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Postby bocap » 16 Jan 2015 20:12
Hi Andreas,

Andreas S. wrote:Gäbe es durch H2O2 keine Nitrifikanten, käme NO2 auf. Meine Fische sind jedoch quicklebendig.

Ja, da muss ich dir recht geben. Ist halt alles eine Frage der Dosis. Ich denke wenn man niedrig prozentiges H2O2 "global" ins Wasser gibt oder über einen Söchting Oxidator einbringt, dann ist die Verdünnung halt so groß, dass es die Bakterien in Ruhe lässt. Beim Spottreatment mit z.B. 3%igem H2O2 denke ich schon das es lokal die Bakterien abtötet. Wieso sonst sollte 3%iges H2O2 in der Medizin zur Desinfektion eingesetzt werden?? :?

Andreas S. wrote:Gute Idee, aber was ist mit den Pflanzen? Nachts fänden die das ja noch gut...
aber tagsüber?

Na was soll das den Pflanzen schon machen wenn du Luftsauerstoff über einen Diffusor einbringst? Nix! :D
Wenn du Sorge um dein CO2 hast, dann dreh es für die Zeit halt weiter auf falls zu viel ausgetrieben wird. Halt gucken, dass du über den Dauertest nicht weniger CO2 wie jetzt drin hast.

Lieben Gruß
Sascha
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Postby Tigger99 » 16 Jan 2015 23:30
kiko wrote:Hallo Andreas,
(Off Topic und nicht lohnenswert zu diskutieren, 2Flaschen hätten reichen müssen - Punkt).

Paar Triebspitzen-CBs hatte ich mir mal mit reichlich Ammonium+Urea herangezüchtet. Der Befall war nicht viel und sehr überschaubar, aber eine Wirkung zeigte das Microblift Special Blend dagegen ebenfalls rein gar keine. (es sei denn der Gestank den das Mittel beim öfnnen verbreitet zählt dazu :roll: ).
Ich war da auch sehr enttäuscht, genauso wie zuvor vom MB Bio Carbon etc pp. Die MB Serie ist schließlich nicht grad billig verglichen zu Femanga Baktofit & Co, man könnte da schon was mehr erwarten. (das Baktofit klärt wenigstens visuell sichtbar das Wasser, ob es aber gegen bakterielle Trübungen wirkt denke ich eher nicht)
Aber man muß sich vielleicht schlicht auchmal von dem Gedanken verabschieden, das Bakterienmittel irgendwelche Wunder vollbrächten. Es scheint zumeist nunmal nicht übers anfüttern der Nitrifikationskette hinauszulaufen. Nur, das geht vermutlich aber auch günstiger.

Ja, geht viel günstiger mit hoher Menge von Urea und Starterbakties von J.. Da das Becken fast Bakterien leer ist macht das mit 50mg/l Startschubsen mit Starterbakties sinn für mich. Biofilm wird dominant mit Nitrifikations Bakties gebildet und fertig. Damit kommen noch nicht mal Kieselalgen beim Einfahren. Schlüssel ist der Biofilm und den kann man gezielt über Urea sinnig einfahren / bilden lassen. Ein Biofilm bildet sich ja so oder so und da gibt's sagen wir mal positiven, vorteilhaften oder halt weniger guten. Kann man das beeinflussen, ja aber nicht mit wischi waschi Aktionen und bisschen Placebo Maßnahmen. Weil unterschiedliche Bakties haben leider unterschiedliche Wachstumsraten. Und wie so oft im Leben versucht bzw. Ist das Böse schneller.
Schönen Gruß
Dirk
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Postby Larsmd » 19 Jan 2015 13:24
Ging es hier nicht mal um Niks Konzept zum Pflanzenaquarium und nicht um Andreas Becken?
Könntest einen separaten Thread eröffnen...
LG
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Postby nik » 23 Oct 2015 13:06
Hallo zusammen,

wird mal Zeit für was Neues! Bisher verwendete ich der Übersichtlichkeit halber ungedüngten Quarzsand. Die Ergebnisse waren auch so, dass ich in Pflanzenwachstum nichts vermisste. Im Gegenteil meist bremse ich Pflanzenwachstum lieber. Trotzdem blieb natürlich immer die Wirkung von gedüngtem Bodengrund ein für mich offener Punkt. Da die vorgedüngten Soils unterschiedlich sind, versuche ich es lieber mit einer neutralen Basis, d.h. Akadama und schau mir erst mal an wie das reagiert. Dann entscheidet sich ob ich das erst mit Nährstoffen belade oder das im laufenden Betrieb mache. Auf das hier beschriebene Konzept hat das evtl. in der Düngung Auswirkung, sonst evtl. in der "Filterleistung" durch das gröbere Substrat. Grundsätzliche Probleme erwarte ich nicht.

Werde also ein Becken mit Akadama aufsetzen. Dazu brauche ich Akadama und würde gerne mal in die Runde fragen, welches ist geeignet, was ist zu beachten und wo bekomme ich das her?

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby bocap » 23 Oct 2015 13:17
Hi Nik,

Akadama... Da kenne ich jemanden, der damit schon seit längerem sehr zufrieden ist! :pfeifen:

Ich kaufe meins immer hier. Hatte mal was wo anders bestellt - weiß nicht mehr wo - das war im direkten Vergleich nicht so fest wie das verlinkte, obwohl auch die harte Qualität.
10-20 mm Körung eignet sich super als Unterbau/Drainage
1-5 mm Körnung ist perfekt als Multikörnung
1-2 mm Nehme ich als Deckchicht
Das ganz grobe und das ganz feine kann man, muss man aber nicht!

Mit Nährstoffen aufladen würde ich nicht extra, dass passiert mit der Zeit von ganz alleine.

Viel Erfolg!

Lieben Gruß
Sascha
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Postby nik » 23 Oct 2015 14:45
Hi Sascha,

der link passt ja schon super. Danke.

Dein "Hidden Places" verfolge ich ja schon auch deswegen interessiert, weil das mit Stoß- und Urea-Tagesdüngung schon entsprechend meiner Düngung ist. Ich neige zu der 1-2mm Körnung, evtl von der 1-5mm ein wenig oben drauf. Was nicht beim ersten Testbecken eine Rolle spielen wird, aber sicher bei folgenden, ist die "Steigfähigeit". Hast du Erfahrung wie sich Steigungen mit Akadama realisieren lassen? Sand schwächelt da ja deutlich.

bocap wrote:Mit Nährstoffen aufladen würde ich nicht extra, dass passiert mit der Zeit von ganz alleine.

Ich will die Nährstoffversorgung schon anfänglich gewährleistet wissen, da will ich nichts, was mir dann Lücken in die Nährstoffversorgung lutscht. Aber mal sehen ...

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby Arami Gurami » 23 Oct 2015 14:52
Hi Nik,
schon mal über die Seachem Bodengründe (Flourite) als Alternative nachgedacht? Die sind passiv, aber enthalten Nährstoffe.
Liebe Grüße,
Aram
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Postby nik » 23 Oct 2015 15:12
Hi Aram,

nein, kein bisschen. Muss ich mal schauen. Danke für den Tipp.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby Arami Gurami » 23 Oct 2015 16:18
Hi Nik,
Tobi hat die schwarzen Varianten (Kies und Sand Körnung) mittlerweile bei sich im Shop:
https://www.aquasabi.de/suche?keywords=flourite

Genauere Infos zur Nährstoffzusammensetzung kriegt man (in englisch) auf der Herstellerseite:
http://www.seachem.com/Products/Gravel.html
Da sind natürlich auch alle anderen Sorten aufgeführt, die sich alle leicht in der Zusammensetzung unterscheiden.
Der Schwarze ist aber definitiv der Schönste mMn :D .
Liebe Grüße,
Aram
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Postby nik » 23 Oct 2015 16:51
Hi Aram,

ja hab's gefunden. Ich weiß nicht so recht was ich von den teils extrem hohen, bei verschiedenen Subsraten unterschiedlichen Werten bezüglich Fe, Ca und Mg halten soll. Das härtet dann aber nicht auf, oder? Das Fe scheint dann auch eher gebunden zu sein. Was ist denn dein Eindruck von dem Flourite?

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby bocap » 23 Oct 2015 21:26
Hi Nik,

nik wrote:Was nicht beim ersten Testbecken eine Rolle spielen wird, aber sicher bei folgenden ist die "Steigfähigeit". Hast du Erfahrung wie sich Steigungen mit Akadama realisieren lassen? Sand schwächelt da ja deutlich.
Da verhällt sich das Akadama aufgrund seiner Multikörung genauso gut wie die gängigen Soils. Geht also prima! :thumbs:
nik wrote:Ich will die Nährstoffversorgung schon anfänglich gewährleistet wissen, da will ich nichts, was mir dann Lücken in die Nährstoffversorgung lutscht. Aber mal sehen ...

Bei einer vollständigen, moderaten Stoßdüngung lutscht es dir da nichts so weg, dass es zu Problemen mit einer Unterversorgung kommt! Die Nährstoffe sind ja nicht futsch, sonder im Zweifel nur im Bodengrund.
Ich habe mich unter anderem damals für Akadama entschieden, weil mir die Eigenschaft Nährstoffe aufzusaugen charmanter erschien als ein Substrat was unkontrolliert Nährstoffe abgibt. Ersteres ist für mein Empfinden leichter kontrollierbar. Muss aber jeder selber wissen.

Lese also jetzt hier weiter interessiert mit! :bier:

Lieben Gruß
Sascha
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Postby Arami Gurami » 24 Oct 2015 06:41
Morgen Nik,
kurz vorweg, die Flourite Böden wurden nicht künstlich mit Nährstoffen beladen, sondern das Gestein besteht einfach aus den Nährstoffen. Je nach Abbaugebiet variiert es dann in Farbe und Zusammensetzung.

Die Böden sind absolut passiv, es wird also nichts ans Wasser abgegeben. Das kann man als Vorteil, aber auch als Nachteil sehen, je nachdem, was man halt haben möchte. Soilböden sind ja aktiv und düngen über ihre Kationentauschfähigkeit auch immer ein wenig über die Wassersäule mit. Soil ist aber spätestens nach 2 Jahren verbraucht oder wir dann matschig.

Flourite hingegen hält Form und Nährstoffpegel "ein Aquariumleben lang" (laut Werbung). Auf der Interzoo 2014 habe ich mit den Amis mal darüber gequatscht. Da wurde der Zeitraum etwas genauer eingegrenzt und mit etwa 8-10 Jahren angegeben. Das reicht dicke :D .
Wichtig ist auch:
Es sind ja im Prinzip Naturkiese und diese sollte man wie alle Naturböden auf jeden Fall sehr gründlich auswaschen.
Zum einen aus optischen Gründen, zum anderen kann je nach Setup es zu komischen Ergebnissen kommen, wenn man Wassertests macht. Die meisten Tests beinhalten ja eine schwache Säure, um Chelate zu knacken, um damit alle Nährstoffe zu befreien und damit für den Test sichtbar zu machen. Die Nährstoffe in den winzigen Staubpartikeln des Bodens werden dann von einem Wassertest geknackt um man erhält dann zum Beispiel exorbitant hohe Eisenwerte.
Ist eigentlich auch ein prima Beweis, dass der Boden auch wirklich die Nährstoffe enthält :D . Lässt sich wie gesagt recht simpel umgehen, wenn man den Boden vorher gründlich auswäscht.

Insgesamt finde ich diese Nachhaltigkeit der Böden recht interessant und fahre selber damit einige Becken mit Erfolg. Diesen Würfel hier fahre ich nach dem kompletten Seachem System. Dabei nutze ich das Aufhärtesalz Equilibrium übrigens als wöchentlichen Kaliumdünger. Gedüngt wird dann täglich noch mit dem Volldünger und einer kaliumarmen Stickstoff-Komponente.
Liebe Grüße,
Aram
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Postby sabrikara » 24 Oct 2015 10:56
Morgen,

was bringen die Nährstoffe im Boden, wenn der diese "ein Aquarium lebenlang" behält ? Also wenn niemand ran kommt dann bringt's ja nix und wenn jemand ran kommt, dann kanns ja nicht für immer zur Verfügung stehen. Oder verstehe ich das grade falsch ?

Liebe Grüße
Sabri
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Postby nik » 24 Oct 2015 11:48
Hi Sascha, Aram,

bocap wrote:Da verhält sich das Akadama aufgrund seiner Multikörnung genauso gut wie die gängigen Soils. Geht also prima! :thumbs:

da habe ich noch eine Frage. Ist ja erst mal egal ob vorgedüngtes Soil oder Akadama, die sind idR. alle tonbasierend und mehr oder weniger hart gebrannt. Das wird die Formstabilität beeinflussen und zum anderen vermute ich entsprechende "Klebeeigenschaften", will meinen, die Soils sind unterschiedlich bappig? Der von mir verwendete Sand hat immer eine hohe Rieselfähigkeit, der wird bei Anhäufungen entsprechend mehr oder weniger schnell gegen "plattes Land" streben. Sascha, wie ist das mit deinem Akadama, wird das, wenn das eine Weile im Aquarium liegt, fester, hat das "Kleb" oder bleibt das rieselfähig?
Ich nähme ja lieber die feine Körnung, allenfalls zur Verzierung die Multikörnung drauf. Ich würde sogar überlegen das zu sieben um mit 1mm abdecken zu können. Die Nummer mit den einsickernden organischen Stoffen im Bodengrund mag auch funktionieren, generell taugt es nichts, irgendwann wird es zum Problem. Mit Sand hatte ich das Problem von der Backe. Ich muss aber ganz klar sagen, grundsätzlich wäre mir ein Bodengrund, der nach zwei Jahren zu ende wäre, nicht attraktiv. Ich hätte schon gerne die Option ein Becken lange stehen zu lassen.

Arami Gurami wrote:Morgen Nik,
kurz vorweg, die Flourite Böden wurden nicht künstlich mit Nährstoffen beladen, sondern das Gestein besteht einfach aus den Nährstoffen. Je nach Abbaugebiet variiert es dann in Farbe und Zusammensetzung.

das ist schon eine wichtige Information. Da bin ich doch gleich an meinen Schrank gedappelt um "Schindele's Mineralien", mit Deppenapostroph :nasty: , rauszukramen. Das ist ein Nahrungsergänzungsmittel und auch nur ein gemahlenes, SE-reiches Gestein. Ist irgendwann mal aufgefallen, weil der reichlich angefallene Sägegesteinsstaub ausgesprochen positiv auf die umliegende Vegetation wirkte.
Mit dem Zeugs hatte ich schon im Sand herumgespielt. Resultat: bei meiner sowieso schon reichlichen SE-Versorgung des Wassers mittels PMS hatte das über einen längeren Zeitraum keinen(!) zuordenbaren Effekt. Mag ohne PMS Sinn machen, aber reichlich SE im Wasser ist bei mir gesetzt.

Insgesamt finde ich diese Nachhaltigkeit der Böden recht interessant und fahre selber damit einige Becken mit Erfolg.

Keine Frage, bin ich dabei. Das kann ich aber auch sehr gut mit Sand. Ein Argument wäre noch, wenn sich mit Flourite Steigungen dauerhaft realisieren ließen.

Sand kenne ich in- und auswendig, das sind inzwischen 18 Jahre Praxis und daraus ergaben sich lediglich zwei nachdenkenswerte Mängel: Steigungen, die hätte ich gerne, kann man vergessen und ...

... die/manche vorgedüngten Soils haben eine mir sehr interessante Eigenschaft: man kann Stängels kurz über dem Boden abschneiden und die schieben wieder mit Wucht! Der Sand, mit SE (Schindele's Mineralien), tut's nicht! Die Stängels brauchen Restblätter um an die Nährstoffe im Wasser ranzukommen und starten wegen der geringen Blattoberfläche deshalb zögerlich und schwach. Ist im Grunde auch klar, denn für den Masseaufbau der Pflanzen sind primär die Makronährstoffe verantwortlich. Da liegt der Hase im Pfeffer. Für Sand sehe ich keine Lösung, allenfalls aufwändig, temporär. Mit Ton(nährstoffkugeln) will ich mir den Sand nicht versauen. Eine Alternative wäre bei abgeschnittenen Stängels einen Teil des für die Wassersäule vorgesehenen Makrodüngers flüssig in den Sand an die Wurzeln zu injizieren. Das ist sicher und wird funktionieren. Es wird ja immer mal wieder behauptet, Sand hätte eine absperrende Wirkung gegen die Wassersäule, hat er aber nicht. Der "Konzentrationsausgleich" mit dem freien Wasser ist nur eine Frage der Zeit! Das Injizieren an die Füße abgeschnittener Stängels werde ich sicher ausprobieren.

Ton: die Eigenschaften sind mir insgesamt nicht sicher und in Gänze klar. Ton als Kationentauscher bedeutete Affinität zu Kalium, mit entsprechender Pufferwirkung. Bei den Anionen Phosphat und Nitrat täte sich tauschend nichts! Bei N ginge das noch substituierend über das Kation Ammonium, was sich bei manchen Soils auch zeigt. Bei P ist dann Ende, könnte ich mir nur noch als dem Ausgangston beigemengt und dann gebrannt vorstellen. P im Wasser will ich aber nicht über die Stoßdüngungen hinaus. Eine wie auch immer geartete Beladung des Tons verbrauchte sich und es bliebe ein Tonsubstrat mit einer Kationenbeladung entsprechend der Düngung der Wassersäule. Vorgedüngte Soils und Akadama unterschieden sich dann nicht mehr. Die Nährstoffmäßig tolle, dauerhafte Lösung sehe ich nicht. Es gibt ja noch einen weiteren zu betrachtenden Bereich, bei den SE gibt es ebenfalls Kationen, Anionen. Dann gibt's noch die säuernden Torfzusätze, die ich eher bei gröberen Substraten für sinnvoll erachte. Bei feineren Substraten schaffen sich Wurzeln, denke ich, ausreichend ihr eigenes Mikroklima. Deshalb läuft das für mich auf ein feines Akadama hinaus. Wenn ich mir mein eigenes Geschreibsel betrachte, dann wird klar, dass Akadama plus Kalium und Ammonium ein Weg ist. Phosphat im Substrat bleibt schwierig, denn dass ich PO4 nicht in der Wassersäule haben will, ist gesetzt! Ist aber ein Problem, welches sich über PO4-Fällungen von selbst lösen könnte. Einen Filter, in dem sich Fällungen sammeln könnten, verwende ich ja nicht. In seinem Verhalten bezüglich PO4 würde das Akadama also mit der Zeit wertvoller werden. In Verbindung mit einer Ammoniumdüngung, bei mir als Urea, finde ich das ausreichend stimmig und interessant.

Sorry, für den Roman, manchmal muss ich erst sehen was ich schreibe, bevor ich weiß was ich denke. :roll:

Gruß, Nik
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Postby sabrikara » 24 Oct 2015 12:10
Hi,

für uns interessant, deine Gedanken erfahren zu können.

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