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Postby Frank2 » 02 Jun 2016 13:09
Hi miteinander

ich bin die Tage mal wieder darüber gestolpert..... .
H.-J. Krause hat ja umfangreiche Messungen vorgenommen in tropischen Flüssen und Bächen und diese in seinem Buch "Aquarienwasser" auf Seite 146 tabellarisch dokumentiert.
Hierbei wird auch auf den Pflanzenwuchs eingegangen.

Wenn ich mir die Tabelle so anschaue, ist in fast allen Gewässern

- der N03-Gehalt bei < 1 bis 5, nur in einem Gewässer bei 8!
- Fe´s (und damit wohl auch die anderen Se´s) sind nachweisbar, teils recht üppig
- er hat allerdings fast nur Weichwassergewässer untersucht
- C02 meist zwischen 2 und 20 mg/l, 3 Ausrutscher nach oben, wobei in dem Gewässer mit 40 mg/l und 70 mg/l Cryptocorynen dominiert haben (die ja keine C02 Junkies sind)

Ich sehe es ja wie Kremser und halte die "Makrowerte" flach und nach seinen Empfehlungen (bis auf K!).
Das kann man aber natürlich auch anders halten. Dennoch frage ich mich- warum zB C02-Empfehlungen von 30 und N03 20-30 standardmäßig? Krause beschreibt bspw. üppige Bestände von Mayaca, Cabomba, Egleria bei C02 6,0 in Klarwasser, sind ja auch lichtbedürftig:-) Fe hier 0,3!

Irgendwie ist mir nicht ersichtlich warum man in Aquarien hyperthrope Gewässer für Pflanzenwuchs haben soll, in der Natur diese Gewässer aber zumeist Oligotroph sind (Makrowerte). Und das bei teils üppiger Bepflanzung. Auch Kremsers niedrige Empfehlunge sind ja bereis hypertroph!

Grüße
Frank
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Postby bocap » 02 Jun 2016 13:23
Hi Frank,

meiner Erfahrung nach ist regelmäßige Zufuhr der Hauptnährstoffe (vor allem NO3) viel entscheidender als der bloße Gehalt im Becken. Bei natürlichen Gewässern handelt es sich in der Regel um Flüsse, wo ja auch ständig neue Nährstoffe in kleinen Dosen angespült werden.
Mein 60er Kellerbecken halte ich jetzt schon seit Wochen bei NO3-Werten < 3 mg/l (MN-Test), dünge den Verbrauch aber täglich zu. Das läuft mangelfrei! Ansonsten wird das Becken vom Licht und vom CO2 Gehalt her eher im oberen Bereich betrieben. 60 lm/L und 30-40 mg/l CO2.

Ich denke es ist reine Geschmackssache ob man mager oder fett fährt. Interessant ist nur, dass die Pflanzen alles bekommen was sie brauchen!

Lieben Gruß
Sascha
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Postby Frank2 » 02 Jun 2016 13:28
halte ich jetzt schon seit Wochen bei NO3-Werten < 3 mg/l (MN-Test), dünge den Verbrauch aber täglich zu. Das läuft mangelfrei!


Glaube ich Dir sofort Sascha! Ich habe bei Pogostemon Quadri., und Eusteralis Stellata keine Probleme mehr nach Verzweigung /Triebspitzen mit niedrigen N03 Werten von 5-8. Ich konnte diese auch nicht durch eine 3fache Anhebung der Volldüngermenge beheben! Ja klar, es muss immer was da sein. :smile: Die Fische bringen bei mir eigentlich doch so nen Grundstock mit, so dass ich nur stoßweise aufdüngen muss bei WW. Unter 3 rutscht es bei mir auch 10 Tage nach Aufdüngung nicht. Wenns die Fische nicht bringen muss dann natürlich ne Tagesdüngung her bei niedrigen Werten.
P04 sehe ich noch grasser, allerdings sind hierzu leider keine Messergebnisse bei Krause vorhanden.

Grüße
Frank
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Postby nik » 02 Jun 2016 18:16
Hallo Frank,

da sind zwei Dinge auseinander zu halten, natürliche Verhältnisse und submerse, gärtnerische Pflanzenhaltung.

Hier könnte ich jetzt aufhören. ^^ Aber ich habe vor gefühlten 100 Jahren als ziemlich Ahnungsloser von einem selbst von mir erkennbar kompetenten User in d.r.t.a. mal die Aussage kassiert, "Schmeiß' Phosphat ins Polarmeer und du erhältst Algen!" In seiner Schlichtheit unwiderlegbar. Dieser Widerspruch zur - wie von dir schon ausgeführt - immer eutrophen Aquaristik hat mich lange beschäftigt und den werde ich nie vergessen. Aquaristisch geht reichlich Phosphat, auch andere Makronährstoffe und reichlich SE. Das funktioniert halt,wenn das Becken mikrobiologisch dergestalt in der Spur ist., dass Algen nicht können. Algen sind also kein Argument um sich für ein mageres, idR. immer noch eutrophes, Wasser oder ein üppig gedüngtes zu entscheiden. Also ist die aufgrund des Nährstoffangebots unterschiedliche Wuchsgeschwindigkeit ein geeigneterer Grund sich für das Eine oder Andere zu entscheiden.

Als ich noch keine Ahnung hatte, hatte ich den schlichten Gedanken mich an der Natur zu orientieren, denn die funktionierte ja. Das, d.h. magere Werte, ist immer noch okay und praktiziere ich, wenn ich Wachstum begrenzen will, aber nachdem ich in vielfältiger Art und Weise rauf und runter gedüngt habe, ist mir grundsätzlich hängen geblieben, dass der Betrieb mit reichlicher Nährstoffen und Beachtung der Mikrobiologie - selbst ohne :-D - einfacher ist. Bei einem frischen Becken ist die vollständige und genügende, um sicher zu gehen reichliche Nährstoffversorgung Pflicht! Später ist es egal.

Na ja, hier sind halt viele "Gärtner" unterwegs. Ich gehöre auch dazu, d.h. mir ist Pflanzenwachstum in meinem Sinne wichtiger als natürliche Nährstoffverhältnisse - und wenn ein mager gefahrenes Becken stärker geüngt wird - und es verträgt - dann findet eine erkennbare Beschleunigung des Wachstums statt.

In meinem gedüngten Teichlein hatte ich submerse Pflanzen, die in dieser "Pracht" in der Natur einfach nicht zu finden sind. Im Teich oder im Aquarium unterscheiden sich magere oder fette Pflanzen mitunter deutlich in der Morphologie, alles Gründe das Eine oder das Andere zu praktizieren. Ist doch okay. Mich wundert, warum du die möglichen geringen Werte so herausstellst? Kann man machen oder hast du ein Problem mit noch üppigeren Nährstoffgehalten als sowieso schon eutroph? Da beides unterschiedlich wirkt, macht beides Sinn.

Gruß, Nik
nik wrote:
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