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Postby derDennis » 06 Aug 2012 15:44
Hallo zusammen,
nach langem "nur Mitlesen" hätte ich nochmal ne Frage. Im Grunde denke ich die Antwort auch Dank der genutzten Suchfunktion schon zu kennen, aber ich würd gern einige Erfahrungswerte diesbezüglich von euch lesen oder zumindest ne Bestätigung bekommen, dass ich richtig liege.

Ich habe ein Becken, in dem mit Pflanzen bisher nicht viel los war. Aber egal. Es ging um die Fische!
In dem Becken hab ich der Fische wegen auch wöchentlich gut 50 % WW gemacht.
Da mein Leitungswasser ne KH von um die 1 hat, hab ich so nen kalkhaltigen Bodengrund reingetan, um ein totales abschmieren der KH und des ph-Werts zu verhindern. Der KH-Wert hielt sich so recht konstant bei +/- 2 und der bei ph-Wert 7,3 bis 7,4.
Quasi alles gut für die Fische, aber nahezu kein CO2 laut Tabelle. Selbst Vallisnerien wollen da kaum wachsen. :shock:
Nun ist es aber so, dass in dem Becken jetzt weniger Fische sind und ich nun mit weniger WW auskommen möchte. Dabei steigt die Härte wohl auf Grund des Bodens langsam an. Nach 3 Wochen ohne WW war die KH etwa bei 3 bis 4.
Im Rahmen dessen würd ich auch den Pflanzen wieder ne Chance geben wollen. Zum einen der Optik wegen, aber auch dem Abbau von Nitrat und Phosphat wegen.
Da aber wie schon beschrieben kaum CO2 im Wasser gelöst ist, hab ich an mein ph-Messgerät eine CO2-Anlage angeschlossen, mit dem "Auftrag" den ph-Wert auf 7 zu drücken. Damit wäre bei KH 2 zwar immer noch nicht viel CO2 im Wasser, aber ich wollte eigentlich langsam anfangen und auch die Fische nicht direkt mit zu viel CO2 überfordern. Die Fische stehen bei mir immer noch an 1 und für Vallisnerien sollte das zum Anfang ja auch mal reichen.

Grad jetzt am Anfang hab ich die Härte dauernd gemessen, um zu gucken, was passiert.
Die KH ist nun in der einen (!) Woche direkt mal auf fast 5 gestiegen und die GH, die vorher immer so bei 6 war, ist auf über 9 gestiegen.
Ich gehe nun mal davon aus, dass der höhere CO2-Wert und der damit verbundene tiefere ph-Wert meinen "kalkhaltigen" Bodengrund schneller zersetzt. Habe daher den gut zugänglichen Bereich der Sandfläche gegen "normalen" Sand getauscht. Das scheint aber noch nicht zu reichen.
Lange Rede, kurze Frage: Liege ich mit meiner Vermutung richtig?
Denn dann dürfte man ja quasi gar kein kalkhaltiges Krümelchen im Becken haben, denn so würde auf Dauer mein ph-Wert zwar dank der CO2-Anlage stabil bei 7 bleiben, aber die KH würde immer weiter steigen und dann bei konstantem ph-Wert auch der CO2 Wert. :?
Wie habt ihr erfahrenen "CO2-Düngerer" das?
Habt ihr nix dergleichen im Becken? Muss ich jetzt den ganzen kalkhaltigen Bodengrund rausschmeißen oder doch öfter WW machen, nur um da ein Gleichgewicht zu behalten?
Schon mal vielen Dank!
Gruß
der Dennis
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Postby Erwin » 06 Aug 2012 16:19
Hallo Dennis,
Ich gehe nun mal davon aus, dass der höhere CO2-Wert ..... meinen "kalkhaltigen" Bodengrund schneller zersetzt. Habe daher den gut zugänglichen Bereich der Sandfläche gegen "normalen" Sand getauscht. Das scheint aber noch nicht zu reichen.
Lange Rede, kurze Frage: Liege ich mit meiner Vermutung richtig?

genauso ist es.
CO2 löst Kalk langsam und in geringen Mengen. Im Salzwasser-Korallenbecken nutzt man dieses mittels "Kalkreaktor" aus, um die Kalkverarmung des Wassers zu verhindern, bzw. auszugleichen.

Andere Säuren lösen Kalk schneller. So zum Beispiel auch die bei der natürlichen Nitrifikation entstehende Salpetersäure.
In extremen Weichwasserbecken hat sich zur Stabilisierung ein kleines Säckchen, gefüllt mit Muschelgrus (gebrochener Muschelschalenkalk) im Filter bewährt. Dies gleicht eine "natürliche Entkalkung" aus.

Ich würde an deiner Stelle auch den gesamten kalkhaltigen Bodengrund entfernen.
Und auch nur ein Säckchen kalkhaltiges Material in den Filter legen. Dies ist dann leichter und schneller in Menge deines Bedarfes zu händeln.

MfG
Erwin
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Postby derDennis » 06 Aug 2012 16:42
Hallo Erwin,
:tnx:
bisher war der komplette Boden halt gut, für die von dir angesprochene Stabilisierung, aber da kann man nur ganz schlecht variieren, wenn sich mal was ändert.
Und nun hat sich was geändert und nun steh ich da... kurze Hose Holzgewehr...
Dir schon mal vielen Dank für die Antwort. Vielleicht hat noch jemand ne Meinung oder nen Tipp. Ansonsten werd ich demnächst mal wieder umbauen müssen. :censored:
Gruß
der Dennis
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Postby Axiss » 06 Aug 2012 23:17
Ich hab auch kein wirklich neuen Ratschlag für dich.
Du hast das schon richtig erfasst, je mehr CO2 desto besser wird sich der Kalk im Boden lösen.

Wirklich sinnvoll gegensteuern kannst du da eben nur mit deinem Weichen Leitungswasser oder einem tauschen des Bodengrundes.

Interressant wären aber die von dir gepflegten Pflanzenarten. Je nach Pflanze kann man auch weniger CO2 verwenden bzw. mit einer höheren Härte fahren. Natürlich ist zu beachten ob der Besatz das auch verträgt.

Für die Zukunft wäre es eben, wie oben schon angesprochen, besser das System so zu manipulieren das du daran bei Bedarf etwas ändern kannst (z.B. da Säckchen aus dem Filter nehmen). So bleibst du variabel und musst nicht jedesmal dein Becken neu aufbauen.

Als totale Notlösung könnt ich mir auch vorstellen das man das lösen des Kalkes im Boden "provoziert". Also fische raus und mit extrem hohen CO" werten fahren bzw. mit anderen Säuren das Wasser in den sauren kalklösenden berreich bringen. Das ist aber ein Schuss in blaue, hängt denk ich stark davon ab wieviel Kalk im Boden ist bzw. wie stark durchstömt dieser ist. Auch kenne ich keinerlei Erfahrungswerte/Tests in die Richtung, bzw. wie effizient das wäre. Aus eigener erfahrung dauert es bei mir mehrere Tage bis sich ein Hauchdünnes Blättchen (2x2mm Fläche) Kalk im Wassergelöst hat. Ich hab aber schon recht hartes Leitungswasser (GH 18-20), ist somit schon höher gesättigt, und löst deswegen wohl auch schlechter.

Hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.
Grüße aus Berlin
Phil
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Postby derDennis » 07 Aug 2012 08:11
Hallo Axiss,
auch dir ein Dankeschön!
Im Grunde wusste ich das ja schon alles, bevor ich den Beitrag geschrieben hab. Aber irgendwie hab ich gehofft, dass es noch ne andere Lösung gibt, die ich mit meinen mangelnden Chemiekenntnissen nicht bedacht hatte. CO2-Zugabe ist ja für mich noch ziemliches Neuland.
Nun gut, werde erst mal versuchen, noch ein wenig Sand im laufenden Betrieb zu wechseln und durch WW die Werte im Griff zu behalten.
Da ich aber auf längere Sicht weniger WW machen will, muss das mit dem Bodengrund so reichen oder ich muss wohl oder übel demnächst nen Komplettumbau des Beckens vornehmen.

CO2 plus ne höhere Härte möchte ich nicht riskieren, da da auch Welse wohnen, die eher kein Fan von zu viel CO2 sind.
Muss mal rumdoktorn mit dem Pflanzenwachstum. Leider hab ich auch viel zu viel Phosphat im LW (der Tröpfchentest wird viel blauer, als die Vergleichsfarben reichen!) und damit auch im Becken. Das in Verbindung mit kaum CO2 hemmt fast jedes Pflanzenwachstum. Teste daher mal die Wirkung von PhosphatEx und die Reaktion der Pflanzen.

Mal sehen, was draus wird. Aquaristik wäre ja langweilig, wenn alles von heut auf morgen klappen würde und man nix mehr dazulernen könnte!
Gruß
der Dennis
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Postby Axiss » 07 Aug 2012 09:52
Im Grunde wusste ich das ja schon alles, bevor ich den Beitrag geschrieben hab.


Ist ja auch nicht verkehrt sich noch einmal rück zu versichern. :D

Krass das du so hohe PO4 werte hast. Hast du dadurch Probleme mit Algen? Oder könnt es auch sein das der Test hinüber ist. Oder hast dud irekte Werte vom Wasseranbieter?


Übrigens als Fleisslösung ist mir noch eingefallen das du auch versuchen könntest bei jedem WW ein Stück des Bodens abzusaugen (so 5x5 cm) und du direkt danach das Loch mit normalem Sand füllst (am besten eine form dafür suchen die du vorher in den Boden steckst so das nicht nachrutscht von der Seite). Dauert wahrscheinlich etwas bis du das ganze Aquarium durchgemacht hast, aber du musst nicht ausräumen! :gdance:
Grüße aus Berlin
Phil
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Postby derDennis » 07 Aug 2012 11:09
Hallo Phil,
das Wasser kommt leider mit dem Phosphat so aus der Leitung und das haben mir bisher zwei unterschiedliche Tests bestätigt. Jeweils auch direkt nach dem Kauf. Beide Tests konnten auch weniger anzeigen. Hab ich mal mit destiliertem Wasser und auch im Aquarium nach dem Einsatz von PhosphatEx getestet. Das Leitungswasser ist halt so und der Test stimmt.
Bin darauf auch erst gekommen, als mal jemand aus dem Nachbardorf hier im Forum sowas schrieb. Vorher hat mich Phosphat nie interessiert.
Und in meinem großen Becken hab ich absolut keine Probleme damit.
In dem Becken, um das es hier geht, hab ich immer leichte Probleme mit so schwarzen Cyanos oder sowas. Das Zeug ist nicht grad schön, aber nicht so schlimm, wie seine blaue Variante. Wächst deutlich langsamer, als ich das von den klassischen Blaualgen kenne und fällt dank der schwarzen Farbe grad auf Wurzeln kaum auf.
Mal sehen, ob das mit PhosphatEx weg geht, wenn das Phosphat denn der Grund dafür ist.

Den Sand werd ich dank einer Terrasse hinter einigen Steinaufbauten leider nicht ganz rausbekommen, ohne das Becken nicht doch komplett leerzuräumen. Den Rest werd ich aber vorher Stück für Stück erst mal so tauschen und sehen, was es bringt.
Gruß
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Postby Axiss » 07 Aug 2012 13:07
Tja da gibts nur noch eine Lösung!

Dein Leitungswasser in Flaschen abfüllen und als Phosphatdünger verkaufen :gdance:

Ich muss immer ein haufen Phosphat zudüngen.... :lol:

Viel glück mit deinem PhosEx...liegt bei mir auch noch eine Schachtel rum (mal irgendwann aufschwatzen lassen, dann gemerkt das es mir gar nichts bringt). Schreib ruhig mal ob du damit erfolge erzielen konntest...und auch wie lange die Wirkung hält.
Grüße aus Berlin
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