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Beitragvon Roger » 05 Nov 2009 15:08
Hallo Sebastian,

das Thema Chelatierung in Bezug auf die Filterung halte ich auch für sehr wichtig.
Ich habe in meinem gering gefiltertem Becken beim Einsatz eines sehr gut chelatierten Volldüngers die Beobachtung gemacht, das sich der Wuchs der Pflanzen deutlich verlangsamt und dieser nach einiger Zeit vollständig zum Stillstand gekommen ist.
Nach dem Wechsel auf einen organisch chelatierten Dünger der Eisen in 2-wertiger Form enthält war diese Problematik schlagartig behoben und führte zu einer Wachstumsexplosion.

Anscheinend werden die Chelate des Düngers bei stärkerer Filterung durch diese besser aufgebrochen und Eisen ist dadurch den Pflanzen besser zugänglich.

Im allgemeinen vermute ich, das ein starker Zusammenhang zwischen einer möglichen/notwendigen Filterung und der jeweiligen Mikroflora eines Beckens besteht. Das ist genau so verschieden wie die Nährstoffansprüche eines jeden Beckens.

Tutti ist für mich ein Paradebeispiel. Er verfolgt mit geringen Abweichungen ein ähnliches Konzept beim Betrieb seiner AQ und vor allem impft er ein neues Becken immer mit Mulm eines seiner gut laufenden an. Daraus scheint sich eine reproduzierbare Mikroflora zu entwickeln die immer zum gewünschten Erfolg führt. Wer einmal solch einen Mulm "herangezüchtet" hat, kann den eigentlich in Gold aufwiegen lassen. :roll:
Gruß
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Beitragvon Sabine68 » 05 Nov 2009 15:17
Hi zusammen,

bei der Rotfärbung/Wachstumsgeschwindigkeit verschiedener Pflanzen kommt mir Ammonium in den Sinn.
Diverse Pflanzen nehmen wohl bevorzugt Ammonium auf. Hier könnte vielleicht die Geringfilterung den Vorteil haben, daß die Pflanzen besser/länger drankommen, als wenn es zusätzlich im Filter (und dadurch auch schneller) zu Nitrat abgebaut wird - vorausgesetzt es ist ein besetztes Aquarium. Bei nitratliebenden Pflanzen ist das vielleicht genau anders rum
Nur so ein Gedankengang.

Bei mir gab es mit starker Filterung immer Probleme bezügl. Algen in sämtlichen Variationen
Viele Grüße
Sabine


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Beitragvon amano_fan » 05 Nov 2009 15:44
Das mit Ammonium/Nitrat finde ich auch eine sehr wichtigen Punkt. Im allgemeinen lässt sich sagen, dass wenn Ammonium vorhanden ist weniger bis gar kein Nitrat benutzt wird. Ammonium lässt sich leichter in organische Moleküle einbauen, als Nitrat
(welches innerhalb der Pflanze auch erst wieder in Ammonium umgewandelt wird, mit großem Aufwand)


Eine geringe Filterung bietet den Stickstoff länger als Ammonium an und ist von diesem Standpunkt aus vielleicht "pflanzenfreundlicher", und solange der pH-Wert stimmt auch für die Fische in Ordnung. Allerdings kommt in natürlichen Gewässern der Stickstoff fast ausschließlich als Nitrat vor, so auch im Boden.
Siehe hier:
Mfg

Michi
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Beitragvon Biotoecus » 05 Nov 2009 18:53
Hallo,

ich würde in erster Linie einmal wissen wollen was Geringfilterung denn nun ist.
Dazu müsste man sich darauf einigen einen Modus zu finden, der das Volumen der eingesetzten Filtermedien in Bezug stellt zur Beckengröße.
In erster Annäherung würde ich da alle Filtermedien über einen Kamm scheren.

Als Beispiel:
Beckengröße Brutto: 54 Liter (Eheim 2008)
Volumen Filtermaterial: 6,5 x 5,0 x 5,5 cm = 0,179 Liter (Mattenquader selbst gemassen)

Teile ich nun das Filtervolumen durch das Aquariumvolumen erhalte ich einen Faktor von 0,0033.

Anderes Beispiel:
Beckenvolumen Brutto: 455 Liter
Volumen Filtermaterial: 4,9 + 7,3 = 12,2 Liter (lt. Eheim 2026 + 2028 Datenblatt)

Gäbe einen Faktor von 0,027.

Nächstes Beispiel:
Beckenvolumen Brutto: 96
Volumen Filtermaterial: 55 x 10 x 5cm = 2,75 Liter (Mattenfilter mit selbst zugeschnittener Matte)

Faktor: 0,029

Auf diese Weise könnte man zumindest eine Unterteilung vornehmen wie Geringfilterung, Mittelfilterung und Starkfilterung unterteilt werden können.

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon Bratfisch » 05 Nov 2009 19:57
Hallo Martin.

Martin Krüger hat geschrieben:Ich würde in erster Linie einmal wissen wollen was Geringfilterung denn nun ist.
Dazu müsste man sich darauf einigen einen Modus zu finden, der das Volumen der eingesetzten Filtermedien in Bezug stellt zur Beckengröße.


Die komplette Beckeneinrichtung, alle Oberflächen, sind Filterflächen. Zwar könnte man auf die zwangsdurchströmten Substrate reduzieren, aber die Grenzen von Zwangsdurchströmung und lediglich Anströmung sind fließend. Ein Blätterwald ist ein mehr oder weniger zwangsdurchströmtes Medium mit extremer Porenweite. So in der Art.

---

Ingo
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Beitragvon Biotoecus » 05 Nov 2009 20:03
Hallo Ingo,

Bratfisch hat geschrieben:Hallo Martin.

Martin Krüger hat geschrieben:Ich würde in erster Linie einmal wissen wollen was Geringfilterung denn nun ist.
Dazu müsste man sich darauf einigen einen Modus zu finden, der das Volumen der eingesetzten Filtermedien in Bezug stellt zur Beckengröße.


Die komplette Beckeneinrichtung, alle Oberflächen sind Filterflächen. Zwar könnte man auf die zwangsdurchströmten Substrate reduzieren, aber die Grenzen von Zwangsdurchströmung und lediglich Anströmung sind fließend. Ein Blätterwald ist ein zwangsdurchströmtes Medium mit extremer Porenweite. So in der Art.

---

Ingo


Judge Dredd würde nun sagen: "Ich wusste das er das sagt!" :D

Tatsächlich geht es aber um die technischen Filtermedien, die durch Pumpen oder Filter zwangsdurchströmt werden.
Der klassische Begriff der Filterung.
Und es geht darum ob diese Filtermedien den Pflanzen Nährstoffe streitig machen.
Und die Frage ist, ab welcher Größenordnung tritt dies ein?

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon nik » 05 Nov 2009 21:31
Hallo Martin,

zur Geringfilterung habe ich ja schon erheblich hier und auch im AiD geschrieben. Die basiert auf einem nicht zusätzlich befilterten Aquarium in dem bei Problemen sukzessive Filtersubstrat aufgestockt wird bis die verschwinden. Da diese Vorgehensweise die unterschiedliche Belastung, die spezielle Mikroflora, die evtl "filternden" Eigenschaften des Bodengrundes und alle anderen unbestimmten Faktoren eines Aquariums berücksichtig, lässt sich Geringfilterung also in einem Fisch- als auch Pflanzenaquarium betreiben. Es ist eine relative Filterung mit einem Start mit zu wenig Filtersubstrat das bis zu einem gerade notwendigen Maß erhöht wird! Eine Formel ist also nicht. ;) Mehr Erläuterung braucht es dazu nicht. Diesem Ansatz lässt sich so schon entnehmen, dass "Geringfilterung" möglichst wenig Einfluss auf die Nährstoffsituation nehmen soll.

@ Tobi
Wenn du von roteren Pflanzen sprichst dann hat das eher mit einem partiellen Nährstoffmangel zu tun. Das Filtersubstrat ist da nicht wirklich entscheidend. Es ist sicher richtig - und ein Indiz ;) - dass bei wenig Filtersubstrat die Ausfällungen geringer sind und die Pflanzen wüchsiger, grüner sind/sein können. Berücksichtigt man das, lassen sich die für kräftige Farben notwendigen Mängel leicht erzeugen. Zurzeit dünge ich üppig Mikro und zusätzlich Fe, die Makros laufen in den Mangel. Da Phosphat im Wechselwasser reichlich ist, wird das wohl gespeichert, aber bis es zu Mängeln kommt dauert es einige Wochen und spielt praktisch keine Rolle. Das Aquarium ist in jedem Fall in Stickstoff kurz, in K wohl auch. S und Ca wird nicht zugegeben und ist Gegenstand meiner Betrachtung. Die Verkrüppelungen mancher Triebe könnten die Folge eines relativen Ca-Mangels sein. Wie im letzten Post schon erwähnt, ist das Wachstum ambivalent, neben den verkrüppelten sind die meisten Triebe durchaus als wüchsig zu bezeichnen. Die R. rotundifolia wird langsam umfangreicherer und ist so rot wie schon lange nicht mehr. Die M. hirsuata wächst üppig in tadellosem Grün, die HCC ziemlich schnell, absolut einwandfrei . Lediglich die P. spec. (kann auch P.Stellatus oder die von Sabine sein :D ) hinkt relativ hinterher. Die H. micreantemoides wächst gut, aber ich sehe ihr Nährstoffmangel an. Sie bildet auch Wasserwurzeln und ich hoffe sie wird mir zeigen was fehlt.

Aus obigem ergibt sich, dass ich "Geringfilterung" wegen seines möglichst geringen Einflusses auf die Nährstoffe für günstiger halte. Was da an Beeinflussung der Nährstoffe "verloren" geht, lässt sich - vermutlich einfacher - genauso über die Wasserdüngung kompensieren.
Ich habe keinen Zweifel, dass ein mikrobiologisch gut laufendes Becken auch mit üppiger Filterung und "filterndem" Kies ausgezeichnet laufen kann - das Gesamtpaket muss halt stimmen. Läuft es mikrobiologisch nicht einwandfrei, kann man mit geringer Filterung IMHO mehr erreichen.

Interessanter denke ich mir die Betrachtung "Boden- vs. Wasserdüngung".

Edit: nun weiß ich was ich vergessen hatte. Der erwähnte langsamere Wuchs bei einer sehr starken Filterung lässt sich auch bei "Geringfilterung" erreichen. Interessanterweise ist es bei mir nie ein Problem in CO2 zu limitieren. Und mein Sohn ist Fachmann in algenfreiem Kümmerwuchs, erreicht mit einer mittelprächtigen CO2 versorgung in Kombination mit einer geringen Mikro- und Makrodüngung.
Was bei mir und auch bei meinem Sohn eine nicht unerhebliche Rolle spielt ist die grundsätzliche Zugabe von Preis Mineralsalz zum Wechselwasser.

Gruß, Nik
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Beitragvon Tutti » 06 Nov 2009 00:22
Nabend,


dann hau ich auch mal rein!
Ich muß als erstes sagen das vieles,was wir hier zusammentragen leider nur Vermutungen sind !
Der Ansatz der Mikroflora ist hierfür das beste Beispiel,es hört sich alles ganz plausibel an,es sind aber nur Vermutungen!
Da ich ja kein Freund der Geringfilterung (nicht filterung) bin,mache ich damit mal weiter: Meist wird hier im Forum zu der Geringfilterung dann noch Sand empfohlen,wenn dazu noch regelmäßig die Scheiben gereinigt werden und größere Pflanzenschnitte erfolgen wo sollen sich denn Bakterien (Mikroflora) bilden,nach meiner Ansicht befindet sich das Becken dann mehr oder weniger immer in einer Kritischen Phase und ist von einem gut eingelaufenen Becken weit entfernt.
Wie Roger schrieb impfe ich immer mit Mulm an,das ist richtig,das hat aber nichts mit meinem Super Mulm zu tun,den habe ich auch wirklich einigen Leuten schon zugesendet die ähnliches Vermutet hatten und bei diesen Leuten hat der Mulm schlichweg versagt,das ist eben auch nur ein kleines Puzzleteil im Ganzen.
Hier wurde als Beispiel von starker Filterung oft von mir gesprochen,dazu passt ja meine "magere Düngung" und grobes Substrat nun auch garnicht zum Ansatz der Geringfilterung,dazu kommt noch das ich meist auf Stoß nach dem Wasserwechsel dünge!
Eventuell wird der Einfluss eines voll bestückten Filters auf viele Nährstoffe auch überschätzt!?
Des Weiteren könnte es sein (wieder ne Vermutung) das,da ich meine WW immer mit Leitungwasser mit extremen Sauerstoffgehalt direkt aus der Leitung vornehme es wieder zu Rücklösungen aus dem mit Nährstoffen angereichertem Filtersubstrat kommt !
Die Wirklichkeit sieht ja so aus,das ganz Amiland und Japan megamäßig Filtern,viel krasser als ich,und damit sehr Erfolgreich sind!Und zwar wird oft das 8-10 Fache Beckenvolumen in der Stunde veranschlagt!
Das kann wieder damit zusammenhängen das die Durchflußgeschwindigkeit durch das Filternde Substrat die größere rolle spielt als das Substrat selbst .
Wenn die Filterleistung bei mir deutlich nachlässt,reinige ich meinen Filter auch und das nicht zimperlich sondern auch mal Gründlicher das kommt aber nur ca. alle 6-8 Monate vor.

Damit die Vermutungen weitergehen,was und wie viele Hemmstoffe,Stoffwechselprodukte und nach dem Schnitt Oxalsäuren,Pflanzensaft und was was ich alles durch die Pflanzen ins Wasser abgegeben wird ist eine weitere Unbekannte was kann da ein gut gefüllter Filter für nötige? Dienste leisten.
Der Grundgedanke der Geringfilterung ist richtig und auch von mir leicht nachzuvollziehen,die Realität hingegen sieht anders aus,warum das auch immer so ist kann ich nicht sagen.
Ich weiß aber das es mit vollem Filter und groben Substrat auch funktioniert und das bei ca.80% der erfolgreichen Aquascaper Weltweit,darum muß es andere Ansätze geben als Geringfilterung.
Ich hatte mich immer etwas darüber gewundert das vielen "Anfängern" die hier nach Hilfe suchen und wo die Beleuchtung die Wasserwerte usw. in etwa stimmten,geraten wird den Filter auszuräumen!Das geht bei den meisten Leuten die nicht das Wissen wie z.B. Nik oder Roger haben mit Sicherheit in die Hose.
Wozu soll das gut sein wenn im Wasser bei z.B. PPs pro oder EI Düngung immer alle Nährstoffe nachweisbar sind ?
Aber es führen ja bekanntlich viel Wege nach Rom,nur wenn in den Algenthemen fast nur Roger oder Nik zu Geringfilterung raten,(wobei ich eure Bereitschaft zu helfen hier positiv herausstellen möchte)kann leicht der Eindruck entstehen das,dies die gängigste und meist angewendete Methode ist,und das ist eben nicht der Fall.
Es ist dann nur immer blöd wenn ich in diesen Themen dann anworten würde,und meist genau das Gegenteil raten würde,darum bin ich dann meist immer lieder still ! :taucher:



Grüße Tutti
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Beitragvon Roger » 06 Nov 2009 01:15
Hi Tutti,

Ich hatte mich immer etwas darüber gewundert das vielen "Anfängern" die hier nach Hilfe suchen und wo die Beleuchtung die Wasserwerte usw. in etwa stimmten,geraten wird den Filter auszuräumen!Das geht bei den meisten Leuten die nicht das Wissen wie z.B. Nik oder Roger haben mit Sicherheit in die Hose.

Ganz so allgemein würde ich das nicht sagen. :roll: Wer normal oder stark filtert und seitens der Nährstoffe keine Schwierigkeiten hat wird von uns bestimmt nicht zur Geringfilterung überredet. :wink: Meistens ist es jedoch so, das offensichtlich verschieden Stoffe in übermäßigem Maß im Filter oder Bodensubstrat verschwinden und dann ist das Mittel der Wahl eine Reduzierung der Filtermasse. Meist geschieht solch eine Empfehlung immer in Verbindung mit dem Verweis die Suchfunktion des Forums zu benutzen und sich in die Geringfilterung einzulesen. Bisher ist da meines Wissens bei niemandem was in die Hose gegangen. :)

Es ist dann nur immer blöd wenn ich in diesen Themen dann anworten würde,und meist genau das Gegenteil raten würde,darum bin ich dann meist immer lieber still !

Schade......ich würde mich freuen wenn Du Dich äußerst und Wege aufzeigst wie es auch mit starker Filterung funktioniert. :wink:
Gruß
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Beitragvon Matthes » 06 Nov 2009 07:34
Hallo zusammen,
ich finde dieses Thema super interessant. Das Besondere sind Eure Beiträge, in diesem Thema wird angeregt darüber diskutiert wie gefiltert wird und welche Auswirkungen diese haben. Und das von den engagiertesten Flowgrowern - klasse weiter so, ich werde diesen Beitrag verfolgen. Ich finde es sehr schwer dieses Thema zu packen, denn alle Becken sind mehr als Unerschiedlich. Jedes Becken ist ein kleines Biotop und folgt seinen eigenen geschaffenen Gesetzmäßigkeiten. Ich denke auch kleinste Unterschiede zwischen zwei relativ gleichen Becken, können extrem unterschiedliche Ergebnisse bringen.
Meine Becken filtere ich mitlerweile wieder ziemlich stark. Ich bin nicht der Aquascaper vor dem Herren, sondern betreibe Fischbecken mit vielen Pflanzen. Durch die Filterung versuche ich Ammonium/Ammoniak zu vermeiden. Wenn weitere, für Pflanzen wichtige Nährstoffe, durch den Filter elemeniert werden, dann dünge ich diese halt zu.

Beste Grüße
Matthes
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Beitragvon Sabine68 » 06 Nov 2009 12:25
Hi Tutti,

Aber es führen ja bekanntlich viel Wege nach Rom,nur wenn in den Algenthemen fast nur Roger oder Nik zu Geringfilterung raten,(wobei ich eure Bereitschaft zu helfen hier positiv herausstellen möchte)kann leicht der Eindruck entstehen das,dies die gängigste und meist angewendete Methode ist,und das ist eben nicht der Fall.


Der Eindruck kann durchaus auf den ersten Blick entstehen. Aber wenn man mal weiter guckt, ist es in der Realität eigentlich so, daß die meisten die Becken eher stark gefiltert werden. Es werden von Händlern und Herstellern immer bessere und hochleistungsfähigere Filter mit Filtermedien angeboten. Das ist eigentlich mit das erste, was ich angeboten bekomme, wenn ich mir ein Becken kaufe. Der Eindruck "landläufig" ist, je stärker die Filterung, desto besser

Fakt ist aber, daß die es die Möglichkeit der Geringfilterung gibt und dadurch das ein oder andere Problem beseitigt werden kann. Hier und im AID lesen die Leute i.d.R. das erste Mal davon :wink:
Es hat ja noch keiner das Patenrezept gegen Algen erfunden, sonst gäbe es diese durchaus sehr interessannten Diskussionen nicht. Und so hilft manchmal auch nur "abklappern" der verschiedenen Möglichkeiten. Wenn also schon einer mit einer starken Filterung kommt, versucht man mal etwas anderes

Wie du richtig schreibst, es führen viele Wege nach Rom - die Geringfilterung ist einer davon, genauso wie deine Starkfilterung.
Interessant wäre es zu sehen, wo die Unterschiede liegen.
Warum die Starkfilterung z.B. bei dir funktioniert und bei mir nicht.


Oder wie Tobi am Anfang schon schrieb, welche Pflanzen, bei welcher Filterung, wie wachsen.
Wobei man die Strömung sicherlich auch in die Betrachtungsweise mit einbeziehen muss
Viele Grüße
Sabine


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Beitragvon Biotoecus » 06 Nov 2009 14:54
Hallo Nik,

nik hat geschrieben:Hallo Martin,

zur Geringfilterung habe ich ja schon erheblich hier und auch im AiD geschrieben. Die basiert auf einem nicht zusätzlich befilterten Aquarium in dem bei Problemen sukzessive Filtersubstrat aufgestockt wird bis die verschwinden. Da diese Vorgehensweise die unterschiedliche Belastung, die spezielle Mikroflora, die evtl "filternden" Eigenschaften des Bodengrundes und alle anderen unbestimmten Faktoren eines Aquariums berücksichtig, lässt sich Geringfilterung also in einem Fisch- als auch Pflanzenaquarium betreiben. Es ist eine relative Filterung mit einem Start mit zu wenig Filtersubstrat das bis zu einem gerade notwendigen Maß erhöht wird! Eine Formel ist also nicht. ;) Mehr Erläuterung braucht es dazu nicht. Diesem Ansatz lässt sich so schon entnehmen, dass "Geringfilterung" möglichst wenig Einfluss auf die Nährstoffsituation nehmen soll.

Gruß, Nik


Letztlich weichst Du mir aus. :D

Ich zeige Dir nun mal ein ungedüngtes und überfiltertes Aquarium, in dem ein paar Fische schwimmen.
Kein CO2, kein Dünger, nicht mal sonderlich viel Licht.

Maße: 150/50/50cm = 375 Liter
Filter: Eheim 2226 + JBL e1500

Eingerichtet am 13.07.2009:
Bild

Becken am 02.09.2009:
Bild

Bild 1 zeigt das neu aufgesetzte Becken. Dazwischen gab es eine nette Fadenalgenplage und die Kieselalgen waren auch gut zu passe. Die Vallisnerien kamen zudem aus Weichwasser und wurden direkt in KH 6 und GH 15 gesetzt.
Das Kontrollbecken sthet im übrigen gleich nebenan.
500 Liter mit einem JBL e1500 und wesentlich mehr Licht, CO2 Versorgung und Düngung Mikro und Makro.. Da sind die Vallisnerien nicht schneller oder besser.

Jetzt ist das Becken quasi algenfrei und nur auf den Steinaufbauten befinden sich Algenrasen.

Aus diesem überfilterten und ungedüngten Aquarium entnehme ich im 4-Wochen-Takt 80 Vallisnerien zwischen 20 und 60cm Länge.

Ich will damit keinesfalls die Theorie der Geringfilterung in Frage stellen, nur darf man nicht vergessen wo das andere Ende der Strickleiter ist.

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon nik » 06 Nov 2009 21:46
Hallo Martin,
Martin Krüger hat geschrieben:Hallo Nik,

... Letztlich weichst Du mir aus. :D

Warum sollte ich? Willst du mich fertigmachen? :D Habe ich was zu verbergen? Lies es halt noch mal durch.
Es lohnt auch nicht "Gegenbeispiele" aufzuzeigen, die habe ich nie in Frage gestellt! ;)

Die üblichen Algenpatienten sind doch häufig das Resultat gängiger allgemeingültiger Ansichten, die a) üppige Filterung mit schicken Hochleistungssubstraten präferieren und b) eine Düngephobie angesichts algenprovozierender Nährstoffüberschüsse entwickelt haben. Denen lässt sich mit Geringfilterung gut helfen. Tutti, du musst nicht still sein. Wenn es dir nicht zu viel ist, dann zeige denen deinen Lösungsweg. Für den Betroffenen hat es den Vorzug wählen zu können und es spielt auch eine Rolle sich damit wohl zu fühlen. Es gibt diesbezüglich keine Konkurrenz, mir ist es gleich wie jemand zu einem algenfreien Becken kommt.

Jetzt geht das wiederholt in die Richtung, funktioniert das, wie funktioniert jenes, was ist besser? Darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten, denn beides funktioniert. Es geht darum praktische Unterschiede im Pflanzenbecken herauszuarbeiten.
Mein Problem ist, die Unterschiede, die Tobi herausstellt, kann ich bestenfalls tendenziell bestätigen. Eine Quintessenz war ja, dass Starkfilterung partielle Verringerungen der Nährstoffe zur Folge hat. Rote Pflanzen haben schon mit partiellen Mängeln zu tun. N-Mangel macht rote Pflanzen. Auch wenn die Geringfilterung vom Ansatz her schon ungeeignet zur Denitrifikation ist, so lässt sich doch direkt über die Düngung ein partieller Mangel erzeugen. Ich sehe einfach keine Einschränkung gegenüber einer starken Filterung. Das Argument des langsamen Wuchses bei Starkfilterung wird auch auf Nährstofffällungen beruhen. Was mich immer wieder wundert, dass so viele Probleme haben über eine CO2-Limitierung Wuchs zu reduzieren. Mein Sohn hat sich spezialisiert auf algenfreien Kümmerwuchs. :D Das erreicht er mit einer mäßigen CO2-Zugabe und einer erschreckend liderlichen Mikro- und Makrodüngung! :lol: Mein 60x35x35 habe ich mit seinen Überschüssen eingefahren, die veränderten sich erheblich. Den Unterschied macht die Düngung, die Filterung ist identisch.

Gruß, Nik
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Beitragvon Biotoecus » 06 Nov 2009 23:28
Hallo Nik,

Ich bin ja auch als Algenfuzzi hier rein gestolpert und Du hast mir mal ordentlich den Kopp gewaschen und mir die Grundgedanken der Pflanzenaquaristik erklärt.
Und ja.
Manchmal schlagen die Lehrlinge zurück. :D

Ich klink mich hier nun aus, da die Schlagwörter "Starkfilterung" oder auch "Geringfilterung" eh nicht geklärt werden.

Das scheint mir so wie Anno Dunnemals "Fliterlos" oder "Techniklos".

Ich habe aus meinem 635l Becken 60 Stecklinge P. stellatus ins 455l verfrachtet. Weitere 10 Stecklinge wurden ins 96l gesetzt.

Wie die wachsen, werde ich ja sehen. Die Filterung ist überall unterschiedlich.

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon Tutti » 07 Nov 2009 03:50
Hi,


Fakt ist aber, das die es die Möglichkeit der Geringfilterung gibt und dadurch das ein oder andere Problem beseitigt werden kann. Hier und im AID lesen die Leute i.d.R. das erste Mal davon


Das ist es,das man eben hier das erste mal davon so richtig was hört,kann ja echt sein,das einige hier in Europa und sogar Weltweit eine Vorreiterrolle einnehmen und gerade einen neuen Trend setzen.
Dann sollte das aber auch bei Empfehlungen von Geringfilterung gesagt werden das es wohl bis jetzt,so wie ich das sehe,nur wenig "Vorreiter" gibt die diese Methode nutzen und damit auch erfolgreich sind!
Die Frage die sich mir da stellt,in Japan und den USA schläft die Scaping -und Pflanzen Scene ja auch nicht gerade auf Bäumen,aber von Geringfilterung habe die wohl noch nichts gehört und wenn doch wenden sie diese nicht an,warum ist das so?

Wie du richtig schreibst, es führen viele Wege nach Rom - die Geringfilterung ist einer davon, genauso wie deine Starkfilterung.
Interessant wäre es zu sehen, wo die Unterschiede liegen.
Warum die Starkfilterung z.B. bei dir funktioniert und bei mir nicht.


Wenn wir das rausfinden würden,dann würden wir reich sterben :P

Die üblichen Algenpatienten sind doch häufig das Resultat gängiger allgemeingültiger Ansichten, die a) üppige Filterung mit schicken Hochleistungssubstraten präferieren und b) eine Düngephobie angesichts algenprovozierender Nährstoffüberschüsse entwickelt haben


Das stimmt doch so nicht mehr,die meisten Leute informieren sich schon über die neuen Düngekonzepte und haben trotzdem Probleme und schreiben ihren Hilfe-Post erst dann,obwohl sie schon im Vergleich zu "früher" :engel: Unmengen an Makros ins Becken kippen.
Du sprichst hier oft von deinem Sohn,die Art und Weise wie er die Aquaristik betreibt kannst du ja gerne als Beispiel heranziehen,aber ich denke mal das die meisten der Leute die hier Rumhängen möchten eben "Powerbecken" betreiben,damit meine ich überdurchschnittlich guten Wuchs mit massig CO2 und richtig Licht auf dem Becken,die wollen keine Wuchslimitierung in welcher Form auch immer.
Wenn so ein "Powerbecken" mal läuft macht das Riesen Spaß!

Als Vorschlag könntest du doch mal einen richtigen schönen Artikel zur Geringfilterung verfassen wo man alle Anzätze,Vor-und Nachteile nachlesen kann.
Wie man auch bei Neueinrichtung verfahren soll usw.
Das Ganze würde durch die Unterlegung von üppigen Pflanzenwuchsbildern in Geringfilterbecken auch sehr gut ergänzt werden können,dann kann man sich mal die einzelnen Pflanzen anschauen wie gut die wachsen.
Dann kann man immer mit Link dahin verweisen und man hat alles auf einen Blick parat zusammen und muß sich nicht einzelnen Stücke mit der Forensuche aus einzelnen Themen herraussuchen .

Diesen Ansatz wiederhole ich nochmal,was sgt ihr dazu ?

Meist wird hier im Forum zu der Geringfilterung dann noch Sand empfohlen,wenn dazu noch regelmäßig die Scheiben gereinigt werden und größere Pflanzenschnitte erfolgen wo sollen sich denn Bakterien (Mikroflora) bilden,nach meiner Ansicht befindet sich das Becken dann mehr oder weniger immer in einer Kritischen Phase und ist von einem gut eingelaufenen Becken weit entfernt.


Grüße Tutti
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