Faulende Rhizome an Anubias und Farnen

Heiko Muth (Sumpfheini)

Aquasabi Mitarbeiter
Teammitglied
Hallo Robert,

Wird man das wohl nur über eine Genmanipulation in den Griff bekommen. Die Anubia muß gegen den Erreger egal ob nun Pilz, Virus, oder Bakterium immun werden.
Resistenzzüchtung ist auch mit klassischen Methoden (Auslese, Kreuzung,...) möglich, aber auch teuer, und da ist fraglich, ob sich das bei Anubias für die Gärtnereien ökonomisch lohnen würde.
Man kann vielleicht allgemein sagen, absolute Immunität gegen irgendwas gibt es nicht, weil auch Erreger und Schädlinge weiter evolvieren und irgendwann (auch gentechnisch hineinmanipulierte) Abwehrmechanismen der Pflanzen austricksen können. Wahrscheinlich werden auch mit dem globalen Handel aus allen möglichen Ecken der Erde immer wieder neue Pflanzenkrankheitserreger-Typen eingeschleppt.

Was aber definitiv der Fall ist, ist daß eine Ansteckung über berührung stattfindet. Das habe ich öffters beobachtet. Berührt ein faules Blatt ein gesundes einer noch nicht befallenen Nachbar-Pflanze, fängt die nach wenigen Wochen auch zu faulen an.
Das spricht wirklich für einen Erreger.

Gruß
Heiko

p.s.
*krümelk...*: das heißt auch im Singular Anubias. Gleiche grammatische Form wie "Trias".
 
Hallo Leute,

es gibt definitiv meherer Erreger, die für die Rhizomfäule in Frage kommen.

Gefunden wurden:
Bakterien - Erwinia carotovora ssp. carotovora in Anubias barteri:
Pilze - Rhizoctonia solani in Anubias heterophylla und Colletotrichum sp in Anubias heterophylla
Nematoden - Radopholus similis in Anubias hastifolia


Im Labor machen aber nur die Bakterien Ärger. Den Rest kann man mit systemischen Mitteln bekämpfen. Im Aquarium kommen wohl aber auch die übrigen Erreger auch in Frage.

Gruß Maike
 
Hi,

ich habe gestern mal einige Teile von faulenden Anubias barteri var. barteri unter das Mikroskop gelegt.
In dem faulenden Gewebe habe ich Massen an Nematoden gefunden. Aber ob sie die Ursache für die Fäulnis sind oder nur eine Folge davon kann ich bisher nicht sagen. Es sind an der Basis des Blattstiels kugelförmige Gebilde, bei denen es sich um Pilzsporen handeln könnte. Leider ist es mir bisher nicht gelungen sie aus dem Gewebe heraus zu bekommen um sie mir genau anzusehen.

Außerdem sind recht viele Milben in der faulenden Masse. Sie könnten durch Beschädigung des gesunden Gewebes Eintritspforten für Pilze und Bakterien geschaffen haben. Selbiges gilt auch für die Nematoden. Es muss sich aber nicht um Pflanzenparasiten handeln, sie können auch von abgestorbenem Material leben oder Jagt auf die Mikroorganismen machen. Rädertiere, Wimperntiere und Borstenwürmer fressen ebenfalls von dem toten Material.

An gesund wirkendem Gewebe habe ich keine Veränderungen, weder Pilze noch Nematoden gesehen. Ich versuche in den nächsten Tagen mal irgendwo ein Frühstadium einer Infektion zu finden, um raus zu kriegen, was die Ursache in diesem Fall bei mir ist. Es ist natürlich nicht der Weißheit letzter Schluss, da ja auch die anderen bereits erwähnten Erreger die Fäulnis verursachen können. Mal schauen was ich noch finde.

Liebe Grüße Maike
 

robat1

Member
Hallo Maike,

sehr interessanter Bericht. :thumbs:

auch die sonstigen Funde:
Bakterien - Erwinia carotovora ssp. carotovora in Anubias barteri:
Pilze - Rhizoctonia solani in Anubias heterophylla und Colletotrichum sp in Anubias heterophylla
Nematoden - Radopholus similis in Anubias hastifolia

Ich versuche in den nächsten Tagen mal irgendwo ein Frühstadium einer Infektion zu finden, um raus zu kriegen, was die Ursache in diesem Fall bei mir ist.

Muß eigentlich auch nach meiner Überzeugung so sein, daß Einer den Anfang macht und den anderen Eindringlingen erst den Weg ebnet.

Wenn man das befallene Rhizom Stück für Stück abbricht, kommt man irgendann an den Punkt, wo nur noch ganz in der Mitte des Querschnitts eine minimale Punktförmige Anfangs-Verfärbung zu erkennen ist. Womöglich ist dort der Ursprungserreger zu finden der alle anderen Beteiligten nach sich zieht?

Ich hatte aber auch öffters den Eindruck daß das Eindringen und somit die Fäulnis in einer Blattachsel beginnt und sich erst dann in der Mittelfaser des Rihzoms vorwärtsfrisst. Das würde der Theorie wiedersprechen daß der Erreger schon im Rhizon sitzt und nur auf einen Auslöser wartet.

Robert
 
Hallo Robert,

die Bakterien sind wohl recht hartnäckig im Rhizom. Aber auch nicht bei jeder einzelen Pflanze. Die anderen Erreger dringen vermutlich recht spontan durch Verletzungen ein.

Ich melde mich wieder, wenn ich was Neues hab.

Gruß Maike
 
Moin,

ich habe meine faulenden Anubias mikroskopiert. Die Ergebnisse stehen im aktuellen Newsletter: http://www.heimbiotop.de/newsletterNr.45.pdf

Kurz zusammengefast: ich habe weder Pilze noch Nematoden in den Bereichen frischer Infektionen gefunden. Pilze gab es nirgends im befallenenen Gewebe, so dass auch Pilztoxine nicht in Frage kommen. Als Ursache sind Bakterien wahrscheinlich.

Wie ich bereits vorher aber schon geschrieben habe, kann natürlich im Einzelfall auch ein Pilz oder ein Nematode die Ursache von Fäulnis sein. Bei mir das aber an 5 untersuchten Pflanzen (barteri, nana, coffeifolia) nicht der Fall.

Liebe Grüße Maike
 

Greyhawk

New Member
Hallo zusammen,
Ich bin völlig verzweifelt, mein Anubien faulen plötzlich, seit ich mir eine neue gekauft habe. Alles sieht genauso aus wie hier im Thread beschrieben und das Becken stinkt sogar.
Habe ich eine Chance, dass irgendetwas überlebt? Kann ich irgendetwas tun? Ich hatte gerade eine schöne Sammlung verschiedener Züchtungen aufgebaut :(
Ich bin über alles dankbar, was bei euch Pfanzen gerettet hat!
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hallo, versuch das Faule ein ganzes stück ins saubere Gewebe zurückzuschneiden.
Desinfizieren mit Chlorreiniger, so wie man Anubien mit Algen behandelt. Dann
Zb Im Gurkenglas mit täglichem ww lagern und hoffen das die Fäulnis nicht weitergeht.
Wichtig ist der tägliche Wasserwechsel, um mögliche Bakterien zu entfernen. Evt. Nochmal nachschneiden.
So hab ich mal einen Neuzugang sauber gekriegt. Kam dann in ein neues becken solo und hat sich wieder gut etabliert und es is nie wiedergekommen
Chiao moni
 

Greyhawk

New Member
Vielen Dank für die sehr schnelle Antwort!
Ich habe jetzt alle faulen Triebe abgeschnitten und die bis jetzt gesund aussehenden Reste in einen Eimer mit Wasser. Es ist fast nichts übrig :nosmile:
Wie funktioniert denn das mit dem Chlorreiniger? Habe ich noch nie gemacht... Tupft man den auf die Stellen? Oder verdünnt man ihn und tunkt die Pflanzen kurz? Kann ich jeden Chlorreiniger nehmen? Oder geht auch Desinfektionsmittel?
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Guten morgen, Ja, das ist leider so :shocked:
Aber die faulen Teile sind eh nicht zu retten.
Schau mal oben unter Aquascapingnews, wegen dem Chlorreiniger.
Is schon eine Weile her, also ehr weiter hinten suchen.
Da es auch eine gewisse Belastung für die Anubien ist, evt.nur ausgewählte Stücke darin baden.
oder es lassen und hoffen.
Ein Holzkohlestückchen kann auch helfen Fäulnis einzudämmen.
Viel Glück...und lass mal was hören, wie es weitergeht.
Chiao moni
 

Greyhawk

New Member
Hi Moni,
leider geht es immer weiter bergab. Trotz Quarantäne mit täglichem Wasserwechsel und großzügigem ausschneiden der faulen Anteile habe ich mittlerweile "Pinto", "Gold" und coffefolia verloren... Von "round leaf" habe ich noch ein kleines Stück und barteri var. barteri ist bis jetzt unbetroffen. Meine ganzen normalen nana's hatte ich bei einer Umgestaltung in eine Kiste ausgelagert (vor der Seuche). Ihnen geht es also gut. Die Kiste bleibt wohl ersteinmal ihr Zuhause.
Alles in allem aber ein Trauerspiel. Ich werde wohl ein paar Wochen bis Monate vergehen lassen und dann versuchen die Sammlung neu zu starten, in der Hoffnung, dass der Erreger ohne Anubien aus dem Becken verschwindet.
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Oje, das hört sich nicht gut an :shocked:
Meld Dich wenns soweit is..ich sammel auch Anubien und hatte bisher noch kein Pech damit.
Allerdings halte ich immer nur eine Art je Becken und vorher müssen sie in Vasen dirch die Quarantäne, das hat sich auch wegen Algen und Parasiten bewährt.
Chiao Moni
 

Plantamaniac

Well-Known Member
Hallo, keine Ahnung, also ein halbes Jahr wäre sicher kein Fehler, dann eine Probeanubias und erstmal schauen ob alles gut ist, bevor man die etwas exklusiveren Teile einsetzt.
Chiao Moni
 

Sternennacht

Active Member
Hallo zusammen,

Ich erlaube mir, diesen alten Faden hochzuladen.
Ich habe letzte Woche neue Zwerg-Anubien an meiner Rückwand (grobe Filtermatte) angeklemmt. 3 von 5 sind abgefault.
Ich habe hauptsächlich Anubien im Becken, richtig schön gewachsen. Wenn die jetzt alle absterben, kann ich neu bepflanzen.

Gibt es inzwischen evtl. weitere Erkenntnisse bei dem Thema?
LG
 

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