Hardscape: Steine

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
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Gestein als Teil des Hardscapes nimmt einen sehr wichtigen Aspekt bei der Gestaltung des Aquariums ein. Steine können nicht nur sehr gut mit Wurzeln kombiniert werden, sie sind auch für sich allein ein wunderbares Dekorationsmittel.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Gesteinsarten, die dem Aquariengestalter zur Verfügung stehen. Aquariengeschäfte, Natursteinhandel oder die Natur selber bieten facettenreiche Auswahlmöglichkeiten, die bei der Kreation des Wunschaquariums bzw. Layouts helfen.

In diesem Artikel sollen unterschiedliche Steinsorten vorgestellt werden, damit ein Überblick hinsichtlich der Steinsorten entsteht. Vor- und Nachteile der Steine sollen ebenfalls abgewogen werden. Die vorgestellten Steinsorten sind natürlich nur eine erste Inspirationsquelle, da es noch sehr viel mehr Steinsorten gibt, auf die bei der Gestaltung zurückgegriffen wird.

Lavasteine

[albumimgr]3955[/albumimgr] Lavasteine gibt es in vielen Variationen. Sie können teilweise relativ massiv sein oder sehr porös. Massivere Lavasteine sind meist dunkler gefärbt. Islandlava ist im Gegensatz dazu rötlich bis schwarz und sehr leicht.

Lavasteine lassen sich gut bearbeiten, um gewollte Formen mit diesen herzustellen. Ebenfalls kann Lava auch mit Pflanzen versehen werden. Hierfür können in die Lava kleine Löcher gebohrt werden und dort die Pflanzen eingesetzt werden oder die Pflanzen/Moose werden lediglich auf die Lava aufgebunden. Durch die grobe Struktur der Lava finden die Wurzeln schnell halt und der Stein wächst schnell mit den Pflanzen zu. Hierdurch kann man sehr schöne riffähnliche Aquarien gestalten. Die dunklen Lavasteine eignen sich auch für attraktive Steinaufbauten ohne üppigen Pflanzenbewuchs. Neben der Möglichkeit die Steine bewachsen zu lassen, dienen die Lavasteine als gute Siedlungsfläche für Bakterien im Aquarium und tragen so zur Filterung bei.

Lavasteine geben keine Stoffe an das Wasser ab und härten somit das Aquarienwasser nicht weiter auf.

Beispielbecken:

Hills of Ireland, Werners Riff


Minilandschaft (auch Seiryu Stein bei ADA genannt)

[albumimgl]3956[/albumimgl] Minilandschaft sind schwere stark zerklüftete Steine, die in unterschiedlichen Varianten auf dem Markt sind. Es gibt diese in länglicher spitz zulaufender Form oder auch in strukturierten Brocken, die sehr attraktiv aussehen. Durch diese raue Oberfläche erinnern die Steine sehr an natürliche Gebirge oder Felslandschaften.

Die Gestaltung mit den Steinen ist relativ einfach, da sie sehr natürlich wirken und so die Grundlage für schöne Kreationen bilden. Minilandschaft hat jedoch den Nachteil, dass die Steine das Wasser aufhärten und so die Gesamthärte und die Karbonathärte mit der Zeit ansteigen. Hier benötigt man weiches Wasser, mit dem man häufiger einen Wasserwechsel durchführt. Personen mit hartem Ausgangswasser sollten von diesen Steinen lieber die Finger lassen oder sich nur auf Hartwasserpflanzen beschränken.

Minilandschaft macht sich für Iwagumis besonders gut.

Beispielbecken:

Iwagumi, MossReef


Versteinertes Holz

[albumimgr]3957[/albumimgr]Versteinertes Holz existiert in unterschiedlichen Farb- und Formvarianten, da es auf die Holzarten und die chemische Lösung bei der Versteinerung ankommt. Primär entsteht das versteinerte Holz durch Verkieselungsprozesse, es gibt jedoch auch versteinertes Holz mit hohem Calcitgehalt.

Versteinertes Holz ist ein sehr dekoratives Gestein, mit dem sehr hübsche Layouts realisiert werden können. Es ist in sehr unterschiedlichen Formen und Farben erhältlich und bietet so viel Spielraum bei der Gestaltung. Seine oft raue und geschichtete Struktur gibt diesem Gestein einen besonderen Stil.

Versteinertes Holz kann aufhärtende Substanzen an das Wasser abgeben. Dies im Besonderen, wenn das versteinerte Holz auf Calcitbasis entstanden ist. In der Regel härtet diese Gestein aber nicht besonders das Wasser auf.

Versteinertes Holz kann sehr gut für Iwagumis genutzt werden.

Beispielbecken:

Field of Dream


Leopardenstein

[albumimgl]3959[/albumimgl] Leopardensteine gehören zur Mineralfamilie der Rhyolithe und haben somit vulkanischen Ursprung. E s handelt sich hierbei um kieselsäurereiches Vulkangestein, welches das Wasser nicht aufhärten sollte.

Durch die schwarze Farbe der Steine mit weißen Schichten und Einschlüssen wirkt auch dieses Gestein sehr attraktiv. Durch sein hohes Gewicht benötigt man jedoch einige Kilogramm, um dekorative Steinlayouts zu erzeugen.





Drachenstein (auch Ohko Stein bei ADA genannt)

[albumimgr]3958[/albumimgr]Drachenstein ist ein sehr attraktives asiatisches Gestein. Im Aquarium reichen die Farben der Steine von rot, braun bis hin zu beige. Es hat zudem eine löchrige Struktur und wirkt hierdurch besonders kontrastreich.

Drachensteine finden in Iwagumis oft ihren Einsatz. Sie können jedoch auch sehr gut mit Stängelpflanzen kombiniert werden. Drachensteine existieren in spitz zulaufenden Formen und ebenso in dicken Brocken, wodurch viel Spielraum bei der Gestaltung bleibt.
Die Wasserhärte wird durch die Drachensteine nicht beeinflusst.

Beispielbecken:

Iwagumi


Pagodenstein

[albumimgl]3960[/albumimgl] Pagodensteine sind geschichtete Steine mit unterschiedlicher Farbgebung. Exemplarisch sollen hier weiß/braune Pagodensteine vorgestellt werden. Durch ihr helles Erscheinungsbild, mit den sich abhebenden braunen Schichtungen, setzen sich die Pagodensteine stark von den anderen Steinsorten ab. Die Steine erinnern stark an natürliche Felslandschaften und bieten einen sehr guten farblichen Kontrast zu den Pflanzen.

Pagodensteine können geringe Mengen an Kalkeinschlüssen aufweisen, wodurch sie das Wasser leicht aufhärten können. Aus diesem Grund empfiehlt es sich mit weichem Wasser zu arbeiten oder die Steine bei Pflanzen und Fischen einzusetzen, die härteres Wasser bevorzugen.




Basaltstein

[albumimgr]3961[/albumimgr]Basaltsteine haben vulkanischen Ursprung und je nach Entstehungsort eine relativ variable Zusammensetzung. Ihr Erscheinungsbild ist jedoch weitestgehend ähnlich. Diese schweren Steine haben meist ein dunkles Erscheinungsbild und wirken optisch sehr ansprechend. Steinaufbauten und Felsarrangements sind mit diesem Gestein gut zu realisieren. Basaltsteine findet man in der Natur oder auch bei Natursteinhändlern. Im Aquaristikhandel werden diese Steine meist nicht angeboten, obwohl sie sehr dekorativ sind.

Basalt gibt in der Regel keine aufhärtenden Substanzen an das Wasser ab.

Beispielbecken:

54 Liter


Asiatisches Lochgestein

[albumimgl]3967[/albumimgl] Asiatisches Lochgestein sticht mit seiner sehr hellen, teilweise auch weißen Farbe sehr heraus. Mit diesem Gestein lassen sich gut Höhlen und Klufte bilden. Eine besondere Eigenschaft dieses Gesteins ist die recht starke Aufhärtung des Wassers, da es sich um Kalkstein handelt und somit die Gesamthärte und auch die Karbonathärte steigt.

Asiatisches Lochgestein eignet sich somit primär für Chilidenaquarien oder Becken die primär Fische und Pflanzen beinhalten, die eine hohe Wasserhärte bevorzugen. Aus diesem Grund findet es in der Naturaquaristik bzw. beim Aquascaping wenig Anwendung.


Riffgestein

[albumimgr]3968[/albumimgr] Riffgestein stammt aus dem Meerwasser von toten Riffen. Es ist aus diesem Grund nicht besonders gut für die Aquariengestaltung zu gebrauchen, da es das Wasser relativ stark aufhärtet. Die Formen sind dagegen sehr interessant und bieten mit ihrer hellen Farbe einen Hingucker im Becken. Leider zersetzen sich die feinen Strukturen des Gesteins relativ schnell im Wasser. Mit Pflanzen, welche härteres Wasser bevorzugen, lassen sich somit aber dennoch hübsche riffähnliche Bereiche im Aquarium einrichten. Riffgestein soll jedoch auch Nitrat und Phosphateinschlüsse aufweisen können, die ggf. zu unschönen Überraschungen führen.
Bei Chilidenbecken sollte diese Steinart gut einzusetzen sein. Diese Steine sind zudem recht leicht.


"Aquarienfelsen"

[albumimgl]3969[/albumimgl] Aquarienfelsen sind abwechslungsreiche Steine mit Kratern, Rissen, Höhlen und allen möglichen weiteren Formen. Das Gestein hat ein sehr geringes Eigengewicht und die Struktur erinnert an Lavasteine, jedoch in grauer Variante. Es lassen sich schöne Aufbauten mit diesen Steinen realisieren, jedoch härtet auch diese Steinart das Wasser auf.
Wie bei dem asiatischen Lochgestein und dem Riffgestein kann diese Steinart aber gut bei Chilidenbecken eingesetzt werden und dort ihr Potential entfalten.





Schiefer

[albumimgr]3988[/albumimgr]Schiefer oder auch Tonstein bzw. Tonschiefer genannt, existiert in unterschiedlichen Farbtönen. Primär sind Schieferplatten bekannt, jedoch gibt es auch größere Schiefersteine, die sich gut zur Dekoration eignen. Platten können ebenfalls mit z.B. Aquariensilikon zusammengeklebt werden und bieten hierdurch mannigfaltige Formen. Plateaus oder treppenartige Ansteigungen sind so zu realisieren.
Tonschiefer gibt in der Regel keine Aufhärtenden Substanzen an das Wasser ab. Es gibt wohl auch noch Ölschiefer. Dieser ist für eine Nutzung im Aquarium nicht geeignet.
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

falls ihr noch Steinsorten kennt bzw. Fotos davon habt, würde ich diese gerne mit in den Bericht einfügen. (von Schiefer hatte ich z.B. keine Fotos parat).
 

Ronny

Member
Hallo,

finde diese Austellung auch sehr gut.

Habe mich mal hingesetzt und alles in eine PDF kopiert, damit ich mir immer schnell Infos holen kann.

Falls diese jemand benötigt und Tobi seine zustimmung gibt, könnte ich sie hier als Download reinstellen.

Gruß Ronny
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

als PDF bitte nicht veröffentlichen. Bzw. nur wenn dort auch groß Flowgrow.de zu sehen ist. kannst mir ja mal ein Probeexemplar davon zumailen (tobi ät flowgrow.de)
 

GeorgJ

Active Member
Hi,
einen Nachteil kann es bei totem Riffgestein noch geben:
Es können Phosphat- oder Nitratreste enthalten sein, die sich später im Wasser lösen können - je nach Stein manchmal von erheblichen Ausmaß - im Meerwasser werden diese Stoffe in höheren Konzentrationen ja gemieden.
Dagegen kann man die Steine vorher länger in einer NaOH Lösung einlegen (fragt mich bitte nicht wie lange und welche Konzentration der Lösung). Ein weiterer Nachteil ist bei Einbringen in weiches Wasser zu erkennen: die schönen feinen Strukturen lösen sich nach rel. kurzer Zeit schon auf.

@ Tobi: Ein super Artikel. :D
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Schorschii,

danke für den Hinweis.


Falls irgendwer noch schöne Beispielbecken sieht, würde ich mich sehr über einen Hinweis freuen, damit ich diese in den Artikel einfügen kann.
 

Henning

Member
Hey Tobi ,
echt toller beitrag.

Habe noch Steine ausem Urlaub weis bloß nicht welche das sind da die mit keinen oben beschriebenden ähnlichkeiten haben. Und ich weis auch nicht ob sie aufhärten oder nicht . Es gibt doch sone methode wo man sowas auf den Stein Tröpfelt und wenn es schäumt härtet es auf. Kann mir da jemmand weiterhelfen ????

LG Henning
 

Sabine68

Active Member
Hi Henning,

Es gibt doch sone methode wo man sowas auf den Stein Tröpfelt und wenn es schäumt härtet es auf. Kann mir da jemmand weiterhelfen ????

Essig/-essenz oder Salzsäure :wink:
 
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