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Postby Aquamarine » 11 Mar 2013 11:03
Hallo liebe Forumianer,

ich habe ein paar Fragen zum Nährstoffrechner und der damit verbundenen Löslichkeit.


1) Volumenbestimmung

Ich habe eine leere Flasche HDPE-500ml und will z.B. einen Magnesiumdünger erstellen.
Beim Nährstoffrechner trage ich bei der Volumenangabe 0.5 (für 500ml) ein. Dünger in Pulverform liegt als MgSO4x7H2O vor und die Löslichkeit beträgt 710g/l (laut wikipedia). Auf 50L Aquariumwasser soll durch 1ml der Lösung der Mg-Wert um 1mg/l steigen. Folglich muss ich 254g MgSO4x7H2O zu den 500ml Wasser dazugeben. Nun fange ich an das Pulver die mit Wasser vollgefüllte (500ml) HDPE-Flasche zu füllen und wie man es sich denken kann, läuft alles über :-/.

Frage: "Wie kann ich die genaue Menge an Wasser und Pulver bestimmen, damit ich am Ende auch wirklich 500ml Düngerlösung habe?"



2) Löslichkeit beim mischen von verschiedenen Pulvern

Löslichkeit von verschiedenen Düngern (laut Wiki):
KH2PO4 = 222 g/l --> 1/2 = 111g
KNO3 = 316 g/l ---> 1/4 = 79g
MgSO4x7H2O = 710 g/l --> 1/5 = 142g

Beispiel:
Wenn ich in 1 Liter Wasser 111g KH2PO4 zugeben, dann sind theoretisch nur noch 500ml Wasser zur Verfügung, die ich weiter "behandeln" kann.
Als nächstes gebe ich 79g KNO3 dazu, dann sind theoretisch nur noch 250ml Wasser zu Verfügung, die ich weiter "behandeln" kann.
Des Weiteren gebe ich 142g MgSO4x7H2O hinzu und habe damit theoretisch nur noch 50ml Wasser zu Verfügung, wo ich Pulver/Dünger Lösen kann.

Frage:"Ist diese Rechnung bzw. Überlegung richtig und kann ich dann so beruhigt fortfahren?"
PS: Auch hier ist wieder das Problem mit der genauen Volumenbestimmung.



2) Löslichkeit von 4-Hydroxybenzoesäuremethylester (Methylparaben)

Bei Wikipedia wird 4-Hydroxybenzoesäuremethylester (C8H8O3) mit einer Löslichkeit von 2,5 g/l angegeben. Bei 500ml wären das 1,25 g/l. Angesichts der Tatsache, das ich noch Dünger hinzugeben, kann ich Aufgrund der Löslichkeit nur ca. 0,2 - 0,3g hinzugeben.

Frage: "Kann das angehen, dass das so wenig ist? Wie macht ihr das? Eventuell kann ich das auch weglassen, weil die Lösung eh schon stark konzentriert sein wird?"


Gruß
Alex
Aquamarine
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Postby Hydrophil » 11 Mar 2013 11:43
Hallo Alex,

zu 1.
Du darfst nicht das Wasser abmessen und dann die berechnete Menge Dünger zugeben. Die berechneten Konzentrationen beziehen sich auf die fertige Lösung. Das bedeutet, du wiegst das Salz(oder die Salze, siehe 2.) ab, füllst sie in ein Meßgefäß und füllst dann erstmal mit weniger lauwarmem Wasser auf, so dass du z.B. 0,45L statt 0,5L hast. Dann rührst du es so lange um, bis sich alles gelöst hat. Nachdem sich die Lösung auf Raumtemperatur abgekühlt hat, füllst du mit weiterem Wasser auf deine endgültige Flüssigkeitsmenge auf. Dann hast du genau die Konzentration, die du erreichen wolltest. Auf wenige ml mehr oder weniger kommt es aber nicht an, solange du keine Kalibrierlösungen herstellen willst oder im Labor arbeitest.

Zu 2.
Prinzipiell beeinflussen sich verschiedene Salze schon in ihrer Löslichkeit, also kannst du z.B. in einer konzentrierten Salzlösung eines Salzes, normalerweise weniger eines anderen Salzes lösen, als in der gleichen Menge reinen Wassers. Es kann sich aber auch andersrum verhalten, das hängt vom Salz und den Mischungsverhältnissen ab.
Prinzipiell würde ich dir raten, den Phosphatdünger, zumindest in der von dir angestrebten Konzentration, separat anzumischen, da es neben der reinen Löslichkeit auch zu Reaktionen zwischen den Stoffen kommen kann. Ich denke, dass das Magnesium mit dem Phosphat als unlöslicher Feststoff ausfällt.
KNO3 und MgSO4 sollten aber problemlos mischbar sein. Wenn du alles zusammen mischst, hast du aber immer das Problem, das du nicht gezielt einen bestimmten Stoff alleine zuführen kannst, sonder immer die Mischung reinkippst, auch wenn du z.B. nur Mg bräuchtest. Zumindest ich hab meine Lösungen alle separat angesetzt.

Zu 3.
Wie schon geschrieben hängt die Löslichkeit des Methylparaben nicht unbedingt davon ab, wieviel Salz du schon in deinem Wasser gelöst hast. Es kann sogar sein, dass es sich in der Düngelösung besser auflöst, als in reinem Wasser. Vielleicht kannst du das ja an einer kleinen Menge ausprobieren.
Davon abgesehen habe ich in keiner meiner Düngelösungen Methylparaben, denn was soll an anorganischen Salzen schon groß verderben, besonders, wenn sie in höherer Konzentration vorliegen? Bisher hatte ich da nie Probleme. Ich glaube, das handhaben viele hier so.

So, ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt und konnte etwasLicht ins Dunkel bringen.

Viele Grüße,
Christoph
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Postby Aquamarine » 12 Mar 2013 12:23
Hi Christoph,

zu 1)
Vielen Dank für die tolle Aufklärung. Da habe ich ja einen grundlegenden Fehler gemacht und die angestrebten Werte von mir sind somit unbrauchbar bzw. Falsch. Wieder was gelernt :thumbs:.


zu 2)
Da hast du vollkommen Recht. Ich habe gar nicht weiter nachgedacht, dass es sich nachher nicht um reines Wasser handelt. Gibt es denn eine Möglichkeit die Löslichkeit in Lösungen als normaler Mensch ohne Hightech-Ausrüstung zu bestimmen? Oder kann ich davon ausgehen das meine Überlegungen im ersten Beitrag ungefähr zutreffen?
Eigentlich wollte ich mir etwas Arbeit ersparen und habe mir deswegen eine NPK-Mg Lösung erstellt :pfeifen:. Den Mg-Dünger habe ich eigentlich schon seperat vorliegen, damit ich beim TWW eine Stoßdüngung mit Mg machen kann. Aber leider falsch berechnet, wie ich nun feststellen musste :(.
Apropo Feststoffe.......an meiner Dosierpumpe bilden sich Feststoffe (siehe Anhang). Ist das das was du meinst oder habe ich eine zu hohe Konzentration angesetzt?


zu 3)
Der Selbstversuch mit kleinen Mengen wäre eine gute Option um da mal nachzuprüfen.
Wie handhaben das denn die anderen?


Gruß
Alex

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Postby RobertS » 12 Mar 2013 13:30
Hallo Alex,

warum willst du denn einen NPK-Mg Dünger herstellen? Bittersalz gibt man eigentlich nur beim Wasserwechsel und dann ist die Menge abhängig vom verwendeten Leitungswasser. Bei einer täglichen Düngung würdest du nach dem WW erstmal zu wenig davon im Becken haben.

Man kann es übrigens auch ohne Bedenken fest ins Becken geben. Ich sehe jetzt nur gerade keinen besonderen Grund...
Gruß
-Robert
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Postby Hydrophil » 12 Mar 2013 19:38
Aquamarine wrote:Hi Christoph,

zu 2)
Da hast du vollkommen Recht. Ich habe gar nicht weiter nachgedacht, dass es sich nachher nicht um reines Wasser handelt. Gibt es denn eine Möglichkeit die Löslichkeit in Lösungen als normaler Mensch ohne Hightech-Ausrüstung zu bestimmen? Oder kann ich davon ausgehen das meine Überlegungen im ersten Beitrag ungefähr zutreffen?
Eigentlich wollte ich mir etwas Arbeit ersparen und habe mir deswegen eine NPK-Mg Lösung erstellt :pfeifen:. Den Mg-Dünger habe ich eigentlich schon seperat vorliegen, damit ich beim TWW eine Stoßdüngung mit Mg machen kann. Aber leider falsch berechnet, wie ich nun feststellen musste :(.
Apropo Feststoffe.......an meiner Dosierpumpe bilden sich Feststoffe (siehe Anhang). Ist das das was du meinst oder habe ich eine zu hohe Konzentration angesetzt?

Gruß
Alex


Hallo Alex,

ich denke das ist schwierig. Vermutlich gibt es irgendwo Tabellen, aber ob es zu jeder denkbaren Mischmöglichkeit was gibt, wage ich zu bezweifeln.
Das mit der separaten Mg-Düngung beim WW hat Robert ja schon geschrieben.
Wenn du noch weißt, wieviel Bittersalz du in wieviel Wasser gelöst hast und abschätzen kannst, wieviel Wasser dir durch das Überlaufen verloren ging, kannst du ja zumindest ungefähr die Konzentration ausrechnen und den Dünger trotzdem benutzen.

Zu den Feststoffen, die sich an deiner Dosierpumpe sitzen:
Das was vorne an der Pumpe sitzt sieht aus, wie eingetrocknete Reste, die sind nicht weiter dramatisch. Warum allerdings im Innern der Flasche etwas auskristallisiert? Das sieht nach zu hoher Konzentration aus. Manche Salze lösen sich in warmem Wasser besser und mehr als in kaltem. Wenn die Lösung dann wieder abkühlt, kristallisiert die überschüssige Menge dann aus. Das könnte hier der Fall sein.
Ich lese gerade, dass das die Flasche mit der NPK-Mg Lösung ist. Da kann es auch sein, dass sich unlösliches Magnesiumphosphat absetzt.

Viele Grüße,
Christoph
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