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Postby evchen » 09 Sep 2014 09:14
Hallo Leute!
Ich bin grad dabei, mir ein Aquarium für den Zwischenraum in meinen alten, doppelten Fenstern (Kastenfenster sagt man bei uns dazu) anfertigen zu lassen.
Jetzt hatte ich schon mal ein kleines Becken da stehen und bin mit dem Pflanzenwachstum noch nicht so richtig glücklich geworden.
Vorweg: das wird ein technikloses, naturnahes Becken, das auch ziemlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein wird (von unter 10°C bis über 30°C). Die Elassoma evergladei sind damit ok ;) nur welche Pflanzen eignen sich da?
Hat jemand Erfahrungswerte? Die Datenbank hier deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen...

Die Maße werden ungefähr 95x20x30 sein.
dGH zw. 6 und 11 Grad
pH knapp über 7

lg Evi
grüsse, evi
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Postby Plantamaniac » 09 Sep 2014 10:59
Hallo, versuch es mit einheimischen Pflanzen und/oder Kosmopoliten die auch in den Subtropen oder Nordamerika leben.

Am leichtesten kommt man an
Hornkraut, Wasserpest, Fissidens, Quellmoos, Spießmoos, Javamoos, Myriophyllium, Pfennigkraut, Bacopa monieri,
Hutpilzpflanze und Glosso kann auch in Teichen überwintern.
Dann ginge noch Lemna trisulca.
Darfs auch semiemers sein?

Hast Du den Kasselmann? Darin ist eine Temperaturtabelle, die anzeigt, was die niedrigste/optimalste/höchste mögliche Temperatur für die einzelnen Arten ist.
Die meisten Pflanzen stocken unter 18° im Wachstum und erst ab 20° kann man von wachsen sprechen.
Das ist auch im Teich mit einheimischen Pflanzen so.

Wird es den Elassoma nicht zu warm, wenn die Sonne hinbrennt?
Hast Du auch Nachwuchs? Meine tuns einfach nicht :-(
Chiao Moni
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Postby evchen » 10 Sep 2014 08:29
Hallo Moni!

Danke für deine Antwort ;)
Ja, semiemers wär durchaus eine Option! Ich stells mir momentan so vor, dass das Teil quasi einen Ausschnitt aus einem Tümpel darstellt, mit Uferanstieg an einer Seite.
Da würd mir dann zb. ein einheimischer Froschlöffel gefallen.
Ich hab auch mal ne Pflanze gesehen, die aussah wie ein Mini Rohrkolbenschilf. war vielleicht 20, 30 cm hoch. Weiß jemand von euch, was das genau ist/wo man an sowas rankommt? Gartenteichpflanzen werden ja leider hauptsächlich im Frühjahr angeboten...
Hutpilzpflanze find ich spannend! Zwergkleefarn und Nadelsimse reizen mich auch sehr, die werd ich glaub ich alle ausprobieren müssen *g*

Kasselmann hab ich leider nicht..

ad Elassoma: die sind echt Wahnsinn, was Toleranz bezüglich Temperaturschwankungen angeht! Der hat mir schon mal kurzfristig über 40°C ausgehalten!
Leider hab ich meine beiden Mädels durch eine Pilzinfektion verloren und hab jetzt nur noch ein Mandl. Werd, wenn das neue Becken fertig ist, schauen, dass ich wieder welche bekomme..
Die Mädls sind mir genau im Frühjahr gestorben, als die Laichzeit losgehen sollte, d.h. mit Nachwuchs kann ich dann frühestens nächstes Jahr rechnen...
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Postby Plantamaniac » 10 Sep 2014 10:45
Hallo, Du meinst warscheinlich Typha minima, das ist jetzt etwas, was ich im Raum nicht ausprobieren würde.
Allerdings der Japanischen Schachtelhalm (Equisetum japonicum) wächst auch auf dem Fensterbrett gut, das wäre ein Kandidat :thumbs:
Einheimischer Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica) bekommt im Sommer immer so eine Pilzkrankheit und zieht dann ein...finde ich jetzt nicht soooo schön...da könntest Du allerdings auf Echinodorus cordiflorus oder Echinodorus schlüteri (Minicordiflorus) ausweichen..deren Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis Nordamerika und würde wenigstens vom Kontinent passen :thumbs:

Ein kleiner Landteil/Uferanstieg (von unten Lava, mit Soil oder 3mm Kies aufgefüllt )wär für sowas natürlich total schick...mit einer kleinen Springbrunnenpumpe Wasser drüber laufen lassen und mit Moos und Bodendeckern (Glosso) bewachsen lassen...auch die Hutpilzpflanze mag das :thumbs:

Ja, mit den Elassoma mach ich auch schon lange rum. Die ersten haben bei mir immer irgendwann Bauchwassersucht bekommen :( (Evt. hab ich zuviel gefüttert :pfeifen: )
Ihr Becken ist im Treppenhaus unter dem Dachfenster, wo sie auch die Temperaturspanne von 15-30° im Jahreslauf haben. Ein Zyperus Alternifolius wuchert immerwieder das Becken mit seinen Wurzeln zu, so das ich das mind. 3x im Jahr freischneiden muß :irre: Cyperus Haspan ist da schöner, weil kleiner und nicht so invasiv, aber leider auch wärmebedürftig.
Im Moment weiß ich garnicht, wieviele Elassoma drin sind. Es können mehrere sein, oder nurnoch einer...einer ist es allerdings mind. weil man ihn nurnoch schnell abhauen sieht, wenn jemand kommt.

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Postby evchen » 11 Sep 2014 08:18
Moni, du hast echt super Tipps parat :)
Deine Echinodorusvorschläge gefallen mir ausgesprochen gut!
Und ja, ich schätz mal, dass ich den Typha minima gemeint hab, der schaut sehr stylish aus. Warum würdest du den nicht indoor halten?
Beim Equisetum gefällt mir fast der variegatum besser; der wird nicht so hoch.

Genau, so einen Anstieg wollte ich aus Lavasteinen bauen *g* nur mit der Zimmerspringbrunnenpumpe wirds leider nix werden, weil das Becken ja zwischen Innen- und Aussenfenster steht, da komm ich nicht mit Strom dazu..
grüsse, evi
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Postby Plantamaniac » 11 Sep 2014 10:00
Hallo, manche Pflanzen brauchen einfach Wind, Wetter, ungebremste Sonne.
So wie wir viele Gartenstauden drinnen nicht halten können. Sie werden dünn und krank :? .
Aber versucht macht kluch...

Beim Japanischen Schachtelhalm brauchst Du vor der größe keine Angst haben. Soviele Nährstoffe wie in einem Gartenteich oder 30 Liter Pflanzkübel sind, möchtest du garnicht im Becken haben...
In der Wohung ist meiner zu meinem Leidwesen auch sehr gebremst.
Ich krieg ihn einfach nicht gescheit zum Wachsen :sceptic:

Der Kleine ist nicht wirklich schön und im Teich ein arges Unkraut. Selber schuld, wer sich das Ding aufs Grundstück holt :irre:

Zyperus helferi wär als emerses Gras noch sehr stylisch :paket: ..wächst bei mir als Zimmerpflanze auf dem Fensterbrett :thumbs: Ob er 10° mitmacht weiß ich allerdings nicht. Man könnte ihn in einem Gefäß einsetzen und im Winter reinholen...

Wegen dem Strom..gibts einen Dichtungsgummi rund um die Fenster?
Da passt manchmal ein Kabel durch :pfeifen:

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Postby Öhrchen » 11 Sep 2014 10:08
Hi,
der Hutpilz (Wassernabel) ist submers und emers eine witzige Pflanze - aber ziemlich invasiv. Wenn du nicht aufpasst, hast du ganz schnell nur noch Hutpilz. Was allerdings auch für Zyprus helferi gilt, soweit ich weiß, zurückschneiden und Ausläufer entfernen mußt du wahrscheinlich in jedem Fall häufig.
OT: Also sind die Elassoma wirklich so scheu bis unsichtbar? Ich hatte auch mit ihnen geliebäugelt, so ein kleines, technikloses/armes Becken ist ja schnell aufgestellt :pfeifen:
Viele Grüße
Stefanie

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Postby evchen » 11 Sep 2014 10:22
Naja, Guppies sind sie keine, aber Versteckfische auch nicht wirklich. Wenn sie eine Bewegung wahrnehmen, sind sie mal schnell weg. Es dauert aber nicht lange, bis sie wiederkommen.
Wobei ich die Erfahrung gemacht hab, dass das auch immer sehr aufs Individuum und auch aufs Becken ankommt. Bei mir verhalten sich die Tiere oft ganz anders als beschrieben.. :sceptic:
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Postby Plantamaniac » 11 Sep 2014 10:44
Hei...ja..die Pflanzen sind infasiv, aber lieber wegzupfen, als dran ziehen, das es endlich wächst :grow: ...
Hab es jetzt geschafft, meine Hydrocotyle sp. Japan emers gut zum Wachsen zu kriegen...
Die wäre auch ein sehr schicker Kandidat :thumbs:

Die Elassoma stellen sich erstmal tot, wenn sich jemand nähert...
Ich schleich mich immer ganz vorsichtig an...aber sie bemerken mich dann doch und erstarren erstmal zur Salzsäule und visieren mich an :shock: ...
Wenn ich dann nicht aufpasse, sind sie... schwupps im Gestrüpp...
Mir ist es aber schon was wert, sie wenigstens mal kurz zu sehen, ob sie noch da sind...
Aber das Becken ist auch so zugewuchert, dass das nicht einfach ist :sceptic: ...

Sie fressen auch ausschließlich Lebendfutter...nicht jedermanns Sache...
Und sie hypnotisieren es erstmal, bevor sie zuschnappen :lol:
Drollig, wunderschön und interessant sind sie schon, aber nix für ungeduldige oder hektische Leute...
Und wenn man sie oder den Nachwuchs fangen will, muß man das Becken ausräumen...
Das am besten schon beim Einrichten beachten...
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Postby evchen » 11 Sep 2014 10:54
Genau, sie sind klassische Lauerjäger. Und das verteilt auf ganze 2,5cm :flirt:
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Postby evchen » 27 Apr 2016 16:22
*malausgrab*
hat zwar etwas länger gedauert, aber das becken steht seit august 2015 und schaut auch etwas anders aus, als ursprünglich geplant.

eigentlich haben sich alle pflanzen ganz gut über den winter gehalten, einzig das fissidens ist etwas ins hintertreffen geraten.
wie geplant läuft das becken komplett ohne technik, wird nur von der sonne (auch direkt) beleuchtet. die temperatur ist im winter bis auf 1°C runtergegangen.

für die akten, diese arten haben gut funktioniert:

Eleocharis acicularis sp. mini
Marsilea hirsuta
Myriophyllum sp.
Egeria sp.
versch. Moose (Fissidens, Taiwan, Creeping, Flame)
Echinodorus ´Red Chamäleon´
Hornkraut

hornkraut sowie myriophyllum sind einheimische arten bzw. selbst gesammelt.

so, bin gespannt, ob das mit den fotos jetzt hinhaut..

kurz nach dem einrichten
31187

ein monat später
31188

und vor ungefähr einem monat, mit dreckigen scheiben und bedarf an etwas überarbeitung *g*
31189
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Postby anders » 27 Apr 2016 20:17
Hallo,

das ist beeindruckend, danke für die Photos! Ich hatte vor einiger Zeit versucht, ein technikloses Becken aufzusetzen, aber es hat nicht geklappt: Am Fenster kam ich gegen die Schwebealgen nicht an. Sobald ich das Aquarium dann an eine Innenwand gestellt hatte und mit einer Schreibtischlampe beleuchtet, verschwand das grüne Wasser von selbst. Wo liegt Dein Trick?

Beste Grüße,

Andreas
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Postby evchen » 28 Apr 2016 06:50
grüne schwebealgen hatte ich bis jetzt zum glück noch nicht in dem becken. ich füttere aber auch oft daphnien und cyclops, die wirken dem sicher gut entgegen.
dafür wachsen momentan die fadenalgen prächtigst. ich lass sie momentan aber, als versteck für die kleinen elassoma sind die nämlich super.
grüsse, evi
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Postby -Arne- » 28 Apr 2016 19:41
Hallo Evi,

ich finde Dein Becken auch toll. Ich mag solche Becken, die einfach entstehen dürfen.
Es ist immer spannend zu sehen, was ohne große Eingriffe passiert.

Liebe Grüße,
Arne
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Postby uruguayensis » 28 Apr 2016 23:53
Hallo, so was geht auch algenfrei mit Tageslicht wenn man wenig mit Mikrodünger düngt und mehr Makro. Viele Pflanzen und CO 2 mittels Hefegärung ohne Geliermittel, die das Wasser dickflüssiger machen, sprich also extrem viel C02. Da dürfen dann aber keine Fische drin sein bei dem vielen unkontrollierten C02. In der Natur gibt es Algenfreie Biotope in vollen Tageslicht wo aber extrem viele Pflanzen sind. Hatte mal ein kleines Experiment gemacht vom Sommer bis zum tiefen Herbst im Garten mit einen Becken und Pflanzen und extrem viel C02 = Algenfrei. Auch im Südfenster in der Wohnung Frühling - Ende herbst, gleicher Prinzip, Zero Algen. Ich wollte herausfinden wieso Tageslicht ein Algenfaktor ist, ist kein Algenfaktor Prinzip ist wie beim Aquarium, wenn man alles richtig macht dicht bepflanzt und richtig düngt CO 2 auf das licht optimiert ( beim Tageslicht: sehr viel Licht = sehr viel C02 ) passiert da auch nichts. Hatte aber keine Fische drin wegen den vielen CO 2. Tropische Pflanzen muss man im Winter beleuchten deswegen hatte ich das Experiment nach Paar Monaten wieder abgebrochen. Man sieht richtig, wie die Pflanzen bei Sonnenlicht stark assimilieren, da muss dann mit extrem viel C02 nachdosiert werden.
(In der Natur ist meistens immer sehr weiches Wasser da dringt C02 von der Atmosphäre leichter ins Wasser ein, da das C0 2 schwerer ist als anderes Gas fällt es nach unten, steigt nicht hoch wie andere Gase, CO 2 liegt also auch direkt übern Wasser außer das da durch gewisse Mikroprozesse im Wasser bzw. in Böden C02 Gase entstehen. )
Ganz gut fand ich dabei das Licht am Sonnenuntergang und Aufgang. Mal lila im Aquarium mal orange, Viel Spaß damit.
(P.S. Einheimische und aus unseren Breitengraden stammende auch amerikanische Teich Pflanzen würden auch ohne Beleuchtung den Winter überstehen. )
MfG Emrah
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