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Postby svenmc83 » 28 Aug 2014 07:03
Hallo zusammen!

Meine Osmosewasser Anlage ist angekommen und ich habe vor sie am Wochenende in Betrieb zu nehmen. :paket: Im Wulst der ganzen Beiträge habe ich leider keine Information zur folgenden Frage gefunden: Wie schnell soll ich auf Osmosewasser umsteigen? Eher langsam mit jedem Wasserwechsel ein paar Härtegrade runter oder direkt auf meinen Zielwert? Wie wird das von dem Besatz und den Pflanzen vertragen?

Zum Hintergrund: Ich habe sehr hartes Münchner Wasser -

KH = 12-14
GH = 15

https://www.swm.de/dms/swm/dokumente/m-wasser/trinkwasser-analysewerte.pdf

In meinem Aquarium herrschen ungefähr folgende Werte (ich werde diese heute Abend genau messen):

KH=11-14
GH=12-15

Dazu habe ich noch zwei Fragen:

1. Ich habe diesen Verschneidungsrechner gefunden:
http://www.aq-technik.de/Aquarium-Rechner/tww_mit_zielwert.php
Mir ist nicht ersichtlich wieso dieser Rechner KEINEN Unterschied zwischen KH und GH macht. Was soll ich hier eingeben? Mir geht es ja um die Karbonhärte. Mein Plan war die Karbonhärte auf etwa 6 oder 7 zu senken. Reicht das?

2. Ich hatte vor das Osmosewasser mit meinem Leitungswasser zu verschneiden. Viele hier nutzen ja auch komplett aufgehärtetes Osmosewasser. Gibt es hier einen besonderen Vorteil den ich übersehe, wenn ich "nur" Osmosewasser nutze? Bis jetzt nutze ich reines Leitungswasser.

Hintergrund ist dieses Thema: erste-hilfe-wasserpflanzen/mit-viel-geduld-und-eurer-hilfe-altes-kiesbecken-t34623.html

Ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen helfen und bin dankbar für jeden Tipp von den Wasserprofis! Da das Thema für mich komplett neu ist möchte ich nichts falsch machen.

Liebe Grüße,

Sven
Beste Grüße,
Sven

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Postby Wuestenrose » 28 Aug 2014 08:06
Hallo Sven…

svenmc83 wrote:Mir ist nicht ersichtlich wieso dieser Rechner KEINEN Unterschied zwischen KH und GH macht.

Weil es beim Ändern der Wasserwerte durch Verschneiden auch keinen Unterschied gibt. Du kannst nicht die KH entkoppelt von der GH ändern. Willst Du die KH halbieren, halbiert sich unabänderlich auch die GH. Und deshalb ist es wurscht, was Du in den Rechner eingibst, Du musst lediglich konsequent einen der beiden Werte eingeben.

Ich würde der Einfachheit halber mit dem zukünftigen Wasser wasserwechseln und gut isses.

Grüße
Robert
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Postby Sauron » 28 Aug 2014 08:48
Hallo Sven,

in Berlin ist das Wasser ähnlich hart. Für mein Becken nutze ich reines Osmosewasser, das mit Duradrakon rechnerisch auf eine KH von 2 aufgehärtet wird. Im Becken habe ich dann KH Werte von 3 - 4. Reines Osmosewasser zu nutzen, hat den Vorteil, sich unabhängiger von den Wasserwerten des Versorgers zu machen. Du fängst bei allen Wasserwerten bei 0 an hast es auch bei der Düngung etwas leichter.
Dafür wirst Du dann wahrscheinlich etwas häufiger die Filter wechseln müssen und hast natürlich einen deutlich höheren Wasserverbrauch.
Ich glaube nicht, dass eine langsame Senkung der KH notwendig ist. Wenn Du jetzt den ersten 50 % WW mit unverschnittenem Osmosewasser machst, hast Du ja nach Adam Riese noch 50 % "normales" Wasser im Becken. Einen wöchentlichen WW mal vorausgesetzt, bist Du, schätze ich, nach 3 bis 4 WW ungefähr bei den Werten, die Du haben willst. Das sollte schonend genug sein.
Schöne Grüße aus der Hauptstadt
Thomas


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Postby omega » 28 Aug 2014 11:14
Hallo Sven,

Du pflegst Rote Neons - einen ausgeprägter Weichwasserfisch - zusammen mit Guppys, die es eher lieber härter mögen. Das beißt sich sehr. Wegen der Neons könntest Du runter auf 2°dKH und darunter, was aber den Guppys nicht schmecken würde.
Von 15°dKH runter auf 6-7 ist noch kein wirklich großer Wurf. Die KH senkt man ja vorwiegend dafür, um den pH-Wert runter zu bekommen, hier also von pH 7,2 auf pH 6,8-6,9 (bei knapp 30mg/l CO2). pH 6,8 ist immer noch fast neutral.
Ich würde mir den Aufwand des Wasserpantsches wegen einer so geringen Änderung nicht machen wollen. Wenn, dann richtig runter mit dem pH-Wert und die Guppys abgeben. Ich fahre hier (auch in München) pH um 6,2 bei 120µS/cm.

Sauron wrote:Ich glaube nicht, dass eine langsame Senkung der KH notwendig ist. Wenn Du jetzt den ersten 50 % WW mit unverschnittenem Osmosewasser machst, hast Du ja nach Adam Riese noch 50 % "normales" Wasser im Becken. Einen wöchentlichen WW mal vorausgesetzt, bist Du, schätze ich, nach 3 bis 4 WW ungefähr bei den Werten, die Du haben willst.

Thomas, hast Du das auch mal durchgerechnet? Schon nach einem einzigen 50%igen Wasserwechsel mit reinem Osmosewasser würde Sven bei 6,6°dKH landen (12,5°dKH aktuell vorausgesetzt). Nach 4 Wochen läge er bei 1,4°dKH!
4 Wochen (eigendlich dann ja schon 5) so gut wie keinerlei "frische" Mineralien wäre mir wegen einer möglicherweise ungünstigen Verschiebung deren Mengenverhältnisse zu lang.

Grüße, Markus
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Postby Sauron » 28 Aug 2014 12:25
Nochmal ich,

@Markus,
Das war dann wohl nicht klar genug ausgedrueckt: ich meinte nicht reines Osmosewasser, sondern unverschnittenes OS-Wasser, das vor Zugabe mit einem Salz auf den von Sven angestrebten Wert aufgehaertet wurde. Nach einigen WW (ich habs tatsaechlich nicht ausgerechnet) sollte der Wunschwert erreicht sein.

@Sven
Etwas off topic und reine Geschmackssache: ich wuerde nur einen Schwarmfisch pflegen, in Deinem Fall die Neons, die von ihren bevorzugten Wasserwerten (sauer und weich) auch viel besser zu den meisten Pflanzen passen.
Schöne Grüße aus der Hauptstadt
Thomas


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Postby moskal » 28 Aug 2014 13:07
Hallo,

Guppys, die es eher lieber härter mögen

Guppys habe ich schon ein paar mal in der Natur beobachten können. Die kommen von Brack bis annähernd Schwarzwasser überall vor. Einschließlich kloakenartiger Bäche in Indischen Städten und das will was heißen! Diesen Februar habe ich welche bei KH/gH 0 in Ecuador beobachten können und sie sahen fit aus.
Problematisch ist nur eine allzuschnelle umgewöhnung von hart nach weich. Die ist für den Fisch stressiger als als von weich nach hart und sollte deshalb langsam von Statten gehen. Ich würde 30% Wasserwechsel mit verschnittenem Wasser machen, dann sollte sich das Ganze über 2-3 Monate in Richtung Wunschwerte angeglichen haben und gut ist.

Von 15°dKH runter auf 6-7 ist noch kein wirklich großer Wurf. Die KH senkt man ja vorwiegend dafür, um den pH-Wert runter zu bekommen, hier also von pH 7,2 auf pH 6,8-6,9 (bei knapp 30mg/l CO2). pH 6,8 ist immer noch fast neutral.

Da wiederspreche ich. Das ist sogar ein entscheidender Wurf. Mich persönlich interessiert der pH-Wert eigentlich nur noch im ausgesprochenem Schwarzwasser. Und da auch nur sauer ja/nein, gemessen mit Teststreifen. Ich halte KH und allgemeine Leitfähigkeit für die wichtigen Größen. Die meisten als weich bekannten Fische brauchen kein saures Wasser zur Zuchtstimulanz, sauber, und wenig KH/Leitfähig reicht allermeist vollkommen.

Gruß, helmut
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Postby svenmc83 » 28 Aug 2014 22:28
Abend zusammen!

Tausend Dank für eure Fachkenntnisse! :tnx: Das hilft mir schonmal sehr weiter.

@Robert:
Vielen Dank für die Aufklärung! Ich habe mir so etwas schon gedacht, bin aber in auf folgende Unstimmigkeit bei mir gestoßen: KH bezeichnet ja die Menge an Hydrogencarbonat(ionen) im Wasser, die sich mit Magnesium und Calcium verbinden können. Die Menge an Magnesium und Calcium alleine bilden die Gesamhärte. Der Test misst also das Hydrogencarbonat welches mit Magnesium und Calcium in Verbindung gegangen ist. Soweit und so grob habe ich das zumindest verstanden. Daraus wird ja geschlussfolgert das die KH nicht höher sein kann als die GH. Ich Messe aber immer öfter eine höhere KH als GH, sowohl in meinem Becken als auch in im Leitungswasser aus dem Hahn. Das leuchtet mir nicht ein. So oft kann ich gar nicht falsch messen. Das hat mich sehr verunsichert, tut es zugegebenermaßen immer noch. :irre: Trotzdem scheint soweit alles eingermaßen ok zu sein.

@Markus:
Dir Stimme ich in beiden Punkten zu. Die Guppies passen wirklich nicht in das Ganze rein, hatte mal 4 Fische "unfreiwillig" übernommen und es wurden ganz schnell mehr. Ich nehme mir alle 2 Wochen vor sie in einem Laden abzugeben und mache es dann doch nicht. Ich werds noch schaffen :pfeifen: Diese Neons sind zwar an das harte Wasser gewöhnt wurde mir mehrmals versichert, ich konnte dennoch feststellen dass es Ihnen weitaus besser geht und sie aktiver werden sobald der pH-Wert unter 7 sinkt. Das ist mit ein Grund für die Osmoseanlage, aber nicht der einzige.

@Helmut:
Dir vielen Dank fürs widersprechen! Du scheinst ja schon einiges gesehen zu haben, Hut ab! Ich bin in solchen Sachen eher der vorsichtige Typ, deswegen werde ich deinen Rat befolgen und es über einen längeren Zeitraum einpendeln lassen. Wie Markus und du gesagt haben, werde ich mir dazu ein Aufhärtungsalz besorgen. Vielleicht werde ich insgesamt dann dochl KH 4 anstreben (Leitfähigkeit), das scheint auch gerade für Pflanzen ein guter Wert zu sein, 2 und darunter ist mir mit meinem Halbwissen dann doch noch zu gefährlich.

Ich gleite immer mehr ins Offtopic ab... Aber ich kann mich nicht zusammenreissen wenn hier schon so viel geballtes Wissen von Euch zusammenkommt: Die Leitfähigkeit. Ich verstehe, das ist der Wert der mir anzeigt wieviel Salze im Wasser gelöst sind. Ist er niedriger, spricht zB auch Krause davon dass das günstiger für die Pflanzen wäre. Ich verstehe irgendwie trotzdem nicht was mir dieser Wert jetzt mitteilen soll, und warum niedrig hier gut ist. Soweit ich weiss sind all unsere Dünger ja auch Salze. Was lest ihr aus diesem Wert raus wenn ihr ihn postet?

Zum Aufhärtesalz: Viele verwenden ja Dudrakon, das scheint sehr bewährt. Ich sehe in der Mischung ein Ca:Mg Verhältnis von 6:1. Müsste ich hier wiederum Bittersalz hinzugeben, um 4:1 hinzubekommen? Sehr aufwendig. Dann gibt es noch viele andere Mittelchen, Preis Aquaristik Mineralsalz (http://www.aquasabi.de/naehrstoffe/wasseraufbereiter/preis-aquaristik-mineralsalz-1-kg) , DRAK Sealutions Mineralsalz (http://www.aquasabi.de/naehrstoffe/wasseraufbereiter/drak-sealutions-mineralsalz-1000-g). Diese werben unter anderem damit kein NaCl zu enthalten. Sonst sind keine Inhaltstoffe angegeben. Noch sehr verwirrend alles...

Puhh, ich habe noch viele Fragen, hör jetzt aber auf, ich habe euch eh schon erschlagen. :tnx: auf jeden Fall schonmal für eure bisherigen Infos!

Schönen Abend,

Sven
Beste Grüße,
Sven

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Postby svenmc83 » 28 Aug 2014 22:29
Achso, was ich eigentlich noch posten wollte, gemessenen Werte:

pH= 7-7,1
KH=14
GH=13

:?
Beste Grüße,
Sven

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Postby omega » 29 Aug 2014 00:54
Hi,

svenmc83 wrote:KH bezeichnet ja die Menge an Hydrogencarbonat(ionen) im Wasser, die sich mit Magnesium und Calcium verbinden können. Die Menge an Magnesium und Calcium alleine bilden die Gesamhärte. Der Test misst also das Hydrogencarbonat welches mit Magnesium und Calcium in Verbindung gegangen ist.

nein, tut er nicht. Die aquaristischen KH-Tests messen nicht die KH sondern das Säurebindungsvermögen bis pH 4,3 (SBV). Die Tests heißen nur so, weil die Hersteller uns für dumm verkaufen wollen und von Wasser ausgehen, bei dem die KH nie höher ist als die GH.
Für dieses SBV ist i.A. nur das Hydrogencarbonat verantwortlich. Kipp mal Natron ins Wasser, kein Ca, kein Mg, dafür Na, und trotzdem steigt die angebliche, die aquaristische KH aka SBV.

Daraus wird ja geschlussfolgert das die KH nicht höher sein kann als die GH.

Richtig. Aber wir messen ja gar keine KH sondern das SBV.

Ich Messe aber immer öfter eine höhere KH als GH, sowohl in meinem Becken als auch in im Leitungswasser aus dem Hahn. Das leuchtet mir nicht ein. So oft kann ich gar nicht falsch messen. Das hat mich sehr verunsichert, tut es zugegebenermaßen immer noch. :irre: Trotzdem scheint soweit alles eingermaßen ok zu sein.

Das Hydrogencarbonat, das das SBV bestimmt, hat neben Calcium und Magnesium halt noch andere Kationen als Ladungspartner, wie Natrium und Kalium. Siehe Tanganjikasee,

Ich gleite immer mehr ins Offtopic ab... Aber ich kann mich nicht zusammenreissen wenn hier schon so viel geballtes Wissen von Euch zusammenkommt: Die Leitfähigkeit. Ich verstehe, das ist der Wert der mir anzeigt wieviel Salze im Wasser gelöst sind. Ist er niedriger, spricht zB auch Krause davon dass das günstiger für die Pflanzen wäre. Ich verstehe irgendwie trotzdem nicht was mir dieser Wert jetzt mitteilen soll, und warum niedrig hier gut ist. Soweit ich weiss sind all unsere Dünger ja auch Salze. Was lest ihr aus diesem Wert raus wenn ihr ihn postet?

Wie salzarm ein Wasser ist. Weichwasserfische mögen nicht weiches Wasser, wie es die Waschmittelindustrie oder der Wasserversorger versteht. Weich in der Waschmittelindustrie bedeutet eine geringe KH (die echte KH, die mit Ca und Mg korreliert), da die KH die Waschleistung bzw. Waschmitteldosis beeinflußt. Der Wasserversorger sieht die KH (auch hier die echte) mit den Augen der Verkalkung (Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht). Interessiert im Aq. aber alles nicht.
Weichwasserfische sollte man lieber Salzarmfische nennen, da ihre natürlichen Standorte nicht nur Weichwasser sondern gleichzeitig auch immer salzarmes Wasser enthalten. Der Salzgehalt des Wassers beeinflußt über den osmotische Druck die Fischzelle und ihre Ionenpumpen, also den Stoffwechsel des Fischs. Andere wissen sicher genaueres darüber zu erzählen als ich.
Es gibt ja weiches, aber deshalb noch lange nicht salzarmes Wasser. Manche machen ihr brettelhartes Trinkwasser mit Salzsäure weich, der Salzgehalt bleibt dabei aber oben, züchten darin aber dennoch Weichwasserfische. Mir ist ein solches Vorgehen suspekt. Ich möchte ja nicht züchten sondern auch noch Pflanzen erfolgreich pflegen und dem bischen Weichwasserfisch in meinem Aq. neben weichem auch rel. salzarmes Wasser bieten, was auch meinen Topfpfflanzen zugute kommt, da die Erde nicht versalzt.

Und wie hoch der Anteil des Düngers am Gesamtsalzgehalt ist (aber nur aus Interesse).

Bei mir gemessen ca. 20%. Könnte man auch ausrechnen, ist mir aber zu aufwendig.

Grüße, Markus
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Postby svenmc83 » 29 Aug 2014 07:02
Morgen!

:tnx: Markus für diesen kleinen Exkurs! KH bzw SBV hab ich nun begriffen!


Das Hydrogencarbonat, das das SBV bestimmt, hat neben Calcium und Magnesium halt noch andere Kationen als Ladungspartner, wie Natrium und Kalium. Siehe Tanganjikasee,


Naja, wieso kommt dass dann so selten vor? Natrium und Kalium hat doch jeder in seinem AQ. Heisst das im Umkehrschluss dass meine Leitfähigkeit sehr hoch sein müsste? Das ich zuviele Salze im Aquarium habe? (Das führt mich danngedanklich zum Standardionenverhältnis?) Je mehr man weiss desto komplizierter wird es :shock:

Ich möchte ja nicht züchten sondern auch noch Pflanzen erfolgreich pflegen und dem bischen Weichwasserfisch in meinem Aq.


Ist das Ironie? Schliesst das eine das andere aus?

Eine Frage zum Topic hab ich noch: Sollte ich das Osmosewasser aufhärten und über Nacht stehen lassen, bevor es ins Aquarium kommt?

Schönen Freitag euch!

Sven
Beste Grüße,
Sven

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Postby omega » 29 Aug 2014 14:00
Hallo Sven,

svenmc83 wrote:Naja, wieso kommt dass dann so selten vor? Natrium und Kalium hat doch jeder in seinem AQ.

ich hätte eher schreiben sollen: Das Hydrogencarbonat, das das SBV bestimmt, hat neben Calcium und Magnesium halt noch vermehrt andere Kationen als Ladungspartner, wie Natrium und Kalium.
In Wasser mit aquaristischer KH > GH kam Hydrogencarbonat durch mehr Kalium- und/oder Natriumhydrogencarbonat als durch Calcium- und Magnesiumcarbonat hinein.
Welche Salze ein Wasser enthält, wird bestimmt durch die Gesteine, über das es fließt. In unseren Breiten gibt's wohl nicht (mehr) so viel Kalium und Natrium wie rund um den Tanganjikasee oder dem Quellgebiet etc. seiner Zuflüsse.

Heisst das im Umkehrschluss dass meine Leitfähigkeit sehr hoch sein müsste? Das ich zuviele Salze im Aquarium habe? (Das führt mich danngedanklich zum Standardionenverhältnis?)

Was ist "zu viel"? Und was ist "viel", also wie groß ist die Menge? Es gibt schon Unterschiede bei den Salzen bzgl. ihrem Beitragen zur el. Leitfähigkeit von Wasser. Auch unterscheiden sie sich in ihrem Gewicht und Ladungsanzahl der Ionen.
10mg/l Natriumchlorid ergeben eine völlig andere el. Leitfähigkeit und Stoffmenge (mmol/l) als 10mg/l Calciumsulfat.
Wohl daher geht man der Einfachheit halber von Standardwässern aus (Standardionenverhältnis), wenn man sie bzgl. el. Leitfähigkeit vergleicht.
Ich finde es nicht so wichtig, ob das eine Wasser nun 100 oder 120µS/cm aufweist oder ein anderes 500 oder 600µS/cm. Beide sind aber deutlich verschieden.
Anhand der el. Leitfähigkeit kann man auch sehen, ob und wohin sich das Aquarienwasser in seinem Salzgehalt über die Zeit hinbewegt. In meinem Aq. z.B. sinkt der Salzgehalt zwischen zwei Wasserwechseln, in anderen mit starkem Fischbesatz steigt er i.d.R.
Statt GH und KH zu ertröpflen reichen ein paar Sekunden mit dem Leitfähigkeitsmessgerät, um herauszufinden, ob man sein Wechselwasser so angemischt hat, wie man es haben möchte.
Die Rückhalterate seiner UOA kann man damit auch einfach feststellen.

Ich möchte ja nicht züchten sondern auch noch Pflanzen erfolgreich pflegen und dem bischen Weichwasserfisch in meinem Aq.

Ist das Ironie? Schliesst das eine das andere aus?

Fischzüchter müssen aufgrund der Konkurrenz i.d.R. auf die Kosten achten. Die KH mit Salzsäure zu senken, ist günstiger als per UOA oder Vollentsalzung. Per Salzsäure erweichtes Hartwasser halte ich nicht für pflanzenoptimal.

Eine Frage zum Topic hab ich noch: Sollte ich das Osmosewasser aufhärten und über Nacht stehen lassen, bevor es ins Aquarium kommt?

Ich setze es am Tag des Wasserwechsels an und wälze es mit meiner Regenfaßpumpe um, um die groben Aufhärtesalzbrösel zu zerkleinern. Im Winter heize ich es unter Begasung (Membranpumpe, Ausströmer) auf.

Nur stehen lassen bringt nicht viel. Das Pulver sinkt zu Boden und liegt da rum. Nur die gut löslichen Salze lösen sich, die schwer löslichen aber nicht. Umrühren bringt aber auch nicht viel, da es für die schwer löslichen Salze dazu CO2 brauchen würde.
Bzgl. Duradrakon schreibt Andreas Kremser: "Die sich für kurze Zeit bildende leichte Trübung ist unschädlich für Fische und Pflanzen. "

Grüße, Markus
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Postby Biotoecus » 29 Aug 2014 14:10
Hallo Markus,
Weichwasserfische leben in Weichwasser weil sie sich diese Lebensräume erschlossen haben, mitunter Fressfeinde dadurch hinter sich lassen und nicht weil das Waschmittelgesetz das so wollte. :D :bier:
Gruß Martin
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Postby Biotoecus » 29 Aug 2014 14:53
Hallo,
man sollte sich nicht verblüffen lassen durch diese chemischen Herleitungen und Erklärungen.
Das ist zwar nett zu lesen, geht aber an der Fischhaltung in aller Regel vollkommen vorbei.
Wie auch hier mal wieder sehr schön belegt wird.
Da wird ein paar Fischen irgendetwas angedichtet was die gar nicht brauchen nur weil man selbst nicht weiss wie die Viecher ticken.
Aus Unwissenheit werden dann Restriktionen aufgebaut die in der praktischen Aquaristik überhaupt nicht bestehen.
Weder P. innesi, P. axelrodi, P. simulans sind echte Weichwasserfische. Die können sowohl als auch.
Nur sie können dank ihrer Ionenpumpen auch dahin wo andere Fische eben nicht hinkönnen.

Und genau das können Guppys als Generalisten auch.

Und deswegen ist dieses Gemaule "Neons und Guppys zusammen geht nicht" so grottenverkehrt.
Hier habe ich Guppys die springen zwischen LF 580 und LF 110 µs/cm umher. Von jetzt auf gleich weil die Becken neben einander stehen.
Den Tieren passiert dabei gar nix.
Biotoecus opercularis ging hier innerhalb von 2 Stunden von LF 80µs/cm in 575µs/cm und wieder zurück in 80µs/cm.
Keine Probleme.

Hemigrammus erythrozonus habe ich bei KH 6 und LF 560µs/cm nachgezogen.

Inpaichthys kerri vermehre ich derzeit bei LF 160µs/cm.

Und all diese Aussagen beziehen sich auf die in meinen Becken gemessenen Werte und nicht auf "Standardionenverhältnisse" wie andere Leute sie wohl gern hätten.
Und hier gehen auch die "KH" Tests die das SBV anzeigen ausreichend genau um eine Aussage über die Karbonathärte zu machen.

Beste Grüße
Martin
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Postby omega » 29 Aug 2014 18:24
Hallo Martin,

Biotoecus wrote:Weichwasserfische leben in Weichwasser weil sie sich diese Lebensräume erschlossen haben, mitunter Fressfeinde dadurch hinter sich lassen und nicht weil das Waschmittelgesetz das so wollte. :D :bier:

ich weiß nicht, worauf Du hinaus willst. Ich habe den Unterschied zwischen KH und das, was Aquarianer messen, das SBV, aufgezeigt und wo die KH sehr viel mehr Bedeutung hat als in der Aquaristik, damit man auch mal versteht, was die KH tatsächlich ist, wenn man sie in den Mund nimmt.

Grüße, Markus
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Postby omega » 29 Aug 2014 18:37
Hallo Martin,

Biotoecus wrote:man sollte sich nicht verblüffen lassen durch diese chemischen Herleitungen und Erklärungen.
Das ist zwar nett zu lesen, geht aber an der Fischhaltung in aller Regel vollkommen vorbei.
Wie auch hier mal wieder sehr schön belegt wird.

ich hab da wohl einen Nerv bei Dir getroffen.
Du äußerst Deine Meinung, ich die meine. Recht von uns hat bzgl. Roten Neon und Guppy wohl keiner von uns. Oder kannst Du in den Fisch hineinsehen?
Jetzt kommt sicher gleich wieder die Erfahrungmasche, mit der man meint, alles und jedes Gegenargument wegreden zu können. Hat die eigene langjährige Erfahrung gezeigt, daß etwas gut funktioniert, heißt das noch lange nicht, daß das nun der richtigere oder gar einzige Weg ist.

Grüße, Markus
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