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Postby LuckyLuke_3011 » 15 Apr 2009 14:59
Hallo Diethard,

ich kann mich nur Roger anschließen. Ob WW nötig sind, hängt davon ab, was man überhaupt erreichen möchte, welche Mittel und Möglichkeiten man zur Verfügung hat, welche Pflanzen und Fische man pflegen möchte etc. etc.

Ich könnte bei meinen südamerikanischen Buntbarschen nicht auf Wasserwechsel verzichten. Die Tiere sind äußerst penibel und reagieren auf eine erhöhte Keimdichte „sofort“ mit Krankheiten. Wohl noch niemanden ist es gelungen, SBB´s in einem Altwasserbecken auf Dauer zu halten, geschweige zum Ablaichen zu motivieren. Die Fische geben den Aufwand aber gerne mit einer unvergleichbaren Pracht zurück, auch wenn die Geschmäcker natürlich verschieden sind und dies ist auch gut so ;)

Es gibt also keine Widersprüche, sondern dies alles zeigt uns, wie vielseitig und unterschiedlich unser gemeinsames Hobby sein kann, abgesehen davon, dass wir hier größtenteils von klassischer Süsswasser-Aquaristik ausgehen, es gibt noch ganz andere Arten der Aquaristik wie Meeres-, Tanganjika- oder Malawi-Aquaristik, wo wir alle mit rößter Wahrscheinlichkeit bei Null beginnen würden.

Dir gefallen Altwasserbecken und deren Bewohner und Vegetation, sie funktionieren. Das ist doch der wichtigste Punkt :wink:
Viele Grüsse,
Lukas aus Ratingen
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LuckyLuke_3011
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Postby Diethard » 15 Apr 2009 16:17
Roger wrote: Ausserdem muß man sich mit mangelndem Wuchs und evtl. der einen oder anderen Alge abfinden. Aber das siehst Du ja bei Dir. :wink:

Eben das ist ja nicht der Fall. Gerade in dem Altwasserbecken wuchert es ja. Wenig Licht ist auch nicht drauf. zweimal T5 860 mit ATI-Superreflektoren über die volle Länge. Am Filterausflußrohr hängen ein paar Pinselalgen, sonst keine.

Was mir rätselhaft ist, warum in dem kleinen 56 er nichts wächst, aber auch nicht eingeht. Egal ob mit viel Wasserwechsel, mit Dünger oder ohne. Da ist zwar nur die 15 Watt T8 840 drauf, aber ich habe schon Becken gesehen mit gleicher Beleuchtung, in denen es wucherte. Ok ... Nixkraut hatte ich auch mal drin, das alles zuwucherte. Aber ansonsten eben nichts.

Was bei mir in 50 Jahren und in keinem Aquarium je gewachsen ist, ist Elodea, warum auch immer. Soviel zu "Anfängerpflanzen".

Als Kuriosum:
In meiner Anfängerzeit hatte ich mal eine Aponogeton crispus. Nur eine deshalb, weil mit einer Pflanze das 120l Becken übervoll war. Der Fischbesatz bestand aus dem üblichen Anfängersammelsurium, alle halbe jahre wurde das Aquarium völlig leer geräumt, der Bodengrund (1/3 Streusand, 1/3 Hoochmoortorf, 1/3 Turmdeckelschnecken)freihand mit Dünger (Zoropur*) begossen und durchgemanscht . Danach kam die A. wieder rein, so gut es eben bei dem Riesenwurzelballen ging. Als ich sie nach 2,5 Jahren abgab, hatte sie 76 Blätter, 5cm breit und 60cm lang. Algen: Keine.

*Zoropur bestand aus reiner Phosphorsäure und Kaliumnitrat. Werbespruch: Zoropur- die Wasserpflanzennahrung mit dem sauren pH-Wert! :)
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Diethard
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Postby nik » 15 Apr 2009 22:03
Hallo zusammen,

wenn man die Unterschiede im erfolgreichen Betrieb eines Aquriums nicht an dessen Wasserwechselrate festmachen kann - dann muss es etwas anderes sein!

Ich bin da inzwischen ziemlich gelassen - weil ziemlich sicher - die mikrobielle Ausstattung eines Beckens hat entscheidenden Einfluss auf das Gedeihen eines Aquariums. Das Setup spielt in irgendwelchen Grenzen auch eine Rolle, aber auch da ist eine erhebliche Variabilität möglich.

@ Tobi Sehr interessant.

Gruß, Nik
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Postby Tobias Coring » 17 Apr 2009 10:58
Hi,

hier mal eine Zusammenfassung des Artikels von Elisabeth M. Gross
Abstract
Allelopathy in aquatic environments may provide a competitive advantage to angiosperms, algae, or cyanobacteria in their interaction with other primary producers. Allelopathy can influence the competition between different photoautotrophs for resources and change the succession of species, for example, in phytoplankton communities. Field evidence and laboratory studies indicate that allelopathy occurs in all aquatic habitats (marine and freshwater), and that all primary producing organisms (cyanobacteria, micro- and macroalgae as well as angiosperms) are capable of producing and releasing allelopathically active compounds. Although allelopathy also includes positive (stimulating) interactions, the majority of studies describe the inhibitory activity of allelopathically active compounds. Different mechanisms operate depending on whether allelopathy takes place in the open water (pelagic zone) or is substrate associated (benthic habitats). Allelopathical interactions are especially common in fully aquatic species, such as submersed macrophytes or benthic algae and cyanobacteria. The prevention of shading by epiphytic and planktonic primary producers and the competition for space may be the ultimate cause for allelopathical interactions. Aquatic allelochemicals often target multiple physiological processes. The inhibition of photosynthesis of competing primary producers seems to be a frequent mode of action. Multiple biotic and abiotic factors determine the strength of allelopathic interactions. Bacteria associated with the donor or target organism can metabolize excreted allelochemicals. Frequently, the impact of surplus or limiting nutrients has been shown to affect the overall production of allelochemicals and their effect on target species. Similarities and differences of allelopathic interactions in marine and freshwater habitats as well as between the different types of producing organisms are discussed.


Quelle: http://www.informaworld.com/smpp/conten ... order=page


Allelopathie dient bei Wasserpflanzen eher dazu andere Algen abzuwehren und sie beim Wuchs zu behindern. Andere Pflanzen gezielt auszuschalten wird dabei nicht wirklich nachgegangen. Ich habe den Artikel jetzt auch nur kurz überflogen.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

Bitte sendet mir keine geschäftlichen Anfragen als private Nachricht.
Gerne helfen wir dir telefonisch unter +49 531 2086358 (Mo.–Fr. 9–17 Uhr) oder per E-Mail unter huhu@aquasabi.de weiter.

Lass es wachsen!

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Postby Diethard » 17 Apr 2009 12:26
Tobi wrote:Allelopathie dient bei Wasserpflanzen eher dazu andere Algen abzuwehren und sie beim Wuchs zu behindern. Andere Pflanzen gezielt auszuschalten wird dabei nicht wirklich nachgegangen. Ich habe den Artikel jetzt auch nur kurz überflogen.

Umgekehrt scheint das auch der Fall zu sein. Bei plötzlicher Massenvermehrung von Blaualgen stoppt oft das Wachstum aller höheren Pflanzen. Man hat den Eindruck, das Pflanzen geradezu gezielt umhüllt werden. Ob der Wachstumsstopp nun durch Ausscheidung von allelopathisch wirkenden Stoffen geschieht, oder die Blaualgenkolonie die Pflanze lediglich vom freien Wasseraustausch abschneidet weiß ich nicht.

Blaualgen sind bei weitem nicht so primitiv, wie man man auf Grund ihres Alters annehmen könnte. Gewiß, die einzelne Zelle ist primitiv, aber sie können sich zu Verbänden zusammenschließen, bei denen einzelne Zellen verschiedene Aufgaben zum gegenseitigen Nutzen übernehmen, wie bei mehrzelligen Organismen. Ob man die in Aquarien oft zu beobachtende "Zusammenrottung" in Form von Gespinnsten oder Filmen nun als eine Pflanze betrachtet oder nicht, ist m.E.n. Ansichtssache.

Nachtrag: Ich habe schon oft beobachtet, das Blaualgenfilme, wenn man sie in frisches Leitungswasser bringt, sehr schnell auseinanderfallen und eine einheitlich blaue Brühe entsteht. In Aquarienwasser bleibt der Zusammenhalt erhalten. Womit wir wieder beim Thema Wasserwechsel wären. ;)
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