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Postby imperfect » 11 Nov 2011 21:32
Hallo Ihr!

Ich habe eine Echinodorus die mir ständig über den Kopf wächst und ich sie jetzt endgültig komplett abgeben möchte. Aber bevor ich das tue, möchte ich den Namen wissen, damit ich sie auch korrekt benennen kann. Ich weiss, dass das bei Echis schwer ist. Aber vielleicht kennt doch jemand den Namen dieser gigantischen Pflanze.
Sie wird locker höher als 50 cm, bekommt meist Blätter die länger als 20 cm und mindestens 13 cm breit sind. Unter Wasser ist die Rippenzeichnung deutlicher zu sehen, wenn sie flutet bekommen die Blätter rötlich-braune Flecken. Und sie vermehrt sich wie Teufel. Zur Zeit sind wieder 3 Blütenstengel dran :shocked:

Viele Grüsse
Claudia

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imperfect
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Postby Sumpfheini » 12 Nov 2011 00:16
Hallo Claudia,

früher wäre ich mir sicher gewesen, dass das Echinodorus cordifolius ist, aber mittlerweile...
Weißt du vielleicht ungefähr, wie lange du ihn schon hast? Seit über 10 Jahren? Von einem Hobbyisten, oder aus dem Handel?
Was haben die kürzer gestielten Unterwasserblätter für eine Farbe? Eher rein grün, beim Austrieb zwar gefleckt, aber dann völlig vergrünend? Oder eher rötlich, bzw. mit bleibenden Flecken?

Das Problem ist ja, dass sich auch unter den Namen von Wildarten alle möglichen Hybriden in Kultur rumtreiben. Unter der Bezeichnung Echinodorus cordifolius z.B. gibt es verschiedene Echinodorus-Formen (teilw. Hybriden?).

Falls es Wildformen sind, kommen bei Aquarien-Echis mit großen, breiten, herzförmigen, gefleckten Blättern im wesentlichen 2 Arten in Frage:
- Echinodorus floribundus ("grandiflorus"): pflanzen/Echinodorus-floribundus-E-grandiflorus-ssp-aureus-78.html
- und E. cordifolius: pflanzen/Echinodorus-cordifolius-397.html
Pflanzen von diesem Typ werden im Handel u.a. auch "Echinodorus macrophyllus" genannt, aber echter (botanischer) E. macrophyllus ist wahrscheinlich nicht in Kultur.

Echinodorus floribundus wäre im wesentlichen an 2 bis 3 Merkmalen zu erkennen:
- bei gepressten Blättern ist im Durchlicht durchscheinende Zeichnung in Form von Punkten sichtbar
- Blütenstände längere Zeit aufrecht bzw. sich nicht früh niederlegend.
Emerser Blattstiel meist (nicht immer) deutlich stachelig behaart.

Echinodorus cordifolius:
- bei gepressten Blättern durchscheinende Zeichnung in Form von langen und kurzen Strichen (in den "Maschen" der feinen Nervatur)
- Blütenstände legen sich bald nach Erscheinen nieder.

Gruß
Heiko
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Postby Rio-Negro » 12 Nov 2011 11:46
Hi,

ich bin ez zwar nicht der Wasserpflanzen-Experte aber mir hat man mal eine Echinodorus "Ozelot-Grün" verkauft,
die sah deiner sehr ähnlich auch vom verhalten her. Aber wie das so ist weis ich nicht wie korrekt das etikett war,
ansonsten würde ich auch das sagen was mein vorredner gesagt hat.

grüße Benedict
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versuche nicht wie der Meister zu sein! sondern suche nachdem was der Meister sucht.
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Postby imperfect » 12 Nov 2011 18:53
Huhu!

Eins kann ich sagen, es ist keine Ozelot :D

Ich hab sie heute ausgegraben.



Heiko, ich hab die Pflanze jetzt ca 3 Jahre. Habe sie mal eingetauscht. Die neuen Blätter sind rein grün, nicht gefleckt. Das kommt erst ganz weit oben. Blütenstände kommen kaum aus dem Wasser. Bisher hatte ich auch keine Blüte die sich geöffnet hat. Sie flutet zwar, aber die Blätter wachsen nicht heraus. Sie legen sich einfach nur fett über die Wasseroberfläche. Gepresst habe ich sie noch nicht.

VG
Claudia
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Postby Sumpfheini » 13 Nov 2011 00:11
Huhu Claudia,

was'n Gerät... Könnte sich emers in einem offenen Becken oder im Sommer im Freiland gut machen. Ich hatte E. cordifolius schon mal draußen in einem Teich überwintert.
OK, also E. floribundus ist es sicherlich nicht, weil deine Pflanze auch submers Blütenstände schiebt und die sich lang legen.
Vom Aussehen her spricht m.E. eigtl. nichts gegen E. cordifolius. Aber wenn man vorsichtig sein will, weil immer auch Hybriden möglich sind, kann man ihn Echinodorus cf. cordifolius nennen (cf. = confer = vergleiche, wird bei unsicheren Bestimmungen vor den Artnamen gesetzt).
Ähnlichen E. cordifolius hatte ich vor ca. 20 Jahren im Aq., der bildete anfangs recht kurz gestielte Blätter und wuchs dann aber irgendwann doch raus.

Gruß
Heiko
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Postby imperfect » 13 Nov 2011 00:52
Hallo Heiko!

Danke für Deine Erklärungen!
Unter welchen Bedingungen hast Du die denn in einem Teich überwintern können?
An emers im Garten traue ich mich nicht. Ich habe einen Ableger emers im Bad stehen. Selbst der mäkelt sehr.

Die kleinen Pflanzen sind sehr kurzstielig im Vergleich zum Blatt. Aber wenn die einen Wachstumsschub kriegen, dann gehen die ab wie Rakete. Das dauert keinen Monat, dann sind die von knapp 20 cm Gesamthöhe auf 40 - 50 cm geschossen. Ich hatte auch gehofft, die bleibt so niedlich :D

VG
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Postby Sumpfheini » 13 Nov 2011 10:33
Moin Claudia,

ich hatte einen im Sommer im Topf draußen gewachsenen cordifolius in einen Plastikkorb gestellt und in einem Gartenteich versenkt, ca. 50-70 cm Tiefe. Auf gleiche Weise überwinterte auch E. "schlueteri" (= maculatus) und E. berteroi. Aber wenn ich mich richtig erinnere, waren das eher milde Winter.
Im Alten Bot. Garten Göttingen überwinterte einmal ein E. cordifolius in einem Freilandteich, Plastikkübel mit lehmigem Boden, der bis knapp unter die Oberfläche reichte (darin wuchs er im Sommer, der Kübel im Teich blieb am Platz). Einen darauffolgenden härteren Winter überlebte er nicht, wohl weil das Rhizom durchfror. Also so winterhart wie Alisma sind die nicht-tropischen Echis nicht.
Ich habe einen Ableger emers im Bad stehen. Selbst der mäkelt sehr.
Falls er genug Licht kriegt, könnte das an Makronährstoff-, bsd. N-Mangel liegen. Ich hatte schon mal Bilder von was cordifolius-Ähnlichem in einem Übertopf gezeigt, den hatte ich frei Schnauze mit einem N-K-betonten Blumendünger gedüngt, praktisch wie Hydrokultur, aber mit lehmig-schlammigem Bodensatz im Topf. Ich finde, Echis in Emerskultur kann man von den Nährstoffansprüchen her am besten mit Seerosen in Teich- oder Kübelhaltung vergleichen.

Gruß
Heiko
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Postby sltmanickam » 27 Nov 2011 00:53
Ich bin sehr sicher echinodorus macrophyllus weil, diese flecken bekommt dieser Art wenn die blätter nach Esser oberflache streben. Ich habe selber auch und grossartige Pflanze.
Lg
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Postby Sumpfheini » 27 Nov 2011 11:42
Hallo Vasu,

um den Namen Echinodorus macrophyllus gibt es in der Aquaristik großen Wirrwarr. In der Echinodorus-Arbeit von Lehtonen (2008): http://www.springerlink.com/content/a55 ... lltext.pdf bezieht sich der Name nur auf Pflanzen, die entlang der Ostküste von Brasilien gefunden wurden. Wahrscheinlich nicht in Kultur.
Früher zu E. macrophyllus gezählte Pflanzen aus anderen Gebieten sind von Lehtonen jetzt zu anderen Arten (E. scaber, E. emersus) gestellt worden. (Es gibt oder gab auch kultivierten "E. scaber", der nichts mit echtem E. scaber im Sinne von Lehtonen zu tun hat)

Ich hatte von Jozef Somogyi "Echinodorus macrophyllus" aus der Gärtnerei von K. Rataj bekommen. Ein im Freiland gewachsenes Exemplar ist hier auf Bild 2 zu sehen: pflanzen/Echinodorus-sp-macrophyllus-79.html
Junge Blätter gefleckt, so wie du es beschreibst. Blätter tief herzförmig, teilweise fast pfeilförmig.
Von den Bestimmungsmerkmalen her passte aber eigentlich alles zu Echinodorus cordifolius: u.a. Blütenstände überhängend bis niederliegend, Milchsafträume (durchscheinende Zeichnung) in den Blättern vorhanden, als Linien.
E. macrophyllus nach Lehtonen: u.a. Blütenstände aufrecht, keine durchscheinende Zeichnung in den Blättern.

Ich stimme dir zu, Claudias Pflanze ist wahrscheinlich identisch mit der als "Echinodorus macrophyllus" gehandelten Pflanze. Nur dass diese Pflanze aus dem Handel nach dem Bestimmungsschlüssel von Lehtonen nicht zu E. macrophyllus zählt.

Gruß
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