Wie realistisch sind die pH Wert Messungen?

lebeog

Member
Hallo zusammen und ein schönes Wochenende.
Heute bin ich etwas ins grübeln gekommen bezüglich der in meinem Aquarium gemessenen pH Werte.
Zur technischen Ausstattung:
- Profilux II
- GHL pH Elektrode ca. 1 Jahr alt
- JoLub Elektrode ca. 1 Monat alt
- pH Soll 6,45 - 6,55

Alles fing heute Morgen an, die seit einem Monat verwendete JoLub Elektrode lieferte sehr seltsame Werte, hier nur ein ganz kurzer Auszug:
31.07.2009 06:53:36 6.39
31.07.2009 06:50:36 6.35
31.07.2009 06:47:36 6.22
31.07.2009 06:44:36 6.2
31.07.2009 06:41:35 6.2
31.07.2009 06:38:36 6.28
31.07.2009 06:35:35 6.4
31.07.2009 06:32:35 6.39
31.07.2009 06:29:35 6.38
31.07.2009 06:26:35 6.39

Da die Elektrode sowieso kalibriert werden musste, dachte ich mir, heute sei ein guter Tag hierfür. Inzwischen war es 11 Uhr, ich hatte die CO2 Versorgung ausgeschaltet, weil ich am Reaktor etwas optimieren wollte.
Ich bin dann eben noch zu Conrad gefahren und hab mir neue pH 4 und pH 7 Pufferlösungen gekauft.
Die Kalibrierung verlief danach eher schlecht, es wurden folgende Spannungen ermittelt pH 4 ADC1 756; pH 7 ADC2 680, die Ergebnisse sind natürlich Käse. Also noch zweimal kalibriert, das dritte Mal war gut.
Inzwischen war es 17 Uhr, die CO2 Versorgung war nun schon seit 7 Stunden nicht mehr angeschaltet, theoretisch müsste der pH Wert im Becken jetzt bei ca. 7,25 liegen (je Stunde steigt der pH um 0,1).
Die Messung ergab aber einen Wert von lediglich 6,15, was ich nicht glauben wollte. Also etwas gewartet, nach ca. 15 Minuten blieb der pH irgendwo bei 6,40 stehen.
Daraufhin habe ich mir gedacht, dass ich doch mal die GHL Elektrode (optimal gelagert seit eine Monat) zur gegenprobe verwenden könnte. Kalibrieren verlief gut, jedoch zeigte mir die Elektrode einen pH von 6,09 an, ein Wert der unter dem lag, den die JoLub Elektrode gemessen hatte.
Irgendwie traue ich keiner der Elektroden, doch wie kann ich zuverlässig überprüfen, welchen pH ich nun wirklich im Aquarium habe?
Nur so nebenbei:
Die Pflanzen haben den ganzen Tag gut assimiliert, der Dauertest war/ist grün.

Kann mir da eventuell jemand von Euch einen Tipp geben?

Grüße aus Essen
Jürgen
 

Roger

Active Member
Hallo Jürgen,

ich betreibe auch immer noch eine GHL Elektrode am Profilux, die mitlerweile etwa 1 Jahr alt ist. Kalibrierung ist ohne Probleme möglich und die Meßpunkte Ph4/7 stimmen danach auch. Dennoch muß ich am PL einen Ph von 5,5 einstellen um realistische Ph6 im Becken zu erreichen. :roll:
Zur Referenzmessung dient mir ein Hanna Handmeßgerät welches genau zu arbeiten scheint. Zumindest entsprechen die Werte des Hanna am ehesten dem was man mit Ph-Tropfentest, CO2 Dauertest und CO2 Tropfentest ermitteln kann.

Wenn ich es endlich mal schaffe die Festverrohrung an mein Becken zu bauen, wird eine Schott N62 ihren Dienst verrichten. Die sollte dann genau funktionieren. :)
 

lebeog

Member
Hallo,
es hat sich herausgestellt, dass wohl das Diaphragma der JoLub Elektrode verstopft ist.
Es hat mich nur irgendwie stutzig gemacht, dass die Werte nach der Kalibrierung deutlich von denen abwichen, die ich erwartet hatte.

@Roger
Welches Hanna Meßgerät hast Du denn, ich überlege mir auch ein einfaches zuzulegen.

Grüße
Jürgen
 

lebeog

Member
Hallo Roger.

es hat sich herausgestellt, dass wohl das Diaphragma der JoLub Elektrode verstopft ist.
wie hast Du das festgestellt und behoben?

Das ist eine Vermutung von Herrn Lubenski, er wird sich die Elektrode diese Woche noch ansehen.

Grüße Jürgen
 

Capricorn

New Member
Hallo Jürgen!

Hast du die Elektrode(n) vor der Kalibrierung gereinigt?
Auf der Elektrode bildet sich mit der Zeit ein Biofilm, der die Messung nicht unerheblich verfälschen kann.
Dann liefert die Elektrode auch trotz vorheriger Kalibrierung falsche Werte.
Ich hatte früher 3 Controller mit Dauermessung, und dort wich der pH trotz Kalibrierung teilweise bis 0,7 pH vom eigentlichen Wert nach unten ab (Gegenmessung mit pH-Meter).
Hier geht´s um gleiche Thema: klick
 

MasterChief

Member
Hallo,
ich möchte das Thema noch mal aus der Versenkung holen.

Ich habe gestern und heute in einigen (neuen) Aquarien den pH-Wert getestet. Dazu habe ich mittlerweile drei verschiedene elektronische Messgeräte, Hanna, Milwaukee und China-Teil (wobei da kein so großer Unterschied ist, ich weiß....).

Das Problem ist, daß ich mit allen elektronischen Messgeräten unterschiedliche und sicherlich auch völlig falsche Ergebnisse angezeigt bekomme:

erstes Aquarium
Gerät 1 8,8
Gerät 2 8,2
Gerät 3 8,4
Tröpfchen 7,5
Temperatur 22°C
Leitfähigkeit 170

zweites Aquarium
Gerät 1 7,4
Gerät 2 7,7
Gerät 3 7,3
Tröpfchen 6,3
Temperatur 17°C
Leitfähigkeit 100

VE-Wasser
Gerät 1 7,0
Gerät 2 6,2
Gerät 3 6,3
Tröpfchen 5,5
Temperatur 16°C
Leitfähigkeit 3

ALLE Geräte sind neu kalibriert in Lösung 4, zum Abgleich dann in Lösung 7 und die Werte passen auf +/- 0,1 (das ist meiner Meinung nach OK).

Sind die Geräte wirklich so empfindlich auf Temperatur oder Härte ? Einige Geräte wären dann ja absolut unbrauchbar :oops:

Da alle Aquarien hier mit ShrimpSoil oder Waterplantsoil laufen und die Wasserwerte dadurch seit August 2008 stabil sind (geringer Wasserwechsel alle 2-3 Wochen) gehöre ich nicht mehr zur "Mess-Fraktion". Ab und an wird ein bischen was gemessen, ansonsten verlassen wir uns da auf den Pflanzenwuchs und die Garnelen :)

Danke für Eure Tips und Erfahrungen,


René
 

Roger

Active Member
Hallo René,

besonders wenn ich mir die Werte bei der VE-Wasser Messung ansehe, halte ich das mit dem Tropfentest erzielte Ergebniss für das realistischste.
Verwende selbst ein Hanna Combo zur Referenzmessung und bin von der Genauigkeit überzeugt.
Da bei Dir alle drei elektronischen Messmittel abzuweichen scheinen, würde ich noch einmal eine Kalibrierung mit neuer/anderer Pufferlösung ausprobieren.
 

MasterChief

Member
Hallo Roger,
Tröpfchentest sehe ich nun auch als das genaueste an, aber dahin wollte ich eigtl. nicht mehr zurück.

Die Lösungen 4 und 7 sind zwei Wochen alt und da ich gerne auf "Nummer sicher" gehe habe ich es auch mit zwei verschiedenen Lösungen 4 kalibriert, passt!

VE-Anlage ist frisch und hat erst 20 Liter durch, erfahrungsgemäß ist der pH-Wert dann hierbei genau bei 5,5, das wäre korrekt so.

Ich weiß fast nicht mehr weiter... ausser einen Liter Tröpfchentest zu bestellen :)


Du hast das Hanna HI 98129 ??
 

MasterChief

Member
Hi,

ein Meßgerät ist neu, aus der Verpackung raus, kalibriert und ab ins Wasser. Reinigen schön und gut, das zweite hat keine 100 Messungen hinter sich 8)
 

Fino

Member
Hallo René,
Sind die Geräte wirklich so empfindlich auf Temperatur oder Härte ?
Fehlende oder ungenaue Temperaturmessung führen zwar auch zu Fehlern bei der pH-Wert-Messung. Der „Messfehler“ bei einer Temperatur von etwa 15 Grad (gegenüber 25 Grad) dürfte sich aber in sehr engen Grenzen halten und für unsere Zwecke vernachlässigbar gering sein.

Da könnte schon eher die geringe Härte bzw. das relativ ionenarme Wasser von Bedeutung sein. Es könnte schon seinen Grund haben, warum die Hersteller für dieses Wasser spezielle pH-Elektroden anbieten. Du kannst ja mal testen, ob die starken Schwankungen auch bei einem ionenreicheren Wässerchen auftreten.

Wenn es sich um sehr einfache Geräte handelt, ist ja auch immer das Problem, dass man nie genau weiß, wann die Messung beendet ist. Meinen Hanna-Stick habe ich daher immer sehr lange messen lassen (viertel Stunde und länger).

Viele Grüße
Klaus
 

Erwin

Well-Known Member
Hallo Rene,

in Rogers link gibt es viel über die ph-Messung zu lesen und ist sehr hilfreich.
Klaus hat auch die speziellen Elektroden für "extremes" Weichwasser angesprochen.

Ich habe bei der Dauermessung mit ner Dupla-Elektrode keine Probleme in weichem Wasser. Erst unter einer Leitfähigkeit von ca. 50µS/cm empfinde ich die Messung als falsch, bzw. gibt es Sprünge in der Anzeige.
Grundsätzlich sind Ph-Elektroden mit austauschbarem Flüssig-Elektrolyt besser als Gelelektroden. Das Ansprechen von Gelelektroden ist langsamer als bei Glaselektroden mit Flüssigelektrolyt.
Auch habe ich immer bedenken, wenn eine PH-Elektrode trocken gelagert wird (ist wohl bei den meisten Sticks so).
Bei der Elektronischen ph-Messung können Meßfehler auch durch andere, sich in der Nähe befindlichen Geräte entstehen.
Typisch sind da EVG, Leuchtstoffröhren, Handy

Tröpfchentest sehe ich nun auch als das genaueste an
Dem würde ich trotz deiner unterschiedlichen Messungen widersprechen.
Deine Meßergebnisse mit dem Tropfentest liegen ja immer am weitesten vom Mittelwert entfernt ;-)
Irgendwie ist es doch komisch, dass die gemessenen Werte beim Tropfentest immer sehr viel tiefer liegen.
Eigentlich wären auch Prüflösungen für Tropfentests sinnvoll. Wegen der Eigenfärbungen der üblichen Kalibrierlösungen wirds mit denen wohl zu ungenau.

MfG
Erwin
 

Erwin

Well-Known Member
Hallo Rene,

mir ist jetzt noch etwas aufgefallen.
ALLE Geräte sind neu kalibriert in Lösung 4, zum Abgleich dann in Lösung 7 und die Werte passen auf +/- 0,1 (das ist meiner Meinung nach OK).
In meiner Dupla-Anleitung steht, dass man immer zuerst den Nullpunkt (also PH7) kalibrieren soll und erst danach die Steilheit (also ph4).

MfG
Erwin
 

MasterChief

Member
Hallo,
vielen Dank für Eure Tips. Die kleinen Messgeräten hätten ja Flüssigelektrolyt.

Da die Härte hier gerade an der Grenze ist, die häufig bei solchen Problemen angesprochen wird, geht mein "Verdacht" auch immer mehr in Richtung Härte / Leitfähigkeit (GH in den Aquarien ist 4 - 4,5). Richtig gut funktionieren die normalen Elektroden scheinbar erst ab etwa 4 - 5, die Ergebnisse sind daher wohl so grenzwertig.

Wenn ich mit den Tröpfchentest Vergleichsmessungen mache, erhalte ich mit JBL und Sera -Tests zumindest identische Werte, die meiner Erfahrung nach auch stimmen sollten (man kennt ja sein Wasser :) ).

Ich werde nun mal das Wasser zum Test aufhärten auf etwa GH 8 und dann mit den elektr. Messgeräten nochmals messen, bin gespannt !

Es ist nicht so daß mir da einige Probleme vorher nicht bewusst waren, daß die Werte aber soooo gar nicht stimmen macht mich doch etwas :shock: :evil:



vG

René
 
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