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Postby Takamaka » 02 Mar 2019 18:27
Hallo Zusammen,

nachdem ich jetzt knapp 1 Jahr mit ca. 25 ltr. gelernt habe, wage ich mich einen Schritt weiter und plane ein Pflanzenaquarium für's Büro aus einem Werkstoff, der auch hier schon oft diskutiert wurde. Bestückt werden soll das Ganze mit roten Buntsandsteinen, die ich auf Wanderungen bzw. Kanuausflügen zusammengetragen habe. Die stammen allesamt aus ein und demselben Baggersee.

Das Layout der geplanten 75 x 35 x 40 cm (LxBxH) stelle ich mir wie folgt vor:





Das Layout ist derzeit planeben zu sehen, ich plane allerdings unterschiedliche Höhenniveaus der beiden Steinansammlungen mit Soil zu modellieren.

Und schon kommen die ersten Fragen auf. Ist Buntsandstein grundsätzlich geeignet, oder verändert er das Wasser nachteilig? Was ist bei Steinen aus Naturgewässern zu beachten? Müssen die evtl. erst einmal behandelt werden, damit ich mir keine Plagen einfange?

Den Werkstoff habe ich im Griff, dazu habe ich keine Fragen.

Lieben Dank für Eure Beteiligung.

Siegfried
Wenn ich groß bin, baue ich mir ein Acrylglas-Aquarium.
Takamaka
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Postby unbekannt1984 » 02 Mar 2019 20:17
Hallo Siegfried,

Takamaka wrote:Das Layout ist derzeit planeben zu sehen, ich plane allerdings unterschiedliche Höhenniveaus der beiden Steinansammlungen mit Soil zu modellieren.

also den Bodengrund würde ich nochmal überdenken, zumal wenn das Aquarium länger als 2 Jahre stehen bleiben soll.

Gerade für langfristige Nährstoffversorgung über den Bodengrund gibt es eine Lösung: Osmocote. Dazu gab es hier den Thread Osmocote schädlich für Wasserorganismen (die Frage nach der Schädlichkeit war aber sehr schnell erledigt).
Das Osmocote liefert halt schon ausreichend Phosphat, ein bisschen Stickstoff und Kalium. Zudüngen muss man halt vor allem Stickstoff und Kalium (+ Mikronährstoffe).
2 mal im Jahr den Bodengrund zu düngen wird ja nicht das große Problem sein, oder?

Auch wenn ich keinen Soil als Bodengrund verwenden würde, würde ich dennoch einen Tonanteil in den Bodengrund einbringen.

Und schon kommen die ersten Fragen auf. Ist Buntsandstein grundsätzlich geeignet, oder verändert er das Wasser nachteilig? Was ist bei Steinen aus Naturgewässern zu beachten? Müssen die evtl. erst einmal behandelt werden, damit ich mir keine Plagen einfange?

Da macht man den typischen Kalk-Test: Etwas Säure drauf träufeln, wenn es schäumt, dann sind die Steine kalkhaltig.

Ansonsten würde ich die Steine noch gut reinigen - auskochen oder ähnliche Späße sind da meiner Meinung nach nicht nötig.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

"Which mindset is right? Mine, of course. People who disagree with me are by definition crazy. (Until I change my mind, when they can suddenly become upstanding citizens. I'm flexible, and not black-and-white.)" (Linus Torvalds)
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Postby Bast-ey. » 02 Mar 2019 23:57
Nabend,

Ist Buntsandstein grundsätzlich geeignet, oder verändert er das Wasser nachteilig?


Off Topic :besserwiss: : Buntsandstein ist keine Gesteinsbezeichnung. Unter Buntsandstein versteht man eine sog. stratigraphische Einheit. Es handelt sich um Gesteine die (grob gesagt) vor 250 - 245 Millionen Jahren im Germanischen Becken abgelagert wurden. Will heißen: Das können verschiedenste Gesteine sein; es muss also kein Sandstein sein.


Einen Karbonatgehalt kannst du checken indem du Essigsäure oder 8%ige Salzsäure auf die Steine tropfst. Schäumt es ggf. auf, enthält das Gestein Kalziumkarbonat und härtet langfristig das Wasser auf. Schäumt hingegen nur aufgeriebenes Gesteinsmehl und nicht das bloße Gestein enthält dein Probenstück Dolomit - das härtet das Wasser auch auf.

Alles weitere an Inhaltsstoffen ist mMn. unbedeutend für die Aquaristik. Solang man sich kein Erzmineral ins Aquarium legt sollte da nix passieren. :lol:
Liebe Grüße,
Sebastian.
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Postby Kejoro » 03 Mar 2019 00:25
Hi Sebastian,
Bast-ey. wrote:Einen Karbonatgehalt kannst du checken indem du Essigsäure oder 8%ige Salzsäure auf die Steine tropfst.
Nur eine kleine Ergänzung. Mit Essigsäure passiert kaum Wahrnehmbares. Robert hat hier zwei Videos gemacht, die eindrucksvoll zeigen, dass man für diesen Test am besten eine Mineralsäure nimmt. Begründung: Die Essigsäure ist nur zu etwa 1% deprotoniert (d.h. 1% an Stoffmenge sind als Protonen=Säure verfügbar). D.h. eine 25% Lösung entspricht etwa 0,25% an Säure.
Nimm Salzsäure, eignet sich auch wunderbar zum Entkalken :pfeifen:
Auch, wenn es als Späßle gemeint ist, beim Erzmineral bin ich mir nicht sicher :D Viele Metalle bilden Oxidschichten (z.B. Aluminium), die im Wasser inert sind. Für andere Metalle benötigt es eine gewisse Spannung (Redoxpotential), damit sie in Lösung gehen.
Dürfte hier aber nicht von Relevanz sein.

@Siegfried: Benötigst du den Stützstein für den linken Teil? Ohne würde das mMn besser wirken.

Schöne Grüße
Kevin
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Postby Takamaka » 03 Mar 2019 06:53
Guten Morgen,

@Torsten:

Standzeit ist für mich schon ein Thema. Danke für den Tip, dass Soil so zügig seine Eignung verliert. Ich hatte nicht vor, nach 2 Jahren schon wieder ran zu müssen. Da mir möglichst nur langsam wachsende Pflanzen vorschweben, muss also was her, was möglichst lange Betriebszeit gewährleistet. Du meinst also der Bodengrund sollte besser aus: konventionellem Aquarienkies/Sand + Osmocote + gebranntem Ton bestehen?

@Sebastian & Kevin:

Säuretest werde ich machen, danke. Irgendwo steht noch HCl rum...

Was den "Stützstein" betrifft. Ja, der ist nur Zierde und wird nicht benötigt. Wenn ich diese schräg gestellte Tafel auf der Rechten noch länger auskragen lassen könnte, würde ich ihn aus optischen Gründen definitiv weglassen. Es sah mir nur so mickrig aus mit dem kleinen Überhang. Wenn jemand einen Tip hat, wie ich die Platte anderweitig fixiert kriege (irgendwas Wasser-verträgliches zum Modellieren und Kleben, Gips oder Zementmörtel gehen ja wohl garnicht), dan bin ich sehr dankbar. Das könnte man ja später alles unter dem Bodengrund verschwinden lassen.

Sodele, dann mal einen schönen Sonntag und viele Grüße.

Siegfried
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Postby Takamaka » 03 Mar 2019 11:31
Hi Kevin,

ich habe Deinen Vorschlag:
Kejoro wrote:@Siegfried: Benötigst du den Stützstein für den linken Teil? Ohne würde das mMn besser wirken.

aufgegriffen und bisserl herumprobiert. Anbei das Ergebnis:



Mir gefällt es auch deutlich besser, wenn die Platte frei hinausragt. So wird es irgendwie werden. Den Rest bringt dann noch ein leichter Höhenverlauf im Relief.

Danke nochmals für den Hinweis.

Siegfried
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Postby unbekannt1984 » 03 Mar 2019 12:03
Hallo Siegfried,

Takamaka wrote:Du meinst also der Bodengrund sollte besser aus: konventionellem Aquarienkies/Sand + Osmocote + gebranntem Ton bestehen?

wenn es dir um Standzeit geht, dann ist feiner Kies oder Sand angesagt. Osmocote würde ich nicht unbedingt als Bodenbestandteil aufzählen, bei meinem Substral Osmocote für Rosen und Blühsträucher (lose), da wandern alle 6 Monate 5g pro 30l Volumen in das Aquarium.

Von JBL gibt es den Bodengrund Manado (oder von Tetra Active Substrate?), das ist ein gebranntes Tonsubstrat. Jedoch ist zumindest der Manado ziemlich Calciumhaltig und lässt KH/GH ansteigen (ist also nur bedingt zu empfehlen).
Normales Seramis solltest du nicht als Bodengrund verwenden, das Zeug kann je nach Charge zu Staub zerfallen oder stabil bleiben. Für einen Tonanteil im Boden wäre das jedoch relativ egal.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby Takamaka » 04 Mar 2019 22:20
Guten Abend,

ich habe mal mit der heißen Nadel ein grobes Layout (nach Variante 2) zur Bepflanzung gestrickt. So garnicht nach irgendwelchen wissenschaftlichen oder stilistischen Regeln, sondern nach dem, was ich lustig finde.

Hier das Ergebnis:


Und hier nochmal die Pflanzen in leserlich:

1. Elocharis mini oder Pogostemon erectus
2. HCC
3. Taxiphyllum "flame"
4. Taiwan moss oder Weeping moss
5. Montecarlo Perlkraut
6. Alternanthera reinecki "mini"
7. Anubias barteri nana "mini"
8. Alternanthera reinecki "rosa"
9. Riccardia sp. "chamedryfolia"
10. Rotala colorata oder Vallsineria nana
11. Microsum pteropus
12. Hygrophilia corymbosa
13. Rotala wallichii
+ irgendetwas schwimmendes

Nun geht es weiter mit der Beckenkonstruktion. Die Innenmaße haben sich bei 75 x 40 x 40 cm eingependelt. Ich denke über in die Seitenwände integrierte Anschlüsse für Zu- und Ablauf nach, zumindest als Vorrüstung, da ich das ganze erst einmal mit Innenfilter betreiben wollte. Damit verliert man natürlich die Freiheit, alles "mal schnell" umzuändern. Sieht aber sicherlich schick aus. Ich möchte das Teil als Pool betrieben.

Eine CO2 Anlage habe ich heute gebraucht in der Bucht geschossen. Licht werde ich womöglich neu kaufen und ein bisschen mehr investieren, da ich hier gerne was programierbares hätte.

Die Düngung wird über ein autom. Dosiersystem erledigt werden, da im Büro nicht unbedingt die Zeit ist, jeden Tag mit 'ner Pipette herumzufuchteln und das Teil im Urlaub ja auch nicht kollabieren soll.

So weit so gut, viele Grüße.

Siegfried
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Postby Takamaka » 06 Mar 2019 14:26
Hallo Aquarianer,

die Grundkonstruktion ist soweit erledigt. Die Anschlüsse für Zu- und Ablauf sind so geplant, dass alles unterhalb der Wasserlinie Platz findet. Somit erhalte ich eine ungestörte "Aussicht" auf die Wasserfläche. Hier ein Screenshot:



Werde nun das Layout versuchshalber mit Lavasplit austesten.

Viele Grüße

Siegfried
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Postby Takamaka » 12 Mar 2019 09:49
Guten Morgen Zusammen,

das Becken nimmt jetzt Form an. Gestern wurden die Platten bearbeitet, nun geht's ans Kleben. Hier paar Bilderchen von der Bearbeitung:





Wenn das Becken geklebt ist, gibt es wieder ein Update.

Viele Grüße

Siegfried
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Postby Garnele_S » 12 Mar 2019 11:12
Hi,

ich lese gespannt mit, das sieht interessant aus.

Viele Grüße, und Danke fürs berichten
Sebastian
Viele liebe Grüße

Sebastian

Wer einem eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.
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Postby Takamaka » 13 Mar 2019 10:20
Guten Morgen,

es geht in großen Schritten weiter mit dem Projekt. Das Verkleben hat bereits begonnen und die Anschlüsse nehmen auch Form an. Zwischenzeitlich konnte ich in der Bucht einen Aqua Medic Reefdoser EVO 4 schießen, der zukünftig das lästige Düngen übernehmen soll. Die Düngerkanäle formschön zu integrieren, wird auch noch so eine Sache.

Wenn das Becken fertig ist, werde ich es zunächst 2 Wochen nur mit Wasser befüllen um zu sehen, ob meine Auslegung hinsichtlich der Durchbiegung der Wände korrekt war. Ggf. werde ich noch eine Längsstrebe einziehen, was blöd wäre. Eigentlich möchte ich eine lupenreine Pool-Optik erhalten. Hier ein paar Eindrücke:





Ich habe mich für einen Eheim Experience 250 Außenfilter entschieden, der wird wohl locker reichen. Mittlerweile denke ich auch noch über einen Unterschrank aus Alu-Systemprofilen nach, der mit farbigem Acrylglas verkleidet wird, das aber nur am Rande.

Viele Grüße

Siegfried
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Postby unbekannt1984 » 13 Mar 2019 11:07
Hallo Siegfried,

Takamaka wrote:Das Verkleben hat bereits begonnen und die Anschlüsse nehmen auch Form an. ...
Wenn das Becken fertig ist, werde ich es zunächst 2 Wochen nur mit Wasser befüllen um zu sehen, ob meine Auslegung hinsichtlich der Durchbiegung der Wände korrekt war. Ggf. werde ich noch eine Längsstrebe einziehen, was blöd wäre. Eigentlich möchte ich eine lupenreine Pool-Optik erhalten.

welche Materialstärke hast du denn gewählt?

Daneben sind natürlich verkleben und die Nachbearbeitung der Kanten die entscheidenden Schritte beim Bau von Plexiglas-Aquarien. Auch hier würde ich gerne mehr über deine Vorgehensweise hören.
Welchen Kleber verwendest du zum Beispiel?
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby Takamaka » 13 Mar 2019 13:29
Hallo Torsten,

ich habe 15 mm gewählt, das sollte sich ausgehen mit minimaler Durchbiegung.

Verklebt wird so ein Becken mit der monomeren Vorstufe von Acrylglas als mehrkomponentiger Ansatz mit bis zu 7 Zugaben, um die Eigenschaften auf den Einsatzzweck abzustimmen. Es wird also quasi kalt verschweißt. Daher sind die Nähte später nahezu materialhomogen mit dem Plattenmaterial und nicht erkennbar. Der "Kleber" ist also gar kein richtiger Kleber, sondern flüssiges Acrylglas.

Die Nacharbeit ist die Sache von hochspezialisierten Leuten, die das den ganzen Tag machen, sich also sehr gut mit dem Material auskennen. D. h. spanend bearbeiten, schleifen und polieren in dieser Reihenfolge. Die "Hexerei" dabei liegt im Know-How derer, die das Händchen dafür haben, nicht mehr, vor allem aber auch nicht weniger. Ich habe es schon mehrfach selbst versucht und das Ergebnis ist trotz sehr guter Hardware mehr als sch…. gewesen.

Viele Grüße

Siegfried
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Postby Takamaka » 13 Mar 2019 14:28
...und hier mal ein Blick in die Klebefläche.



Viele Grüße

Siegfried
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