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Postby rangersen » 06 Mar 2014 16:54
Hallo,

kann mir bitte jemand eine Hilfestellung bzgl. dem Einsatz von Ammonium im Vergleich zu Urea geben. Ich habe zwar schon einige Treads hierüber gelesen aber so richtig schlau bin ich noch nicht geworden. Hintergrund ist der Einsatz eines NO3-Düngers und aktuell verwende ich hier den "Eudrakon-N" von DRAK der laut Nährstoff-Rechner das Ammonium beinhaltet. Wenn ich dies mit dem "Makro Spezial-N" von Aqua Rebell vergleiche so wird hier kein Ammonium, sondern Urea eingesetzt (wie bei anderen NO3-Düngern von AR)

Die Frage für mich ist nun: Was ist für einen NO3-Dünger besser, Ammonium oder Urea bzw. für was ist welcher Inhaltsstoff besser oder schlechter?

Ich bin für jede Aufklärung diesbezüglich dankbar.

Ciao
Wolfgang
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Postby kunzi » 06 Mar 2014 18:28
Hi,

ich bin jetzt kein Chemie-Profi, sondern kann nur von eigenen Erfahrungen mit den beiden Stoffen sprechen...

Aktuell nutze ich wieder beides, Urea und Ammonium über eine Hirschhornsalzlösung. Mich hat beides die letzten Jahre sehr überzeugt, und ich finde, dass es eigentlich die besten Stickstofflieferanten im Aquarium sind.

Klar viele weißen darauf hin, dass auch beides gefährlich werden kann, persönlich habe ich aber noch keinerlei negatives beobachten gekonnt, sicherlich habe ich aber auch keine Unmengen davon ins Becken gekippt.
Wichtig soll hier der PH-Wert des Beckenwassers sein, der sollte kleiner gleich 7 sein.
Bei mir habe ich grade so PH 7, aber wie gesagt, es funktioniert bestens.

Unterschiede von den Beiden Stoffen, kann ich bisher nur sagen, dass bei der Ammoniumlösung, die ich nutze, die Pflanzen nochmals einen sichtbaren Wachstumsschub bekommen. Kommt wohl daher, dass Urea erst zu Ammonium werden muss, und sich deshalb alles etwas verzögert.
Es soll aber wohl auch Pflanzen geben, die auf Urea nicht so sehr reagieren, sondern eher auf direkt Ammonium.

Mengenmäßig gebe ich momentan auf einem 300 Liter Becken alle 1-2 Tage eine Prise Urea und 2-3 mal die Woche zusätzlich ein paar ml der Hirschhornsalzlösung. Wie gesagt, es klappt wunderbar, ich habe keine nennenswerte Algen im Becken, an den Pflanzen selbst sowieso nicht.
Ich verfahre so seit etwa einem Jahr, vorher war ich etwas vorsichtiger bei der Dosierung.

Besser ist hier kein Dünger, ich stelle beim Wasserwechsel einen gewissen Wert über KNO3 ein, und gebe dann über die Woche hinweg nur noch Urea und Ammonium.

Raten kann ich dir, probiers einfach aus, erst wenig, und beobachten, vllt dann etwas steigern, dass wirst du dann schon selbst sehen.
Grundsätzlich kann ich nur empfehlen, KNO3, Urea und Ammonium zur Düngung zu nutzen, persönlich sehe ich es als perfekte Kombi. Natürlich sollten hier schon Technik, wie Licht und Co2, der PH Wert und natürlich auch schnellwachsende Stengelpflanzen vorhanden sein.
Ich weiß nicht, wenn man ein Becken nur mit Farnen und Anubia oder dergleichen hat, ob das dann auch so funktioniert.

Sorry für den Roman!
Ich kann nur von persönlichen Eindrücken der letzten Jahren sprechen.
Für Fundiertes chem. Wissen diesbezüglich müssen andere ran.

Und bzgl. der kaufbaren fertigen Düngermischungen:
Kann man, muss man aber nicht, dass geht auch einfacher und günstiger.
Beispiel: Mein Urea hab ich schon über 2 Jahre, und es ist immer noch fast halb voll.

lg Sebastian
Grüße
Sebastian
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Postby bocap » 06 Mar 2014 20:09
Hallo Wolfgang,

ich habe in den letzten Monaten auch beides genutzt. Urea wird wie Sebastian schon geschrieben hat ja auch über Ammonium weiter zu Nitrat umgewandelt. Urea ist sehr günstig in der Apotheke zu bekommen, ungefährlich und deswegen eigentlich der ideale Stickstofflieferant.
Wichtig ist halt ein pH <7 um die Entstehung von giftigem Ammoniak zu verhindern. Aufpassen bei Wasserwechseln, da da der pH auch schon mal kurzfristig über 7 liegen kann!

Ich persönlich habe die letzten Wochen Stickstoff rein über Urea gedüngt - bis zu 1,5 mg/l nitratäquivalent. Vor zwei, drei Wochen habe ich festgestellt, das sich auf den Blättern einiger Pflanzen kleine Pelzalgen bildeten. Da ich das auch schon mal in einem anderen Becken beobachten konnte, wo ich von Beginn an ausschließlich über Urea gedüngt habe, habe ich das erst mal damit in Verbindung gebracht und meine Stickstoffdüngung umgestellt. Ich dünge seit gut zwei Wochen einen NPK Dünger aus einer Mischung von Ammoniumnitrat, Kaliumnitrat und Kaliumdihydrogenphosphat. Dabei stellte ich zuerst den Phosphatgehalt über KH2PO4 ein, anschließend Kalium über KNO3. Den restlichen Stickstoff dann über NH4NO3. Seit ca. einer Woche sind die Pelzalgen weg! :D
Muss nix heißen, ist nur meine persönlich Erfahrung!

kunzi wrote:Beispiel: Mein Urea hab ich schon über 2 Jahre, und es ist immer noch fast halb voll.

Hast du deinen Ureadünger damals mit Methylparaben konserviert? Ich hatte meinen nicht konservierten Ureadünger nach ein paar Monaten mal auf Nitrat getestet und war überrascht, dass sich wahrscheinlich ein Großteil von Urea mittlerweile bereits zu Nitrat weitermineralisiert hat.
Teste doch mal deine Lösung.

Gruß
Sascha
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Postby kunzi » 06 Mar 2014 20:28
Hi Sascha,

nee ich geb Urea als Salz ins Becken, nicht per Düngerlösung.

Ich gebe übrigens alle 1-2 Tage um die 4mg/l nitratäquivalent zu, plus 2-3 die Woche Hirschhornsalzlösung, und ich habe keinerlei Algen an den Pflanzen selbst.
Das du Algen bei der reinen Urea Düngung bekommst finde ich eigenartig, da ich das nicht beobachten kann.

lg Sebastian
Grüße
Sebastian
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Postby manink180 » 06 Mar 2014 22:07
hallo sebastian

bin seit einiger zeit am basteln an der düngung und würde auch gerne mal mit urea usw versuchen :smile:
könntest du mir bitte verraten wie da die dosis ist bzw woher man das alles bekommt?




mfg manuel
Bunte Grüße
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Postby bocap » 07 Mar 2014 09:53
Hi Sebastian,

kunzi wrote:nee ich geb Urea als Salz ins Becken, nicht per Düngerlösung.

Okay, dass ist natürlich bei einem größeren Becken auch ne ziemlich gute Möglichkeit. Bei meinen wenigen 40 Nettolitern, aber leider ziemlich unpraktikabel aufgrund der geringen Menge ( < 0,05g ).

kunzi wrote:Das du Algen bei der reinen Urea Düngung bekommst finde ich eigenartig, da ich das nicht beobachten kann.

[...] und ich habe keinerlei Algen an den Pflanzen selbst.

Daraus schließe ich, dass du schon ein gewisses Algenaufkommen hast. Wenn ja, um welche Algen handelt es sich?

Gruß
Sascha
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Postby rangersen » 07 Mar 2014 18:09
Hallo,

Vielen Dank an alle für die ausführlichen Infos. Da mein Becken aktuell ohnehin ein Versuchsbecken ist, werde ich es einfach mal mit Urea und Ammonium versuchen und dann sehe wir mal was passiert :glaskugel:

Ciao
Wolfgang
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Postby Wuestenrose » 07 Mar 2014 18:18
Servus…

Auch in diesem Aquarium hat Harnstoffdüngung nicht funktioniert. Ich konnte mir mit Harnstoff reproduzierbar eine recht merkwürdige, dickfädige, sich schleimig anfühlende Alge ins Aquarium holen. Nach Absetzen der Harnstoffdüngung verschwand sie, bei erneutem Reinkippen war sie wieder da.

Nicht jedes Düngerezept funktioniert bei jedem.

Grüße
Robert
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Postby Tigger99 » 07 Mar 2014 18:22
Wolfgang,
Urea oder Ammonium haben noch einen Vorteil, kein Kalium, wenn du verstehst was ich meine :D
Kleiner Nachteil Kh kann sinken bei der Umwandlung und CO2 wird zusätzlich frei :pfeifen:
Ist das schlimm :? Such doch mal nach DK Urea Hammer.. :D :pfeifen:
Schönen Gruß
Dirk
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Postby kunzi » 07 Mar 2014 19:34
Hi,

also ich seh es jetzt nicht als Algenaufkommen, es sind keine Fadenalgen oder Rotalgen im Becken. Ein bissl "Patina" an den Steinen, die ich im Becken habe, und gelegentlich etwas Punktalgen, die aber eher mit Kalium oder Phosphat in Verbindung gebracht werden.

Also irgendwelche "Büschel", ich drücks jetzt mal so aus, sind nicht im Becken vorhanden.

@Sascha: Du hast du Soil im Becken, vllt besteht hier ein Zusammenhang, dass die Düngung anders funktioniert. Ich selbst habe ja Sand, da kann der Bodengrund ja keinerlei Einfluss auf die Düngung haben. Aber - ich weiß es ja nicht. Ich kann lediglich sagen, dass es bei mir sehr gut funktioniert, und vor allem definitiv besser als nur über KNO3, da hatte ich nämlich wirklich Algenaufkommen, ich hab da nie die "richtigen" Werte fürs Becken gefunden.
Und wie gesagt, ich bin chemisch absolut nicht bewandert, habe keine Möglichkeit genau Werte zu messen, ich gebe einfach zu, wie beschrieben, und es funktioniert sehr gut. Ich habe noch nie so guten Wuchs und so ein algenfreies Becken wie momentan gehabt.
Man merkt sicherlich, dass hier ein "Laie" schreibt.

Und sicherlich wird auch nicht jede Düngung bei jedem Becken funktionieren.

Ich habe auch recht "hartes" Wasser aus der Leitung, ich nutze weder Osmose noch vollentsalztes Wasser, und ich merke auch hier keinen Nachteil.
Bis vor einem Jahr habe ich Osmose genutzt, habe aufgesalzen, und das Becken haute einfach nicht hin.
Irgendwann dachte ich dann, ich mach es wie ganz am Anfang meiner "Beckenlaufbahn", ich nehm Wasser direkt aus der Leitung, hau Torfgranulat in den Filter, habe mich dann für mein aktuelles Düngekonzept entschieden, und auf einmal lief es wie geschmiert.
Vorher hatte ich viel mehr Arbeit mit dem Becken, hab laufend Werte gemessen und so on...

Ich hoffe dass es noch recht lange so bleibt.

lg Sebastian
Grüße
Sebastian
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