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Postby Ben » 08 Sep 2013 11:41
Hallo Leute,

ich möchte bei meinen rötlichen Stängelpflanzen das maximum an Farben herausholen.

Besonders bei Ludwigia arcuata und bei Rotala rotundfolia.

Ganz allgemein sollte ja ein guter Eisendünger und ein niedriger Nitrat- bei gleichzeitigem hohen Phosphatgehalt die Färbung verstärken.
Ich frage mich nur ob dies auch langfristig funktioniert?
Auch ohne Probleme mit Algen zubekommen.

Habt ihr ein paar Erfahrungswerte für mich?

Achja Co2 und viel Licht (64lm/l) und Einzeldüngerkomponenten von AR (Nitrat, Phosphat, Kalium, Flowgrow Spezial, Eisenvolldünger) sind vorhanden.

Ludwigia arcuata

Rotala rotundifolia

Liebe Grüße
Ben
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Postby Ben » 10 Sep 2013 14:06
Hi Leute,

hat keiner ein Tip?

LG Ben
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Postby Plantamaniac » 10 Sep 2013 14:40
Hallo, erst voll fett düngen und dann einfach damit aufhören...
So krieg ich die dollsten Farben zusammen.
Was auch immer hilft, ist Filterputzen.
Ohne anschließend noch irgendetwas anderes zu tun flippen die Pflanzen aus und knallen gradso mit den Farben des frischen Austriebs um sich :grow:
Leider muß man irgendwann dann doch wieder Wasserwechsel machen und düngen...
Dann gehts halt wieder etwas grüner weiter.
Wenn man einen Zeitpunkt hat, an dem man es besonders bunt möchte, kann man das aber schon so legen, das die Becken sich von ihrer knalligsten Seite zeigen :gdance:
Sollte man dann aber 4 Wochen vorher ansteuern...
Chiao Moni
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Postby bocap » 10 Sep 2013 14:53
Hi Ben,

ich hab ja auch die Rotala rotundifolia im Becken die Triebspitzen sind bei mir richtig schön rot. Werden immer roter je mehr Sie richtung Oberfläche kommen.
Guckst du hier:
21056
21363

Ich unternehme da in die Richtung jetzt nix spezielles, sondern fahre einfach ziemlich magere Nährstoffe.
NO3 liegt bei 5 mg/l und PO4 ist i.d.R. nicht nachweisbar, bzw. wird mit 0,1 mg/l täglich zugedüngt. Mit Volldünger gehe ich auch eher sehr sparsam um. D.h. maximal die Hälte der empfohlenen Dosis. Bin eine ganze Zeit auch super ohne Mangel mit nur einem Viertel der Dosis ausgekommen.
Das läuft bei mir jetzt so schon mehrere Monate völlig problemlos und vor allem algenfrei.

Gruß
Sascha
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Postby Ben » 10 Sep 2013 17:34
Hi Moni und Sascha,

danke erstmal :).

@Moni,

das klingt schon etwas extrem. Im Endefekt verändert du ja auf die schnelle viele Komponente im Becken.
Bei 20 L (hat mein Cube) wäre das sicherlich nicht so leicht durchzuführen, gerade auf Grund des Volumens.

@Sascha,

also am Licht wird es bei mir definitiv nicht mangeln. Ich habe dann ca 60Lm/L. Was schon bei dem Becken echt heftig wird. Vll. brauche ich ja auch nur standardmäßig düngen und alles wird knall rot.

Edit: Dein Nitratwert ist ja eigentlich auch sehr gering.

Hast jemand mal mit dem Nitratmangel "gespielt"?

LG Ben
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Postby Giftzwerch28 » 10 Sep 2013 17:52
Hallo!

Ich nutze auch Saschas Methode und fahre die Nährstoffe eher gering.
Bei einzelnen Triebspitzen (Rotala R.) passiert es bei mir öfters,
das diese sich weißlich verfärben, aber nicht absterben.
Dann gebe ich immer 0,5ml bis 1ml täglich Flowgrow spezial auf 100 L dazu,
was zu helfen scheint. Sonst nur den Eisenvolldunger (1,5ml auf 100L)
Übrigens wird Rotala R. bei mir auch mit wenig Licht ( 0,32W/T8) dunkelrot,
auch in den unteren Bereichen. :wink:




Gruß Alex

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Postby Plantamaniac » 10 Sep 2013 18:49
Hallo, eigentlich ist das der natürliche Lauf innerhalb von 2-4 Wochen.
WW ,aufdüngen, dann ins Leere laufen lassen.
Dann kommt das dabei raus :D
Chiao Moni
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Postby chrisu » 10 Sep 2013 20:44
Hallo,

ich bekomme auch mit mageren Werten die besten Farben hin. In Zeiten wo ich wenig Zeit für meine Aquarien habe sind die Farben meist am schönsten. Besonders durch viel Nitrat vergrünen meine Pflanzen.
Mfg Christian
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Postby kiko » 11 Sep 2013 14:31
hi,
ich möchte bei meinen rötlichen Stängelpflanzen das maximum an Farben herausholen.

Das wichtigste ist erstmal eine gute Beleuchtung in 6000k bis max 6500k, jenach Pflanzenart auch als Vollspektrum. Stellwerte bei der Düngung für Ausfärbung:
Nitrat
Phosphat
Kupfer
Eisen (hat natürlich auch seinen Stellenwert, ist imo aber eher unrelevant weil in den allerwenigsten Aquarien die Pflanzen "eisenunterversorgt sind")

Das Pflanzen sich ausschließlich bei niedrigen Nitratwerten am besten ausfärben kann man so auch nicht pauschal sagen. Po4 Limitierung kann bei vielen Arten schließlich Farben ebenfalls verstärken. Desweiteren verhilft eine höhere Cu-Zufuhr den Pflanzen generell zu stärkeren Blattstrukturen, was sich zusätzlich in besserer Farbgebung niederschlagen kann.
So können (sollen auch) Arten wie die im Anhang als Beispiel gezeigten Macrandras ruhig unter höheren Nitratwerten stehen, Phosphat dann im Gegenzug nur einen minimalst Verbrauch düngen und die Kupferdüngung etwas höher ansetzen.
Viele Arten lassen sich so über einen sehr langen (wenn nicht gar "ewigen") Zeitraum farblich intensiv halten - bei dauerhaft allzu niedrigen Nitratwerten hingegen geht man immer das Risiko ein, daß eine Pflanze irgendwann anfängt im Wuchs zu stagnieren u./o. zu "kränkeln".

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grüße Olaf-Peter
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Postby Ben » 11 Sep 2013 15:27
Hallo Olaf-Peter,

danke für deine ausführliche Antwort.

Wie düngst du denn Kupfer?
Nur über die Mikrodünger, oder benutzt du da noch was anderes?

Ich würde mich dann langsam herantasten mit den Wasserwerten.
Wie lange müsste man denn ca. herumtesten bis man die ersten Ergebnisse sieht?

Hast du da Erfahrungswerte?

LG Ben
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Postby kiko » 11 Sep 2013 19:52
hi,
Cu ist eine zweischneidige Sache, in richtiger Dosierung förderlich - in falscher Dosierung fatal. (In Becken mit empfindlichen Tieren, schlechten Pflanzenwuchs, größeren Algenaufwuchs etc. pp. sollte man von Cu sowieso die Finger lassen)
Düngen kann man es per Kupfersulfatlösung (Sera algovec, Protalon oder so geht auch). Wie man das umrechnet hatte Robert hier netterweise mal erklärt: nachricht227630.html
Eine Optimierung der Cu-Zufuhr ist letzlich aber auch nur dann von Interesse, wenn man wirklich noch das letzte Quentchen rausholen möchte. Grundsätzlich denke ich zwar das manche Dünger "aus Sicherheitsgründen" eher was mager mit Cu ausgestattet sind - auf der anderen Seite aber auch zu Recht. (es ist schließlich ja teils gängige Praxis das bei einer gelb aussehenden Pflanze "automatisch" auf Fe-Mangel getippt wird und die Leute ihre Mikrodüngung oft sinnfrei ein vielfaches :roll: über die Herstellerempfehlungen anheben )

Wie lange müsste man denn ca. herumtesten bis man die ersten Ergebnisse sieht?

Kann man nur schwer sagen, denn es dauert idr. schon ein Weilchen bis Pflanzen eine neue Düngung wie auch Po4 Limitierung adaptieren, dazu kommen dann noch Faktoren wie Co2, Licht usw. Ich hatte auch schonmal ein Becken, wo selbst einfache Arten nicht rot werden wollten, in so Fällen liegt es letzlich dann oft an der Filterung oder (im ungünstigsten Fall) gar am Substrat.
grüße Olaf-Peter
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Postby Ben » 12 Sep 2013 18:38
Hi Kiko,

danke für die super Infos!
Du hast mir sehr geholfen.

LG Ben
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Postby Haeck » 14 Sep 2013 06:32
Hallo Ben,

ich habe in meinem Becken festgestellt, das erst durch eine hohe Co2 Konzentration um 30 mg/l und tägliche Stickstoffzugaben in Form von Urea, die Farbenpracht von L. arcuata richtig zum Vorrschein gebracht haben. Die höhe der Lichtintensität ist hierbei nicht ausschlaggebend, sondern eine konstante und ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere von Co2 und (schnell) verfügbaren Stickstoffs. Ich fuhr das Becken nach veralteter T8 Berechnung mit einer Lichtintensität von 0,6 W/l, bei 6500 K, 24 Watt T5. Das bestätigt übrigens auch Tom Barr in seinen diversen Beittägen zum Thema. Die Zugabe von Phosphat und Eisen trugen nur unterstützend zur Leuchtkraft und Intensivierung der Farben bei, waren meiner Beobachtung nach jedoch nicht asschlaggebend. Erst aus der Kombination der Nährstoffe untereinander, wurde in meinem Fall ein "Schuh" draus.

Statement von Tom Barr aus dem Planted Tank Forum, Benutzername "Plantbrain":

-http://www.plantedtank.net/forums/showthread.php?t=89186" onclick="window.open(this.href);return false;
- https://sites.google.com/site/skepticalverdure/home/the-myths-of-red-plants" onclick="window.open(this.href);return false;


Lg
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Postby kiko » 20 Sep 2013 21:15
hi,
von der Arcurata hab ich selbst nur 3 Stengel im Hintergrund meines Fischbecken stehen, die Beleuchtung sind 0,5W/L und das sieht dann farblich so aus wie im Anhang, im oberen Drittel halt rot - im oberen Drittel eher irgendwie ockerfarben und alles nicht mehr so prickelnd. Sonderlich unter 0,5W/L sollte man bei der Art tendentiell eher nicht gehen.

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Postby Haeck » 20 Sep 2013 22:32
Hallo Olaf-Peter

Sonderlich unter 0,5W/L sollte man bei der Art tendentiell eher nicht gehen.


Ich würde 0,5 W/l als untere Grenze betrachten, ansonsten tendiert die Pflanze dazu die unteren Blätter abzuwerfen.

...die Beleuchtung sind 0,5W/L und das sieht dann farblich so aus wie im Anhang, im oberen Drittel halt rot - im oberen Drittel eher irgendwie ockerfarben und alles nicht mehr so prickelnd.


Auffällig sind die vereinzelt geringen Stengeldurchmesser, die sichelförmig verkrümmten Blätter im unteren Bereich und die verkleinerten Kopftriebe im hinteren Bereich. Das Erscheinungsbild kommt mir sehr bekannt vor. Beseitigen lassen sich die Symptome durch tägliches düngen mit Urea, ausreichend Co2 und alle anderen Nährstoffe vorausgesetzt.

Lg
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