Paludarium vollständig Eigenbau

Hallo zusammen,


ich habe ein neues Projekt begonnen. Der Eigenbau eines Paludariums vom Glas, bis zu dem was am Ende dabei raus kommt.
Dies Dokumentiert meinen Lern- und Bauprozess.

Ziel:
- Paludarium 80x60x80cm aus Glas mit Rückwand, Technik, Einrichtung und wenn alles gut geht, Besatz
- Wasserstand 20-25cm
- Alles einmal selber gemacht zu haben ;)

Begonnen habe ich vor 2 Wochen mit der Anschaffung eines Glasschneiders, Silikon, verschiedenen Schleifmöglichkeiten, sowie eines kostenlosen Aquariums aus den Kleinanzeigen als Übungsmaterial. Ich habe etwa 0,5 qm Glas zerschnitten bis ich den Dreh raus hatte. Außerdem habe ich die Bruchstücke zusammen geklebt, um ein Gefühl für das Silikon zu bekommen.
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Ganz am Ende der Übungszeit habe ich noch kleine Aquarien geklebt. Das kleinere wird später nochmals umgebaut und soll als Filter dienen.
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Das sollte genug der Übung sein und ich habe frisches Glas bestellt. Leider hatte ich das Model am PC 20cm zu niedrig erstellt und entsprechend zu wenig Glas bestellt. Das bedeutete, dass kein Glas mehr überbleiben würde und ich war sehr nervös, weil ich eigentlich Bruch eingeplant hatte. Ich musste jetzt das Ganze teilen und die Verbindung unter die Wasserlinie setzten. Die Höhe ist auf 75cm geschrumpft.
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Den Übergang habe ich von innen mit einer (unschönen) Silikonnaht versehen und außen mit einem vollflächig aufgeklebten Aluprofil. Die Glasstücke, die man auf dem Foto erkennt, brauchte ich um Seiten und Rückwand sicher zu kleben.
Das alles war ursprünglich nicht geplant, ich hoffe das hält dauerhaft...
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Ich habe Streben eingesetzt für den Landteil und um dem Ganzen mehr Stabilität zu verleihen.
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Es folgte der Wassertest. Dieser erfolgte über drei Tage und bei höherem Wasserstand wie später geplant. Ich habe auch die Biegung gemessen und sie war jeweils kleiner 1/500, aber doch erkennbar. Beim nächsten Mal würde ich etwas dickeres Glas wählen (5 --> 6mm bzw. eine Stärke über Minimum).
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Mit diesem Ergebnis kann ich leben. Als nächstes folgt der Bau der Rück- und Seitenwände.


Beste Grüße
Florian
 

Wuestenrose

Well-Known Member
Morgen…

Durchbiegung maximal 1/500 der Länge zwischen zwei Auflagern ist die Vorgabe aus der DIN 32622.


Viele Grüße
Robert
 
Guten Morgen,


bei einem Aquarium ist es einfach. Nachdem Befüllen mit Wasser einfach abmessen einmal von vorne nach hinten und links nach rechts. Der Messwert wird im Anschluss mit dem Wert vor oder nach Befüllung verglichen, das ergibt die Biegung. Bis zu 0,5mm kann noch gut abgelesen werden, die 10tel muss man halt schätzen (beim Ablesen: Etwas weniger als der halbe Abstand zwischen zwei Strichen auf dem Lineal = 0.2mm)

Dieses Messen war tatsächlich schwierig in diesem Fall und auch sicher nicht 100%. Ich habe zunächst ein Stahllineal plan aufgelegt und so gekippt, dass eine Lücke nur auf einer Seite entsteht. Lücke messen und durch zwei Teilen. Zusätzlich habe ich mit einem Stahllineal die Tiefe von Vorderkante bis auf Rückwand in definierter Höhe gemessen. Hier kam ich ziemlich genau auf 1,2 und 1,6 mm, also etwas starke Durchbiegung.

Erst im Anschluss kamen die Streben und der finale Wassertest. Nun war die Biegung vernachlässigbar. Konstruktiv ist das alles etwas suboptimal mit der Teilung, sollte aber wegen der geringen Wassersäule dennoch passen.

Bezüglich Normen habe ich die Tabellen im Internet und einen Rechner bemüht. Mein Testaquarium hatte 6mm Glas und war recht schwierig zu bearbeiten, also habe ich 5mm Glas bestellt (Minimum), um es einfacher zu haben, was auch der Fall war. Das ist das Dilemma für den unerfahrenen Glasschneider - mehr Dicke = schwierige Bearbeitung = mehr Stabilität - und umgekehrt. Den Unterschied zwischen 5 und 6 mm Glas sieht man übrigens auf den Fotos, da der Lüftungsteil aus 6mm Glas gefertigt ist (ich musste ja mit dem Glas haushalten).


Beste Grüsse
Florian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,


weiter geht es mit der Rückwandgestaltung.

Hier habe ich die verschiedenen Methoden, die im Internet beschrieben stehen für mich abgewogen und mich für eine klassische Flex(Fliesen)kleber Unterwassergestaltung mit Epoxidharz und die 2K PU Kleber Variante für den Landteil entschieden. Beides wird auf XPS Platten aufgebaut.

Das kleine Aquarium soll als Filter und Wasserfall dienen. Ich versuche alles in einem Guss zu machen. Das sollte bei der angestrebten Temperatur besser isolieren und ich möchte alles nochmals versteifen. Außerdem versuche ich es Wasserdicht zu bekommen.
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Die Steine habe ich noch mit weißer Farbe versehen. Dies gibt eine realistischere Optik. Meine "Steine" würde ich beim nächsten Mal unten jeweils gerade gestalten. Ich habe ewig mit einem kleinen Schminkspiegel alle Löcher auf der Unterseite gesucht und geschlossen.
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Dieser Bauabschnitt hat sich bis hierher schon als recht Zeitintensiv herausgestellt. Das muss echt bedacht werden.

Als Nächstes folgen der Epoxy und 2K PU Kleber.


Beste Grüße
Florian
 
Hallo Michi,

ich habe den Bloomoak Glasschneider gewählt und mit Petroleum gefüllt.

Vermutlich kann aber auch jeder andere genutzt werden. Nur das mit der automatischen Schmierung kann ich echt empfehlen da es sehr gut funktioniert.

Beste Grüße
Florian
 

Caninus

New Member
Sieht schon mal echt gut aus! Bin gespannt wie es weiter geht. Aber eine Anmerkung aus eigener Erfahrung: Bau es auf jeden Fall so, dass du gut an alles dran kommst. Es gibt nichts schlimmeres als hinterher feststellen zu müssen, dass man etwas wieder auseinander nehmen muss, nur um etwa den Filter zu reinigen - leidvolle Erfahrung mit einem Bonsai Aquarium vor Jahren. Da musste ich immer eine Wurzel entfernen um an die Pumpe zu kommen...
 
Hallo Betti,

hier habe ich einfach vorgesehen die Gerätschaften "normal" einzubringen.

Für die Kabel habe ich einen Kanal vorgesehen:
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Oben am Deckel gibt es einen Schieber. Wird dieser entfernt, passt ein Eurostecker hindurch. Im geschlossenen Zustand passen die Kabel durch die Spalte zwischen Seitenscheibe und Schieber.
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Das wollte ich eigendlich im Zusammenhang mit den Technik Updates vorstellen ;)


Beste Grüße
Florian
 
Hallo zusammen,

anbei ein kurzes Update zu Rückwand und dem Landteil.

Ich habe das Epoxidharz dreifach aufgetragen mit etwa 3 Stunden Wartezeit nach jeder Schicht (Nass in Nass).
Außerdem folgte noch der PU Kleber. Nachdem ich eine Pustel auf dem Arm hatte, wo sich ein Tropfen Epoxidharz verirrt hatte, habe ich großzügig alles als einmal Verbrauchsgegenstände gesehen. Bei diesen Aktionen habe ich insgesamt 7 Pinsel verbraucht. Dazu kommen noch ein paar Gläser und Eimer, die auch nicht mehr genutzt werden können sowie ein Haufen Handschuhe. Alles in allem eine ganz schöne Materialschlacht.

Das Ergebnis überzeugt mich optisch schonmal, mal sehen, was die Praxis bringt.

Als Nächstes habe ich eine Lichtrasterplatte zugeschnitten. Links und Rechts kommt jeweils Substrat. Über dem Filter bringe ich vermutlich Steine ein. Die Idee ist, über diesen Ausschnitt einfach den Filter reinigen zu können.

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Als nächstes kommen noch Begrenzungen für das Substrat und es sollen auch alle Übergänge natürlich aussehen.
Hier muss ich mir noch was überlegen...


Beste Grüße
Florian
 
Hallo zusammen,


danke für das nette Feedback!

Es ging ein bisschen langsamer voran die letzten Tage.

Ich hatte den Grundaufbau wie folgt beendet. Pumpe und Heizer befinden sich auf der linken Seite und sind leicht erreichbar da die Rampe (auf den folgenden Bildern) einfach entfernt werden kann. Als Filtermedien habe ich 2kg eingefahrene Biomedien und 5 Schichten Filterschwämme hinter dem Wasserfall untergebracht. Ich denke das sollte für die 120-140l lange Standzeiten ermöglichen. Auch diese sollten einfach erreichbar bleiben, wobei hier ein paar Kiesel und zwei Äste abgenommen werden müssen, welche nur gelegt sind.
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Das Bohren des Deckels ist leider nicht gut gegangen. Erstes Loch alles super - zweites Loch auch ok und dann war die Scheibe hinüber...
Also habe ich diesen Teil durch Plastik ersetzt...
Hier sieht man auch den Rest der Technik:
  • eine MRS Blueline Beregnungsanlage
  • eine Chihiros A 500 (noch nicht auf dem Bild)
  • einen HDI Strahler mit 35W
Bei dem HDI Strahler habe ich mich für die Innenmontage entschieden, weil ich einfach keinen 100 oder 150W Strahler einsetzen möchte nur, um die entsprechende Distanz zu überwinden. Auch die Chihiros ist im Becken, das ist nicht notwendig aber ich habe wirklich versucht den Energieverbrauch zu minimieren (entsprechend der Abwärme heizt der Heizer weniger). So wie auf dem Bild lief das ganze für etwa 3 Wochen. Ich wollte zum einen sehen ob Lampen und Beregnungsanlage zusammen passen, zum anderen sollte das Wasser schon mal einfahren. "Orangy" (wer sieht sie auf dem Bild?) schwamm auch schon einige Tage im Wasser, auch hier wollte ich sichergehen das alles soweit passt befor ich ihr anderes Becken leere.
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Heute sind die (meisten) Pflanzen angekommen und ich habe gerade alles fertig eingerichtet.
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Anbei nochmal Orangy. Hier in anderem Aquarium weil gerade versteckt. Orangy ist eine fast ausgewachsene Tabasco Klappschildkröte. Das ist auch die Erklärung für die Rampe und den HDI Strahler ;)
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Soweit der Stand der Dinge jetzt muss erstmal alles fest wachsen und die Technik weiter optimiert werden (Regen etc.).


Beste Grüsse
Florian
 

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