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Postby kurt » 22 Oct 2016 18:50
Hallo zusammen,

java97 wrote:Meine Hoffnung ist, dass sich dadurch mehr Mikroflora im Aquarium bildet und die Grünalgen an den Scheiben zurückgedrängt werden (bisher muss ich sie ca. alle 2 Wochen reinigen).

@ Volker,
mehr Mikroorganismen und die besiedeln dann Pflanzen?
Das läuft nur darauf aus das du wieder mehr Wasser wechseln müsstest.
Fahr zuerst mal eine Zeit lang nur ohne Filtermedium und beobachte alles.

Fahren ohne Wasserwechsel.
Mein Wasser z.B. = Wasserwerte Ok, rein und klar.
Mikroskopisch wird im freien Wasser wenig bis kaum was gefunden, mein Equipment reicht da wohl auch nicht aus.
Das sich trotzdem relativ viele Mikroorganismen im eingefahrenen freien Aquarium Wasser befinden müssen habe ich dann folgendermaßen festgestellt.

Oxidation und Reduktion, auffällig.
Nach Gärtnern und Mulm saugen habe ich jedes Mal einen stark sinkenden Redoxwert, Veränderung ca. 100 mV
Ähnlich läuft das auch bei nur Einsatz der UVC-Lampe.
In meinem Filterkreislauf war eine UVC-Lampe für evtl. Sondereinsätze mit eingeplant gewesen.
Nach einschalten meiner UVC-Lampe gibt es immer einen sinkenden Redoxwert (reproduzierbar).
Schließe daraus dass doch relativ viele Mikroorganismen abgetötet werden die dann das Aquarienwasser entsprechend belasten.
Schalte ich die Lampe aus geht der Redoxwert genau so schnell wie er sinkt nach oben.

Nitrit,
Bei Aquarienneustart habe ich immer genügend Altwasser übernommen.
Nitrit Peak war daraufhin Geschichte, Nitrit = 0

Welche Mikroorganismen bzw. Algen sich letztendlich am besten entwickeln liegt meiner Meinung nach an den jeweiligen (= Vorlieben) Nährstoffverhältnissen.

Je höher die Ansprüche desto kleiner wird das Fenster, man findet also immer wieder neues /unbekanntes. :D
Gruß Kurt
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Postby java97 » 22 Oct 2016 21:32
Hallo
Und danke für euer Input.
Dass ich, wenn ich Urea langsam(!) ins Düngerepertoire aufnehmen will, auf genügend Kalium achten muss, ist mir klar. Auch dass weniger Nährstoffe verbraucht werden, wenn ich weniger beleuchte.
Bin ja auch schon ein Weilchen dabei und habe mich mit Nährstoffverbräuchen ausgiebig beschäftigt (das halte ich für eine Voraussetzung, um ein Altwasseraquarium zu pflegen). :wink:
@Kurt: Warum ich mit Ureadüngung und der sich bildenden Mikroflora zwangsläufig mehr Wasserwechsel machen müsste, erschließt sich mir nicht.
Ich will ja auch nicht Unmengen von Urea düngen, sondern nur das Äquivalent von max. ca. 1 mg/l NO3 pro Tag. Über das Futter kommt ja auch noch was ins Wasser und auch u.a. KNO3 habe ich im Repertoir.
Ich möchte damit erreichen, dass sich an den Bereichen (Scheiben), die z.Zt. noch vorrangig von Grünalgen besiedelt werden, zunehmend Mikroflora ansiedelt und die Algen verdrängt. Daher mein Gedanke, die Bildung von konkurrierender Mikroflora, eben auch solche, die Urea zu Stickstoff umwandelt, zu fördern und zusätzlich die Beleuchtungsdauer vorübergehend zu reduzieren um den vorhandenen Grünalgen das Leben etwas schwerer zu machen.
Ich werde aber damit noch warten und vorerst beobachten, was das Ausräumen des Filters allein bringt.

Interessant finde ich auch den Ansatz, ein Aquarium ohne Licht und Pflanzen, nur mit Urea und evtl. anderen Mikroflora-fördernden Präparaten (LM Nite out, LM SB etc.) einzufahren, so dass die Flächen bereits mit Mikroflora besiedelt sind, noch bevor die Pflanzen und Licht ins Aquarium kommen.
naehrstoffe/dk-urea-hammer-erfahrungsaustausch-t43173.html?hilit=urea
schöne Grüße
Volker
java97
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Postby nik » 23 Oct 2016 11:07
Hallo Volker,
java97 wrote:..., ist mir klar.

alles gut. Auch wenn nur wir beide das lesen würden ^^ , würde ich das, den Kontext einer Maßnahme, schon für mich zusammenfassen wollen. Ich bin sicher, du weißt was du tust.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby nik » 23 Oct 2016 11:32
Hallo zusammen,
java97 wrote:Interessant finde ich auch den Ansatz, ein Aquarium ohne Licht und Pflanzen, nur mit Urea und evtl. anderen Mikroflora-fördernden Präparaten (LM Nite out, LM SB etc.) einzufahren, so dass die Flächen bereits mit Mikroflora besiedelt sind, noch bevor die Pflanzen und Licht ins Aquarium kommen.
naehrstoffe/dk-urea-hammer-erfahrungsaustausch-t43173.html?hilit=urea

das sind Lösungen für jemanden, der sein erstes Becken aufsetzt. Alleinig auf die ML-Produkte zu vertrauen, ist ein wenig sicherer Weg. Die beste Basis ist vor allem Biofilm über Pflanzen aus funktionierenden Becken einzubringen, auch aus weniger gut funktionierenden Becken ist immer noch besser als die ML-Produkte allein.

Das pflanzenlos eingefahrene Becken bekam erst Richtung als ich ein paar Stängel aus einem gut laufenden Becken nur 2 bis 3 Tage darin treiben ließ. Die ML-Produkte alleine genügten nicht, sie sind "nur" ein Add-On, mit dem man recht gut reparieren kann.
Wenn ich überlege, warum ich die beim Einfahren nutze, dann um ein mögliches Auftauchen von Cyanobakterien (CB) gleich abzufangen. Bei Kieselalgen wirken die übrigens auch erkennbar. Bei CB sehe ich in jedem Fall zu, dass die vollständig verschwinden, dann ist auch dauerhaft Ruhe.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby java97 » 23 Oct 2016 12:15
Hallo Nik,
nik wrote: Die beste Basis ist vor allem Biofilm über Pflanzen aus funktionierenden Becken einzubringen, auch aus weniger gut funktionierenden Becken ist immer noch besser als die ML-Produkte allein.


Das habe ich schon so oft von Dir gelesen und das macht ja auch absolut Sinn aber woher nehmen??
Ich bin in keinem Aquaristik-Verein und kenne auch niemanden, der ein Aquarium hat.
Per Versand hier aus dem Forum? Wie lange überlebt die Mikroflora auf Pflanzen außerhalb des Wassers?
Pflanzen inkl. Wasser in wasserdichten Gefäßen (Glas) verschicken? Wäre das eine Möglichkeit?
Kann sich so eine in geringer Menge eingebrachte "gute" Mikroflora gegen eine nicht optimal funzende durchsetzen, wenn ich sie in ein bereits laufendes Aquarium oder ein neues Aquarium mit Pflanzen aus einem nicht perfekt laufenden Aquarium gebe?
Fragen über Fragen... :?
schöne Grüße
Volker
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Postby kurt » 23 Oct 2016 12:43
Hallo zusammen,

java97 wrote:@Kurt: Warum ich mit Ureadüngung und der sich bildenden Mikroflora zwangsläufig mehr Wasserwechsel machen müsste, erschließt sich mir nicht.

@ Volker,
das ist nicht zwangsläufig… Urea als NO3 Äquivalent, alles Ok.

Mich würde interessieren welche Grünalgen du an der Frontscheibe hast.
Naheliegend, Oedogonium, (= Pelz Alge / Kappenalge)?
Oedogonium vorherrschend, andere Algenarten kaum zu finden?
Nach meinen Beobachtungen gibt es eine Verknüpfung (= Pelzalge-niedrige Kaliumwerte).
Erst seit ich niedrige Kaliumwerte habe ist bei mir Oedogonium sp. aufgekommen,
dominant geworden, Cladophora finde ich keine mehr.

Zu Filterung,
es werden ja nicht nur Nährstoffe umgewälzt sondern auch die Mikroorganismen.
Wie viele sich im freien Wasser befinden, dazu habe ich ja schon geschrieben.
Mikroorganismen (Algen/Sporen) durch das aufwirbeln beim Gärtnern mal außen vorgelassen.

Algen, früher oder später hat sie jeder, (mehr oder weniger). :D

Hast du einen hohen PO4 Verbrauch,
Deckung (Äquivalent) mit Ammoniumdihydrogenphospaht (NH4) H2PO4 ?

java97 wrote:Kann sich so eine in geringer Menge eingebrachte "gute" Mikroflora gegen eine nicht optimal funzende durchsetzen,

Du arbeitest doch schon an passenden Nährstoffverhältnissen, der Rest ist Zeitfaktor… :wink:
Zum Licht.
Verringern heißt Pflanzenvielfalt wird eingeschränkt.
Gruß Kurt
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Postby nik » 23 Oct 2016 12:55
Hallo zusammen,

einfach mal eine interessante Beobachtung zur Wirkung von der Mikroflora als mikrobiologischer "Gesamtausstattung" eines Aquariums und vom Biofilm, als sessilem Teil der Mikroflora.

Um ein Becken sauber aufzusetzen, verwende ich im Idealfall Pflanzen und auch Wasser aus einem gut laufenden Becken. Das funktioniert frappierend sicher. Beim Wasser wird von manchen angenommen da wäre bezüglich Mikroflora wenig los. Es ließe sich ein Einfluss von Filterung respektive Nichtfilterung diskutieren, darauf will ich aber nicht hinaus.

Wenn ich ein Becken mit Wasser aufsetze, dann dünge ich erst das Ursprungsbecken vollständig auf um dann dieses Wasser für das Neuaufsetzen zu verwenden. Das funktionierte immer.

Nun habe ich mal gepennt und das Ursprungswasser versehentlich mit Urea aufgedüngt und dann das Wasser für das neue Becken verwendet. Schon am nächsten Tag konnte ich eine Trübung im Neuen erkennen, aufgrund des Tempos als bakteriell anzunehmen. Das ließ mich sofort darüber nachdenken was anders gelaufen ist - halt die Ureadüngung. Aber was ist der Unterschied vom alten zum neuen Becken - das ist auch klar. Im neuen, frischen Becken war die Mikroflora nur im Wasser, im Ursprungsbecken auch auf den Oberflächen. Es ist also kein Wunder, wenn im neuen Becken durch Urea, ich würde allgemein Organika anführen, das Wachstum der flotierenden Mikroflora gefördert wird, denn sessile Mikroflora gab es im frischen Becken noch nicht. Das Ursprungsbecken blieb auch nach der Nachdüngung des entnommenen Wechselwassers klar. Das ist übrigens ein Altwasserbecken, sofern ich nicht Wasser für ein anderes Becken brauche, in dem auch Ureazugaben ohne Ww nie zu einer Trübung führen.

Nach ein paar Tagen nur mit Tageslicht war die Trübung im Neuen weg. Das Becken war pflanzenlos und, ich kann nur immer wieder schreiben, filterlos, d.h. unbeeinflusst. Ich dachte seinerzeit ja, mit der Geringfilterung hätte ich es gefunden, aber es gab immer noch Ausnahmen in der erwarteten Entwicklung. Erst da gelangte die Mikroflora als maßgeblich in den Fokus meiner Betrachtung - aber die Geringfilterung - so wie ich sie beschreibe(!) - ist im Zusammenhang wirklich wichtig. Geringfilterung ist im Betrieb in ein paar Punkten anders, in der Summe einfacher und für mich bezüglich ihres Mehrwerts überhaupt nicht mehr in Frage zu stellen. Die ist für die Reproduzierbarkeit eine wichtige Voraussetzung und dann lässt sich über kurz oder lang die Mikroflora erfolgreich "moderieren".

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby java97 » 23 Oct 2016 13:46
Hallo Kurrt,
kurt wrote:Mich würde interessieren welche Grünalgen du an der Frontscheibe hast.
Naheliegend, Oedogonium, (= Pelz Alge / Kappenalge)?
Oedogonium vorherrschend, andere Algenarten kaum zu finden?
Nach meinen Beobachtungen gibt es eine Verknüpfung (= Pelzalge-niedrige Kaliumwerte).
Erst seit ich niedrige Kaliumwerte habe ist bei mir Oedogonium sp. aufgekommen,
dominant geworden, Cladophora finde ich keine mehr.

Ein paar Fussel und etwas grünen Belag, den ich von Zeit zu Zeit entferne. Keine Punktalgen.

Hast du einen hohen PO4 Verbrauch,
Deckung (Äquivalent) mit Ammoniumdihydrogenphospaht (NH4) H2PO4 ?

Ich dünge mittlerweile PO4-limitiert, d.h. wöchentlich ca. 0,2 mg/l. Punktalgen bilden sich dabei keine mehr (war mal so).

Du arbeitest doch schon an passenden Nährstoffverhältnissen, der Rest ist Zeitfaktor… :wink:

O.k.... :kaffee1: aber die Nährstoffverhältnisse (die habe ich eigentlich gut im Griff) sind ja nicht alles. Die Einflüsse von (Nicht-) Filterung und Beleuchtungsdauer auf den Aufbau der Mikroflora sind ja gerade verstärkt in meinem Fokus.
Zum Licht.
Verringern heißt Pflanzenvielfalt wird eingeschränkt.

Nicht unbedingt. Es geht ja um die Beleuchtungsdauer, nicht um die Beleuchtungsstärke...
Ich pflege aber eh keine all zu lichthungrigen Arten (so wie Du doch auch).
schöne Grüße
Volker
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Postby nik » 23 Oct 2016 14:03
Hallo Volker,
java97 wrote:Hallo Nik,
nik wrote: Die beste Basis ist vor allem Biofilm über Pflanzen aus funktionierenden Becken einzubringen, auch aus weniger gut funktionierenden Becken ist immer noch besser als die ML-Produkte allein.


Das habe ich schon so oft von Dir gelesen und das macht ja auch absolut Sinn aber woher nehmen??

du hast keinen Bedarf an Biofilm, deiner ist schon gut brauchbar und nur zu "moderieren".

Per Versand hier aus dem Forum? Wie lange überlebt die Mikroflora auf Pflanzen außerhalb des Wassers?

Ja, kein Problem. Sicher ist nicht jedes Spenderbecken mikrobiologisch sehr attraktiv, aber oft ist das als Basis gut. Ich hatte mal ein Becken komplett mit Pflanzen eines Forenteilnehmers aufgesetzt. Er hatte latent Pinselalgen. Bei mir waren die anfänglich so weit "aufgeflammt", so dass sie eindeutig als Pinselalgen zu erkennen waren. Ohne irgendeine Maßnahme verschwanden die so schnell wie die auftauchten. Das spielte sich im Zeitraum einer Woche ab. Das wurde ein Bombenbecken. Von Olaf-Peter bekam ich auch mal Pflanzen, mit dem Hinweis, dass auch Pflanzen aus nicht ganz algenfreien Becken dabei sind. Mein 30l Cube ist sofort einwandfrei eingelaufen, Algen habe ich keine gesehen. Ich erwähne ihn, weil die Pflanzen in der Summe sehr gut waren.

Kann sich so eine in geringer Menge eingebrachte "gute" Mikroflora gegen eine nicht optimal funzende durchsetzen, wenn ich sie in ein bereits laufendes Aquarium oder ein neues Aquarium mit Pflanzen aus einem nicht perfekt laufenden Aquarium gebe?

Volker, jetzt muss ich dich mal ernsthaft fragen! Ist dir noch nicht aufgefallen, dass ich von meiner Betriebsweise durch und durch überzeugt bin? ^^ Nur diese Betriebsweise genügte um mittels nicht perfektem Ausgangsmaterial richtig gute Becken aufzusetzen. Ich musste nichts weiter tun! Viel mehr Probleme gibt es mit Händlerbecken. Die schaue ich mir genau an ob ich Pflanzen daraus nehme! Letztens habe ich eine mitgenommen, in dem Becken waren CB. Ist egal, weil ich das neue Becken, wo die reinkommt, sowieso mit einer ML-Kur starte.

Aber das von mir unterstrichene ist eine Killerfrage ... kommt darauf an. :D Ich würde mich nicht darauf verlassen.

Das 90x45x45 hatte ich ja bewusst nur mit Baumarktpflanzen aufgesetzt. In der Folge haben näherungsweise alle bekannten Seuchen das Becken überrannt. Grüner Schaum auf dem Wasser, wegen CB kaputt gehende HCC-Polster und in der Folge an den Stellen schwarzer Sand wegen Fäulnis, Wassertrübung, Cladophora, (weiche) wabernde Fadenalgenbärte und was ich alles vergessen habe. So ein katastrophales Becken hatte ich noch nie, nicht mal gesehen und ich dachte nicht, dass ich das noch gerade ziehen könnte. Das Becken war das erste, bei dem ich die ML-Kur versuchte und wie das funktionierte, war einfach nur beeindruckend, schon sehr, sehr überzeugend. Es war hinterher in bakteriellen Erscheinungen nicht ganz astrein, aber die Algen waren komplett weg, die CB auch, selbst der schwarze Sand wurde rückstandsfrei hell. Die Cladophora (und alle Blasenschnecken, andere waren nicht) verschwanden nach einer AlgExit Anwendung nach Anweisung. Bei mir wirkten die ML-Kur und AlgExit immer und wieder weise ich auf meine Geringfilterung als vermutlich wichtigen Punkt hin.

Manchmal braucht es Ausdauer und das 90x45x45 war nur ein Versuch, Garantie ist nicht, dafür ist Mikroflora zu komplex. Bei manchen Becken dauert es manchmal, dann frickel ich so lange bis es läuft. In der Regel funktioniert es irgendwann auch so wie ich das - mit meinen hohen, erforderlichen Ansprüchen - haben will.

An deinem Aquarium, Volker, ist vermutlich nichts weiter zu tun als es nur zu rühren und solide, vollständig zu düngen. Lichtdauer verringern, wäre eine proiphylaktische Maßnahme. Musst du aber schon aus dem Grund machen, weil du dann sukzessive erhöhen kannst bis zu dem Punkt den dein Becken noch verträgt. Nicht jedes Becken verträgt gleich viel Licht. Die theoretische Wirkung von Urea scheint nett, praktisch kann ich nicht viel zu sagen, weil Urea-Düngung wegen ihrer Vorteile, Probleme hatte ich damit noch nie(!), mir selbstverständlicher Standard ist.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby kurt » 23 Oct 2016 19:13
Hallo zusammen,

java97 wrote:Ein paar Fussel und etwas grünen Belag, den ich von Zeit zu Zeit entferne. Keine Punktalgen.

@ Volker,
Fussels…
Hilfreich ist das nicht, kannst du das nicht genauer bestimmen?

java97 wrote:Ich dünge mittlerweile PO4-limitiert, d.h. wöchentlich ca. 0,2 mg/l. Punktalgen bilden sich dabei keine mehr (war mal so).

Punktalgen nur durch höhere PO4 Werte, nicht durch Kalium?

java97 wrote:O.k.... :kaffee1: aber die Nährstoffverhältnisse (die habe ich eigentlich gut im Griff) sind ja nicht alles.

Nährstoffverhältnisse und Algen sind im Zusammenhang zu sehen.
Im Griff, finde ich widersprüchlich.

Zusammenhang PO4 – Punktalgen.
Da bin ich bei Method of Controlled Imbalances = siehe Punkt - KNO3 & PO4.
Ist ja als Anhaltspunkt zum Probieren allemal gut.
Man braucht ja nicht alles 1:1 übernehmen.

Ich beobachte zurzeit niedrig PO4, heißt von gerade nachweisbar bis 0,2mg/l - NO3 von 5 bis 10mg/l
Verhältnisse zwischen 1:10 bis 1:20
Tägliche Düngung und längere Zeiträume mit kontinuierlichen Werten fahren finde ich der Übersicht wegen besser als Stoßdüngung.

Auf in diesen Bereichen höhere bzw. niedrigere Werte reagieren Grünalgen bei mir jedenfalls mit mehr oder weniger Wachstum, das ist auch relativ schnell zu sehen.

Mal sehen was noch so kommt… :glaskugel:
Gruß Kurt
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Postby java97 » 23 Oct 2016 21:45
Hallo Kurt,
kurt wrote:
Fussels…
Hilfreich ist das nicht, kannst du das nicht genauer bestimmen?

Wie soll ich das ohne Mikroskpop und entsprechendem "Algenbestimmungsbuch"?
Es sind halt so kleine Fussel wie hier im Algenratgeber unter "Fusselalgen" abgebildet, nur ganz kurz (ca. 2-3 mm?).
Ab und zu hab ich davon auch mal ein paar ganz vereinzelte auf einzelnen Pflanzenblättern aber ansonsten sind die Pflanzen algenfrei.


Punktalgen nur durch höhere PO4 Werte, nicht durch Kalium?

Nein, Punktalgen hatte ich bei niedrigem bzw. nicht nachweisbarem PO4 (das wird hier auch s am häufigsten beschrieben). Daher habe ich dann PO4 ständig nachweisbar gehalten. Mittlerweile ist das aber nicht mehr nötig.
Kalium bewegt sich immer zw. 3 und 10 mg/l, allermeistens um die 5 mg/l herum und da habe ich noch keinen direkten Einfluss auf Punktalgen feststellen können.

java97 wrote:O.k.... :kaffee1: aber die Nährstoffverhältnisse (die habe ich eigentlich gut im Griff) sind ja nicht alles.

Nährstoffverhältnisse und Algen sind im Zusammenhang zu sehen.
Im Griff, finde ich widersprüchlich.

Wieso denn widersprüchlich? Ca 30, Mg 12, K 5, NO3 15-20 (manchen vielleicht zu hoch aber meine Heteranthera steht drauf), Po4 ca. 0,2-0,3 wöchentlich auf Stoß...ist doch wohl o.k., oder?
Nur bei Fe+SE dünge ich sparsam, was hier ja umstritten ist....das tue ich, weil ich das Gefühl habe, dass sonst die Thorea aufwacht...

Zusammenhang PO4 – Punktalgen.
Da bin ich bei Method of Controlled Imbalances = siehe Punkt - KNO3 & PO4.
Ist ja als Anhaltspunkt zum Probieren allemal gut.
Man braucht ja nicht alles 1:1 übernehmen.

Das habe ich mir mal durchgelesen, mir war´s ´damals irgendwie zu kompliziert.
Ist ja auch gar nicht nötig, denn Punktalgen stellen ja, wie gesagt, kein Problem mehr da.
Selbst alte Cryptocorynenblätter sind frei davon. :smile:

Ich beobachte zurzeit niedrig PO4, heißt von gerade nachweisbar bis 0,2mg/l - NO3 von 5 bis 10mg/l
Verhältnisse zwischen 1:10 bis 1:20
Tägliche Düngung und längere Zeiträume mit kontinuierlichen Werten fahren finde ich der Übersicht wegen besser als Stoßdüngung.

Ich habe mich auch ziemlich lange an Redfield-artigen NO3/PO4 Verhältnissen orientiert. Mittlerweile bin ich davon weg. PO4 muss meiner neueren Erfahrung nach in gar keinem Verhältnis zu NO3 gedüngt werden...ist wohl auch eine Frage der Mikroflora/des Biofilms??
Mit weniger PO4 (wöchentlich auf Stoß) kann man offensichtlich die Wuchsgeschwindigkeit sehr gut steuern. Außerdem verringert man die Gefahr von Ausfällungen und das Grünalgenwachstum an den Scheiben nimmt auch ab. Ich mache damit jedenfalls gerade sehr vielversprechende Erfahrungen.

Zum Thema "Strömung": Ich rühre mein 260l-Aquarium mit 1750l/h. Sollte genügen, oder?
Was mich nicht zufrieden stellt, ist, dass der Biofilm auf der Frontscheibe nicht stumpf sondern eher glitschig ist...
Die Rückscheibe muss ich gar nicht putzen, die sieht schon ewig, abgesehen von einigen alten Punktalgen, ziemlich sauber aus.
schöne Grüße
Volker
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Postby java97 » 24 Oct 2016 13:53
Hallo Nik,
Ich habe die Scheiben nochmal gereinigt und die Beleuchtung von ca. 9,5h auf ca. 5,5 h (inkl. 30 Min. Dimmung) zurückgefahren (Düngung und CO2 wurde entsprechend angepasst und wird weiterhin im Auge behalten).
Wie lange sollte ich das jetzt in etwa erst mal so beibehalten? 4 Wochen? Und dann pro Woche 1/2 Stunde zusätzlich beleuchten, so dass ich nach weiteren 8 Wochen, wenn alles gut verläuft, wieder "Vollzeit" ( ca. 9,5 h) beleuchte?
schöne Grüße
Volker
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Postby nik » 24 Oct 2016 15:19
Hallo Volker,

die kurze Beleuchtungsdauer lasse ich solange bis das Becken problemfrei läuft. Erst dann erhöhe ich die Dauer sukzessive solange keine Probleme auftauchen. Tauchen welche auf, gehe ich mit der Beleuchtungsdauer wieder etwas runter.
So kannst du heraus finden wieviel Licht dein Becken verträgt. Wenn es dir nicht lang genug ist, kannst du es später noch mal mit einer Verlängerung versuchen.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby kurt » 25 Oct 2016 13:48
Hallo zusammen,

@ Volker,
Es ist doch nicht dramatisch du alle 2 Wochen die Frontscheibe reinigen musst, oder?
Es geht doch um Feintuning.
Ich selber würde der besseren Zuordnung wegen immer nur an einer Stellschraube arbeiten.

java97 wrote:Was mich nicht zufrieden stellt, ist, dass der Biofilm auf der Frontscheibe nicht stumpf sondern eher glitschig ist...

Der glitschige Biofilm im Aquarium beruht meiner Beobachtung nach aus der größeren Schichtdicke bzw. Mikroorganismenvielfalt.
Daraus die passenden Mikroorganismen zu fördern unpassende zu verdrängen ist ja nicht so einfach.

Auf Filterung mit Watte zurückkommend.
Ich Filter mittlerweile ja nur noch über Tonröhrchen, da gibt es nur stumpfen Biofilm.
Weiß aus früheren Zeiten das meine Filterwattenanschwemmseite (Watte fein) öfters glitschig/glibberig war.
Zu der Zeit interessierte mich sowas aber noch nicht.
Weiß jemand was darüber, gibt es Berichte dazu?
Wie sah denn die Anschwemmschicht bei dir aus Volker, wie oft hast du gereinigt?

java97 wrote:Zum Thema "Strömung": Ich rühre mein 260l-Aquarium mit 1750l/h. Sollte genügen, oder?

ja...
Gruß Kurt
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Postby java97 » 25 Oct 2016 14:22
Hallo Kurt,
kurt wrote:@ Volker,
Es ist doch nicht dramatisch du alle 2 Wochen die Frontscheibe reinigen musst, oder?

Absolut nicht!
Wenn ich aber lese, dass es auch gänzlich ohne Scheibenreinigung zu gehen scheint, werde ich manchmal ein wenig "neidisch" und möchte das auch... :wink:
Wie sieht es denn bei Dir aus? Kommst Du ganz ohne Scheibenreinigung aus?
Es geht doch um Feintuning.
Ich selber würde der besseren Zuordnung wegen immer nur an einer Stellschraube arbeiten.

Meine Stellschrauben sind gerade Licht und Filterung, wobei ich ja eh relativ wenig Filtermaterial im Filter hatte (ein Korb meines 2073(?) war mit einer dünnen, groben Matte und Filterwatte gefüllt).
Das sind halt Nik´s Tipps und die will ich endlich mal komplett umsetzen (ML SB ist übrigens auch bestellt.... :pfeifen: ).

Der glitschige Biofilm im Aquarium beruht meiner Beobachtung nach aus der größeren Schichtdicke bzw. Mikroorganismenvielfalt.
Daraus die passenden Mikroorganismen zu fördern unpassende zu verdrängen ist ja nicht so einfach

Einen Versuch ist´s wert.

Auf Filterung mit Watte zurückkommend.
Ich Filter mittlerweile ja nur noch über Tonröhrchen, da gibt es nur stumpfen Biofilm.
Weiß aus früheren Zeiten das meine Filterwattenanschwemmseite (Watte fein) öfters glitschig/glibberig war.
Zu der Zeit interessierte mich sowas aber noch nicht.
Weiß jemand was darüber, gibt es Berichte dazu?
Wie sah denn die Anschwemmschicht bei dir aus Volker, wie oft hast du gereinigt?


Nun ja, der Schaumstoff war ja so grob, dass da keine "Schicht" hängen blieb bzw. sich bildete. Ich habe auch immer nur von Zeit zu Zeit die Watte gewechselt, wenn diese voll war aber da war nichts glibberig.
Sie hat die Schwebstoffe sehr gut abgefangen.
Leider nehme ich jetzt, ohne Filterwatte, wieder vermehrt Schwebstoffe war, so dass es mich juckt, wieder etwas Filterwatte zu verwenden. Wenn ich die jeweils nur kurz im Filter lasse (ca. 1 Woche), sie nur bei Bedarf verwende und/oder immer mal wieder heiß ausspüle oder ersetze, werden sich darauf ja kaum Bakterien ansiedeln können, oder?

java97 wrote:Zum Thema "Strömung": Ich rühre mein 260l-Aquarium mit 1750l/h. Sollte genügen, oder?

ja...

Übrigens ist der Filterauslauf meines Außenfilters von hinten rechts in Richtung Frontscheibe gerichtet, so dass die Strömung entlang der Frontscheibe verläuft. Könnte sich das nachteilig auf die Besiedlung auswirken?
schöne Grüße
Volker
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