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Postby Andreas S. » 14 Oct 2009 21:07
Hallo Rotmaul,
die Wasserwerte in deinem AQ sind bis auf einen Parameter m.E. i.O.
Licht ist mit berechneten ca. 0,4W/L auch i.O.; wahrscheinlich sind es sogar mehr, wenn man den BG abrechnet und gute Reflektoren hinzurechnen darf.
Die Klone von Ammannia und Nesea (Lythraceae), die durch die Gärtnereien in die Aquaristik gelangen, gelten gemeinhin als "lichthungrig" (ohne jegliche Angabe von W/l), "spurenelementehungrig" (o.j. Angabe welches SE) und als "weichwasserliebhaberInnen" (o.j.A. von Parametern wie HCO3- oder Ca/Mg-Höhe im Wasser). Alles viel Wischiwaschi also, wie so häufig in der Aquaristik.
Was Ammania und Nesea *nicht* mögen ist Stickstoff in Form des Nitrats. Dann kommen nämlich genau *die* Triebspitzennekrosen zu Tage, die man deinen Fotos entnehmen kann. Über den Grund hierfür kann man nur mutmaßen, was aber nicht Anlass deines postings ist. Sie mögen Nitrat jenseits der 5mg/l -Grenze einfach nicht und tolerieren diese einzig nur, wenn eine HCO3- Ionen-Konzentration niedriger von 2°vorliegt. Dann geht's einigermaßen-allerdings i.d.R. auf Kosten der anderen. Diese "KH" gönnst du ihnen, allerdings: zuviel NO3.
Alles Andere ist denen (A.&N.) egal. Möglichst wenig Nitrat, viel Licht +SE dann kommen die schnell, anders gammeln die sich kaputt.
Nesea und Ammannia in Becken zu pflegen, in denen N-liebende (besser: tolerierende) Species wachsen sollen, grenzt an eine Dauerolympiade des Beckenhalters in Sachen: Wasserparameter-Einhalten.
In der Lit. findet man leider keinen Anhalt zu der NO3-Problematik dieser (und: anderer) wunderschönen Pflanzen. Es wird Zeit, das dies behoben wird.
Gruß,
Andreas
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Andreas S.
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Postby fosorom » 15 Oct 2009 18:02
Hallo Andreas,

:shock:

wo hast du diese These her? Eigene Erfahrungen?

Vom Prinzip könnte es passen. Es hat sich eine leichte Verbessung eingestellt seit ich die Fotos gemacht habe. Gleichzeitig hat sich der Nitrat Gehalt aufgrund einer geänderten Besatzsitutation verringert. Wenn auch nur gering.
Aber er dürfte jetzt eher bei kleiner 10 mg/L liegen als größer 10 mg/L.

Was sagen die Profis zu dieser These? Das würde mich echt interessiern.

Gruß

Michael
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Postby Andreas S. » 15 Oct 2009 18:45
Hallo!
Ja,
es sind langjährige Erfahrungen mit spec. dieser Familie, die ja immer -vorausgesetzt sie kommen aus Deutschland - "Klone" darstellen, d.h. sie werden alle vegetativ via Stecklingen emers in den Gärtnereien vermehrt und kommen mit den entsprechenden -gleichen- genet. fixierten Anpassungsmerkmalen in unsere Becken.
N-Stickstoff in NO3-Form zw. 2-8mg/l (hö. 8, dann aber via Entcarbonisierung des HCO3), ansonsten ist mit Nekrosen zu rechnen und/oder Schwarzwerden der Blätter. Alles Andere ist denen egal (bis auf Licht, sonst wären sie nicht rot). Es sind sehr schnellwüchsige Formen übrigens, mit reichlicher Vermehrung via "Achselstecklingen". Andere Erfahrungen, die NO3-Intoleranz widerleg(t)en, würde ich mit Interesse gerne lesen wollen.
Anbei: ich habe nur Erfahrungen mit Nitrat-N -Düngung in Form von KNO3, CaNO3. Mit Ammoniumsalzen habe ich keine.
Gruß,
Andreas
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Postby Rotmaul » 15 Oct 2009 19:52
hallo andreas,

ehrlich gesagt kann ich deinen ausführungen nicht ganz folgen.

daher habe ich folgende fragen:

1. was ist der genetische unterschied zwischen in deutschland kultivierten pflanzen und ich nehme an, du meinst weiderichgewächsen von ihren natürlichen standorten (afrika, madagaskar, etc.)?
2. wie stellst du sicher, dass du keine importware, sondern in deutschland emers kultivierte ware bekommst, die du submers weiter kultivierst ?
3. du schreibst in deinem ersten beitrag: (o.j.A. von Parametern wie HCO3- oder Ca/Mg-Höhe im Wasser). Alles viel Wischiwaschi also, wie so häufig in der Aquaristik.; in deinem zweiten beitrag schreibst du zitat: Edit: ich habe nur Erfahrungen mit Nitrat-N in -Form des KNO, CaNO3. d.h. du düngst mit calciumnitrat, d.h. auch mit calcium und nimmst damit einfluss auf dein kationenverhältnis und erhöhst den calciumwert und veränderst das ca/mg verhältnis. was gilt nun ?
4. wie, messmethode/genauigkeit und abgleich, stellst du nitratwerte in höhe von 2-6 bzw. 8 mg nitrat fest, wie reproduzierbar sind diese werte ?
5. warum düngst du zusätzlich mit nitrat, schreibst aber, dass weiderichgeächse (ammania, nesaea) probleme bei hohen nitratwerten bekommen ? (werte von 2-6mg nitrat -vorraussetzung durch geeignete methode/messgenauigkeit ermittelt- zu erreichen, ist selbst mit geringem fischbesatz schier unmöglich, es sei denn du hast anerobe verhältnisse in deinem becken und sehr viel starkzehrende pflanzen?) was sagen die no3 anlysenwerte deines versorgers ?
6.was bedeutet : zitat: N-Stickstoff in NO3-Form zw. 2-8 (hö. 8, dann aber via Entcarbonisierung des HCO3; meinst du entkarbonisierung durch beim nitrifikationsprozess entstehende salpetersäure bei diesen nitratwerten ?!
7. wie steht es um andere wasserparameter die gemäß liebigscher faßregel nötig sind. wie sieht es mit ph, temperatur, filterung, besatz, ausgangswaser, etc., etc. aus ?

vg
harald
p.s: es ist michael, der mit den pflanzen probleme bekommen hat; die pflanzen hatte er nur von mir bekommen
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Postby Andreas S. » 15 Oct 2009 21:19
Hallo Harald,
1. Sind die Pflanzen, die wir aus dem deutschen Handel bekommen, jahrzehntelang gärtnerisch dauerkultiviert und zwar in Form von Stecklingskulturen, die zumeist emers oder semiermers herangezogen werden. Gerade die Stängelpflanzen, um die es hier geht, besitzen somit die gleiche genet. Ausstattung, da sie ausschließlich vegetativ vermehrt werden. Umherverteilte Aquarien"stämme" bilden somit das Gleiche. Dito Dasselbe bietet die Kallusgewebekultur übrigens.
Wildaufsammlungen besitzen nur sehr wenige, die auf Reisen auch tatsächlich sammeln. Aber durch die Praxis des Einkürzens kommen die 1.fast nie zum Blühen und 2. werden hier auch nicht bestäubt und 3. kommen nicht zur Fruchtreifung. 4.Aussähen tut sie auch keiner.
2. Ich kenne die Gärtnerei Tropica, die zwar per se Dänen darstellen, aber die gleiche Kulturpraxis anwenden: system. halbwegs gesicherte Arten, die man mal aufsammelte (einfuhr), erfolgreich kultivierte und von den gleichen Individuen vegetativ vermehrte. Die blühen durchaus auch in den Gewächshäusern!
Aber man betreibt keine Sämlingsaufzucht, da sie zu unkommerziell ist.
Ich besitze Arten, die direkt aus Südostasien (Singapur) stammen- aber auch dort: aus professionellen Pflanzenfarmen, die die gleiche Kultur betrieben.
3. Ich habe sowohl Nesea pedicellata, N. crassicaulis, als auch Ammannia gracilis (von der -senegalensis habe ich aus ästethischen Gründen immer die Hände gelassen) aus privaten Beständen, wie auch von z.B. Tropica kultiviert. Zu diesen Zeiten (im Moment habe ich nur die NO3-tolerante N. trifolia, d.h. NO3: 15-20mg/l) habe ich N-Düngung nur in Form des Fischfutters und oder geringen Zugaben von KNO3 betrieben, unter Einhaltung der geposteten NO3-Parameter.
Was ich hier nicht geschrieben habe ist, das ich bis auf die N.trifolia keine N-intoleranten Arten mehr pflege,keinen WW betreibe (verdunstetes Wasser:-> UOA) und somit zuweilen auf CaNo3 ausweichen muss, damit K nicht größer wird als NO3, da sonst Inhibition der N-Aufnahme erfolgt (kleine Blätter, Chlorosen obwohl NO3 mehr als 10mg/l, Fe 0,2mg/l Mg k.A.). Reproduzierbar und auch in der Lit. belegt.
Das molare Verhältnis von Ca zu NO3 müsste ich errechnen- ich weiß es spontan nicht. An eine "Aufhärtung" ist nicht zu denken, die gegebene GH aus dem Hahn von 10'dH hat sich nie geändert.
Das Ca zu Mg-Verhältnis hat mich nie ernsthaft interessiert, da ich nie mit Mg-Chlorosen konfrontiert wurde, d.h. doch: bei H. zosterifolia, eine NO3-liebende Pflanze. Aber auch die pflege ich schon lange nicht mehr. In meinem DIY SE-Dünger befinden sich 50mg/l MgSo4, die zu den ?mg/l (ich müsste nachsehen) aus der Leitung hinzukommen und vollkommen ausreichend sind. Eine "Aufhärtung" existiert dennoch nicht (Dupla Tropftest GH, Ingredienzflüssigkeit neu)
4. Ich verwende die Dupla-Wassertestreagenzien in der Originalrezeptur ihres Vaters, und der NO3-Test löst fein genug auf, um diese Sprünge zumindest einigermaßen sicherstellen zu können: 2mg/5mg/10mg/20mg/. Verwendet man darüber hinaus eine definierte Eichlösung von NO3 kann man auch auf 1mg/l koloritmetrisch bestimmen, was auch mal gemacht wurde. Bedenke bitte: es sind alles halbquantitative Tests; für eine absolute mg-genau Angabe bräuchte man ein Fotometer (fraglich warum). Die Reproduzierbarkeit liegt vor in Form des Erschaffers des Tests und anderen, die diesen seit Jahren akribisch verwenden.
5. N.&.A.-Arten besitzen im Gegensatz zu den allermeisten aquaristisch verwendeten Stängelpflanzen eine nur eher "geringe" NO3-Toleranz.; s. posting. Dies deckt sich mit vielen Aussagen langjähriger Pflanzenaquarianer, die mit unterschiedlichsten GH/KH-Ausgangsleitungswässern hantieren.
Ich selber dünge z.Zt. mit KNO3 auf ca. 20mg/l-und 12mg/l K besitze jedoch keine Ammania und Nesea mehr, bis eben auf die genannte N. trifolia, die es dauerhaft auszhalten scheint (und zwar produktiv).
NO3 hatte ich z.Zt. meiner A.&N.-Kultur keines im Leitungswasser.
6. Nein, der Ansäuerungsprozess der Nitrifikation via HNO2&HNO3 wäre in der Gesamtbilanz zu gering. Ich meine Säure-Entcarbonisierung per HCl (bei TWW-Praxis wohlgemerkt, die ich ja lange Jahre betrieb !) auf 0,5°dH-1,5°dH. Die Verringerung des SBV ("KH") scheint der einer der Schlüssel zum Erfolg von sog. "Weichwassermakrophyten" unabhängig von der GH zu sein (reproduzierbar bei der Säuremethode). Allerdings auf Kosten von Arten, die HCO3 benötigen (Hygrophila, z.B.). In der Lit. (s. Buch-thread) ist dies auch belegt, das Pflanzen unter geringer HCO3-Ionenkonz. weniger Probleme mit PO4 und NO3-Aufnahmen haben als mit. Allerdings werden dort terrestrische Formen beschrieben (wie zumeist). Problem ist ja von jeher: was ist jetzt der ausschlaggebende Parameter: Das niedrige SBV, oder der sich daraus ergebende niedrige pH ? (CO2 lasse ich mal weg)? Beide haben Auswirkungen auf Makro-u.Mikronährstofftransporte.
7. Entschuldigung, aber das sind mir zu viele Fragen auf einmal.

Gruß,
Andreas
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Postby nik » 16 Oct 2009 09:59
Hallo Andreas, hallo Harald,

Andreas S. wrote:... Was ich hier nicht geschrieben habe ist, das ich bis auf die N.trifolia keine N-intoleranten Arten mehr pflege,keinen WW betreibe (verdunstetes Wasser:-> UOA) und somit zuweilen auf CaNo3 ausweichen muss, damit K nicht größer wird als NO3, da sonst Inhibition der N-Aufnahme erfolgt (kleine Blätter, Chlorosen obwohl NO3 mehr als 10mg/l, Fe 0,2mg/l Mg k.A.). Reproduzierbar und auch in der Lit. belegt.

Nur so als Einwurf, weil Sabine (Sabine68) zurzeit ruhig ist. Sie betreibt ihre Aquarien mit Leitungswasser und dessen K-Gehalt von ca. 40-50mg/l. Sie entcarbonisiert das Wasser mit HCl. Nitrat düngt sie nicht übermäßig, habe ich aber nicht parat. Jedenfalls ergaben sich bei einigen Pflanzen im Licht weiße Triebspitzen, keine Nekrosen, die durch Mg-Zugabe (Bittersalz) behoben wurden. Sie liest vermutlich mit, vermutlich meldet sie sich. Ansonsten suche ich den Thread heraus. Die sehr deutlichen Bilder finden sich in ihrem Album. Das ist ein Effekt (weiße Triebspitzen bis zu deren Absterben) den ich im Garten an einem Solanum im Kübel hatte und das erste Mal mit Preis Mineralsalz beseitigte und das 2. mal mit Bittersalz. Sehr eindeutig.

Zur Stickstoffdüngung ohne K gehen auch Ammonium und Urea. Unklar ist, warum das bei einigen Algen auslöst, bei mir (und anderen) nicht. Häufig läuft der Pflanzenverbrauch von K und NO3 parallel, sodass ein gleiches Niveau (mittels KNO3) sich als gut praktikabel erweist. Auf der anderen Seite wird hier aber auch von (unerklärlichen) K-Anreicherungen bei einer KNO3-Düngung berichtet.

Dass NO3 im Pflanzenbecken mit der Zeit gegen n.n. läuft, ist wohl der Normalfall.

Gruß, Nik
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Postby Sabine68 » 16 Oct 2009 10:40
Hallo zusammen,

ich bin noch nicht ausgewandert, lese z.Zt. nur mehr still mit :wink:

Diesen Thread, den Nik anspricht findet sich hier

pflanzen-allgemein/lichtstresz-oder-mangel-t862.html

Ich fahre leitungswassbedingt mit sehr hohen Kaliumwerten. Der Kaliumwert ist in der Regel um einiges höher, als der Nitratwert und Nekrosen konnte ich diesbezüglich noch nicht feststellen. Seinerzeit lag Kalium rechnerisch, wie Nik schon schrieb so um die 40 mg/l und Nitrat bei 0 bis max 20mg/l
Aber wie der o.g. Thread zeigt, gab es massive Probleme mir Mg und FE, der sich nur durch Zugabe von Bittersalz beheben ließ.
Viele Grüße
Sabine


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Postby Rotmaul » 17 Oct 2009 21:35
hallo andreas,

o.k., du meinst unterschiedlich kultivierungsmethoden zwischen europäischen und asiatischen gärtnereien, wobei es sich dabei nicht um genunterschiede handelt bzw. handeln muss. es ist richtig, dass sich gewisse aquaristische robuste stämme bilden, bei pflanzen als auch bei fischen, etc. hängt sehr oft mit der umstellung zusammen. ein nordeuropäer kann sich tlw. auch nur schwierig an ein subtropisches klima anpassen.

eine anzucht aus sämlingen macht keinen sinn bzw. ist unproduktiv gegenüber stecklingsvermehrung, sofern sich überhaupt samen bilden. ferner spielen u.a. energie-und lohnkosten eine grosse rolle im vergleich von europäischen gärtnereien zu asiatischen.

du hast recht, dass viele pflanzen oft bei einer niedrigeren kh und geringerem ph besser wachsen. allerdings schreibst du auch, dass du kein co2 verwendest und mit hcl (salzsäure) die kh senkst ? bei diesem prozess entsteht doch co2, oder nicht ?

mit CaNO3 erhöhst du nicht nur den NO3 wert, sondern eben auch den Ca (Calcium) wert nicht K (Kalium); CaNO3 ca.19%Ca 16%NO3. Ca (Calcium) ist Teil der GH; dein wasserversorger liefert dir keine konstanten wasserwerte, sondern diese können erheblich schwanken. hast du dadurch vielleicht unbeabsichtigt den ca anstatt k wert erhöht ?

ammania und neseae wachsen bei mir ausgezeichnet, auch mit > 20mg NO3, allerdings nur bei angepasstem (erhöhtem) calciumwert, entweder durch leitungswasser oder durch separate zugabe. selbstverständlich unter beachtung/optimierung aller weiteren haupt-, sekundär-, und spurennährstoffe. genau in dieser reihenfolge.

im anhang noch ein bild von 1200 litern mit ca. 80-90 verschiedensten arten mit ausgezeichnetem wuchs über jahre, u.a. auch mit den beiden hier genannten. aufgrund der beckengrösse (3meter), allerdings nicht einfach zu fotografieren. beleuchtung 0,3 watt pro liter.

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Postby nik » 18 Oct 2009 13:39
Hallo zusammen,

Mir ist eine Nessea spec. gar nicht gelungen. Die krepelte lange, aber konsequent und hatte vor allem nie(!) gute Wachstumsphasen.

Bezüglich einer möglichen Ca-Problematik: Mit Calcium hatte ich immer Probleme das sinnvoll einordnen zu können. Es ist u.a. am Aufbau der Zellwände essentiell beteiligt und wegen seiner immobilität deshalb schon verdächtig für Triebspitzennekrosen verantwortlich sein zu können. Weitere Funktion ist die Zellentquellung. Was aber immer wieder aus der Literatur hervorgeht ist, dass Ca allermeistens ausreichend vorhanden ist. Das gilt auch für das Aquarienwasser, dort ist es mengenmäßig immer ausreichend vorhanden. Es kann sich IMHO also nur um indirekte Ca-Mängel durch Blockaden anderer, reichlicher Nährstoffe handeln. Bei Mg ist die Zuordnung zu seinen Funktionen und in seinen Äu?erungen an der Pflanze (für mich) viel leichter zu sehen.
Das führte auch aus weiteren Gründen dazu das ich Mg-betont dünge - üblicherweise ein Ca/Mg von 2:1. Das habe ich eigentlich immer!

Stickstoff in Form von NO3 ist bei meinem Leitungswasser mit knappen 10mg/L vorhanden. Das ist also schon so, dass durch regelmäßigen Wasserwechsel die Stickstoffversorgung gewährleistet ist. Allerdings wechsel ich nicht immer regelmäßig und ich sehe den Pflanzen das Stickstoffdefizit schon deutlich an, ohne dass das weitere gravierende Folgen hätte. Wäre eine Abhängigkeit vom NO3-niveau, dann hätte die Nessea sich wenigstens zeitweise mucksen müsse, tat sie aber nicht.

Am - aus welchen Gründen auch immer - ungenügenden Ca könnte was dran sein. Weiter werten macht für mich nicht wirklich Sinn.

Gruß, Nik
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Postby Rotmaul » 19 Oct 2009 20:51
hallo nik, sabine,

ja mit calcium hatte ich auch so meine probleme, aber nachdem ich systematisch alle erdenklichen kombinationen der haupt-, sekundär und spurennährstoffe durch hatte, blieb am ende bei mir nur noch calcium übrig. die auswirkungen des calciummangels konnte ich auch an zimmerpflanzen z.b. ficus fesstellen, die mit aquarienwasser gegossen wurden. über calcium ist recht wenig bekannt, bzw. wenn, dann im landpflanzenbau, über die stippigkeit bei obst.

nachdem ich mein aquarienwasser wieder mit 50% leitungswasser (ca. 80mg ca: 25mg mg) verschnitten habe und noch zusätzlich calcium dünge, hat sich der pflanzenwuchs nicht nur bei nesseae verbessert. ich dünge täglich aufgrund der grossen pflanzenmasse mit n,p,k,ca,mg (n:p:k:ca:mg=1:0,2:1:1:0,3) plus getrennte spurenelemente; täglich (1-2 mal) ca. 1-2mg/l n, der rest als folge der zusammensetzung.

das von sabine geschilderte problem, das bestimmte pflanzen weiß werden, kenne ich auch. dies kam bei mir immer dann vor, wenn ich ca. 70-80% regenwasser zugemischt hatte und dann wieder plötzlich durch wasserwechsel den leitungswasseranteil erhöht habe (auf sich ändernde mischungsverhältnisse der versorger habe ich ja schon weiter vorne hingewiesen). dies führe ich auf eine erhöhung des ph wertes zurück, bzw. auf den hco3 anstieg in kurzer zeit. durch ansäuerung ist dies wieder innerhalb von 4-5 tagen verschwunden und die pflanzen hatten wieder ihre normale farbe. d.h. dies könnte tlw. auf eine unzureichende nährsstoffaufnahme hindeuten.

lange rede kurzer sinn, anwendung (verstehen) der liebigschen faßregel, kh 2+-1, filterleistung möglichst gering, pflanzen als indikatoren (form, größe, farbe, blattstellungen etc.), bei problemen immer 1.haupt- 2.sekundärnährstoffe 3.spurenelemente optimieren. wem das halbwegs gelingt, wird erstaunt sein, mit welch geringer beleuchtunggsstärke die allermeisten pflanzen hervorragend wachsen.

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Postby fosorom » 19 Oct 2009 23:12
Hallo Harald, Nick, Sabine,

also ich weiß nicht was ich sagen soll.

Wenn ich mir das so alles durchlese und auf meine Probleme reflektiere scdheint es mir, dass Harald voll ins Schwarze trifft.
Seit jetzt ungefähr 12 Monaten doktore ich an Problemen mit meinen Pflanzen und Algen rum.
Ich habe gute Hinweise bezüglich der Mikrodüngung bekommen. Ich bin mir auch sicher, dass es meien Pflanzen an Mikros fehlte. Aber das scheint noch nicht alles gewesen zu sein. Das gesamt Bild hat sich zwar verbessert aber ganz ist auch das Grundeproblem "Pinselalgen" noch nicht abgestellt. Und, wie ich oben und in anderen Threats schon angesprochen habe, habe ich auch bei meinen einfacheren Pflanzen wie z.B. den Echinodorus Probleme mir verfromten Blättern. Manchmal mehr manchmal weniger.
Am 14. 10. hatte ich angekündigt eine Pflanze in ein anders Becken zu pflanzen. Ich habe dafür die Pflanze genomen, die auf dem ersten Bild unten rechts zu sehen ist.
Leider hat sich an der Pflanze bis heute nichts, aber auch garnichts getan. Das Wasser in diesem Beckern hat ein GH von 12 und einen NO3 von < 5 mg/l ebenso ist der PO4 Wert an der Nachweisgrenze. Für diesesd Becken verschneide ich das LW im VErhältnis 1:2 mit UOW. Somit ist der Ca Wert bei 48 mg/l. Ansonsten wird das Becken vergleichbar gedüngt. Die Wurzelbildung war übrigens gut, wie ich bei der Umpflanzung feststellen konnnte, denn wie gesagt, habe ich die Pflanzen ja erst vor ca. 2 Monaten von Harald als Stecklinge bekommen.
Im Becken 1 entwickeln sich die Pflanzen jetzt inzwischen etwas besser.
Aber ich muss noch einmal auf die Pflanzen selbst zurück kommen.
Harald wrote:@ michael: das ist mit grosser wahrscheinlichkeit nessae pedicillata, das grüne ammania pendant.

Harald, das kann doch nicth stimmen was du da geschrieben hast. Die grüne ist Nesae Pedicilla aber was ist die Rote? Ich denke es ist eine Ammania Gracilis? Oder?

Die Rote wächst in zwichen ganz gut. Und auch die Limnophilia sessilifloria, die ich ebenfalls von dir habe, wächst sehr gut.

Als Erkenntnis aus diesem Threat werde ich versuchsweise auch in diesem Becken das Wasser etwas geringer verschneiden. Ich werde das Verhältnis so anpassen, dass das WW 40mg/l Ca enthält und dann mit Mg auf ein Ca/Mg Verhältnis von 3:1 auf Düngen. Mal sehn was es bringt.

Gruß Michael
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Postby Rotmaul » 20 Oct 2009 19:02
hallo michael,

ja, die rote pflanze ist ammania gracilis. mein tipp, erhöhe den calciumgehalt ruhig auf 60 oder 80mg/l und erhöhe ebenfalls die hauptnährstoffe allem voran stickstoff. mit nitratwerten von 5mg (messgeanuigkeit unbekannt) tut sich beim mir gar nichts.

es ist auch immer so, sofern man halbwegs sicher einen mangel glaubt zu erkennen, bedarf es oft der doppelten bis gar 3 fachen menge bis die pflanzen deutlich ansprechen. ich schicke dir eine pn bez. eines calciumdüngers, der nicht so leicht zu beschaffen ist.

wie gesagt, die restl. stoffe, filterung, ph und auch temperatur beachten. eine temperatur steigerung um 1-2 grad bewirkt tlw. auch schon wunder.
:top:
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Postby Andreas S. » 20 Oct 2009 19:56
Hallo Harald, Hallo Liste,

(...) allerdings schreibst du auch, dass du kein co2 verwendest und mit hcl (salzsäure) die kh senkst ? bei diesem prozess entsteht doch co2, oder nicht ?

Die CO2-Düngung habe ich *garnicht* beschrieben. Ich düng(t)e via Hefegärung auf Werte zw. 30-40mg/freies CO2 (abzgl. 2mg/l DOC-Blindwert).
Ich habe mind. 6 J. lang HCl-Entcarbonisierung bei TWW-Praxis betrieben, bis ich anfing, keinen TWW mehr zu machen, da es den Pflanzen (nicht mir !!!) nicht notwendig erschien (350g Biomasse /Wo/250l-AQ /Abtropfgewicht (auf Zeitungspapier): Pflanzen bar jeglichen Mangels. Von da an habe ich nur noch N/P/K (nach Bedarf und Zehrung) und SE "gedüngt". Eine Praxis, die ich noch heute anwende.

mit CaNO3 erhöhst du nicht nur den NO3 wert, sondern eben auch den Ca (Calcium) wert nicht K (Kalium); CaNO3 ca.19%Ca 16%NO3. Ca (Calcium) ist Teil der GH; dein wasserversorger liefert dir keine konstanten wasserwerte, sondern diese können erheblich schwanken. hast du dadurch vielleicht unbeabsichtigt den ca anstatt k wert erhöht ?

Nein.
Der Wasserversorger lieferte mir in den vergangenen 18J. 365T./J annähernd konstant das selbe Wasser, was sich -wenn man die Hauptkationen/Anionengößen kennt und gegen die offizielle Analyse gegengemessen hat (geht natürlich nur mit den Parametern, die sich mit bewährten (s. meine Angaben) aquaristischen Tests auch messen lassen) nur um wenige micros./cm (25°C) Differenz bestätigte (10-20micros. I.d.R. verzichtete ich darauf, das Wasser auf 25°C zu erwärmen. Das war dann schon die Rechnungsdifferenz). "Gegengemessen" wurde über Jahre (bis ich es aufgab) alle 3 Monate. Das war zu Zeiten, als ich noch gerne gemessen habe. Das ist heute anders- ich sehe einfach in das Aqarium!

(...) mit nitratwerten von 5mg (messgeanuigkeit unbekannt) tut sich beim mir gar nichts.


Wenn dir die Messgenauigkeit (Reichweite) deines Messkits *nicht* bekannt ist, was misst du dann bitte ? Ich bitte freundlich um Erläutertung, weil ich das sonst nicht verstehe!

Gruß
Andreas
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Postby Andrej » 20 Oct 2009 20:58
Hallo Michael,

in Deinem Fall fehlt eindeutig Mg. K & Ca sind an der "Grenze" (langsam erhöhen bis die Pflanze gut wächst) und N sollte über 10mg/l seien.
Als Schnellhilfe hätte ich Beleuchtungsdauer etwas reduziert und dann langsam wieder erhöht (die Pflanzen bekommen viel Energie können aber sie nicht verwerten, weil Nahrung fehlt).
Ich hatte gleiche Problem mit Ammannia gracilis gehabt, mittlerweile fühlt sich diese Pflanze ziemlich gut. ;)
Andrej
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Postby fosorom » 20 Oct 2009 21:46
Hallo Andrej,

der K Wert ist absolut unbekannt! Es ist lediglich bekannt was ich so in den letzten Wochen durch die Aufdüngung des WW und die tgl. Düngung hinzugefühgt habe. Was aber tatsächlich im Wasser ist weiß ich nicht. Woher kommt deine Eimschätzung, dass er an der Grenze ist. Ich nehem an an der minimum Grenze.
Auf welchen Wert würdest du das Mg erhöhen? Ich liege bei meinen WW bei einem Verhältnis von MG/Ca bei 1/3.
Ca. werde ich erhöhen durch geringere Verschneidung. Vorerst auf 40 mg/l. Welchen Mg Wert soll ich dann anstreben (15mg/l)?

Gruß
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