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Postby Biotoecus » 29 Aug 2014 21:42
Hallo Markus,

omega wrote:Hallo Martin,

Biotoecus wrote:man sollte sich nicht verblüffen lassen durch diese chemischen Herleitungen und Erklärungen.
Das ist zwar nett zu lesen, geht aber an der Fischhaltung in aller Regel vollkommen vorbei.
Wie auch hier mal wieder sehr schön belegt wird.

ich hab da wohl einen Nerv bei Dir getroffen.


Nö, das Fass hast Du ja selbst aufgemacht.

Hallo Sven,

Du pflegst Rote Neons - einen ausgeprägter Weichwasserfisch - zusammen mit Guppys, die es eher lieber härter mögen. Das beißt sich sehr. Wegen der Neons könntest Du runter auf 2°dKH und darunter, was aber den Guppys nicht schmecken würde.


Du äußerst Deine Meinung, ich die meine. Recht von uns hat bzgl. Roten Neon und Guppy wohl keiner von uns. Oder kannst Du in den Fisch hineinsehen?
Jetzt kommt sicher gleich wieder die Erfahrungmasche, mit der man meint, alles und jedes Gegenargument wegreden zu können. Hat die eigene langjährige Erfahrung gezeigt, daß etwas gut funktioniert, heißt das noch lange nicht, daß das nun der richtigere oder gar einzige Weg ist.

Grüße, Markus


Das war nun das universelle Totschlagargument welches immer kommt wenn die wirklichen Argumente ausgehen.

Wird gerne von Leuten verwendet, die keine Erfahrung haben aber gerne mitreden wollen um des Mitredens willen.

Beste Grüße
Martin
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Postby svenmc83 » 29 Aug 2014 23:54
Abend zusammen!

Also um mal ein bisschen die Luft rauszunehmen:
In erster Linie hat mir Markus ein paar Sachverhalte erklärt, nach denen ich auch explizit gefragt habe. Hier ging es um Hintergrundwissen zur Karbonhärte und zur Leitfähigkeit und nicht darum mich wegen meiner Fische in die Schranken zu weisen. Ich finde er hat es sehr anschaulich erklärt.

Markus, ein dickes :tnx: für deine Zeit und deine Geduld.

Ich werde wegen der Fische auch nicht gleich in Aktionismus ausbrechen, diese beide Arten befinden sich schon Jahre gesund und munter in meinem Becken. Das Gelernte bricht ja auch jeder für sich nochmal runter. Die meisten Lebewesen habe große Toleranzbereiche, wie auch wir Menschen, und es kommt oft eher drauf an in welcher Umgebung die Individuen aufgewachsen sind. Solange ich mit Lebewesen aber nicht sprechen kann, ist es doch nur sinnvoll sich für die Allgemeinheit an der Natur zu orientieren. Die Neons sind in meinem Wasser gesund und munter, im Gegenteil, ich habe sogar ziemlich verwahrloste Exemplare wieder aufgepäppelt. Vermehren werde ich sie hier wohl nicht können. Unser aller Leben besteht aus Abstufungen und Kompromissen :D

Aber zurück:
Ich weiss nun was ich mit der Leitfähigkeit anfangen kann und warum meine KH höher als meine GH sein kann. So kann ich weiter drüber nachdenken und mich besser in die Materie einarbeiten, ist doch super! Markus hat mich hier echt weiter gebracht.
Ich stelle jetzt mal eine Laienhafte Vermutung an. Hydrogencarbonationen binden sich mit Kationen, Na+, K+, Mg+, Ca+. (Ich weiss leider nicht was sonst noch in meinem Wasser rumschwirrt). Ich hatte noch vor kurzem einen extremen Kaliumüberschuss im Becken, selbst nach 2maligem großem, 70-80% igen WW war Kalium noch >20mg/l. Könnte es sein dass die KH daraus resultiert oder ist das nur ein bescheuerte Annahme mit Tunnelblick? :shock:

Wie dem auch sei, morgen werde ich mir Aufhärtesalz besorgen und hoffentlich die Anlage zusammenbauen, ihr habt mich auf den richtigen Weg gebracht! :tnx:

Viele Grüße,

Sven
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Postby Frank2 » 30 Aug 2014 09:38
Ich halte KH und allgemeine Leitfähigkeit für die wichtigen Größen. Die meisten als weich bekannten Fische brauchen kein saures Wasser zur Zuchtstimulanz, sauber, und wenig KH/Leitfähig reicht allermeist vollkommen.


Ganz meine Meinung.

Von 15°dKH runter auf 6-7 ist noch kein wirklich großer Wurf.


Ich halte das für einen sehr großen Wurf. Sowohl hinsichtlich der Pflanzen als auch hinsichtlich der gepflegten Fische. Und ich halte das für vollkommen ausreichend.

Du kannst bestimmte Salmler sogar in neutralem bis leicht alkalischem Wasser züchten, entscheident ist, wie hier auch schon ausgeführt, dann allerdings die KH.

@ Martin. Warum bist Du so hart mit den Menschen?

Viele Grüße
Frank
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Postby omega » 30 Aug 2014 13:07
Hallo Sven,

svenmc83 wrote:Ich stelle jetzt mal eine Laienhafte Vermutung an. Hydrogencarbonationen binden sich mit Kationen, Na+, K+, Mg+, Ca+.

die Hydrogencarbonationen schwimmen unabhängig von den Kationen im Wasser rum. Anionen und Kationen sind frei beweglich. Wären sie an ihnen gebunden, hätte man kristallines Salz. Löst man Salze in Wasser, dissoziieren (teilen sich auf) die Salzmoleküle zu Anionen und Kationen. Alle Salze dissozieren, wenn sie in Wasser gelöst werden. Das macht ein Salz u.a. aus. Zucker z.B. löst sich auch in Wasser, Zucker dissoziiert aber nicht, weshalb er den Salzgehalt nicht erhöht. Deshalb ist Zucker kein Salz, auch wenn er so aussehen mag und wie Salze Kristalle bildet.
Eines, was Anionen und Kationen gemeinsam haben, ist die jeweilige Gesamtanzahl ihrer Ladungen. Wären sie nicht gleich, stünde das Wasser unter el. Spannung. Ansonsten "verbindet" sie nichts.

(Ich weiss leider nicht was sonst noch in meinem Wasser rumschwirrt).

Chlorid (Cl-), Sulfat (SO4--), Nitrat (NO3-), Ammoniak (NH3, ungeladen), Ammonium (NH4+) und so ziemlich alles andere, was in Trinkwasseranalysen aufgeführt ist.

Löst man z.B. Kaliumsulfat und Natriumhydrogencarbonat im selben Wasser auf, kann man anhand einer solchen Salzösung nicht mehr feststellen, daß es vorher Kaliumsulfat und Natriumhydrogencarbonat waren. Genauso gut hätten es Kaliumhydrogencarbonat und Natriumsulfat sein können, da die Anionen und Kationen frei beweglich sind und man daher auf ihre Ursprungsform nicht mehr zurückschließen kann.

Ich hatte noch vor kurzem einen extremen Kaliumüberschuss im Becken, selbst nach 2maligem großem, 70-80% igen WW war Kalium noch >20mg/l. Könnte es sein dass die KH daraus resultiert oder ist das nur ein bescheuerte Annahme mit Tunnelblick? :shock:

Kommt darauf an, in welcher Form das Kalium ins Wasser gelangt ist. Als Kaliumnitrat, Kaliumsulfat oder Kaliumchlorid erhöht es die KH nicht, als Kaliumhydrogencarbonat aber schon. Aquaristischer Kaliumdünger enthält normalerweise kein Kaliumhydrogencarbonat, weil das eben die KH erhöhen würde, was man üblicherweise nicht will.

Du hast ja Knott Soil im Bodengrund. Eventuell hat es Kalium über einen längeren Zeitraum akkumuliert, ist nun vollgeladen und gibt es nach einem Wasserwechsel wieder ab? Ich kenn mich mit Soil aber nicht wirklich aus.

Grüße, Markus
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Postby omega » 30 Aug 2014 13:26
Hi,

noch zur Info: bzgl. GH und KH wird im Web teilweise haarsträubender Blödsinn geschrieben, wie z.B. auf http://www.aquatips.de/wasser.htm:
Karbonathärte:
Die Karbonathärte drückt den Gehalt von Salzen aus. Die Karbonathärte (KH) wirkt sich auch auf den ph-Wert aus ( ph-Wert ). Außerdem beeinflusst er den Kohlendioxidgehalt des Wassers.

Nichtkarbonathärte
Doch der Härtegrad des Wassers wird nicht nur von Karbonaten, sondern auch auch von anderen Salzen beeinflusst. Dazu zählen zum Beispiel Sulfate. Dieser Anteil der Wasserhärte wird als Nichtkarbonathärte bezeichnet. Sie spielt jedoch eine nicht so grosse Rolle wie die Karbonathärte.

Gesamthärte
Normalerweise wird die Summe aus Karbonathärte und Nichtkarbonathärte als Gesamthärte bezeichnet. Sie wird in dGH angegeben.

Von Calcium und Magnesium kein einziges Wort.

Was KH, nKH und GH tatsächlich sind, ist auf http://www.trinkwasserspezi.de/haerte.html zusammengefaßt.

Grüße, Markus
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Postby Fino » 30 Aug 2014 15:13
Hallo Markus,
omega wrote:Was KH, nKH und GH tatsächlich sind, ist auf http://www.trinkwasserspezi.de/haerte.html zusammengefaßt.

Naja, erst steht da KH<=GH, um dann sogleich zu sagen: korrekter ist sog. Säureverbrauch: KH = m * 2,8 (was dann auch wieder KH>GH bedeuten kann.

Viele Grüße
Klaus
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Postby Biotoecus » 30 Aug 2014 15:22
Hi,
wichtig in der Aquaristik ist doch nur die chemischen Zusammenhänge zu verstehen!
Wenn man weiss was KH, GH, LF, PH und NO2 sind, dann hat man die Aquaristik so richtig verstanden.
Gruß
Martin
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Postby svenmc83 » 04 Sep 2014 22:03
Hallo zusammen!

Heute habe ichendlich eine 5-stufige Osmoseanlage in der Küche eingebaut. :bier:
Da ich diesen Monat die KH in meinem großen Aquarium noch unberührt lassen möchte, um erkennen zu können ob andere Veränderungen greifen, habe ich mich entschlossen die KH erstmal in meinem kleinen Nano Becken zu senken. Dieses hat Brutto 30 Liter, ich schätze Netto auf 25 Liter Wasser.

Es herrscht dort eine KH von 10. Mein Plan ist Osmosewasser mit Dudrakon auf KH 5 aufzuhärten und damit dann 50% Wasser wöchentlich zu wechseln. Das wären dann 12,5 Liter.

Ergebnis 1. Woche = KH10 + KH5 = 15; 15:2= KH 7,5
Ergebnis 2. Woche = KH7,5 + KH5 = 12,5; 12,5:2= KH 6,25
Ergebnis 3. Woche = KH6,25 + KH5 = 11,25; 11,25:2= KH 5,625
Ergebnis 4. Woche = KH5,625 + KH5 =10,625; 10,625:2= KH 5,3125

Somit wäre ich nach 4 Wochen fast an dem gewünschten KH5 angekommen, wobei der erste Sprung der größte wäre, auf anhieb um 2,5 KH runter.

Was ist hierzu eure Meinung? Geht das zu schnell oder ist das in Ordnung? Im Becken leben ca. 15 Sakura Garnelen + einige Jungtiere.

Liebe Grüße und schönen Abend,

Sven
Beste Grüße,
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Postby moskal » 05 Sep 2014 11:29
Hallo Sven,

für Sakuras und die ganzen anderen Neocaridina davidi varianten geht das in Ordnung so.

Gruß, helmut
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Postby svenmc83 » 05 Sep 2014 19:28
Danke Helmut! :bier:
Ein schönes Wochenende wünsche ich!
Beste Grüße,
Sven

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Postby Flax » 28 Dec 2018 14:07
Wuestenrose wrote:Hallo Sven…

svenmc83 wrote:Mir ist nicht ersichtlich wieso dieser Rechner KEINEN Unterschied zwischen KH und GH macht.

Weil es beim Ändern der Wasserwerte durch Verschneiden auch keinen Unterschied gibt. Du kannst nicht die KH entkoppelt von der GH ändern. Willst Du die KH halbieren, halbiert sich unabänderlich auch die GH. Und deshalb ist es wurscht, was Du in den Rechner eingibst, Du musst lediglich konsequent einen der beiden Werte eingeben.

Ich würde der Einfachheit halber mit dem zukünftigen Wasser wasserwechseln und gut isses.

Grüße
Robert


Hallo Zusammen,

ich hoffe Ihr habt die Weihanchtstage gut überstanden :wink:

Ich kram gerade ein wenig rum und fand das interessant.
Wenn ich das nun richtig verstehe, halbiert man die Werte beim Verschnitt von Osmose Wasser mit Frischwasser (ausgehend von einer 50/50 Mischung bzw. entsprechend dem wie man es mischt ;-))

Somit werden (wenn ich das richtig daraus verstehe) auch andere Inhaltsstoffe des Wassers (Calcium, Magnesium usw) entschrechend reduziert ?!?
Das Würde mir zb. sehr entgegen kommen da ich in unserem Trinkwasser einen Calcium Anteil von 44 - 48 mg/l habe,
der MG-Anteil liegt hier bei 5,5.
Wenn ich somit "nur" noch 20mg/l Calcium im WW hätte könnte ich fast entspannt ein ernig mehr Bittersalz zugeben unm ein besseres Ca:Mg Verhältniss zu bekomme (liegt derzeit bei 7,8:1).

Würde mich über einekurze Antwort freuen!

lg
Wendelin
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Postby unbekannt1984 » 28 Dec 2018 14:34
Hallo Wendelin,

Flax wrote:Das Würde mir zb. sehr entgegen kommen da ich in unserem Trinkwasser einen Calcium Anteil von 44 - 48 mg/l habe,
der MG-Anteil liegt hier bei 5,5.

ich habe hier etwa 80mg/l Ca aus der Wasserleitung und verschneide 1:1 mit Regenwasser. Bei deinen 44-48mg/l Ca brauchst du nicht groß verschneiden, einfach Bittersalz hinzufügen und gut ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

"Which mindset is right? Mine, of course. People who disagree with me are by definition crazy. (Until I change my mind, when they can suddenly become upstanding citizens. I'm flexible, and not black-and-white.)" (Linus Torvalds)
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