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Postby Plantamaniac » 29 Jul 2016 09:10
Hallo, mich treibt jetzt gerade die Frage um...was mache ich mit meinen verdammten Wasserpflanzen,
wie Wasserhyazinthe, Myriophyllum aquaticum und Cabomba?
Erstmal der zusammengefasste Hintergrund zum Auffrischen:
https://my-fish.org/liste-invasiver-tier-und-pflanzenarten-veroeffentlicht/
Und hier die Arten, um die es sich dreht eingedeutscht:
http://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Intranet/LISTE_INVASIVER_GEBIETSFREMDER_ARTEN_VON_UNIONSWEITER_BEDEUTUNG_-_mit_deutschen_Artnamen.pdf

Jaa, ich würde sie nicht wegschmeißen, sondern zu meinem persönlichen Vergnüngen weiterhalten, da ich sie sehr mag und sie auch zum Grundstock meiner kalten Aquarienbepflanzung sind. (wobei mir einfällt, warum ist Crassula Helmsi nicht dabei?)
Ausbruch aus meinen Aquarien ist ehr unwarscheinlich :? , genauso wie die Haltung über mehrere Jahre, da sie einem immermalwieder den Stinkefinger zeigen und sich klammheimlich verabschieden, in einem unaufmerksamen Moment (zb. Urlaub) :sceptic:

Wie haltet ihr das?
Weiterhalten oder brav entsorgen?

Chiao Moni
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Postby joerg5324 » 29 Jul 2016 09:36
Hallo,

Plantamaniac wrote:Hallo, mich treibt jetzt gerade die Frage um...was mache ich mit meinen [...] Cabomba?


Spannend ist vor allem wie ich als Laie die einzelnen Cabomba auseinander halten soll. Ich habe hier etwas, das ich vor Jahren als Cabomba aquatica gekauft habe und das damit nicht unter das neue Verbot fallen würde. Was ist, wenn sich der Händler geirrt hat? Mir ist im Laden (Und ganz nebenbei: Auch im Netz und ja, auch hier bei Flowgrow.) schon allerlei angedreht worden, dass sich später definitiv als etwas völlig anderes heraus gestellt hat! Und in Deutschland muss man ja damit rechnen für einen harmlosen Verkauf in den Ebay-Kleinanzeigen verknackt zu werden...

Jörg
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Postby Tanuki » 29 Jul 2016 18:23
Hallo


Weiterhalten natürlich, ich hab mich entschieden nix davon weiterzuverschenken, was willst auch sonst machen, sie stehn ja nun mal im Becken und die garnelen mögen die auch gerne als die cabomba.

Die wasserhyazinte ist auch dabei ? schade.

Naturschutz ist sinnvoll.
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Postby Sumpfheini » 29 Jul 2016 18:39
Hallo,
joerg5324 wrote:Spannend ist vor allem wie ich als Laie die einzelnen Cabomba auseinander halten soll.

Ist wirklich nicht einfach. Sicher kann man die nur bestimmen, wenn sie Schwimmblätter und Blüten haben. In der Flowgrow-Pflanzendatenbank fehlt es noch an Bildmaterial und detaillierten Infos, um die Cabombas halbwegs zuordnen zu können.
Ich kann hier erst mal nur auf das Aqua Planta-Sonderheft "Cabombaceae" (1992) sowie Kasselmann, "Aquarienpflanzen" verweisen, dort gibt es von praktisch jeder aquaristisch bekannten C.-Art Blütenfotos und detaillierte Beschreibungen.
Cabomba caroliniana ist eine variable Art, aber die aquarienübliche Form hat im Vergleich zu C. aquatica relativ breite Blattzipfel.

Schade dass die mittelamerikanische Cabomba palaeformis (grüne und braune Form) kaum zu bekommen ist, die sieht C. caroliniana ähnlich, steht nicht auf der Verbotsliste und ist sogar hartwassergeeignet.

Gruß
Heiko
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Postby uruguayensis » 30 Jul 2016 21:26
Hallo, aha.. der Waschbär auch in der Liste. Bin vor ca. 1 Mon. Nachts einen Waschbären begegnet. Er hat mich angeguckt und ich Ihn, die Raccoon´s Zeichentrickfilme von der Kindheit sind mir durch den Kopf gegangen als ich den gesehen habe und mich gefragt was der denn hier sucht, die gibt's doch nicht in Europa sondern nur in Amerika.
Vieles ist nicht wieder rückgängig und kosmopolitisch geworden in der ganzen Welt.. außer dem würde nur ein Samenkorn im "Guano" von Vögeln, wie z. B. Enten reichen um ein anderes freies Gewässer damit zu impfen. Ob der Verbot denn noch was bringt.. komplette Gewässer sind damit schon voll. http://neobiota.naturschutzinformationen-nrw.de/site/nav3/ArtInfo.aspx?Art=Pflanzen&ID=302a5cfd-789b-469b-974b-5df81ee2e578 Wie die Art von Süd nach Nordamerika verbreitet worden ist, vielleicht natürlich, so könnte sie auch in Europa verbreitet worden sein. Die routen von Wasservögeln wie Enten, Möwen sollten sie mal in Betracht ziehen. Vögel fliegen auch über den Atlantischen Ozean von der Neuen Welt zur Altenwelt. MfG Emrah
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Postby MarWin » 31 Jul 2016 08:05
EU-Verordnungen.....
Ich habe eine Abneigung dagegen seit sowas von Städten und Gemeinden zum Vorwand der Kanaldichtheitsprüfung genommen werden.
Die einzige Biologisch bedenkliche Invasive Art ist der Mensch.


Mit freundlichen Grüßen

Marcus


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Postby moskal » 31 Jul 2016 08:51
Hallo,

Die einzige Biologisch bedenkliche Invasive Art ist der Mensch.


es ist natürlich erst mal die Frage was denn biologisch bedenklich invasiv ist also ob es erst bedenklich ist wenn der Mensch beteiligt ist und ob alle anderen Verdrängungen durch neue Arten die schon immer ohne Mensch stattgefunden haben und auch weiterhin stattfinden biologisch unbedenklich sind.

Hier geht es aber um Gesetze für Menschen, um Menschen daran zu hindern invasive Arten weiter zu verbreiten und ich bin eher erstaunt, wie lachs damit weltweit umgegangen wird. Klar ist es fraglich, wie sinnvoll es ist, Arten zu verbieten, bei denen das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Ich schätze bei Waschbären wird das wenig bringen. Noch dazu besetzt er eine Nische, die seit der letzten Warmzeit weitgehend unbesetzt ist.
Aber es gibt auch andere Beispiele: Bei mir in Hausnähe praktisch im Wohngebiet ist eines der Letzten natürlichen Steinkrebsvorkommen. Wenn da jemand aus dem Wohngebiet seinen Aquarien/Teichbewohnern aus Nordamerika die Freiheit schenkt, ist das verherend, obwohl die gefährlichen Arten flächenddeckend bei uns vorkommen. Und wenn Pflanzen/Tiere die bei uns in Aquarien gehalten werden in Spanien das Potenzial Pest auf Reisfeldern zu werden ist das richtig, den Import zu unterbinden und die Haltung zu verbieten. Wir sind nun mal ein Wirtschaftsraum und auch privat im Hobby so gut vernetzt wie noch nie. Dadurch gibt es sehr viele Vorteile aber es birgt auch ein paar Gefahren. Und darauf muß eingegangen werden.

Gruß, helmut
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Postby joerg5324 » 31 Jul 2016 09:50
Hallo,

moskal wrote:Hier geht es aber um Gesetze für Menschen, um Menschen daran zu hindern invasive Arten weiter zu verbreiten und ich bin eher erstaunt, wie lachs damit weltweit umgegangen wird. [...] Bei mir in Hausnähe praktisch im Wohngebiet ist eines der Letzten natürlichen Steinkrebsvorkommen. Wenn da jemand aus dem Wohngebiet seinen Aquarien/Teichbewohnern aus Nordamerika die Freiheit schenkt, ist das verherend, obwohl die gefährlichen Arten flächenddeckend bei uns vorkommen.


Bis dahin: ACK.

moskal wrote:Und wenn Pflanzen/Tiere die bei uns in Aquarien gehalten werden in Spanien das Potenzial Pest auf Reisfeldern zu werden ist das richtig, den Import zu unterbinden und die Haltung zu verbieten.


Sehe ich nicht so. Die armen Apfelschnecken - ich vermute mal auf die zielst Du ab - hätten, in Deutschland in Freiheit gelangt, keinerlei Chance den ersten Winter zu überleben. Da Schnecken nun nicht direkt für ihre wahnsinnige Geschwindigkeit berüchtigt sind sehe ich kein größeres Bedrohungspotential für Spanien... Zumal das Kind ja schon in den Brunnen gefallen _ist_ und es nun eh zu spät sein dürfte die Art wieder einzudämmen.

VG Jörg
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Postby MarWin » 28 Aug 2016 14:05
Externe Bildlink sind nicht gestattet und werden deshalb entfernt. Bitte den Forenupload nutzen.
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Fressnapfbeilage von gestern , scheint so als wenn die EU Verordnung nicht so bekannt sei [emoji48]


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Postby Plantamaniac » 28 Aug 2016 14:18
Hallo, kann das leider nicht sehen :sceptic:
Aber es gibt eine Karenzzeit, in der noch abverkauft werden darf.
http://crustahunter.com/eu-verbotsliste-liste-invasiver-gebietsfremder-arten/
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Postby Andreas M » 28 Aug 2016 15:25
joerg5324 wrote:Sehe ich nicht so. Die armen Apfelschnecken - ich vermute mal auf die zielst Du ab - hätten, in Deutschland in Freiheit gelangt, keinerlei Chance den ersten Winter zu überleben.

Welchen Winter? In Süddeutschland wäre es auch ohne Klimawandel schon deutlich milder als im Norden, den einen oder anderen Januar werden sie schon überstehen. Wasserschnecken können über Schiffstaue, Anker oder Ballastwasser mitreisen und schon haben sie über Rhein-Main-Donau- und Mittellandkanal freie Fahrt von Rotterdam bis Bukarest, in Maas, Rhein, Ems, Weser, Elbe, Donau und allen verbundenen Nebenflüssen, Bächen und Kanälen, von Frankreich bis Rumänien mit reichlich Rückzugsgebieten in schönen warmen Gegenden.

joerg5324 wrote:Da Schnecken nun nicht direkt für ihre wahnsinnige Geschwindigkeit berüchtigt sind sehe ich kein größeres Bedrohungspotential für Spanien.

Da du gerade Spanien erwähnst etwas Lektüre:
https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Wegschnecke#Ausbreitung_.C3.BCber_Europa

Man könnte die Apfelschnecke natürlich auch als "Michels Rache" gen Hispaniola marschieren lassen :wink:

YMMV,
Andreas
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Postby TilmanBaumann » 28 Aug 2016 16:37
Bei der Gelegenheit vielleicht noch mal die Frage. Wie Pflanzenschnitt entsorgen?
Ich kann kaum vermeiden das bei mir Blasenschnecken und Posrhornschnecken ins Abwasser kommen. Als Eier und lebende Tiere.
Vermutlich überleben sie nicht. Aber vielleicht ja doch...

Der Pflanzenschnitt der auf den Kompost kommt ist vermutlich biologisch sicher.

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Postby Plantamaniac » 28 Aug 2016 16:43
Hallo, war habt ihr für eine Vorstellung von der Temperaturspanne der Apfelschnecken?
Ich schätze mal unter 20° geht da garnix.
Habt ihr einen Plan, welche Temperaturen in Deutschen Gewässern im Jahresmittel herrschen?Vielleicht können sie inaktiv bei 4° überwintern, aber mit Vermehrung ist unter 20° nichts zu wollen..ich wage zu behaupten, das unter 23° in der Richtung (Eiablage) nix geht und das über mehrere Tage, ohne Nachtabsenkung.
Ich hatte sie im unbeheizten, offenen Wohnzimmerbecken. Da haben sie nur im Hochsommer abgelaicht.
Blasenschnecken und Posthörner sind da schon robuster, aber um die geht es ja nicht.
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Postby MarWin » 28 Aug 2016 16:50
Fressnapfbeilage Bund Cobomba caroliniana 0,99€ sieht nach Angebotsware aus die wird extra angekauft.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus


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Postby Andreas M » 28 Aug 2016 17:06
Weils zum Thema passt:

Ich habe hier auch einen Neobioten. Im Quarantänebecken schauten mich vor drei Wochen zwei strahlend blaue Augen an, ein winziges Fischlein hatte sich wohl mit Pflanzen aus diesem Forum eingeschlichen. Es muss irgendwo ein Ei geklebt haben. Die Pflanzen von verschiedenen Anbietern waren jeweils mindestens zwei Tage mit DHL unterwegs. Es war kühl, DHL ist nicht zimperlich und ich bin es bei Pflanzen auch deutlich weniger als bei Tieren.

So verbreiten sich Neobioten über DHL, UPS, DPD und Consorten. Absolut sicher ist da nur Hermes, die brauchen immer über eine Woche, danach lebt gar nichts mehr.

Was für ein Fisch das ist kann ich nicht sagen. Er hat noch keine Färbung, von den (neonblauen) Augen mal abgesehen.

Andreas

P.S.
In der letzten DATZ (oder wars die Amazonas?) war ein Bericht über Fische in einer Felsenquelle mitten im Death Valley, trockener gehts wohl nicht. Selbst den Sprung können Tiere schaffen.
Last edited by Andreas M on 28 Aug 2016 17:46, edited 1 time in total.
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