basis von jedem Blättchen in solch einem Strobilus. Zeichnung hier oben rechts: http://database.prota.org/PROTAhtml/Lycopodiella%20cernua_En.htm

Ebenfalls frohe Feiertage,

Heiko
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Postby Marion » 09 Jan 2014 19:50
Hallo Rob,

wie gehts deinem bärlappartigen Gewächs? Bin heut hier in der Baywa gewesen, die auch ne Aquaristikabteilung haben und da stand der bei den Aquarienpflanzen mit im Wasser. Hat mich irgendwie fasziniert und ich hab mir einen mitgenommen (für 1,99 kann man nicht viel kaputt machen ^^).

Der Verkäufer konnte mir aber leider nicht sagen was das für eine Pflanze ist, bekamen sie am morgen erst geliefert und ein Schildchen war auch nicht dran. Irgendwie kam mir aber: die Pflanze haste schon im Forum gesehen .... und wurde hier wieder fündig.

Er meinte zu mir nur, dass diese viel blaues Licht benötigt, zeigte mir dann die Aquarienlampen (Power Glo) im Bereich von 18000 Kelvin .....

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