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Beitragvon herr_Gabel » 04 Jan 2018 22:55
Hallo,
gering umströmten Mulm als Kohlenstoffquelle für die Denitrifikation anzusehen, die es zu verringern gilt klingt ja nach 'nem guten Konzept.

an Markus:
Welche Nitratkonzentration ist in deinem Leitungswasser? Düngst du Stickstoff auf? Mich würde interessieren ob es tatsächlich so ist, dassdie 11mg/L Nitrat im Becken bei dir belegen, dass gering-umströmer Mulm doch nicht zu starker Denitrifikation führt oder ob die 11mg/L nur noch ein übriger Teil von dem sind, was vor der Denitrifikation vorlag.
PS. Interessantes schönes Becken. Ich meine -Wow- der Pflanzenwuchs ist mega.

an Martin:
Die verlinkte Seite veranschaulicht gut, das Besatz nicht gleich Besatz ist, aber... isst ein Diskus wirklich 9g Flockenfutter am Tag? Das ist doch extrem viel. Oder?

Irgendwie denke ich jetzt grade, dass mein Nitrateintrag von Seiten des Futters bisher einfach zu klein war, als das Denitrifikation davon was übrig lassen könnte. Denn ich füttere täglich einmal nur soviel Softgranulat, wie von den Fischen (3 Skalare, 20 Salmlern und 2 Welsen) in einer Minute aufgebraucht wird. Das ist vielleicht ein Gramm - oder eben ein Würfel Frostfutter. Das wird in der gleichen Zeit gegessen(Ist natürlich schwerer weils' nass ist).
Dass das zu wenig(bzgl. Nitrat) seien könnte war mir noch nicht so bewusst.
Sieht so aus als gibt mein Besatz zur Zeit einfach nicht mehr an Nitrat her. Ich will die Fische ja auch nicht überfüttern.

Das ist eigentlich ne recht erfreuliche Schlussfolgerung. Man könnte z.B. Panzerwelse aufstocken, noch dazu wo Martin sagt, dass die mehr wiegen und demzufolge auch mehr Futter brauchen

liebe Grüße
Immanuel
herr_Gabel
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Beitragvon omega » 04 Jan 2018 23:34
Hallo Immanuel,

herr_Gabel hat geschrieben:Welche Nitratkonzentration ist in deinem Leitungswasser?

ich verwende ausschließlich Osmosewasser, das ich so einstelle, wie in diesem Beitrag angegeben.

Mich würde interessieren ob es tatsächlich so ist, dassdie 11mg/L Nitrat im Becken bei dir belegen, dass gering-umströmer Mulm doch nicht zu starker Denitrifikation führt oder ob die 11mg/L nur noch ein übriger Teil von dem sind, was vor der Denitrifikation vorlag.

Auf dem Bodengrund liegender Mulm kann nicht zu Denitrifikation führen/beitragen, da die brownsche Molekularbewegung dafür sorgt, daß sowohl Sauerstoff als auch Nitrat gleichermaßen aus dem ihn umgebenden Wasser in den Mulm eindringt. Mulm selbst trägt zu nichts mehr bei, da nur mehr sehr schwer abbaubar, kann also kein Sauerstoffgefälle mehr nach innen hinein bilden. Anaerobe Bereiche - die Vorraussetzung für Denitrifikation - in Mulmansammlungen auf dem Bodengrund halte ich daher für ausgeschlossen. Würden sie vorkommen, wie käme denn das Nitrat dort hinein, um dort reduziert zu werden, der Sauerstoff aber nicht?

Irgendwie denke ich jetzt grade, dass mein Nitrateintrag von Seiten des Futters bisher einfach zu klein war, als das Denitrifikation davon was übrig lassen könnte.

Vergiß die Denitrifikation. Um nennenswerte Nitratmengen reduzieren zu können, muß man sich richtig Mühe geben und einen dedizierten Nitratfilter bauen. Einfach so passiert die nicht.

Denn ich füttere täglich einmal nur soviel Softgranulat, wie von den Fischen (3 Skalare, 20 Salmlern und 2 Welsen) in einer Minute aufgebraucht wird.

135cm Aquarienlänge und nur 200l Wasser. Wie geht das?
Welche Salmler? Neons? Nach viel Fisch auf 135cm klingt das aber nicht.

Das ist eigentlich ne recht erfreuliche Schlussfolgerung. Man könnte z.B. Panzerwelse aufstocken, noch dazu wos' heißt, dass die mehr wiegen und demzufolge auch mehr Futter brauchen

Ammonium und Nitrat ist als Dünger sicher günstiger als als Fisch und Futter, und leichter dosierbar.

Grüße, Markus
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Beitragvon moskal » 05 Jan 2018 07:38
Hallo,

ein Buchtipp zum Thema: Diana Walstad, Das bepflanzte Aquarium. Da wird erschöpfend auf den Zusammhang von Fischmasse, Futter, Nährstoffeintrag und Aquariengröße eingegangen. Es geht aber ausschließlich um low-tech Becken. Hier https://www.flowgrow.de/pflanzen-allgemein/diana-walstads-das-bepflanzte-aquarium-t2703.html wurde das Buch schon mal besprochen.

Gruß, helmut
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Beitragvon Plantamaniac » 05 Jan 2018 09:09
Hallo, Nitrat ist ja nicht alles, was Pflanzen zum Wachsen bringt.
Die Summe aller Nährtoffe wird benötigt.
Wurde hier im Thread schon das Liebigsche Minimumgesetz bemüht?

Ja, das Buch von Walstad ist hier im Forum schon kontrovers diskutiert worden.
Bei mir steht es auch im Bücherregal. Könnte ich auch mal wieder lesen. Ist schon ein paar Jahre her. Warscheinlich hat sich meine Sicht auf die Aussagen seitdem etwas verändert und meine Lowtecbemühungen sind gereift.
Was nichts daran ändert, das Leute, die das anstreben das eine oder andere Ahaerlebnis beim lesen haben.
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Beitragvon herr_Gabel » 07 Jan 2018 14:44
Danke für die Teilhabe an euren interessanten Erfahrungen.

Um meinen Pflanzen weiterhin(nachdem die NPK-Flasche alle ist) ausreichend N und P zur Verfügung zu stellen, scheint eine Strömungspumpe nicht sinnvoll zu sein. Panzerwelse aufzustocken klingt da schon viel eher nach was.
...Wie sieht es denn mit den Chemikalien aus aus Markus's Düngeplan(insb. Kaliumnitrat)? Bekommt man die in der Apotheke?
Scheint viel günstiger zu sein als alles was ich so für NPK-Dünger kenne.

liebe Grüße
Immanuel
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Beitragvon herr_Gabel » 07 Jan 2018 17:09
Hier noch ein paar aktuelle Bilder :smile: . Die eine Pflanze hab ich ja schon benannt. Die andere dürft ihr raten XD
(nicht auf den Fotos aber trotzdem vorhanden sind E. bleherae, Hydrocotyle leucocephala und Myriophyllum mattogrosenese)

Dateianhänge

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Beitragvon omega » 07 Jan 2018 19:22
Hi,

raten? Nö. Cabomba.

Grüße, Markus
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Beitragvon Plantamaniac » 07 Jan 2018 20:00
Ahnööö, er meint die

Heteranthera zosterifolia


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Beitragvon omega » 07 Jan 2018 23:03
Die hatte er doch schon benannt.
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Beitragvon Plantamaniac » 08 Jan 2018 09:33
Ups...ganz oben...habs gefunden..sorry :pfeifen:
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Beitragvon herr_Gabel » 08 Jan 2018 23:49
Welche Cabomba? :D
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Beitragvon nik » 09 Jan 2018 11:39
Hi,

vermutlich C. caroliniana. Die sollte grün sein, die gezeigte sieht mehr nach kurz vor Tod aus. Die Verzweigung der Triebspitze deutet auch auf ein massives Problem hin. Du wirst dich entweder explizit mit Nährstoffdefiziten beschäftigen müssen oder bei 50% Wasserwechseln schrotschussmäßig, vollständig düngen müssen.

edit: bei dem Zustand der Pflanze käme auch Limnophila aquatica in Frage ...

Gruß, Nik
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Beitragvon herr_Gabel » 11 Jan 2018 00:26
Hallo :),
es handelt sich um Cabomba aquatica. Ja der Zustand der stark verzweigten Pflanze ist schon "was besonderes" ^^.
Irgendwo hab ich letztens aufgeschnappt, dass nach oben gerichtete, am Spross anligende Blätter bei Cabombas - zumindest typisch - für Nitratmangel sind. Vor ca. drei Wochen hab ich angefangen mit einem NPK-Dünger zu düngen wodurch auch endlich :gdance: mein brasilianischer Wassernabel angefangen hat zu wachsen.
...Die unverzweigte Cabomba auf dem ersten Bild ist in den letzten drei Tagen etwa 2cm gewachsen, womit ich ganz zufrieden war.

Bevor ich mit dem NPK-Dünger anfing, war weder Nitrat noch Phosphat in meinem Becken nachweisbar. Diese fertigen NPK-Flüssidünger sind schon relativ teuer. Wo bekommt ihr Kaliumnitrat her? Als ich in Apotheken gefragt hatte, hatten die entweder keine Chemikalien angeboten oder erst ab größeren Gebinden. Diese Gebinde hätten erst bestellt werden müssen und außer mir scheint es dafür hier im Ort und umliegenden Ortschaften keine Käufer zu geben. Und wenn ich so ein großes 1000g-Gebinde Kaliumnitrat kaufen müsste....halten die mich dann nicht für einen Terroristen???

Grüße
Immanuel
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Beitragvon omega » 11 Jan 2018 00:49
Hallo Immanuel,

Kaliumnitrat ist vorwiegend ein Kaliumdünger. Zur Nitratdüngung solltest Du neben Kaliumnitrat überwiegend Calcium- und Magnesiumnitrat verwenden, je nach Calcium- und Magnesiumgehalt des Wassers entsprechend gewichtet, so daß ein Ca:Mg-Verhältnis von ca. 3:1 zustandekommt. Evtl. braucht's dafür auch noch Magnesiumsulfat (Bittersalz). Bei mir z.B. ist genug Calcium vorhanden, da reicht Magnesiumnitrat (plus Kaliumnitrat zur Kaliumdüngung).
Phosphat kommt bei mir über Kaliumdihydrogenphosphat ins Wasser.
Die Salze bekommst Du z.B. bei phygenera.de.

In der Apotheke sagst Du denen, Du möchtest eine 20% Kaliumnitratlösung für's Aquarium. Ein halber Liter davon wird Dir ca. 2 Jahre langen.

Grüße, Markus
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Beitragvon herr_Gabel » 11 Jan 2018 17:12
Toll! Danke :smile:

Grüße
Immanuel
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