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Beitragvon Wurzelbehandlung » 11 Feb 2013 13:39
Hallo Ihr Lieben,

ich bin hier ganz neu und hab gleich mal die 1. Frage :smile:
Kennt jemand von euch diese Ozonisatoren?
Was haben die für einen Effekt?
Ist das wirklich möglich das Wasser (durch EInsatz eines solchen Gerätes) erst nach 150 Tagen zu wechseln? :shock:

Nicht das ich das vor habe, aber ich setze gern jedes technisches Hilfsmittel ein um die Wasserqualität zu verbessern.

Viele Grüße
Dirk :tnx:
Wurzelbehandlung
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Beitragvon Wurzelbehandlung » 11 Feb 2013 15:26
Als Diskussionsgrundlage wg. 150 tagen Wasserhaltbarkeit

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Wurzelbehandlung
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Beitragvon FiPie » 11 Feb 2013 16:49
Hallo Dirk,

das ein Ozonisator die Wasserwechsel auf solch lange Intervalle verlängert trifft es nicht so ganz.
Der Ozonisator verbessert tatsächlich die Wasserqualität. Er kann aber dem Wasser z.B. kein NO3 oder auch PO4 entziehen.
Was ja bei stark besetzten Aquarien oft im Überfluß vorhanden ist. Also ohne weitere Maßnahmen wäre der Wasserwechsel schon noch notwendig.

Schöne Grüße,
Frank
FiPie
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Beitragvon jgottwald » 11 Feb 2013 17:12
Hallo Dirk
ich denke das 150 Tage etwas übertrieben sind, aber das Teil bewirkt schon etwas. Ich hatte das ja im Einsatz, doch beim neuen Becken passt das nicht dahin. Ozon in grösseren Dosen würde ich nur mit einem Ozonreaktor einbringen, den hatte ich auch im Einsatz, doch beim Umzug ist der kaputt gegangen und ich bin noch auf der Suche nach einem besseren Modell.
mfg
jörg
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Beitragvon omega » 12 Feb 2013 00:40
Hi,

mal meine Gedanken zu solchen Geräte im Süßwasseraquarium:
Ozon wird dort ja mit klarem Wasser und einer beschleunigten Nitrifikation beworben. Ansonsten hat das wohl keinen positiven Effekt. Über die negativen schweigt man sich aus.
Nitrat und Phosphat entsteht trotzdem, ist bei intensiv gedüngten respektive stark bepflanzten und beleuchteten Aquarien aber eh erwünscht und wird von Pflanzen verbraucht. Bei anderen Aquarien muß es durch Wasserwechsel entfernt werden, egal ob mit oder ohne Ozon.
Ammoniak ist bei weichem Wasser mit entsprechend niedrigem pH-Wert kein Thema, in einem eingefahrenen Aquarium schon zweimal nicht. Ntrit ebenso.
Wozu also Ozon? Bleibt nur das klare Wasser. Das bekommt man auch mit einer vernünftigen Filterung hin. Und mit UV "schon einen Tacken" schneller als in drei Wochen und um nur 50% klarer.

Da wird von überflüssigen Abfallstoffen geschrieben, die beseitigt werden. Die werden nicht beseitigt, sondern oxydiert. Das Ozon nimmt den Bakterien das Futter weg und schädigt sie. Eine entsprechend geringe Bakterienpopulation wird sich halten können. Und fällt dann mal das Gerät aus, gibt's einen Nitritpeak.

Dann steht dort: "Erst nach 2 bis 3 Wochen haben sich im Wasser ausreichend denitrifizierende Bakterien
entwickelt, die das giftige Nitrit in Nitrat verwandeln."
Sorry, aber wer nicht zwischen Nitrifikation und Denitrifikation zu unterscheiden vermag, hat verloren.

Was mir noch aufstößt: eingangs wird von "Wissenschaftliche Grundlagen" geschrieben. Wissenschaft sieht für mich anders aus als eine Werbebroschüre.

jm2c

Grüße, Markus
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Beitragvon Anton_Gabriel » 12 Feb 2013 07:13
Hallo,

Hatte früher längere Versuche und Messungen mit Ozon im Süßwasser durchgeführt mit etwa folgenden Ergebnissen (bei mir):

Bei geringen Ozonmengen (über dem Ausströmer riecht es nichteinmal nach Ozon) ist fast keine Wirkung feststellbar.

Erst bei größeren Ozonmengen kann man mit der Zeit markante Veränderungen sehen/messen. Bei größeren Mengen Ozon ist es nur sinnvoll mit einem Ozonreaktor zu arbeiten (wurde schon erwähnt) , der nicht direkt das Aquariumwasser ozonisiert sondern im Reaktor wirkt und vor Rückfluss ins Aquarium das Wasser wieder von Ozon befreit und welcher die Abluft mit Kohle von Ozon befreit, weil Ozon runiert so ziemlich alles durch Oxidation im Einflussbereich. Metalle und Kunsstoffe in unmittelbarer Umgebung werden zerstört. Typisches Beispiel sind auch Membranpumpen, die in Tagen kaputt werden (Membran bzw. die Kunsstoffventile werden zerstört). Auch die üblichen Kunststoffschläuche sind in Tagen unbrauchbar.

Effekte bei entsprechenden Mengen:

Bei der Nitrifikation wird Nitrit recht rasch zu Nitrat oxidiert. Alle organischen Stoffe werden bald zu Ammonium/Ammoniak umgebaut > der Umbau zu Nitrit geht nicht mit Ozon! Hier sind die Bakterien in einem separaten "normalen" Filter erforderlich. Auch Bakterien werden im Reaktor minimiert sodass die Bakteriendichte im Aquarium etwas abnimmt.
Der Redoxwert steigt auf ein Maximum - das Wasser ist komplett sauerstoffgesättigt - den meisten Fischen gefällt es.

Blaualgen werden massiv geschädigt und vergehen rasch. Kurzfristig entstehen "Reinstwasseralgen" - die langen fadenförmigen Grünalgen (über 20 Zentimeter).

Alles was oxidierbar ist wird oxidiert und dazu gehören auch Eisen und Mangan welche als Dünger praktisch unwirksam werden.

Wie schon erwähnt wird Phosphat und Nitrat nicht reduziert. Eine Denitrifizierung erscheint unmöglich, weil der hohe Redoxwert sauerstoffarme Zonen kaum zulässt.

Mittelfristig gefällt so eine Situation den meisten Fischen, weniger den meisten Algen (außer manchen grünen) und auch den meisten Pflanzen dürften manche Düngerstoffe abgehen.

Wasserwechsel ? Nur im Bezug auf organische "Verunreinigungen" bleibt das Wasser "reiner" - sonst tut Nitrat und Phosphat etwa dasselbe wie bisher. Um Spurenelemente für Pflanzen verfügbar zu halten, müßte man massiv mehr (gezielt) düngen.

Ich habe damals keinen besondern Sinn für Ozonisierung im Süßwasser gefunden - wie gesagt bei meinen persönlichen Versuchen - das muss nicht allgemein zutreffen.

Ozonisator war ein Gerät mit 30mg pro Stunde Leistung und die Versuche erfolgten über einen Eigenbaureaktor in einem 112-Liter Aquarium.

mfG Anton Gabriel
http://www.anton-gabriel.at - praktische Aquariumchemie
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Beitragvon FiPie » 12 Feb 2013 17:27
Hallo,

Ozon wird dort ja mit klarem Wasser und einer beschleunigten Nitrifikation beworben. Ansonsten hat das wohl keinen positiven Effekt. Über die negativen schweigt man sich aus.

Doch es hat ganz immense positive Effekte. Die Wasserqualität wird defintiv besser. Es ist nicht nur die Färbung des Wassers, sondern es ist meßbar über den Redoxwert. In den saubersten und reinsten natürlichen Gewässern, Gebirgsbächen und Korallenriffe findet man die höchsten Redoxwerte.
Negative Folgen ? Anton hat es schon erwähnt, die Oxidation macht auch den Kunststoffschläuchen und Gummi zu schaffen.
Daher sind Silikonschläuche hier die erste Wahl.
Das Ozon nimmt den Bakterien das Futter weg und schädigt sie. Eine entsprechend geringe Bakterienpopulation wird sich halten können. Und fällt dann mal das Gerät aus, gibt's einen Nitritpeak.

Obschon es grundsätzlich denkbar wäre, werden die nützlichen Filterbakterien tatsächlich aber nicht beeinflußt.
Hingegen wird das Wasser keimärmer, was für jedes Lebewesen wohl ein sehr wünschenwertes positives Umfeld ist.

Wozu also Ozon? Bleibt nur das klare Wasser. Das bekommt man auch mit einer vernünftigen Filterung hin.

Mir gewöhnlicher Filterung, ohne spezielle Adsorber und ähnlichem, schafft man es nicht diese Wasserklarheit zu bekommen, die mittels Ozonisation erzeugt wird.

Schöne Grüße,
Frank
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Beitragvon Wurzelbehandlung » 07 Mär 2013 13:34
Nun ja, und was nun? JA oder NEIN? Für mich klingts so als würden die positiven effekte überwiegen. nur was mach ich mit den Gummis und Leitungen? Gibts da Ozonstabileres Material? :shocked:
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Beitragvon LudwigM » 28 Mai 2017 02:58
wie siehts denn mittlerweile so aus mit den ozonisatoren?
ist das eine gute alternative wenn man keine UV-C lampe einsetzten kann?
Gruß aus dem Schwarzwald
Ludwig
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