Hygrophila odora (H. sp. "Guinea")

amano_fan

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Hallo,

wollte kurz die Hygrophila sp. "Guinea" vorstellen. Hab den Beitrag schon mal geschrieben und dann kam der Crash :(



Also die Pflanze wurde von Hans-Georg Kramer schon im Aquaristik Fachmagazin Nr 204 als Hygrophila sp vorgestellt.
Die Pflanzen wächst für eine Hygrophila langsam, ich schaffe nicht mehr als max. 5 cm in der Woche, allerdings bildet meine Pflanze bereitwillig Ableger in den Blattachseln. Daher hoffe ich bald mehr von dieser Pflanze für eine schöne Gruppe zusammen zu haben.
Ansonsten kann ich alle Beobachtungen, bis auf die Wuchsschnelligkeit, die H.-G. Kramer gemacht hat bestätigen, auch die wahrscheinlich vorhandene allelopathische Wirkung. Meine Pflanze veralgt kaum (ältere emerse Blätter) bis gar nicht (neue Blätter), obwohl ich zur Zeit ein kleines Algenproblem habe.

Dank noch an André, der mir die Pflanzen zukommen lies.
 

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addy

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Re: Hygrophila sp. "Guinea"

Hi,
schön das die Pflanze so gut bei dir wächst. Im Allg. konnte ich eine ähnlich gutes Wachstum bei mir beobachten.
Die alleopathische Wirkung konnte ich bei mir leider nicht in dem erhofften Ausmaß feststellen. Besonders anfällig ist sie bei mir für Pinselalgen.
Vor allem die alten Blätter sind besonders betroffen.

Laut Heiko sollten wir mit der Bezeichnung "Guinea" vorsichtig sein. Er bezeichnet sie als Hygrophila sp. Afrika (warscheinlich "Guinea"). Meiner Meinung nach sieht sie aber exakt aus wie die von der wir ausgehen. Zumindest submers. Emers habe ich keine Bilder von "beiden".

Wünsche dir noch viel Spaß mit der Pflanze. :top:
 

Heiko-68

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Re: Hygrophila sp. "Guinea"

Hallo,

addy":3709476c schrieb:
Laut Heiko sollten wir mit der Bezeichnung "Guinea" vorsichtig sein. Er bezeichnet sie als Hygrophila sp. Afrika (warscheinlich "Guinea").

mir ist da gleich ein Artikel aus der Aqua-Planta 3-2008 eingefallen. Herr Gerd Eggers hat sich da über einen Artikel ausgelassen, wo eine Eriocaulon sp. "Australien" beschrieben wurde als eine der 10 teueresten Wasserpflanzen. In diesem Zusammenhang prägte sich bei mir der Name für Gänseblümchen ein. Bellis sp. "Deutschland". :D
Namenzusätze sollten ja in diesem Fall den Fundort angeben, nur finde ich Australien, Afrika usw. ziemlich ungenau. Solche Namenzusätze nützt nur was dem Verkäufer, da er ja einen neuen namen auf der Liste hat.
Ironiemodusan Vielleicht sollte man Nummern einführen wie bei den L-Welsen. Sammler sind bestimmt scharf darauf alle Nummer zu haben. Ironiemodusaus
Meiner Meinung nach kann man ruhig bei Hygrophila sp. "Guinea" bleiben, wenn ein Fundort in Guinea nachweisbar ist, auch wenn sie in ganz Afrika verbreitet sein sollte.

Gruß
Heiko
 

addy

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Re: Hygrophila sp. "Guinea"

Hi Heiko,
mir ging es nicht um den Namen an sich sondern darum das es sich evtl. um 2 ähnliche aber doch verschiedene Pflanzen handeln könnte. Bis das nicht ganz sicher geklärt ist wäre es schlecht eine Pflanze unter "falschen" Namen zu führen.

Verkaufstechnisch hat es diesmal überhaupt keinen Vorteil. Zumindest in diesem Fall. Kannst ja versuchen die Pflanze über einen Shop zu beziehen. :D
Im Allg. gebe ich dir aber Recht. Im Bereich Fische und Garnelen sehe ich das Problem aber viel größer. Namen wie "Galaxi" oder "Deep blue Tiger" ...

Die Idee mit den Nummern hat Dennerle schon im Programm.
http://dennerle.eu/de/index.php?option= ... Itemid=211
 

Sumpfheini

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Re: Hygrophila sp. "Guinea"

Hi ihr,
als Info für die Mitleser:

- wie ich schon mal woanders (und vor dem Crash im Vorgänger-Thread) geschrieben habe, bekam ich die Pflanze vor ein paar Jahren als "Hygrophila aus Afrika", leider ohne nähere Informationen, in der (damals noch bestehenden) Gärtnerei Hans Barth, Dessau. Es waren wenige Stängel in einem Wasserbecken, halb-emers.

- Ich brachte sie in den Alten Bot. Garten Göttingen, wo sie seitdem emers wächst, hatte sie auch submers im Aq. u. gab sie an H.-G. Kramer weiter, der dann den Artikel im Aquaristik Fachmagazin über die Pflanze schrieb. Dann fand ich im Internet Fotos von Hygrophila sp. "Guinea" u. stellte die große Ähnlichkeit fest. Daraus zog ich voreilig den Schluss, dass die Hygro von Barth eben diese "Guinea" sei, und gab sie auch als "Guinea" weiter.

- Cavan Allen (USA; APC) zog eine emerse Pflanze der echten "Guinea", wir tauschten Infos aus, und es stellte sich heraus, dass sich Cavans "Guinea" und die "Afrika" von Barth in einigen Merkmalen unterscheiden. Deshalb nehme ich vorerst an, dass die beiden Pflanzen nicht identisch sind.

- Inwieweit sie sich submers unter gleichen Kulturbedingungen(!) unterscheiden, kann ich nicht sagen. Ob originale "Guinea" in Deutschland in Kultur ist, weiß ich nicht. Man müsste die mal beschaffen u. vergleichend mit der "Afrika" v. Barth kultivieren. Trotz der großen Ähnlichkeit halte ich Unterschiede (Blattmaße, Verzweigung der Blattzipfel, Ansprüche, Wuchsgeschwindigkeit...) für möglich.

- Ich habe keine Info darüber, dass Barths Afrika-Hygro in Guinea gesammelt wurde! Wie gesagt, H. Barth sen. sagte mir nur, dass sie "aus Afrika" stammt.

- Auch wenn die Bezeichnung ungenau ist, ich schlage Hygrophila sp. "Afrika" als "Arbeitsnamen" vor. (Vielleicht auch "Afrika, Barth" o.ä.)

Gruß
Heiko
 

addy

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Re: Hygrophila sp. "Guinea"

Danke Heiko für deine "Aufklärung"!
Vielleicht sollten wir den Titel abändern in "hygrophila sp. afrika (evtl. guinea)"
 

Heiko-68

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Re: Hygrophila sp. "Guinea"

Hallo,

wenn ich dann noch mir das Buch von Kramer ansehe, wo die Hygrophila sp. "Guinea" als Synonym von Hygrophila sp. aus Afrika bezeichnet wird, dann ist die Verwirrung perfekt. :D
Ich bin nur der Meinung, dass man mit der Namensvergabe vorsichtiger sein sollte um Verwechselungen zu vermeiden. So viele Hygrophila' s aus Afrika gibt es ja nicht, aber die Gefahr besteht, wenn jemand eine Hygrophila sp. aus einer afrikanischen Gärtnerei bekommt, dass diese mit der vermeintlichen Hygrophila sp. "Afrika" verwechselt wird und wir bekommen keinen sauberen Bestand mehr. Händler können mit der Namensvergabe recht erfinderisch sein.

Gruß
Heiko
 

Sumpfheini

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Teammitglied
Re: Hygrophila sp. aus Afrika (ähnlich H. sp. "Guinea")

Hi,
ok, ich habe dann den Titel geändert; "ähnlich H. sp. 'Guinea' ", weil ich meine, dass sie unterschiedlich sind.
@Heiko:
mir ist da gleich ein Artikel aus der Aqua-Planta 3-2008 eingefallen. Herr Gerd Eggers hat sich da über einen Artikel ausgelassen, wo eine Eriocaulon sp. "Australien" beschrieben wurde als eine der 10 teueresten Wasserpflanzen. In diesem Zusammenhang prägte sich bei mir der Name für Gänseblümchen ein. Bellis sp. "Deutschland". :D
Namenzusätze sollten ja in diesem Fall den Fundort angeben, nur finde ich Australien, Afrika usw. ziemlich ungenau. Solche Namenzusätze nützt nur was dem Verkäufer, da er ja einen neuen namen auf der Liste hat.
Ironiemodusan Vielleicht sollte man Nummern einführen wie bei den L-Welsen. Sammler sind bestimmt scharf darauf alle Nummer zu haben. Ironiemodusaus
Meiner Meinung nach kann man ruhig bei Hygrophila sp. "Guinea" bleiben, wenn ein Fundort in Guinea nachweisbar ist, auch wenn sie in ganz Afrika verbreitet sein sollte.
Das mit den Nummern fände ich auch gut, und die von André erwähnten Dennerle-Nummern finde ich ganz hilfreich. Nur gibt es aber bei jedem Benennungs-System (wissenschaftl. Namen, Kultivar-Namen, Hilfsbezeichnungen, Nummern) immer wieder das gleiche Problem: zu vermitteln, welche Pflanze bzw. welche Form mit der Bezeichnung genau gemeint ist. Also die Pflanze identifizierbar zu machen. So lange ein Original-Name zusammen mit der Pflanze weitergegeben wird, ist es noch o.k. Aber wenn die Information verloren geht, hat man kaum Möglichkeiten zur Identifizierung. In der wissenschaftl. Taxonomie gibt es dafür die Beschreibungen, Abbildungen u. Hinterlegung von Typus-Belegen in öffentlichen Herbarien (durch den ICBN geregelt), ähnliches wird auch für Sorten (Kultivare) empfohlen.
Nun schwirren ja im Hobby u. im Handel viele Formen der gleichen Art bzw. unbestimmte Pflanzen rum; mit wissenschaftlicher Taxonomie, auch mit Unterart, Varietät usw., kommt man da nicht weit, sie ist einfach zu "unscharf" für deren Unterscheidung (schon innerhalb der selben natürl. Population, am selben Ort, kann es genetisch bedingte Variation geben), und richtige Sorten sind es auch nicht. Aber man möchte die verschiedenen Formen - ich sage mal, "Quasi-Sorten" - gern namentlich unterscheiden.
Die Cryptocorynen-Fans z.B. vergeben Aufsammlungs-Nummern bzw. Herbarbogen-Nummern u./o. Lokalitäts-Namen für jeden Cryptocorynen-Klon, geben ihre Pflanzen unter diesen Nummern weiter, und verwenden viel Mühe, um den Fundort, Standortbedingungen, Aussehen der Pfl. usw. zu dokumentieren. So was wäre bei Pflanzen im Handel undenkbar. Die Sammler oder Händler sind wahrscheinlich auch nicht gerade interessiert daran, allzu genaue Infos zur Herkunft zu verraten. Aber um die Pfl. identifizierbar zu machen, müsste man eigentlich viel Aufwand mit genauen Beschreibungen, Abbildungen, Vergleichskultur usw. treiben.
Zu den Hilfsbezeichnungen: einerseits sind viele (wie Hygrophila sp. "Afrika" oder Eriocaulon sp. "Australia") wirklich nicht glücklich gewählt, andererseits meine ich, so wenig Namensänderungen wie möglich u. so viel wie nötig. Zu vermitteln, welche Pflanze hinter welcher Bezeichnung steckt (u. rauszufinden, welcher Pflanze eine jeweilige Bezeichnung zuerst verpasst wurde), halte ich für das größere Problem.

Gruß
Heiko
 

Sumpfheini

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Teammitglied
Re: Hygrophila sp. aus Afrika (ähnlich H. sp. "Guinea")

Hi Heiko,
wenn ich dann noch mir das Buch von Kramer ansehe, wo die Hygrophila sp. "Guinea" als Synonym von Hygrophila sp. aus Afrika bezeichnet wird, dann ist die Verwirrung perfekt. :D
Ja; jetzt ärgere ich mich, dass ich ihm nicht rechtzeitig gesagt habe, dass es wohl doch verschiedene Pflanzen sind.

Gruß
Heiko
 

amano_fan

Member
Re: Hygrophila sp. aus Afrika (ähnlich H. sp. "Guinea")

Hallo,

kleiner Zwischenstand meiner H. sp aus Afrika:
Wächst gut aber gemächlich... die 1cm pro Monat kann ich mit H.G. Kramer immer noch nicht teilen, aber besonders schnell ist sie auch nett. Hab inzwischen schon 4 gesunde Triebe.
Wie Kramer in seinem Buch schreibt braucht sie wohl höhere PO4-Konzentrationen, dem kann ich nur zustimmen! Reichlich Eisen und SE sind auch sehr hilfreich. Werde jetzt dann nach Weihnachten den Flowgrow-Dünger verwenden, mal schauen was sich tut!

Bild stell ich die Tage rein, bin grad in der Arbeit.
 

Sumpfheini

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Re: Hygrophila sp. aus Afrika (ähnlich H. sp. "Guinea")

Hallo,

ich ändere mal die Thread-Überschrift, weil die Pflanze inzwischen als Hygrophila odora bestimmt worden ist (Anfang 2009 durch Kai Vollesen, Kew, England, siehe Kasselmann (2010), Aquarienpflanzen). Außerdem meinen ich und Cavan Allen jetzt doch, dass unsere Pflanze sehr wahrscheinlich identisch mit der H. sp. 'Guinea' in den USA ist.

Gruß
Heiko
 

Sumpfheini

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Teammitglied
Hi,
wollte mal Blütenfotos von Hygrophila odora nachliefern:

Laut Artbeschreibungen sollen die Blüten moschus-artig riechen. Konnte ich so nicht feststellen - das ganze Kraut riecht emers wie ein Ziegenbock...




Odorierte Grüße
Heiko
 

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Andreas S.

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Hallo,
die Pflanze wird eine Liebhaberpflanze bleiben, da sie wirklich sehr sehr langsam wächst ("Anbubias-Tempo"). Sie ist keine ausgesprochene "Starklicht"pflanze und braucht eine lange Eingewöhnungsphase (Crypto-like !). Dann allerdings "kommt" sie: immer noch: langsam, aber dafür sehr beständig. Das Interessante: sie vermehrt sich sowohl über Achselständige Austriebe, als auch über diese H. pinnatifida-typischen "Ausleger" im/über dem BG...
PO4: ja. Alles andere m.E. nach: Wurst. Aber bei beständiger P-Düngung sind im BG eh' immer SE- Komplexe vorhanden, von daher ist die Versorgung chico.
Habe jetzt gerade einen ganzen Wurzelstock (unglaubliche Ausmaße: entspricht Echinodoruswurzeln, die durch das ganze AQ gingen...) mit kleinen Austrieben weggegeben. Nur die Allerkleinsten habe ich behalten und vom Starklichtbereich in den Mittellichtbereich gesetzt:
Näxtes posting - näxtes Jahr.... ( ;-))))) )
Gruß,
Andreas
 

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Sumpfheini

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Teammitglied
Hi Andreas,
danke für den Bericht!
Als ich sie vor ein paar Jahren unter sicher sehr suboptimalen Bedingungen im Aq. hatte, starben oft Triebspitzen ab und wurden durch Seitentriebe fortgesetzt. Aber ebenfalls sehr feste Stängel, kurze "Ausläufer" und großes Wurzelwerk. Als ich später die noch nicht bestimmte H. pinnatifida bekam, merkte ich auch gleich die Ähnlichkeit mit der "Hygrophila aus Afrika" von H. Barth => H. odora.
Jedenfalls, emers wächst die Hygrophila odora schneller als submers. Könnte wohl in Wasserpflanzengärtnereien produziert werden, aber wenn sie emers in den Laden käme, würde sie so ziemlich nach nix aussehen und vermutlich kaum gekauft werden.

Vielleicht kann man es so sagen: submers bereitet sie sich auf bessere = trockenere Zeiten vor, investiert viel in Wurzelwachstum und Festigungsgewebe der Stängel und weniger in Zuwachs, um dann nach Trockenfallen richtig los zu legen, meterhohe kräftige Stängel zu entwickeln und zu blühen.

Gruß
Heiko
 
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