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Postby apfeltasche » 08 Jun 2012 17:34
Hallo zusammen,

Ich bin vor einiger Zeit umgezogen und habe nun mein neues Becken in Betrieb genommen. Bei der Messung des Ausgangs-Leitungswassers bin ich fast vom Stuhl gefallen, als der JBL NO3-Test richtig dunkel orange wurde und mir quasi 30-40mg/l NO3 diagnostizierte.

Ich habe schnell die Wasserwerte des Versorgers nachgeschlagen. Ich wohne auf der Grenze zweier Versorgungsgebiete und eine der Wasserquellen hat einen exorbitant hohen NO3-Wert.

Quelle 1:
pH 7,27
Nitrat 41,2mg/l
KH 13,6°dH

Quelle 2:
pH 7,57
Nitrat 15,6mg/l
KH 11,1°dH

Offensichtlich bekomme ich einen Großteil aus der ersten Quelle ab. Nun frage ich mich, wie ich mit diesem hohen Nitratwert umgehen soll. Das Becken soll die nächsten Wochen neu einfahren (ohne Animpfung), das heißt es gibt keine Nitrat abbauende Quelle (außer die frischen kleinen Pflanzen). Wasserwechsel lohnen logischerweise nicht, wenn aus der Wasserleitung quasi flüssiges Nitrat kommt. Auch frage ich mich längerfristig, ob der Filter überhaupt genug Nitrat abbauende Bakterien ansiedeln kann, um diesen hohen Wert zu verdauen.

Hat irgendjemand eine Idee, wie ich damit umgehen soll? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das als Ausgangswasser langfristig für die Pflanzen (und später die Bewohner) förderlich ist.

Abgesehen vom Volldünger (Easy Life Pro Fito) wollte ich eigentlich keine weiteren Zusätze ins Wasser geben. (CO2 Düngung natürlich noch).

Soll ich es mit dem Nitratwert probieren oder empfehlt ihr eine Senkung mittels Chemiekeule?

Grüße,
Mirko
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Postby derluebarser » 09 Jun 2012 06:25
Hallo Mirko,

bei diesen Ausgangswerten im Bezug auf Härte und NO3 würde ich definitiv mit Osmosewasser verschneiden......und zwar soweit, das du maximal auf nen NO3 Wert von 20 mg/l und einer KH von unter 5°kommst.....
hängt natürlich auch von deinem geplanten Besatz ab !
Gruß Stephan

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Postby HansAPlast » 09 Jun 2012 09:05
Hi,

wie Stefan schon geschrireben hat, entweder mit Osmosewasser verschneiden oder...

einfach so lassen. Meine Pflanzenbecken dünge ich alle locker auf 30-40 mg NO3 (laut Jbl Test) auf ohne das
ich damit Probleme bekomme. Bei weniger NO3 habe ich direkt mit Fadenalgen zu kämpfen. Also wenn
die Bewohner und Pflanzen mit den Wasserwerten klarkommen würde ich gar nichts machen...

Gerd
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Postby apfeltasche » 09 Jun 2012 09:58
Hallo ihr beiden,

Danke für die Rückmeldung.

Mein JBL Tröpfchentest hat zwar die 40mg/l NO3 der Versorgerwerte bestätigt, liefert beim KH-Test allerdings nur 9°dH. Vielleicht ist das aber auch Testungenauigkeit. Grundsätzlich habe ich mit der Härte kein Problem, ich wusste nur nicht ob die 40mg/l NO3 zu hoch sind. Man liest ja überall etwas anderes. Mal ist es zu hoch (insb. in den Infos der großen Aquaristikzubehörhersteller), mal ist zu lesen, dass bis 70mg/l unproblematisch sind.


Ich möchte die KH auch nicht zu weit drücken, da ich gern verschiedene Schnecken pflegen möchte, die bekanntlich bei zu niedriger KH Probleme mit den Schneckenhäusern kriegen können. Ansonsten plane ich nicht den Besatz mit empfindlichen Weichwasserfischen. Bei ähnlicher Härte und einem pH-Wert von knapp über 7 (noch ohne CO2-Anlage und ohne Osmose) im Ausgangswasser habe ich am alten Wohnort problemlos Metallpanzerwelse und Zebrabärblinge und Rios gehalten.

Im Becken habe ich vorgestern Anubias, Rotala, Eleocharis und HCC gepflanzt.

Ab welchen Werten wird NO3 kritisch für die Bewohner? Und behindern die aktuellen Wasserwerte gesundes Pflanzenwachstum?

Ein Kompromiss wäre vielleicht, mit Osmose den NO3-Wert auf etwa 30mg/l zu senken und die KH um wenige °dH. Aber nicht so stark, dass es ein Weichwasserbecken wird. Ich schrecke bei Osmoseanlagen nämlich vor dem produzierten Abwasser zurück und würde daher gern nur möglichst wenig davon produzieren (falls erforderlich). Bei so einem anteiligen Verschneiden (sagen wir z.B. 1 Teil Osmosewasser auf 3 oder 4 Teile Leitungswasser) würde der pH-Wert mit CO2-Zugabe auch leicht unter 7 sinken, was vielen Fischen zugute käme.
Grüße,
Mirko
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Postby Jakob » 09 Jun 2012 13:10
Hallo Mirko,

Ich glaube du verwechselst grad KH mit GH

Soweit ich weiß Haben Garnelen und Schnecken kein Problem mit einer nidrigen KH Sondern nur mit einer GH unter 5-6.


Gruß

Jakob
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Postby derluebarser » 09 Jun 2012 16:56
.....wenn du weniger Abwasser erzeugen möchtest. wäre eine Vollentsalzungsanlage mit Anion und Kation noch eine Option.....da produzierst du kein Abwasser....

allerdings musst du dann mit Lauge und Säure hantieren....zum regenerieren der Harze.
Da sowas in einer Mietwohnung aus Platzgründen problematisch ist, habe ich mich auch für eine Osmoseanlagemit nachgeschalteter Mischbettpatrone entschieden.
Dabei musst du allerdings mit einem Verhältnis von 1-3 bis 1-4 leben...(Frischwasser zu Abwasser)

Ich gebe inzwischen nur noch reines Osmosewasser ins Becken, und härte/dünge es mir nach meinen Wünschen auf.
Durch hohe Silikat-Werte hatte ich ewig mit Braunalgen zu kämpfen.....seit ich mit reinem Osmosewasser wechsel, habe ich das in den Griff bekommen
....Direct-Flow Anlagen schaffen ein besseres Ergebnis, sind aber auch erheblich teurer.

Wenn du keine ausgesprochenen Weichwasserfische pflegen möchtest, würde ich das ebenso probieren wie von dir angedacht.
Gruß Stephan

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Postby ghostfish » 09 Jun 2012 17:48
Hi

das mit den Schnecken hat nichts direkt was mit GH/KH zu tun sondern eher indirekt. Was die Häuser kaputt macht sind hohe CO2 Gehalte. Den Kalk holen sich die Schnecken übers Futter.

Ansonsten haben die Tiere keine Probleme mit z.B. 100mg/l NO3 aber wohl die nitrifizierenden Bakterien die dann ins stocken kommen und sich vermehrt Nitrit bildet.
Gruß Thomas
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Postby apfeltasche » 09 Jun 2012 21:21
Hallo zusammen,

Danke für die Auskünfte.

Da werde ich wohl eine neue Investition tätigen und eine Osmoseanlage erstehen.

Ich kam gerade vom Dienst zurück und sah im (dunklen) Becken, dass die Rotala green ein bisschen die Köpfe/Stängel hängen lässt. Da geht nichts nach oben, sondern eher in einem leichten Bogen in die waagerechte bzw leicht nach unten. Heute morgen stand alles noch recht aufrecht. Die Rotala green wächst zwar auch in die Breite, aber so extrem und gleichzeitig bei vielen Stängeln ist schon verwunderlich. Insgesamt konnte ich bei den Pflanzen auch noch nicht den Ansatz von Assimilation oder Wachstumstendenzen erkennen.

Das Becken läuft jetzt seit 3 Tagen, am ersten Tag zwei Stunden Licht, am zweiten vier Stunden und heute sieben Stunden. Ist das schon zu viel für frische Pflänzchen? Ansonsten leichte Düngebeigaben (ProFito in verringerter Dosis) und eine leichte CO2 Zugabe (CO2-Test zeigt ein dunkles grün an).

Nun frage ich mich, ob die Pflanzen einfach nur etwas schlapp vom Tag sind, oder ob die Lebensbedingungen im Becken nicht gut sind. Bisher ist ja quasi nur Ausgangswasser drin.

Sagt einfach, dass ich zu ungeduldig bin und schon alles laufen wird :gdance:
Grüße,
Mirko
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Postby derluebarser » 10 Jun 2012 20:53
Hi Mirko,

ich würde für den Anfang 6 Stunden beleuchten....und bei sichtbarem Zuwachs der Pflanzen wöchentlich um eine Stunde steigern.....(nach ca. 4 Wochen)

CO2 kannst du von Anfang an in voller Dosis dosieren....Dünger mit halber Dosis ist ok.

Ansonsten hast du vollkommen recht, das ein neu eingerichtetes Becken seine Zeit braucht... :D
Gruß Stephan

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Postby apfeltasche » 10 Jun 2012 21:06
Heute Abend hängt die Rotala green richtig deutlich herunter. Quasi im 160° Winkel. Wenn das so weitergeht, graben sich die Triebspitzen in 3 Tagen in den Kies ein :irre: Der Rest sieht in Ordnung aus.

Ich setze die Beleuchtung noch etwas runter und hoffe auf baldiges Osmosewasser.

Danke!
Grüße,
Mirko
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Postby Arami Gurami » 10 Jun 2012 21:17
Hallo Mirko,
das ist bei der Rotala sp. green total normal. Insofern ist alles in Ordnung. Sie wird gerade wegen dem Bogenwuchs effektvoll eingesetzt.
Liebe Grüße,
Aram
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Postby tobischo08 » 10 Jun 2012 21:59
guten abend,
sei doch froh das du so einen hohen no3 wert in deinem leitungs wasser hast.
dann brauchst du dir nicht immer den teuren Dünger zu kaufen. :lol: :bier:

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Postby apfeltasche » 10 Jun 2012 22:14
Arami Gurami wrote:Hallo Mirko,
das ist bei der Rotala sp. green total normal. Insofern ist alles in Ordnung. Sie wird gerade wegen dem Bogenwuchs effektvoll eingesetzt.


Ich hatte vermutet, dass diese Wuchsform später auftritt, wenn die Pflanze schon etwas stattlicher gewachsen ist. In die Höhe sind die Stängel nämlich noch nicht gegangen. Soll ja eine große Hintergrundbepflanzung werden (irgendwann :? ). Ok, ihr beruhigt mich. Ich bin guter Dinge und sehe alles mal schön locker :kaffee1:
Grüße,
Mirko
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Postby aquascapix » 11 Jun 2012 08:16
Moin,

also mach dir mal keinen Kopf. Ich hatte die gleiche Frage vor einiger Zeit mal gestellt, da mein Wasser-NO3-Wert auch bei 25 liegt. Beim ersten Beckenversuch (als Anfänger muss man auch irgendwie alle Fehler machen, die es gibt) hatte ich nur damit nur Eisen zugedüngt und hatte dauerhafte Grünalgenprobleme, die nicht zu beherrschen waren.

Ich kann dich aber beruhigen, ich nutze nur Leitungswasser und füge dementsprechend nach der Redfield Ratio mein PO4 zu, sodass die Grünalgenwahrscheinlichkeit sinkt. Klappt bei mir seit dem ich diesen Tipp bekommen habe, hervorragend. Beim ersten Aufdüngen kann es zwar passieren, dass sich irgendwelche Braunalgen auf den Einrichtungsgegenständen bilden, aber die sind halb so schlimm und verschwinden relativ schnell wieder. Das ist bei mir auch gleichzeitig die Düngekontrolle: Sobald die Braunalgen auf den Steinen nahezu verschwunden sind, ist das PO4 verbraucht und ich müsste mal wieder aufdüngen.
Sobald ich den Zeitpunkt verpasse, kann ich schon erste grüne Punktalgen an der Scheibe sehen. Das ist echt total interessant!

Vielleicht konnte dir das ja helfen. Ich bin jedenfalls sehr erstaunt, wie gut (im Vergleich zum ersten Versuch) ich die Grünalgen wieder wegbekomm, sobald ich PO4 dünge. Das Becken läuft mit konstanter, geringer PO4-Düngung wirklich unglaublich stabil.

Grüße,
Nils
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Postby apfeltasche » 11 Jun 2012 21:29
Hallo Nils,

Der Link zur "Redfield Ratio" ist klasse, vielen Dank. Das ist doch mal ein handfester Ansatz zur ersten Orientierung.

Bisher habe ich weder Phosphatdünger noch Phosphat-Tröpfchentests, ich werde mich (bis die jetzigen aufgebraucht sind und neue Tests benötigt werden) fürs erste an den Werten des Ausgangswassers orientieren und mit der Düngekonzentration grob überschlagen. Aus der Tabelle lässt sich jedenfalls entnehmen, dass bei einem NO3 Wert von 40mg/l kaum mehr ein vernünftiges Verhältnis zur Phosphatmenge hergestellt werden kann. Und wenn ich mich recht erinnere, las ich hier irgendwo mal eine Maximalkonzentration von 2mg/l Phosphat?

Eine leichte Verschneidung des Wassers schadet sicherlich nicht.
Grüße,
Mirko
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