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Postby Setric » 05 Nov 2019 18:44
try to keep it simple – Aquariumkonzept für moderaten finanziellen und pflegerischen Aufwand

Als Gegenentwurf für mein erstes Becken (Juwel Rio 240), welches ich persönlich als high tech Becken betrachte, wollte ich diesmal ein möglichst preiswertes Becken mit geringerem Pflegeaufwand kreieren. Jegliche überteuerten Markenprodukte wurden kategorisch ausgeschlossen.

Inspiration
Bedingt durch räumliche Gegebenheiten und ein DIY Kleiderregal mussten sich die Maße des neuen Beckens auf 160 x 40 x 30 cm beschränken. Aufgrund des Formats mit konsekutiv niedrigem Wasserspiegel aber einer langen Front, entstand die Grundidee eines Flussufers mit einer über die Wasseroberfläche herausragenden Bepflanzung. Die Pflanzen sollten dabei möglichst wenig pflegeintensiv sein.
Einfluss hatte auch ein Schaubecken im Zoo und Co Erfurt, eingerichtet von einem „Auascaping Profi“ – wie man mir sagte. Vordergründig kamen hier Helanthium tenellum und vermutlich Christmas moss zur Anwendung. Der Besatz bestand aus Roten Neons und Red fire sakura sowie Amanogarnelen.

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Da ich meine Becken eher intuitiv gestalte und kein stringentes Layout entwickle, musste im laufenden Prozess noch ein Bonsai on the rocks umgesetzt werden.

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Postby Setric » 05 Nov 2019 19:15
Das Becken
Maßanfertigung eines Aquariumbauers aus Leuna. 1 cm starkes Floatglas. 160 x 40 x 30 cm. Offen/ ohne Abdeckung. Die auf Höhe der Wasseroberfläche angebrachten Längsstege und der breite Quersteg sollten sich im Verlauf als sehr unpraktisch herausstellen, weil man beim Hantieren im Becken (z.B. Scheibenreinigung oder Herauskeschern eines Bewohners) permanent von den Stegen behindert wird. Wenn ich mich dann irgendwann traue, werde ich die Stege einfach entfernen.

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Die Rückseite ist mit schwarzer Milchglasfolie "beklebt".

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Postby themountain » 05 Nov 2019 19:21
Sehr nett...werde das mal verfolgen! Ne Pflanzenliste waere nicht schlecht ;)
Andreas wuenscht euch bienvenidos y saludos de Terrassa/BCN !
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Postby nik » 05 Nov 2019 21:47
Moin Sebastian,

lässt sich interessant an. :thumbs:

Setric wrote:[align=justify]Das Becken
Maßanfertigung eines Aquariumbauers aus Leuna. 1 cm starkes Floatglas. 160 x 40 x 30 cm. Offen/ ohne Abdeckung. Die auf Höhe der Wasseroberfläche angebrachten Längsstege und der breite Quersteg sollten sich im Verlauf als sehr unpraktisch herausstellen, weil man beim Hantieren im Becken (z.B. Scheibenreinigung oder Herauskeschern eines Bewohners) permanent von den Stegen behindert wird. Wenn ich mich dann irgendwann traue, werde ich die Stege einfach entfernen.

Selbst bei dreiseitiger Auflagerung hättest du mit dem 10 mm Glas noch Spiel. Stellte halt höhere Ansprüche an ein stabiles Untergestell.

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby Setric » 06 Nov 2019 07:57
Hallo Andreas,
themountain wrote:Sehr nett...werde das mal verfolgen! Ne Pflanzenliste waere nicht schlecht

Pflanzliste wird folgen...

Hallo Nik,
nik wrote:Selbst bei dreiseitiger Auflagerung hättest du mit dem 10 mm Glas noch Spiel. Stellte halt höhere Ansprüche an ein stabiles Untergestell.

danke für den link, wusste dann gleich wonach ich weiter suchen muss. Habe auch noch eine Tabelle für dreiseitige Auflagerung gefunden. Bis 8 mm Glasstärke der Seitenscheiben sollte es ohne Längsstreben funktionieren. Ein post zum Untergestell kommt als nächstes.
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Postby Setric » 06 Nov 2019 18:05
Unterbau
Als Unterbau dient ein vor Jahren aus alten Dachlatten selbst gebautes „Kleiderregal“, welches bereits ein 54 Liter Standard-Becken tragen muss. Ein paar weitere Umbauten wie z.B. zusätzlich zur direkten Holzverschraubung angebrachte Winkel und zwei weitere Stützen waren notwendig um ein geschätztes Gewicht von 250 kg zu stemmen.
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Zudem wurden Messing Gewindestangen als Lampenhalterungen eingebaut. Als Aquariumunterlage und um die geringfügigen Unebenheiten der gehobelten Dachlatten auszugleichen habe ich zwei Lagen 5 mm Trittschalldämmung verwendet.
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Postby Setric » 08 Nov 2019 19:28
Bodengrundaufbau
Bodenscheibe zum Schutz auch mit o.g. Trittschalldämmung ausgelegt. Die sichtbaren Ränder natürlich ausgespart.
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Als unterste Schicht und zur Gestaltung der geringfügig unterschiedlichen Bodenebenen habe ich preiswertes Lavagranulat oder Lavabruch aus dem Gartenmarkt verwendet. Sogenanntes Lavadrain, spottbillig 25 kg Sack ca. 5 Euro. Auf das Auswaschen habe ich direkt verzichtet, weil als Deckschicht Fugensand also Quarzsand der Körnung 0-0,4 mm zur Anwendung kam und somit relevante Entwicklung von Schwebestoffen nicht zu erwarten war. Den Sand habe ich ebenfalls nicht gewaschen. Kosten für den Sand 4 Euro à 25 kg Sack.
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Lavadrain (die kieselgroßen Lavastückchen)
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Sand (Die Microgeophagus ramirez, frei übersetzt "Kleinsteinchenesser" freut es)
Die Idee zur Verwendung von einfachem Sand stammt im Prinzip von nik (https://www.flowgrow.de/kein-thema-wenig-regeln/wasserpflanzenaquaristik-mit-allem-drum-und-dran-t36156.html).

Auf Pülverchen von ADA oder dergleichen, Soil oder Nährsubstrat wurde bewusst verzichtet.

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Postby Setric » 10 Nov 2019 22:13
Hardscape
Zur Gestaltung des Ufers mussten natürlich Steine und Wurzeln einbezogen werden. Da diese in der Regel unverschämt teuer sind, Dragonstones, Frodostones etc. für 7 - 10 Euro das Kilo (es geht noch teuer unzan stones von ADA, 40 Euro das Kilo) musste wieder eine preiswerte Alternative her. Leider gibt es in der Nähe keinen Natursteinhandel jedoch 25 kg Pakete Lavasteine beim Online „Buchhändler“. 2 Pakete bestellt (Die arme Postfrau), gibt es in verschiedenen Größen, sind gewaschen und daher auch abgerundet, also ohne scharfe Kanten.
Wurzeln sind mitunter nicht ganz so teuer. Habe aber dennoch keine gekauft, denn glücklicherweise ist beim letzten Sturm in unserm Garten ein großer Ast Schwarzerle aus einer der Baumkronen gebrochen. Die etwas älteren Äste haben eine sehr schöne Rindenstruktur, wie ich finde.
Erlenzäpfchen (nicht für den Po ;-) sind jedem ein Begriff. Mit Erlenholz kann man also nichts falsch machen. Ab damit ins Becken.

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Lagerung und Wässerung sind nicht erfolgt, war quasi frisches Holz. Scheint zumindest bei Erle nicht die große Rolle zu spielen. Hatte den üblichen Biofilm. Keine relevante Eintrübung des Wassers durch etwaige Huminstoffe. Aufgrund der Verklebung mit den Steinen gab es keine Probleme mit dem Aufschwimmen. Kleinere, nicht verklebte Äste sind nach 3 Wochen nicht mehr aufgetrieben. Pflanzen und Fische bzw. Garnelen wurden durch das frische Holz nicht merklich beeinträchtigt.
Zwecks Verklebung des hardscape wollte ich zum ersten Male die Sekundenkleber- (Cyanacrylat, 3 Fläschchen à 20 ml ca. 10 Euro) Zigarettenfilter-Methode anwenden. Habe dafür 1000 Filter gekauft. Nach dem ersten nervigen aufpiepeln der Filter Hülle bin ich dann einfach auf Aquarien-Filterwatte umgestiegen. Funktioniert exakt genauso. Ich finde man ist noch flexibler in der Anwendung, denn die Wattefasern sind länger als beim Zigarettenfilter. Dumm ist nur, dass ich jetzt 999 Zigarettenfilter aufrauchen muss. Dabei bin ich doch Nichtrauer.
Ich denke auch nicht, dass hier eine besondere chemische Reaktion mit dem Zigarettenfilter stattfindet (wie z.B. sasha hoyer oder aquaowner auf youtube vermuten). Es handelt bei Cyanacrylat um eine Polymerisierung. Die Fasern der Watte wirken dabei nur als Saug und Trägerstoff für den zunächst flüssigen Kleber. Die Watte saugt über die Kapillarwirkung? den Klebstoff regelrecht auf und vernetzt ihn besser mit den zu verbindenden Oberflächen (in meinem Fall unregelmäßiger poröser Lavastein). Letztlich bilden die Fasern nach Aushärtung quasi auch eine flexible Armierung für die entstehende „Kunststoff“-Brücke also die Klebeverbindung. Am Ende kann man kaum glauben wie stabil eine solche Überbrückung sein kann.
Sofern möglich habe ich die Äste untereinander nicht verklebt sondern durch Kabelbinder oder mit eloxierten Bonsai-Bindedraht aus Aluminium umwunden.
Tipp: Wenn mir ein großer Ast aufgrund seines langen geraden Wachstums zu uninteressant erschien, habe ich ihn mit einer Baumschere diagonal zerschnitten die Schnittränder umeinander in gewünschtem Winkel rotiert und den danach abgewinkelten Ast mit o.g. Klebemethode (Watte, Cyanacrylat) wieder verbunden. Die Schnitt und Klebeflächen später mit Moos kaschiert.

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Das fertige Hardscape sah dann in etwa so aus.
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Postby Setric » 01 Dec 2019 19:14
Licht
Mittlerweile wundere ich mich nur noch, wenn über Licht philosophiert wird. RGB, WRGB, Dimmbarkeit, Wetterphänomene simulieren und und und… Spielt in meinen Augen keine Rolle mehr.
In meinem Juwel Aquarium nutze ich den Dimmer mit Sonnenauf- und Untergangs- sowie Mondlicht Simulation. Eine nette Spielerei aber gänzlich unnütz. Allein die Programmierung war mir, obwohl relativ simpel, zu aufwändig.
Natürlich habe ich eine Helialux mit knapp 7000 Lumen anstatt der Standard Leuchte von Juwel. Aber auch diese Lichtausbeute war zu gering. Letztlich habe ich kurzerhand noch zwei China Leuchtbalken mit schmalem Profil mittels Kabelbindern an die Abdeckklappen gebunden. Es bildet sich zwar nachts Kondenswasser in den Leuchten welches bei Betrieb der Leuchten wieder verdunstet aber die Konstruktion hält bereits 1,5 Jahre problemlos.

Bunte LEDs bringen meiner Erfahrung nach keinen relevanten Unterschied für das Pflanzenwachstum oder auch Algenwachstum sondern nur in der Optik bzw. Wahrnehmung der Pflanzen-Farben durch das Auge. Es ist quasi Betrug. Sich bei der Auswahl der Lampen über Farbtöne oder Platzierung farbiger Module Gedanke zu machen ist müßig. Am liebsten sind mir daher Vollspektrum LEDs.
Ich betrachte im Wesentlichen nur noch zwei Faktoren bei der Lichtauswahl: Leistung (Watt oder wegen mir Lumen) und Farbtemperatur (in Klevin). Scheinbar wird in der Aquaristik meist Kaltlicht genutzt also 6000 bis 7000 Kelvin. Wobei ich den sterilen touch der 7000 Kelvin besonders mag. Was man nie genug haben kann ist Leistung. Auf der Suche nach Leistungsstarken Leuchten stolpert man unweigerlich über Hersteller wie Daytime, ADA oder Twinstar. Alle viel zu teuer. Die Chihiros Leuchten aus China erscheinen mir eine qualitativ hochwertige Alternative. Die A Serie ist in meinen Augen eine sehr gute Lampe, sogar dimmbar aber mit großer Hitzeentwicklung und auch immer noch zu teuer.

Ich teste derzeit zwei no name Chinaleuchten mit angeblich je knapp 4000 Lumen (je 50 Euro) in Kombination mit zwei LED Baustrahlern à 50 Watt, 6000 K und 5000 Lumen mit einer Hitzeentwicklung (ca 68°c) bei der man fast ein Ei braten könnte (je 30 Euro). Formal komme ich auf ca. 18000 Lumen auf 192 Liter.

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Bei Zuschaltung der Strahler und exakt 11 h Beleuchtungszeit habe ich direkt mal Grünalgen gezüchtet, aber mit zunehmender Pflanzenmasse ist das nun auch fast wieder im Lot.

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