Problem mit JBL GH Test vs. TDS ppm Meter

droppar

Member
Huhu!

Ich habe eine kleine Unsicherheit in Verbindung mit meinem JBL GH Test (frisch gekauft, aktuelle Charge) und meinem TDS ppm Meter.

Das Problem ist folgendes:
Für mein Garnelenbecken lasse ich mein Wasser durch meinen 5 Liter MB-20 VE laufen, das kommt da aktuell mit 5-8 ppm raus (vermutlich ist das Harz schon wieder fertig.. aber bis 10 ppm behaupte ich mal, kann ich es noch gebrauchen).
Dieses Wasser salze mit dem Bienensalz von garnelenstube.eu auf - da es das einzige Salz ist, das genau angibt was drin ist.
Code:
ca. 1,2 bis 1,4 Gramm auf 10 Liter Vollentsalzenes-, Regen-, destilliertes- oder Osmosewasser ergeben etwa:
0,36 °KH           
5,50 °GH

26 mg/l Calcium            
8 mg/l Magnesium
enthält wichtige Spurenelemente sowie wertvolle Humin- und Fulvosäure
Leitwert 200-220µs

Für meinen 20 Liter VE Wassereimer benutze ich dann so 2,8 Gramm, um auf die Standardwerte von oben zu kommen. Das ergibt dann mit dem ppm TDS Meter nen Wert von ca 105 ppm. 105ppm entsprechen ja
ungefähr 5,8 °GH (ppm / 17.848).

Und nun das Seltsame:
Mit meinem JBL GH Tropftest komme ich bei doppelter Wassermenge (10ml) auf nen GH Wert von 4,5, also 1 GH zuwenig. (Dreifach getestet, extra mit frischer Spritze und ausgewaschenem Gläschen)
Habe den Test auch an meinem andern Aquarium getestet, da zeigt er genau die gewünschen 12,0 GH an. Das Problem ist dabei, dass die Garnelen bei 4,5 GH schon Häutungsprobleme kriegen könnten aber ich nicht mehr als maximal 6 GH im Becken haben will.

Wem soll ich nun mehr trauen? Meinem ppm TDS meter oder dem GH Test? Oder misst der GH Test nur falsch, weil er aufgesalzenes VE Wasser nicht korrekt messen kann?
Falls jemand dazu was sagen kann / ne Ahnung hat, warum das so ist, wäre ich echt dankbar! Ich bin verwirrt aktuell.. o.0
 

Tito

New Member
Hi,
da kann man nur mutmaßen.

Die Angabe "ergeben etwa" lässt mich ein wenig aufhorchen und "enthält wichtige Spurenelemente" ebenso.

Über Deine Leitfähigkeitssonde misst Du ja nicht nur die Erdalkalien, sondern alle gelösten Ionen. Je nach dem, was dort an "wichtigen Spurenelementen" so mit kommt, kann das die Leitfähigkeit schon nach oben drücken.

Das klingt allerdings alles ein wenig nach esoterischer Wasseraufbereitung. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Du ein halbes GH über diese Messmethoden tatsächlich auseinanderhalten kannst.
Aber um eine Antwort zu geben - ich tät der Chemie eher Glauben schenken, aber ohne Gewähr. :smile:

Gruß
Thomas
 

Erwin

Active Member
Hallo Robert,

verschneide doch mal mit Leitungswasser und schau ob es dann auch Unterschiede zwischen Gh-Test und TDS gibt.

Hast du den TDS mal mit einer Referenzlösung gegengeprüft? Es gibt da welche zum Kalibrieren.
Eventuell auch mal destilliertes Wasser testen, dann bekanntes Leitungswasser und Mischungen aus diesen beiden.
Misst du immer bei gleicher Temperatur?

Grundsätzlich gibt auch eine TDS-Messung nur einen Anhaltspunkt für Rückschlüsse auf die Gh.
Wer weiß denn, ob in deinem Salz nicht doch auch Spuren von Meer- oder Kochsalz, also NaCl enthalten sind.
Ebenso ist ein GH-Tropfentest wohl auch nicht immer hundertprozentig korrekt. Alleine schon wegen der Tropfengröße bei den Tests.

MfG
Erwin
 

droppar

Member
Hi ihr beiden,
Danke für die Info.
Hab nochmal bei Garnelenstube nachgeguckt, in den Salzen können noch folgende Stoffe enthalten sein.
Allerdings steht bei dem von mir verwendten Salz explizit, dass kein Natrium enthalten ist.
Code:
E170, E509, E500, E516, E518, E263, vorgefertigte Spurenelementemischung
Es ist kein Natriumchlorid enthalten
E 170 - Calciumcarbonat
E 509 - Calciumchlorid
E 500 - Natriumcarbonate
E 516 - Calciumsulfat
E 518 - Magnesiumsulfat
E 263 - Calciumacetat

@Thomas:
Naja, warum denn nicht? Der JBL GH Test misst mit 1 Tropfen = 1 GH bei 5ml Lösung. Die Lösung auf 10ml zu Erhöhen um pro 1 Tropfen = 0.5 GH zu messen ist glaub ich ganz gängige Praxis (auch beim KH Test). Dachte immer, das wäre alles relativ verlässlich mit dem Tropfenmessen :)

@Erwin
Hmhm.. ich muss wohl das alles nochmal messen ^^
Bei desti. Wasser messe ich meistens 0 ppm; wenn mein VE noch frisch ist dann auch 0 ppm, und später dann halt 5.. oder 8 oder noch mehr ppm, je nachdem wie kaputt das Harz ist.
Mein TDS ppm hat sone Temperaturkompensation, damit das angepasst wird. Aber kalibriert hab ich das auch noch nie.. :eek:ps:

Ich werd mir mal ein paar Referenzlösungen herstellen und da mal wild messen, mach ich glaub ich mal am Wochenende :)
 

Wuestenrose

Active Member
Servus…

droppar":263jr1f4 schrieb:
Für meinen 20 Liter VE Wassereimer benutze ich dann so 2,8 Gramm, um auf die Standardwerte von oben zu kommen. Das ergibt dann mit dem ppm TDS Meter nen Wert von ca 105 ppm. 105ppm entsprechen ja
ungefähr 5,8 °GH (ppm / 17.848).
Ein ppm/TDS-Meter misst eigentlich die Leitfähigkeit des Wassers. Über einen Umrechnungsfaktor (meist 0,67, kann aber zwischen 0,54 und 0,96 schwanken) wird daraus der gelöste Stoffgehalt errechnet (errechnet! Nicht gemessen!) und dieser Rechenwert wird dann nochmal die Härte errechnet. Errechnet! Nicht gemessen! Dein Rechenwert entspricht also in etwa der Mondfeuchte, hat aber mit der realen Härte recht wenig zu tun, weil das Meßgerät die Zusammensetzung des Wassers nicht kennt. Die müsste es aber kennen, um aus der Leitfähigkeit die Härte zu errechnen.

Und nun das Seltsame:
Mit meinem JBL GH Tropftest komme ich bei doppelter Wassermenge (10ml) auf nen GH Wert von 4,5, also 1 GH zuwenig. (Dreifach getestet, extra mit frischer Spritze und ausgewaschenem Gläschen)
Finde ich gar nicht seltsam. Ich bin eher überrascht, daß die Rechnung mit diesem merkwürdigen Wasser (0,36 °KH / 5,50 °GH) doch so nah an der Messung liegt.

Abgesehen davon, berichten inzwischen zwei Forianer, daß der JBL GH-Test zuwenig anzeigt.

Grüße
Robert
 

droppar

Member
Hi Robert,

Danke für die Infos mit link!
Hatte schon befürchtet, dass es ne rechte Raterei und Berechnung vom ppm/TDS-Meter ist, solange dieses nicht werksseitig auf die genaue Wasserzusammensetzung eingestellt ist..
Dann werde ich mir mal nen besseren GH (und vermutlich auch KH) Test zulegen müssen :)

Gruesse,
Rob
 

Erwin

Active Member
Hallo Robert,

das brauchst du eigentlich nicht.
Mit dem TDS kannst du sehr gut dein Wechselwasser immer wieder gleich zusammenmischen.
Solange du immer das gleiche SALZ verwendest, oder halt immer mit dem gleichen Leitungswasser verschneidest.
Ich habe das jahrelang fürs bepflanzte Diskusbecken mit Osmosefilter so gemacht.
Ich sah an den Diskus und an den Pflanzen, dass es am besten lief, wenn der Wwert zwischen 80 und 120 µS/cm lag.
Genauso wirst du sehen, bei welchem Wert sich die Garnelen am wohlsten fühlen und keine Häutungsprobleme haben.

VG
Erwin
 

Tito

New Member
Hi Rob,

droppar schrieb:
Naja, warum denn nicht? Der JBL GH Test misst mit 1 Tropfen = 1 GH bei 5ml Lösung. Die Lösung auf 10ml zu Erhöhen um pro 1 Tropfen = 0.5 GH zu messen ist glaub ich ganz gängige Praxis (auch beim KH Test). Dachte immer, das wäre alles relativ verlässlich mit dem Tropfenmessen :)

Wie ich schon schrieb, ich vertraue der Tropfenmethode schon eher als dem Leitfähigkeits-Sensor.
Wobei man sich schon fragt, wie genau das Volumen eines Tropfens bestimmt werden kann.
Selbst mit 100ml Vorlage und einer Bürette mit 1/10 ml Einteilung wurde im anorganischen Praktikum (kaum noch wahr) mit +/- 5% gerechnet.
Den Sensoren vertraue ich, wenn ich sie nicht eigenhändig kalibriert habe, nicht weiter, als ich mein 200er Becken werfen kann.
Als ungefähre Angabe ok, aber ich würde mich nicht aufs Millisiemens verlassen wollen. Die einfachen LF-Sonden haben meines Wissens einen Fehler von ca. 2% vom Endwert des Gerätes.

Gruß
Thomas
 
Oben