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Postby nik » 16 Jan 2013 15:02
Hallo zusammen,

weil ich gerade ein Becken einfahre, bringe ich das mal als Beispiel wie das im konkreten Fall abläuft. Bis jetzt gibt es nichts zu tun, vielleicht kommt ja noch ein Problem. Solange beschränke ich mich auf die Schilderung des Setups, der Pflege und der Entwicklung.

Setup

Becken: 90x45x45

Licht: 4x21 Watt T5 HE BIOvital, breitest mögliche, gute Reflektoren (AFAIR Aqua Connect) in geschlossener Abdeckung. Über Dimmsteuerung regelbar.

Bodensubstrat: 0,4-0,6mm Quarzsand, gewaschen, feuergetrocknet, ~22 kg, 3-5cm hoch, keine Substratdüngung.

Technik: komplett in der Abdeckung verbaut: eine Springbrunnenpumpe Oase 440i (5W, 440l/h, indoor) ein Stabheizer im abgetrennten Bereich des liegenden CO2-Reaktors, Hydor BIOflo als Beckenrücklauf. CO2-Druckgas, evtl. Nachtabschaltung, Kontrolle über Drop Checker mit Lösung KH3, keine Filterung.

Kommentar: Licht ist ein bisschen versehentlich HE geworden. Das schaue ich mir noch eine Weile an, dann kommen 39W LL rein. Insgesamt habe ich keine Lust mehr an techniklastigen Becken. Die vorhandene pH-Steuerung und den Eheim Thermofilter ließ ich dann doch sein und Dosierpumpen für die Dünger sind mir nichts, dafür dünge ich zu sehr auf Sicht.
Beim Sand mag die Höhe gering erscheinen, das reicht aber grundsätzlich. Hardscape sollte eine Wurzel werden, habe aber nix gefunden. Jetzt habe ich Steine, die werden noch den Sand verdrängen, die Schicht erhöhen.

Pflege

Leitungswasser mit folgenden Werten meist aus TWA:
Gesamthärte . 6,5°dH
Karbonathärte 5-6°dH (gemessen)
Calcium ...... 34 mg/l
Magnesium .... 8 mg/l
Sulfat ......... 21 mg/l
Nitrat ......... 10 mg/l
Phosphat ..... 1-1,5 mg/l (gemessen)
Kalium ........ 2,5 mg/l

Düngung:
initiale Düngung auf 180 Bruttoliter mit:
8g Magnesiumnitrat
10g Preis Mineralsalz (PMS)
18ml AR Basic
Mikrobe Lift Special Blend (ML/SB) 40ml
Wechselwasser anteilig wie Initialdüngung

Tagesdüngung:
AR Basic 2-3ml
Microbe Lift Bio Carbon 5ml

CO2 ~20mg/l

Kommentar:
Die Microbe Lift Produkte sind beide auf bakterieller Basis. In wie weit die zum Erfolg beitragen, ist offen. Schädlich ist es nicht, habe vorher alle Becken auch ohne diese problemlos eingefahren. Insgesamt ist das Wasser SE und Magnesium betonend. In Makros ist es sogar recht knapp, zeigte sich relativ schnell an den Pflanzen. Vermutlich fehlt es an N und K.
Muss ich aber mal durchmessen und anpassen.

Entwicklung
gestartet wurde das Becken mit folgender Bepflanzung:
3 Töpfe HCC
1 Topf Hydrocotyle cf. tripartita
1 Bund Limnophila sessiliflora (megaschnell wachsend :shock: )
1 Bund Mayaca fluviatilis
1 Topf Rotala spec. "green"
1 Portion Riccardia graeffei


Dann noch je 1kl. Bund R. rotundifolia "Kramer indica" bzw. R. rotundifolia "Niks Teichindica" ;) zu Vergleichszwecken. Es kommen noch Staurogyne repens und Fissidens fontanus hinzu, später fliegen wohl alle höher wachsenden Stängelpflanzen raus.
Besatz: ein paar eingeschleppte Blasen-, Posthornschnecken, ein eingeschleppter Jungfisch.

Die Beschreibung der Entwicklung grenzt ans Langweilige. Das Becken steht jetzt vier Wochen, läuft mit 6h vollem Licht plus 2 Stunden unterschiedlicher Dimmphasen. Das Wachstum war von Anfang an gut, das der L. sessiliflora sogar rasend, die halbhohen Stängel sind alle drei Tage an der Oberfläche. H. cf. tripartita wächst auch sehr schnell.
Nach schnell sichtbarer bakterieller Aktivität, z.B. in Form einer leichten bakteriellen Trübung und einer mäßigen Kahmhaut, lässt diese schon wieder nach. Als nächstes zeigten sich Kieselalgen, nicht ausgeprägt, das lässt sich durch die kurze Lichtphase günstig beeinflussen, die werden jetzt ihren Peak haben. An den Scheiben ist ein bräunlicher Hauch - wie auch auf dem Sand - mit einzelnen braunen Flecken. An den Triebspitzen der L. sessiliflora taucht die verstärkt auf, insgesamt wirkt das Becken noch ein bisschen schmutzig, aber insgesamt ist der Befall als schwach zu bezeichnen. Mit den Kieselalgen kamen die Blasen/Posthörner, die sind offensichtliche Nutznießer der Kieselalgenblüte.

Mehr ist nicht. Weitere Algen bisher Fehlanzeige. Da das Becken in Makros mind. teilweise unterversorgt ist, meckern speziell die beiden R. rotundifolia Formen. Das Wasser muss ich noch mal durchmessen und die Makrodüngung anpassen.

Um zu zeigen wie smooth so ein Becken einlaufen kann, wenn es das denn auch weiterhin macht, hätte ich den kleinen Ehrgeiz die Scheiben nie zu reinigen. ;) Na mal sehen, wenn sich ein Problem zeigt, schreibe ich es hier rein. Ansonsten zeige ich wie es weitergeht. Bis jetzt ist das absolut im Rahmen meiner Erwartungen. Das sind jetzt schon ein paar in dieser Art aufgesetzte Becken und die waren alle in der Entwicklung vergleichbar.

Nächstes Ziel ist erst einmal mit den Pflanzen, die bleiben sollen, ein sauberes Wachstum zu erreichen, dann geht es an Hardscape und Gestaltung.

Gruß, Nik
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Postby Kalle » 16 Jan 2013 15:21
Hallo Nik, hallo zusammen,

ich schreibe mich nur mal ein, damit ich immer schön mitbekomme was hier läuft.

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Postby nik » 17 Jan 2013 10:57
Hallo zusammen,

gestern habe ich mal die Wasserwerte genommen. Trotz Fotometer betrachte ich das immer mit Vorbehalt.

Gesamthärte .. 10°dH
Karbonathärte . 5°dH
Nitrat ........... 7 mg/l
Phosphat ....... 0,5 mg/l
Kalium .......... 4,5 mg/l
Eisen ............ 0,3 mg/l (direkt nach Zugabe des Volldüngers)

Der Verbrauch des Beckens ist nicht sonderlich hoch. Fe, d.h. Volldünger akkumuliert sich sogar. Kalium ist nicht stimmig, denn es können die 2,5mg/ aus dem Trinkwasser sein plus dem K aus den Volldüngergaben. Das sind nicht mal 3,5 mg/l und verbrauchsmäßig sollte schon mehr als gar nichts passiert sein. ;) Billigend hatte ich vorher schon angenommen, dass K in den Mangel läuft. Da die R. rotundifolia nicht einwandfrei aussieht und die anderen Messungen nichts hergeben, gehe ich trotzdem von einem K-Mangel aus und deshalb den K-Spiegel mittels KNO3 um 8 mg/l erhöht. Nitrat ist dann mit guten 20mg/l reichlich und es könnte sein, dass das die bakterielle Trübung unterstützt.
Wenn es nicht K ist, was sich in wenigen Tagen erkennen lässt, dann käme noch der AR Basic in Frage. Junges Becken, dann noch ungefiltert und stabil chelatierter Volldünger könnte zu einer zu hohen Stabilität der Metallchelatkomplexe führen und die Pflanzen kommen nicht dran. Die mir zu hellen Triebspitzen der R. rotundifolia wären ein mögliches Indiz. Maßnahme wäre dann ein schwach chelatierter Volldünger.

Gestern habe ich noch mal genauer ins Becken gesehen. An der Scheibe zeigen sich bei genauer Betrachtung Punktalgen, was mir weiters keinen Kopf macht. Bei der schnell wachsenden H. cf. tripartita werden die alten, noch emersen Blätter dunkel überzogen. Von diesen beiden Sachen, der Restkahmhaut und den Scheiben mache ich heute abend Bilder. Vermutlich ist der Belag auch etwas kieselalgenartiges, die alten Blätter schneide ich dann weg.

Dann hatte ich bei der Pflanzenaufzählung die P. erectus vergessen. Die war ab Händler in einem traurigen Zustand, kommt aber doch recht zügig mit ordentlichem Neuaustrieb.

Gruß, Nik
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Postby Matz » 17 Jan 2013 12:48
Hi Nik :-),
bin sehr gespannt auf deine Bilder!
Bitte sei so nett und mach' auch 'ne Gesamtansicht :tnx: .
Ich wünsch' dir noch einen schönen Tag,
bis bald,
:bier:
Grüssle :-), Matthias
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Postby mario-b » 17 Jan 2013 13:05
Hi Nik,
bin mal sehr gespannt auf das Projekt, gerade weil es nicht die typischen Wasserwerte bezüglich Karbonathärte hat.
Was mich auch mal interessieren würde, was die Grenzwerte für Silikat sind, ich hatte mal ein 54er Starklichtbecken mit 8-10mg/l SiO4 und es kamen nur anfänglich Kieselalgen. Im Algenratgeber steht ja,
In der Regel verschwinden sie, sobald genügend Pflanzenwachstum eintritt. Sollte dies nicht der Fall sein, dann ist meist der Silikatgehalt des Ausgangswassers zu hoch.
Ich habe aber fast den Eindruck gewonnen, egal wie hoch der Silikatwert ist bei einem eingelaufenen gut biologisch gut funktionierendem Becken verschwinden diese immer. Oder täusche ich mich da?


Wie genau kann ich mir denn eigentlich den abgetrennten Bereich vorstellen im Becken?
Wie so ein HMF nur ohne Matte? An Bildern wäre ich sehr interessiert, hatte mir auch sowas ähnliches mal überlegt.

Die Microbe Lift Produktpalette sieht echt interessant aus, da werde ich sicher auch nochmal einiges probieren.

Die sessiliflora sind bei mir zu einer Plage geworden. :D
Gruß

Mario
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Postby lordc » 17 Jan 2013 14:30
Bei mir ist mittlerweile die Kahmhaut im Becken komplett weg und die Schläuche, welche komplett braun waren, werden wieder weisser. Jedoch braucht das Glas länger um wieder "weiss" zu werden.
Meeresbiologe in the Making
Grüße Cyril


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Postby nik » 17 Jan 2013 15:23
Hi Mario,

mario-b wrote:Hi Nik,
bin mal sehr gespannt auf das Projekt, gerade weil es nicht die typischen Wasserwerte bezüglich Karbonathärte hat.

wieso hat es mit 5°dH nicht typische Karbonathärte?

Was mich auch mal interessieren würde, was die Grenzwerte für Silikat sind, ich hatte mal ein 54er Starklichtbecken mit 8-10mg/l SiO4 und es kamen nur anfänglich Kieselalgen. Im Algenratgeber steht ja,
In der Regel verschwinden sie, sobald genügend Pflanzenwachstum eintritt. Sollte dies nicht der Fall sein, dann ist meist der Silikatgehalt des Ausgangswassers zu hoch.
Ich habe aber fast den Eindruck gewonnen, egal wie hoch der Silikatwert ist bei einem eingelaufenen gut biologisch gut funktionierendem Becken verschwinden diese immer. Oder täusche ich mich da?

Die Pflanzen haben keinerlei Wirkung bezüglich Kieselalgen. Da spielt nur der Silikatgehalt des Ausgangswassers eine Rolle (kein Silikat, keine Kieselalgen), Lichtdauer, Lichtintensität und Reife des Biofilms. Wenn der Biofilm entwickelt ist, können Kieselalgen nicht mehr. Kieselalgen werden ganz offensichtlich durch Biofilm auskonkurriert.
Kieselalgen hatte ich wegen anfänglich zu viel Licht schon richtig heftig, war aber auch nur eine Zeit lang lästig und kein Problem.

Wie genau kann ich mir denn eigentlich den abgetrennten Bereich vorstellen im Becken?
Wie so ein HMF nur ohne Matte? An Bildern wäre ich sehr interessiert, hatte mir auch sowas ähnliches mal überlegt.

Im Becken ist nichts abgetrennt, worauf beziehst du dich denn?

Die sessiliflora sind bei mir zu einer Plage geworden. :D

Ich lege sie nun unter meine Taschenguillotine und schmeiße die Köpfe weg, damit sie nicht mehr so schnell oben ist. :D Die fliegt als erstes, schon bald raus.

Gruß, Nik
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Postby mario-b » 17 Jan 2013 15:43
Hi Nik,
wieso hat es mit 5°dH nicht typische Karbonathärte?

Typisch war vielleicht nicht das richtige Wort, ich empfinde aber eine Karbonathärte von 5-6 schon im oberen Bereich der Pflanzenbeckenabteilung. :D
Oder wie würdest du selbst den Wert einschätzen.
Du selbst hattest mal geschrieben du legst Wert auf niedrige Karbonathärten bezüglich des PH-Wertes und der verfügbarkeit von Nährstoffen, oder nicht.

Im Becken ist nichts abgetrennt, worauf beziehst du dich denn?

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Kann sein dass ich das falsch verstanden habe, aber ich dachte du meintest hier ein abgetrennten Beriech im Becken? :?
EDIT: Beim dritten mal lesen hab ich es doch gecheckt. :doh:
Gruß

Mario
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Postby nik » 17 Jan 2013 20:39
Hi Mario,

mario-b wrote:Typisch war vielleicht nicht das richtige Wort, ich empfinde aber eine Karbonathärte von 5-6 schon im oberen Bereich der Pflanzenbeckenabteilung. :D
Oder wie würdest du selbst den Wert einschätzen.
Du selbst hattest mal geschrieben du legst Wert auf niedrige Karbonathärten bezüglich des PH-Wertes und der verfügbarkeit von Nährstoffen, oder nicht.

Es geht mir primär um den pH, der sollte sich - wegen der Nährstoffverfügbarkeit - in einem Bereich von 6,3 - 7 bewegen, besser gegen 7. Es ist dann also das Zusammenspiel von Carbonaten und Kohlendioxid und um dann in einem Bereich von 6,3-7 zu bleiben ist eine KH von ziemlich gering bis 7 möglich. Weicheres Wasser ist ein "nice to have".

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Hier zwei Bilder dazu:

Links ist die Pumpe, die deshalb so merkwürdig in das transparente Rohr führt, damit ich den Heizstab noch entnehmen kann. In der Mitte ist das abgetrennt, damit die Gasblase sich nicht bis zum Heizstab ausdehnen kann, der rechte Bereich ist dann der CO2-Reaktor und wird dann über den BIOflo zurück geführt. Der Luftschlauch dient der CO2-Zugabe. Ist nur ein Provisorium, meine 4kg Flasche ist beim TÜV und solange habe ich die 6kg Teichflasche dran.
Dann hat es noch die Dimmsteuerung an Technik, das reicht mir völlig.

So ein paar Bilder vom Becken ...


das kann nicht das dolle Bild werden, denn die Beläge auf der Seitenscheibe hat es auch auf der Frontscheibe.


Die Kahmhaut lässt schon nach, die Blasen haben noch eine längere Haltbarkeit.


Kieselalgen an alten, emersen Blättern.


Soweit ist das in Ordnung.

Das Becken wirkt trüber als es ist. Die Trübung wird von den Kieselalgen an den Scheiben verursacht. Die Kahmhaut ist klar rückläufig und das Wasser schon klarer.
Ach ja, ich habe ihn länger nicht gesehen, aber der Jungfisch treibt sich immer noch herum. Eine Gesamtansicht gibt es, wenn es wenigstens ein bisschen Guck hat. Bis dahin werden die Scheiben auch wieder klarer sein.
Die Kieselalgen sind hausgemacht, ich schaue länger ins Becken als es gut ist. ;) Die Dimmphasen von fast 2h müsste ich mir sparen.

Gruß, Nik
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Postby Larsmd » 20 Jan 2013 19:44
Hi Nik,
ich muss sagen ich bin hier echt gespannter auf ein Update als bei allen liebevoll aufgebauten Aquascapes. :lol:
Deine Methode klingt so schön nach Patentrezept und vor allem nach problemfreiheit bzw. Nachvollziehbarkeit wenn wirklich eins auftritt.
Hoffe das läuft alles.
LG
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Postby nik » 21 Jan 2013 09:46
Hallo zusammen,

kurz und bündig, es läuft bescheiden.

Die Kieselalgen sind ein hausgemachtes Problem, ich habe das Licht einfach zu lange laufen. Ist auch wurscht, aber der Vorsatz der gänzlich vermiedenen Scheibenreinigung ist schon mal hin. Ansonsten werden die Kieselagen flockig, sind also noch in einer ansteigenden Entwicklung

Bei der Scheibenreinigung gab es dann zwei unschöne Überraschungen. Zum einen fand ich zwei Büschel Grünalgen, die ich seit vielen Jahren nicht mehr hatte, und dann bekam ich große Augen als ich die vermeintlichen Punktalgen entfernte. Das waren keine, nach dem sie relativ leicht von der Scheibe runter waren, trieben sie als kleine, galertige, eher dunkelgrüne Kugeln im Wasser umher. Habe ich vorher noch nie gesehen. Es werden irgendwelche Cyanobakterien sein.

Pflanzenwachstum ist weiterhin gut.

Der Jungfisch zieht weiterhin seine Kreise und gedeiht. Inzwischen nicht mehr alleine. Im Net fand ich ein mir attraktives Angebot von 30 Black Bees. Da jener in Miltenberg sitzt, bin ich gestern, Sonntag, mal die 70 km da hin gebraust. Er hat mir dann seinen Garnelenkeller gezeigt. Die Homepage habe ich gerade ergoogled, das Bild von den Blackbees entspricht meinen. Beim Zoo&Co ist das Garnelenangebot einfach nur bescheiden und richtig teuer! Es ist ein 1,5 stündiger, sehr kurzweiliger Aufenthalt geworden und ich habe eine Menge über Garnelen gelernt! Es gibt sicher noch weitere gute, private Züchter, mit denen hatte ich schon zu tun, aber wenn ich noch mal Garnelen brauche - und da steckt mir schon eine in der Nase :D - dann von ihm.

Vermutlich sind die Black Bees hilfreich gegen die Kieselalgen, aber ich habe sie nicht deswegen rein gesetzt.

Kahmhaut ist unverändert, d.h. keine feste Haut, die Blasen halten eben länger. Die bakterielle Trübung des Wassers ist mäßig, hält weiterhin an. Das sorgt mich beides nicht.

Die Grünalgen und die eigenartige Cyanobakterie schon eher. Ich habe da zu lange keine schlechten Erfahrungen mehr gemacht, aber es bestätigt eindeutig, dass man sich die ganzen Plagen ganz prima importieren kann und es Sinn macht bei den Pflanzen auf ein gutes, algenfreies Ausgangsmaterial zu achten.

Ich muss das noch mal ein bisschen wirken lassen, aber ich werde vermutlich den ML/ Special Blend erst einmal sein lassen und durch eine normale Dosis EC ersetzen, evtl. erhöhe ich die soweit wie es das Sauerstoffangebot zulässt. Eine andere Maßnahme wäre EM-Gewässer mit seinem hohen Anteil an Milchsäurebakterien. In beiden Fällen erhoffe ich mir eine unterdrückende Wirkung der unerwünschten Erscheinungen. Die weiterhin vollständige Düngung geht in Ordnung.

Ab und zu muss ich - mich tröstenderweise - mir das Becken unserer Jüngeren ansehen. Das hatte ich mal zum Jahreswechsel, da war sie weg, ein bisschen "gepflegt". Zum Teil ist das schon overgrown, zum Teil leidet es an ihrer Nichtdüngung, es wäre ein Kinderspiel daraus ein schickes Becken zu machen. Das Moos wundert mich, es sollte das Fontinalis antipyretica aus dem Teich sein.


So, jetzt aktuelle von meinem, von der Scheibe ...

Grüne Punktalgen sind es wohl überhaupt nicht, denn dafür gingen die viel zu leicht ab. Kieselalgen marschieren. Auf dem 2. Bild sind die "Kugeln" noch an der Scheibe zu sehen.

Die überflüssigen Kieselalgen ärgern mich schon, denn hätte ich mich an die anfänglich kurze Beleuchtungszeit gehalten, wären die kaum ein Thema. Jetzt werden die "wollig" und wie das in tüchtig aussieht kann man im nachfolgenden Bild sehen. Es ist der Entzug am eigenen Becken, ich sehe da zu gerne, zu lange hinein.
3187
Das Becken hat später übrigens einen sehr stabilen Zustand erreicht. BTW, Geduld ist nicht meine Stärke. Ich kann schon still halten, wenn ich einen Grund habe, aber grundsätzlich habe ich sie nicht. :P

Gruß, Nik
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Postby Kalle » 21 Jan 2013 11:30
Hi Nik,

grossartig, dass du die Höhen und Tiefen des Einfahrens so anschaulich darstellst. Das macht die Sache spannend.

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Postby Kalle » 21 Jan 2013 21:36
Hallo Nik,

noch ein kleiner Nachtrag: Denkst du, dass ausgedehnte Dimmzeiten die Algenbildung begünstigen? Ich erweitere nämlich so auch meine Guck-Zeit um über ein Stunde und frage mich, ob das lange Dimmen so gut ist.

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Postby nik » 22 Jan 2013 08:20
Hallo Kalle,

bei mir ist es zweifelsfrei, die längere Lichtphase unterstützt die Kieselalgen, einigermaßen unabhängig von der Lichtintensität.

Umgekehrt kann ich anhand der gegebenen Sauerstoffsättigung sehen, dass abends die Blasenbildung der Pflanzen in der Dimmphase recht schnell zum Erliegen kommt.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass die 180l derzeit nur mit 4x21W HE beleuchtet werden und die bakterielle Trübung des Wassers ebenfalls Licht schluckt. Die bakterielle Trübung macht insoweit den Unterschied, als dass einzelne Triebe der H. cf. tripartita nun hoch kommen.

Gruß, Nik
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Postby Benjo » 22 Jan 2013 10:41
Hallo Nik,

ich finde ja das Thema Mikroflora hoch interessant, besoners in Bezug auf Kahmhaut. Die verschwindet bei mir einfach nicht.
Nur das in die richtige Richtung schubsen der Mikroflora, scheint zumindest bei mir nicht zu funktionieren.
In einem anderen Thread wurd auch das Borneo Wild Zeugs (Name fällt mir gerade nicht ein ) erwähnt, das werde ich wohl einmal probieren. Ich hatte eigentlich nie Probleme mit einer Kahmhaut, erst seit dem ich den Wohnort und damit auch das Leitungswasser gewechselt habe. Eventuell hängt es auch damit zusammen, irgenwelche Inhaltstoffe im Leitungswasser begünstigen die Bildung einer Kahmhaut?

Bei mir ist es auch so, seit dem ich meine Becken mit 6h Lichtphase einfahre, halten sich die Kieselalgen in der Anfangsphase in Grenzen und verschwienden sehr schnell wieder.

Beim letzten Becken habe ich versucht in der Einfarhphase die Scheiben nicht zu reinigen. Sehr interessant ist, genau dort wo ich kurz mit einem Schwamm drübergewischt habe, weil die Scheibe einfach zu schmutzig war, konnte man die ersten Algen sehen. Das ist auch nach drei Monaten noch immer so. Die Seitenscheiben sind Algenfrei, Frontscheibe hat den meisten Algenanflug, hinere Scheibe nur an einer Stelle (da wo gereinigt wurde).
Liebe Grüße

Bernhard
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