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Beitragvon herr_Gabel » 03 Jan 2018 20:09
Hallo liebe Forenmitglieder,
ist es normal, dass bei einem normal besetzten Aquarium, ohne Zugabe von NPK-Dünger, sich Nitrat- bzw. Phosphatmangel so sehr einstellt, dass Pflanzen wie Hydrocotyle leucocephala garnicht wachsen und Pflanzen wie Heteranthera zosterifolia und E. bleherae kaum wachsen?


Ich meine das bei mir in den letzten zwölf Monaten beobachtet zu haben. (auch "beobachtet" hatte ich nicht nachweisbare Nitrat- und auch Phosphatwerte ) In den letzten drei, vier Wochen verwendete ich aber einen NPK-Dünger und konnte schon Besserungen feststellen. Doof dabei war, dass die NPK-Dünger, die auf Nitrat statt Ammonium basieren ziemlich teuer sind.

Letztens habe ich die allgemeine Aussage gelesen, dass stark besetzte Aquarien, bei denen die Gesamtlänge an Fischen der Aquarienbreite gleich kommt, täglich etwa 5mg/L Nitratproduktion hätten.
http://www.aquarium-forum.at/showthread.php?t=12
(ziemlich genau in der Mitte der Internet-Seite unter der Überschrit "Nitrat")

Das müsste ja eigentlich bedeuten, dass alle der gelisteten Pflanzen zumindest genug Nitrat hätten um normal gesund zu wachsen. Wahrscheinlich ist also eine starke Denitrifikation für das bisher lange beobachtete Fehlen von Nitrat verantwortlich. (Warum das Phosphat aber auch nicht nachweisbar war, konnte mir "eine starke Denitrifikation" nicht erklären.)
Eine ideale Lösung könnte vielleicht sein, dass man die Denitrifikation verringert - doch wie ließe sich das realisieren?


Gibt es überhaupt Möglichkeiten den durch Fütterung eingetragenen Stickstoff und Phosphor pflanzenverfügbar bleiben zu lassen?

Grüße
Immanuel
herr_Gabel
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Beitragvon omr » 03 Jan 2018 20:17
Moin,

Bei mir reicht N und P über die Fütterung. Ich dünge Mikros und etwas K und Mg. Was hast Du denn im Filter, Zehrung bzw. Ausfällung möglich? P kann als Eisenphosphat ausgefällt werden. Phosphat muss auch nicht unbedingt nachweisbar sein, solange die Pflanzen keinen Mangel zeigen.

Deinen Phosphattest hast du schonmal mit einer definierten Lösung geprüft?

Und ja, es gibt die Möglichkeit: Geringfilterung mit Sand als Bodengrund. Die Suche hilft Dir hier.
Viele Grüße,
Olli
Zuletzt geändert von omr am 03 Jan 2018 20:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon herr_Gabel » 03 Jan 2018 20:24
Informationen zum Becken:

etwa 200L Wasser
25°C
NH3/NH4: 0mg/L
pH: 7,0-7,2
kH:2-3
GH: 2-4
Sandboden
Eisenvolldünger wöchentl.
etwa 100cm Fischlänge auf 135cm Beckenlänge(--> relativ normal)

Technik:
Außenfilter mit 900L/h Nennleistung
2x54W T5 +Reflektor
2x Bio-CO2
Zuletzt geändert von herr_Gabel am 03 Jan 2018 21:51, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon omr » 03 Jan 2018 20:26
Moin,

Und welche Filtermedien?
Viele Grüße,
Olli
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Beitragvon herr_Gabel » 03 Jan 2018 20:33
Danke schonmal für die schnellen und interessanten Antworten!

Im Filter befinden sich normale blaue Schwämme und Keramikrröhrchen. Beides gewöhnlich.
Phosphat- und Nitrattest wurden beide vom Zoofachgeschäft ausgeführt.
Wie sieht es mit dem Eisenphosphat aus? Kann man da nützliche Mapnahmen treffen?

...Wie sieht es eig. mit Markennamen aus - dürfen die im Forum verwendet werden oder zählt das als Werbung?

Gruß
Immanuel
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Beitragvon omr » 03 Jan 2018 20:42
Moin,

Ich habe auch Keramikröhrchen im Filter, Cermec von JBL, eigentlich ein Vorfiltermaterial, also kein "Hochleistungsfiltermedium", zum Abschluss mittleren Schaumstoff.

Du könntest den Keramikröhrchenteil schrittweise reduzieren bzw. durch mittlere Matte ersetzen. Geringfilterung bedeutet vom Prinzip her, gerade ausreichende Nitrifizierung zu gewährleisten. Die findet in allen Biofiilmen überall im Becken statt, nicht nur an den Filtermedien. Schrittweise die zwangsdurchströmten Medien reduzieren und beobachten, ob Probleme auftreten.

Eisendünger - da gibt es hier andere Experten :)

Nur soviel: Wenn Du mit einem Wochendünger arbeitest, sollte der stark stabilisiert sein, um möglichst lange für die Pfanzen verfügbar zu sein. Welchen setzt Du ein? Einen UV-Klärer hast Du nicht im Einsatz?
Viele Grüße,
Olli
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Beitragvon herr_Gabel » 03 Jan 2018 21:05
Ich bin ganz froh darüber, dass du mir bei meinem Becken das Filtermedien-reduzieren vorschlägst, weil ich dazu hier im Forum schonmal gelesen hab. Ich hab sogar schon letzte Woche eine Doppelmatte rausgenommen. Ob es was gebracht weiß ich grad noch nicht.
Im Filter sind ein Korb Keramikröhrchen, ein freier Korb, ein Korb mit grober Matte und ganz oben ziemlich feine Matte.
Der Eisenvolldünger ist von Dr*k, sprich Ferrdr*kon.
UV-Filter ist keiner drin.
...Ist es auch bei normaler Fischbesatzdichte theoretisch möglich die Filtermedien auf null zu reduzieren?
Gruß Immanuel
Zuletzt geändert von herr_Gabel am 03 Jan 2018 21:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon omr » 03 Jan 2018 21:13
Moin,

da würde ich dann einfach noch abwarten. Offenbar ist die Nitrifizierung ja noch ausreichend, sonst würdest Du nach dem Füttern ja Symptome beim Besatz beobachten. Pflanzen nehmen ja auch nicht nur das Endprodukt Nitrat auf, sondern schon Ammonium.

Wieviel zwangsdurchströmte Medien man wirklich braucht, ist individuell verschieden, da gibt es nur ein rantasten. Es gibt hier Foristen, die ihren Filter komplett leer betreiben und nur am Ansaugrohr eine Schaumstoffpatrone haben, um Schwebstoffe zu binden.

Ich würde im nächsten Schritt die feine Matte durch eine mittlere ersetzen und die feine Matte als Schnipsel noch eine Weile in einem derzeit leeren Korb mitfahren lassen.
Viele Grüße,
Olli
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Beitragvon herr_Gabel » 03 Jan 2018 21:27
Es gibt ja auch auf dem Sandboden Stellen im Aquarium, wo sich fast kein Wasser bewegt. Dort sammeln sich auch feine Mulm-Schwebeteilchen. Sind das vielleicht genauso Stellen wo Nitrat geklaut werden könnte? Wäre es sinnvoll solche Stellen durch eine Strömungspumpe zu bewegen?

Deine letzte Nachricht klang auf jeden Fall schonmal Mut-machend.
Gruß
Immanuel
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Beitragvon omr » 03 Jan 2018 21:33
Moin,

Ja, grundsätzlich macht es immer Sinn, strömungsarme Stellen im Becken zu reduzieren. Das kann man durch eine Strömungspumpe erreichen, oder durch geschickte Plazierung von Ein- und Auslauf.

Ziel ist es ja, alle Nährstoffe möglichst unmittelbar den Pflanzen zur Verfügung zu stellen.
Viele Grüße,
Olli
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Beitragvon Kejoro » 03 Jan 2018 22:17
Hallo ihr beiden,

mich würde interessieren, wie viel ihr füttert. Ein Bild euer täglichen Tages- bzw. Wochendosen + Becken wäre hier hilfreich. Die Aussage "Futter pro cm Fisch" wird doch von jedem anders interpretiert. Letzten Endes ist es doch die zugefütterte Menge, die Nährstoffe einbringt und nicht die Fische selbst (außer der Todesfall tritt ein. Lassen wir das).

Dann wirft sich mir noch die Frage auf, wie unterfilterte Becken reagieren. Meine techniklosen Behälter werden trüb, wenn zu viel gefüttert wird. Allerdings weiß ich nicht, wie viel Nitrit dann im Glas ist^^ Es handelt sich hier um Behälter für Wasserflöhe und Mikrofex.

Denitrifikation lässt sich am besten durch viel Sauerstoff und wenig Kohlenstoff unterbinden. Sand ist schon mal super. Und in deinem Filter wird da auch nicht viel passieren. Robert hat das hier mal provoziert.
Es reicht die Mulmstellen abzusaugen.

Ansonten stimme ich Olli im vollen Umfang zu, was er dir erzählt.

Viele Grüße,
Kevin
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Beitragvon omr » 03 Jan 2018 22:41
Moin,

mein Südamerika-Becken ist besetzt mit

50 Hemigrammus bleheri
15 Corydoras anaeus
2 Cleithracara maronii

Das sind 3m Fisch auf 400l. Gefüttert wird täglich:

4 Würfel Frostfutter (rote Mückenlarven)
2 Futtertabletten, eine Prise Flockenfutter
Artemien aus einer Messerspitze Zysten

Das Becken ist stark bepflanzt und mit 40lm/l beleuchtet.
Viele Grüße,
Olli
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Beitragvon Plantamaniac » 04 Jan 2018 09:34
Hallo, das kommt darauf an ob Eintrag und Austrag sich die Waage hält und ob Eisen, Nitrat und Phoshpat sich noch irgendwie anders "verabschiedet".
Fische atmen auch über die Kiemen Amonium aus. So können sie sich auch im Fischbeutel auf dem Transport vergiften, wenn er zu lange dauert. Bzw. beim Eingewöhnen, wenn man Wasser mit einem PH über 7 zugibt.
Das Problem betrifft allerdings ehr kommerzielle Fischtransporte, weniger den Transport vom Laden nach Hause.

Am besten macht man regelmäßig große Wasserwechsel, putzt den Filter und düngt mit Auge auf die Wasserwerte ab Wasserwerk auf. Dann ist eine Weile alles perfekt vorhanden. Sehr einfach und effektiv :grow:
Chiao Moni
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Beitragvon omega » 04 Jan 2018 11:49
Hallo Immanuel,

herr_Gabel hat geschrieben:Es gibt ja auch auf dem Sandboden Stellen im Aquarium, wo sich fast kein Wasser bewegt. Dort sammeln sich auch feine Mulm-Schwebeteilchen. Sind das vielleicht genauso Stellen wo Nitrat geklaut werden könnte?

das halte ich für völlig ausgeschlossen. Zur Nitratreduktion darf kein Sauerstoff vorhanden sein.

Wäre es sinnvoll solche Stellen durch eine Strömungspumpe zu bewegen?

Auf dem Sand ist mir Mulm lieber als im Filter. Verstopft den nur.

Ich bin kein Freund von Strömungspumpen. Kosten Strom, legen die Pflanzen um und treiben CO2 aus. Meine 390l brutto rühre ich mit einer 600l/h Pumpe um, deren Hälte auch noch durch einen CO2-Reaktor geleitet wird und somit nichts zur Strömung beiträgt, also Strömung aus ca. 300l/h. Das reicht vollkommen, um an allen Stellen im Aquarium Pflanzen prächtig wachsen zu lassen, siehe Markus' 130er.
Dort gibt's eine Menge Stellen mit sehr geringer Strömung.

Mich würde Deine Bepflanzung interessieren. Mach mal ein Foto. Welche Fische?

Grüße, Markus
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Beitragvon Biotoecus » 04 Jan 2018 12:24
Moin,

ich halte es für praktikabler die Stoffbilanzen des Futters abhängig von Fischgewicht und Futtereintrag pro Tag in Gramm zu betrachten.
Fischlängen in bezug auf Aquarienlängen haben keine Aussagekraft über den Futterbedarf der Tiere.
Man allerdings über das Fischgewicht Aussagen zum Futterbedarf machen.
Und ein 5cm Corydoras hat eben ein anderes Gewicht als ein 5cm Neon und deswegen auch anderen Futterbedarf.

Mal kurz zum reinschnuppern: http://www.aquaristik-normal.de/html/futter_theorie.html

Um also hier Stoffbilanzen betrachten zu können ist es zumindest gut den Besatz und die aktuelle Futtermenge pro Tag zu benennen.

Beste Grüße
Martin
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