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Postby gartentiger » 15 Jul 2010 11:28
Hi,

vor zwei Jahren habe ich in Göttingen auf dem Wasserpflanzensymposium einen Trieb oben genannter Staude von Heiko erhalten. Sie wächst im alten botanischen Garten an einem durchlässigen, schattigen und geschützten winterwarmen Standort.

Die Pflanze ist recht frostempfindlich und so machte ich mir damals kaum Hoffnungen, sie in München durch die kalten und meist schneereichen Winter zu bringen.

Sie steht bei mir halbschattig vor einer kleinen Natursteinreihe aus Granit in einem recht tonigen Boden, der wenig durchlässig ist. Im Winter ist der Bereich ungeschützt, kalt und mehr oder weniger frisch bis feucht, wenn kein Frost herrscht. Über den Sommer dagegen ist die Stelle überwiegend trocken bis frisch. Von den Standortanspüchen eigentlich ideal, wenn der kalte Winter nicht wäre.
In den letzten 2 Wintern gab es teilweise stärkere Fröste mit Außentemperaturen bis -20, gelegentlich bis -25°C, dazu gerade im letzten Winter recht viel Schnee. Der Bodenfrost drang tief in den Boden ein, in meinem Garten war meine Teichwanne mal wieder komplett durchgefroren.

Groß ist daher meine Freude, dass der japanische Schlangenbart nicht nur wächst *zwar langsam, aber stetig*, sondern dieses Jahr erstmals Blüten angesetzt hat.

Und die wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten.





lg Chris
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Postby GeorgJ » 15 Jul 2010 11:49
Hi Chris,

sehr schöne Bilder, ich erinner mich (nachdem ich mal in der DB nachgelesen hab :D), dass ich diese Pflanze mal in meinen Anfängen fürs Aquarium gekauft habe (da ungeeignet). Vermutlich werde ich die Augen auch mal danach offen halten - müsste ja auch in 'nem Topf auf der Terrasse zu kultivieren sein ;) - oder in der Wohnung :roll:
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Postby Sumpfheini » 15 Jul 2010 19:54
Hi Chris,

das Souvenir hat sich ja toll entwickelt :)
Aber ich hatte wohl in der Symposiumshektik vergessen zu sagen, dass das nicht O. japonicus ist (das Etikett im botan. Garten ist falsch - und leider nicht nur dieses :roll: ), sondern wahrscheinlich Ophiopogon planiscapus. Von dieser Art ist ja die dunkellaubige Sorte 'Nigrescens' bekannt. Die Blätter von O. japonicus sind bis ca. 4 mm breit, die von planiscapus ca. 6 mm.
Der Schlangenbart in Gö. ist aus Samen aus dem Frankfurter Palmengarten angezogen, wo er in großen Mengen als Bodendecker im Freiland wächst. Den vorletzten und letzten Winter hat er in Gö. unbeschadet überstanden, steht allerdings etwas geschützt. Ophiopogon jaburan (größer, breitblättriger) ist auf dem selben Beet stark zurückgefroren.
Nach Rothmaler Band 5 (Krautige Zier- und Nutzpflanzen) ist O. japonicus in Mitteleuropa bedingt winterhart, O. planiscapus winterhart.

Gruß
Heiko
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Postby gartentiger » 18 Jul 2010 14:18
Hallo Heiko,

den O. planiscapus 'Nigrescens' habe ich schon mal verwendet, ist recht wüchsig solange der Boden durchlässig, aber humos ist.

Hab vorhin mal nachgemessen, Blattspreite bis 6,5mm bei bis zu 25cm Länge.


Thx für die weiteren Info's. Den O. jaburan muss ich mal testen. Könnte bestimmt ein guter Kandidat für einen Wintergarten im japanischen Stil sein.

lg Chris
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Postby Sumpfheini » 19 Jul 2010 11:14
Hi Chris,

toll sehen bei der grünen Wildform von O. planiscapus auch die dunkelblauen Beeren im Winter aus, hier schön in Szene gesetzt: http://www.biology.tohoku.ac.jp/garden/ ... eExtra.bak
Bei Eingabe von O. planiscapus in Gurgel kommt fast nur Gärtnerisches über 'Nigrescens' heraus. Wenn man den Autorennamen Nakai mit eingibt, auch botan. Informationen und Fotos der Wildform an natürlichen Standorten. Ich habe zwar keine genauen Beschreibungen gefunden, aber denke mittlerweile, dass der aus Göttingen <= Frankfurter Palmengarten wirklich O. planiscapus ist.

Der O. jaburan sah auf dem Beet im Bot. Garten Gö in den Jahren bis zum Winter 2008/09 prächtig aus, ich hatte früher auch im Zooladen gekauften O. jaburan im Topf mit Blumenerde-Sand-Lehm-Gemisch, im Sommer draußen u. im Winter im Treppenhaus, er ist so einfach zu kultivieren wie die anderen, abgesehen von der geringen Winterhärte. Unter lufttrockenen Zimmerbedingungen wird er wie die anderen Schlangenbärte oft von Schildläusen befallen, u. Blattspitzen werden schnell braun.
Wintergarten im japanischen Stil
Das macht mich neugierig - sicher eins Deiner Projekte, in spe oder schon verwirklicht? :wink:
Die mit Ophiopogon verwandten ostasiatischen Spargel-/Maiglöckchen-/Mäusedorngewächse (bei der Familienzuordnung wird man sich nicht einig) Rohdea japonica und Reineckea carnea sowie die Liriope-Arten haben etwa die gleichen Ansprüche und würden auch zu solch einer Gestaltung passen.

Gruß
Heiko
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