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Postby Aquapanther » 03 Oct 2018 19:07
Guten Abend!

Nachdem meine Perlhuhnbärbling-Babys nun schon fast ein Monat alt sind (und hoffentlich aus dem gröbsten raus), wollte ich euch mal an meiner kleinen "Zuchtstrategie" teilhaben lassen - in der Hoffnung dass andere eventuell damit auch Erfolg haben. Ob das Ganze zur wirklichen Zucht der Hühner geeignet ist, will ich mal nicht bewerten, da mein Versuch nur einmalig und in kleinem Format war (aus verschiedenen Gründen).

Die "Laichfalle"

Im Grunde bestand die Laichfalle, die ich benutzt habe, nur aus einem leeren (und gut ausgespülten) durchsichtigen Puddingbecher (D*** mit Sahne funktioniert hier gut), der mit Steinen beschwert war. Darin eine Portion Javamoos, so dass es oben ein wenig raus schaut - keine Gitter o. Ä.. Möglicherweise geht's anders effektiver, hat aber für mein Experiment gereicht.

Das Ablaichen

Bei den PHBs geht das ja eigentlich von selbst: Laichfalle reinstellen, ein paar Tage warten, Laichfalle raus und in eine Tupperbox. Wenn's den Hühnern gut geht, sollten Eier zu finden sein (mehrere Versuche können nötig sein, die Kerle brauchen evtl. Zeit sich an die Laichfalle zu gewöhnen).



Die ersten Tage

Nach dem Ausschütteln und Entfernen des Mooses fand ich schon ca. 8 frisch geschlüpfte Larven in der Tupperbox, zusätzlich noch ca. 6 Eier. Nach dem Schlüpfen habe ich die Larven sofort mit einer Pipette in das Aufzuchtbecken überführt.




Das Aufzuchtbecken

Im Grunde besteht es aus einem alten 10l - Becken mit Filter und Heizstab (Temperatur ca. 22°C), und einem Netzablaichkasten, über den nochmal ein Nylonstrumpt gespannt wurde zur Sicherheit. Im Ablaichkasten sind noch zwei Kunststoffpflanzen zur Deckung. Im Aufzuchtbecken wird täglich ca. 50% Wasser gewechselt und mit Wasser aus dem Becken der Eltern aufgefüllt.




Im Grunde war's das vom Aufbau her. Ich würde ab hier dann mit einer Art Tagebuch fortfahren, in dem ich ein wenig dokumentiere, wie's so voran geht.

Was bisher geschah:

08.09.18 Entfernen der Laichfalle, Moos + Wasser in Schale gekippt

09.09.18 ca. 8 schon geschlüpfte Larven abgesammelt und in den Netzablaichkasten im Aufzuchtbecken überführt, noch ca. 6 Eier übrig

12.09.18 Alle Eier geschlüpft oder entsorgt da nicht befruchtet

13.09.18 Erste Larven schwimmen sporadisch frei



16.09.18 9 Larven schwimmen komplett frei, der Rest ist "verschollen", Fütterung mit NobilFluid, Sera Micron und Infusorien (Hobby Protogen)

19.09.18 Entfernen des Netzablaichkastens, Larven schwimmen jetzt frei im Aufzuchtbecken (Filter noch in Strumpfhose gehüllt)



23.09.18 Erste Fütterung mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien (noch nicht alle Larven fressen sie auch)

25.09.18 Länge ca. 4-5mm

26.09.18 Eine Larve hat wohl eine verkrümmte Wirbelsäule - erstmal weiter beobachten, evtl. erlösen

27.09.18 Verkrüppelten Fisch entfernt und mit Omnipur behandelt, allerdings schon nach kurzer Zeit kein Lebenszeichen mehr (bitte sagt was wenn das Foto der toten Larve unten gegen Regeln verstößt oder stört, dann entferne ich es)



30.09.18 Fütterung rein mit Artemia-Nauplien, gemörsertes Granulat dazugemischt zur Eingewöhnung



Ich halte euch weiter auf dem Laufenden!
Grüße aus Bayern,
Stefan
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Postby Aquapanther » 05 Oct 2018 16:07
Hallo,

auch hier mal ein kurzes Update. Die Babies sind inzwischen wieder nen guten Millimeter gewachsen, würde sagen so 6-7mm groß sind sie.
Sie fressen inzwischen gemörsertes Trockenfutter (Zwar nicht mit Begeisterung, aber es füllt den kleinen Magen). Trotzdem gibt's je nach Verfügbarkeit (hab nur eine Aufzuchtschale) Artemia-Nauplien.

...dabei geht die Post im 10l - Pott immer ganz schön ab :lol:

Grüße aus Bayern,
Stefan
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Postby Aquapanther » 19 Oct 2018 17:05
Hallo und ein schönes Wochenende!

Den Perlhuhn-Babies geht's (im Gegensatz zu ihren Eltern) immer noch gut. Ich will schon fast nicht mehr von Babies sprechen - inzwischen sind sie sogar als Fische zu erkennen :lol:

Grüße aus Bayern,
Stefan
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Postby Lotus » 23 Oct 2018 12:34
Hallo Stafan,
schöne Doku von der Aufzucht :thumbs: .
Mit welchem Futter hast du bei der Larvenaufzucht die besten Erfahrungen gemacht?
Bei mir gibt es bald kleine Ringelhechtlinge und da bin ich noch auf der Suche, nach etwas Geeignetem.Ich tendiere fast zu dem JBL NobilFluid.
Ciao, Mario.
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Postby Aquapanther » 23 Oct 2018 19:03
Hallo Mario,

das zu beurteilen ist nicht ganz einfach. Mein Hauptproblem am Anfang war, dass die Minis so winzig sind, dass man nicht sieht ob sie fressen oder nicht - also Maulbewegungen zu erkennen kannste zumindest bei den Hühnern vergessen :lol:
Ein guter Indikator kann da der Bauch sein - da kommt es aber wieder auf's Futter an. Artemia (und somit auch NobilFluid, das ja im Endeffekt pürierte Artemia ist) färbt die Bäuche z.B. orange.

Ich habe in der Anfangszeit zweieinhalb mal täglich (keine Fastentage!) gefüttert:

- Vormittag NobilFluid & Infusorien
- Nachmittag NobilFluid & Infusorien
- Abends nach dem Wasserwechsel noch eine Messerspitze Sera Micron für die Nacht, da das bei niedriger Strömung recht langsam absinkt und teilweise noch am nächsten Morgen was auf der Oberfläche treibt.

Bei alldem, vor allem dem NobilFluid, ist Hygiene wichtig. Konsequenter, täglicher WW von ca. 50% und Abwischen der Nobil-Fluid-Flasche sind eigentlich Pflicht, das Zeug versaut das Wasser echt stark.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen! :smile:

Grüße,
Stefan
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Postby Lotus » 24 Oct 2018 13:41
Hallo Stefan,
"Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!"
Ja, konntest du, danke :thumbs: .
Ciao, Mario.
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Postby moskal » 24 Oct 2018 19:36
Hallo,

Off Topic
Bei mir gibt es bald kleine Ringelhechtlinge und da bin ich noch auf der Suche, nach etwas Geeignetem.
Blütenpollen in winzigsten Mengen (Zahnstocher in zerriebene Pollen vom Imker tauchen, leicht abschütteln und das was auf dem holz hängen bleibt am Aufzuchtbehälterrand über dem Wasser abklopfen, also praktisch nichts) auf der Wasseroberfläche sind super. Per Oberflächenspannung bleiben sie dort über lange Zeit und stehen den oberflächenorientierten Hechtlingslarven zu Verfügung. Alles was zu Boden sinkt wird von ihnen praktisch ignoriert. Dann sind Infusorien das A und O. Danach kommen Essigälchen, Mikrowürmchen die zu Boden sinken sind nicht so gut geeignet. Wenn Essigälchengröße erreicht ist werden auch bald Artemien genommen, dann kann mit geeigneten Springschwänzen weitergemacht werden. So richtig über den Berg sind sie (finde zumindest ich) wenn sie an Drosophila melanogaster gehen. Aber das ist ja dann schon wieder Zuchtboostfutter.


Gruß, helmut
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Postby Aquapanther » 25 Oct 2018 08:05
Hallo Helmut,

bei oberflächenorientierten Fischen wird's natürlich anders als bei meinen PHB, das habe ich bei meinem Posting so nicht beachtet. Da könnte NobilFluid dann natürlich schwierig werden, da es ja doch relativ schnell absinkt.
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Postby Aquapanther » 22 Dec 2018 10:53
Hallo,

erstmal Entschuldigung für die lange Pause, es gab da so ein paar Komplikationen. Ich möchte das Thema aber trotzdem noch ordentlich abschließen.

Ich hatte ja erwähnt, dass die Eltern in ihrem Becken durch eine immer noch nicht zweifelsfrei diagnostizierte Krankheit dahingerafft wurden/werden. Nachdem ich auch im Aufzuchtbecken Anzeichen von Krankheit bemerkt habe (eingefallene Bäuche), habe ich kurzerhand die verbleibenden Eltern gefangen und zu den Jungfischen gepackt.



Es folgten einige Wochen Medikamentenbehandlung, nachdem alles wieder gut aussah - leider habe ich dabei beim Wasserwechsel einen der Jungfische eingesaugt, was der nicht überlebt hat. Könnte mich selbst schlagen dafür...

Jedenfalls, kurz darauf sind alle ins Hauptbecken umgezogen - und dann ging das Sterben bei den Eltern wieder los. Aktuell hoffe ich eigentlich nur darauf, dass die Jungtiere davon unbeeinflusst bleiben - mal schauen...

Die Scheu haben die Jungfische übrigens komplett verloren. Die treiben sich eigentlich konstant an der Frontscheibe rum, vor allem wenn's Fressen gibt :lol:




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Stefan
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Postby Lotus » 22 Dec 2018 14:00
Hallo Stefan,
dass ist ja schade,dass du mit Komplikationen zu tun hast!
Hast du miitlerweile heraus bekommen, was sie dahin rafft?
Ciao, Mario.
Lotus
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Postby Aquapanther » 22 Dec 2018 15:02
Hallo Mario,

ich kann leider nur Vermutungen anstellen. Die Symptome bei den verstorbenen Fischen sind teilweise recht unterschiedlich:

- Offene Stellen bis hin zu Löchern
- Bauchwassersucht (sehr häufig)
- Gerötete Stellen im Körper
- Abmagerung
- Fische zieht es mit der Schwanzflosse nach oben

Meiner Einschätzung nach sind das alles wohl Zeichen von Sekundärinfektionen - heißt, irgendwas schwächt die Fische, und deren Immunsystem kann die Bakterien nicht mehr bekämpfen.

Im Quarantänebecken (betrieben mit Wasser aus dem Hauptbecken) haben sie auf eine Nematol-Behandlung angesprochen - wenn man sich das zusätzlich zu den Symptomen ansieht, würde ich sagen Haarwürmer... aber Nematol im Hauptbecken würde halt auch sämtliche Schnecken und Garnelen killen. Kommt also nicht in Frage.

Alternativ könnte es Fischtuberkulose sein, dagegen kann man aber genau so wenig machen.

Interessant ist bei beiden Theorien, dass die C. Habrosus im selben Becken komplett unbeeindruckt sind. Die 9 Stück leben seit Monaten und sehen kerngesund aus... haben sogar trotz 80% Kiesboden mit einer Sandecke ihre Barteln noch in voller Pracht. Bis auf die zwei Kollegen, die schon beim Kauf keine Barteln hatten - Lessons Learned bei dieser Zoo"fach"handlung... ist mir leider erst danach aufgefallen.
Grüße aus Bayern,
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Postby Plantamaniac » 22 Dec 2018 16:25
Hallo, das kann ein allgemeines Perlhuhnproblem sein.
Das liegt normal an zuviel Bakterien im freien Wasser, dagegen hilft Wasserwechsel, Mulmen und Filter sauber halten, bzw. an "nicht dem richtigen Futter". Es sollte viele Fischnährtiere wie Wasserflöhe, auch FD enthalten. Das reinigt den Darm und hält ihn gesund. Weniger Wurm, dafür mehr Flohfutter putzt auch ordentlich durch.
Würmer enthalten viel Kollagen, das ist schlecht.
Du kannst auch mal Ektozon probieren, wenn es wieder Fälle von Abmagerung ohne Grund gibt.
Bis das auffällt, haben sie aber meistens schon einen Schlag weg und erholen sich kaum noch davon...
Wenn dann noch verkrümmte Wirbelsäule dazukommt, ist eh Feierabend...
Chiao Moni
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Postby Aquapanther » 20 Jan 2019 20:37
Guten Abend,

ich wollte nochmal ein paar Fotos dalassen. Bis jetzt ist kein weiterer der Fische, weder Eltern noch Junge, gestorben - aktuell sehen sie alle fit aus. 9 Stück sind's jetzt noch - 2 Eltern, 7 Junge.

Gefüttert wird aktuell wechselweise mit gemörserter Trockenfutter-Mischung, TK-Bosmiden und TK-Cyclops. Ab und an gibt's Artemia-Nauplien für ein paar Tage.

Selbst der Scheuste der Eltern hat sich inzwischen überwunden und sich der Frontscheiben-Meute angeschlossen. So viel zum Gruppenzwang :lol: (Oder er verhungert sonst, so verfressen wie seine Kollegen sind...)

@Moni - Der Bodengrund könnte da tatsächlich ein Problem sein. Der grobe Kies ist schon recht voll mit Mulm - Mulmen gestaltet sich aufgrund der Pflanzen allerdings schwierig. Aber eigentlich müssten doch die Habrosus dann auch betroffen sein - die wuseln ja immerhin ständig am Boden rum?





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Postby Plantamaniac » 21 Jan 2019 08:20
Hei, was hast Du für einen Filter?
Kannst Du das Ausströmerrohr immermal für paar Stunden nach unten drehen, damit der Filter den Mulm einsammeln kann? Zuviel Mulm im Becken kann ein Strömungsproblem sein.
VG Monika
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Postby Aquapanther » 22 Jan 2019 18:21
Hallo Moni,

Der Filter ist leider nur so ein Billigteil, das beim Komplettset dabei war (und bis auf groben Schwamm und grobe Filterfasern) entleert wurde. Der erlaubt nur eine horizontale Einstellung des Ausströmers, keine vertikale.

Allerdings wird der Mulm aktuell auch nicht sichtbar mehr. Da wird wohl irgendein Gleichgewicht entstanden sein - ob jetzt gut oder schlecht für die Fische, kann ich nicht sagen. Mal gucken, aktuell geht's ihnen zumindest augenscheinlich gut :lol:
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