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Beitragvon axelrodi » 19 Feb 2008 10:25
Hallo,
wegen der Kupferleitungen im Haus gebe ich bei Wasserwechseln regelmäßig Wasseraufbereiter (Astra) zum frischen Leitungswasser dazu. Meine Frage wäre nun, ob sich dieser bei gleichzeitiger Verabreichung von Flüssigdünger durch die vermutlich enthaltenen Komplexbildner auch auf dessen Inhaltsstoffe auswirkt? Kalium sollte als Alkalimetallionen ja weniger anfällig sein, aber wie sieht es mit dem Eisen und anderen Spurenelementen aus? Gibts da eventuell Wechselwirkungen?
Danke für Meinungen und Hinweise,
Grüße
Bastian
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Beitragvon gartentiger » 19 Feb 2008 10:53
Hallo Bastian,


erstmal herzlich Willkommen :wink:

Es ist nicht auszuschliessen das der Wasseraufbereiter den ein oder anderen Nährstoff bindet und somit für die Pflanzen nicht mehr verfügbar wird.


Persönlich würde ich folgendes machen...

Entweder das Wasser vor Benutzung eine Zeitlang ablaufen lassen oder die Verwendung von einer Osmoseanlage bzw. Vollentsalzer in betracht ziehen. Den Wasseraufbereiter kannst du dir in beiden Fällen sparen.
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Beitragvon Manni » 19 Feb 2008 11:56
Hallo Bastian,

auch von mir ein herzliches Willkommen. :lol:

Ich weiß nicht ob es bei Dir möglich ist das Wasser aus dem Keller zu bunkern ?
Oft wird das Wasser der Stadtwerke ja im Keller eingespeist und da wird ja noch ohne Kupfer gearbeitet (Waschmaschinenanschluß etc.).

Vielleicht könntest Du so dein Prob. lösen ?

Grüße
Manni
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Beitragvon Anton_Gabriel » 19 Feb 2008 12:28
Hallo,

Meist enthalten solche Aufbereiter u.a. Fixiernatron um Chlor zu Chlorid umzuwandeln und Komplexbildner um Metalle zu binden.
Stimmt, Kalium wird so nicht gebunden - Metalle wie Eisen oder Mangan sehrwohl. Allerdings ist Eisen und Mangan sowieso nur mittels Komplexbildnern im Aquariumwasser löslich. Insofern greifen die Pflanzen sowieso auf teils komplex gebundene Nährstoffe zu. Ob da nun etwas mehr EDTA im Wasser durch Aufbereiter ist, macht da kaum Auswirkungen.

mfG Anton Gabriel
http://www.anton-gabriel.at - praktische Aquariumchemie
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Beitragvon axelrodi » 19 Feb 2008 17:22
Danke erstmal für die Antworten,

lasse dass Wasser eh schon immer etwas durchlaufen bevor der erste Eimer ins Becken kommt, bin nur wegen der Garnelen etwas unsicher, da wird ja überall geschrieben dass sie sehr empfindlich wären gegen Cu2+, von daher würde ich eher nicht ohne versuchen wollen, Osmoseanlage wäre sicher toll, überfordert aber das Studentenbuget derzeit noch ;-(

Waschküche ist neben dem Dachboden, von daher auch kein Anschluss im Keller.

Habe grade Mail auf meine Anfrage vom Hersteller bekommen, kopiere ich hier mal rein:

"vielen Dank für Ihre E-Mail. Unser ASTRA Wasseraufbereiter enthält Komplexbildner, die insbesondere Schwermetalle und Chlor unschädlich machen. Einen negativen Effekt auf unseren Wasserpflanzendünger konnten wir noch nicht feststellen. Bei der Verwendung von Wasseraufbereiter und Flüssigdünger sollten Sie die Produkte allerdings nacheinander und nicht gleichzeitig anwenden um evtl. Kreuzreaktionen auszuschließen."

Klingt ähnlich wie die Anmerkung von Gabriel,
werde also Dünger erst einen Tag nach dem Wasserwechsel ins Aquarium gebe.

Grüße,
Bastian
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Beitragvon nik » 20 Feb 2008 08:15
Herzlich willkommen Bastian,

der Wasseraufbereiter hat im Wasser einen Überschuss an Chelatoren zur Folge. Die zielen auf ungebundenes Kupfer aus neueren Kupferrohrleitungsnetzen ab. Da die entsprechenden Stoffe im Dünger schon mit Chelatoren komplexgebunden sind macht das nichts weiter. Eher im Gegenteil, Chelatoren unterliegen vor allem bakteriellen Abbau (wenn vorhanden, sogar ziemlich stark auch durch UV-C Klärer) und überschüssige Chelatoren finden in dem frei gewordenen Schwermetall (z.b. Fe, Cu, Zn) wieder einen geeigneten Reaktionspartner. Von Pflanzen wird es auch in dieser chelatkomplexen Bindung aufgenommen.

Allgemein wird das Kupfer *nur* chelatisiert und ihm seine schädliche Wirkung genommen, d.h. es ist im Aquarium und kann wieder frei werden. Raus bekäme man das maskierte Cu über Wasserwechsel. :roll: Es ist also am wichtigsten das Kupfer erst gar nicht ins Becken zu bringen!
Probleme mit Kupferleitungen entstehen eigentlich nur mit solchen neueren Datums. Wenn die Leitungen nach einer gewissen Zeit eine Patina aufgebaut haben, dann genügt es das im Hausleitungsnetz stehende Wasser ablaufen zu lassen und dann das Wechselwasser zu entnehmen.
Wie relevant das Problem ist, kannst du bei deinem Aqu.händler messen lassen. Einfach eine nach dem vorsorglichen Ablauf entnommene Probe zum Händler bringen.

Gruß, Nik
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Beitragvon axelrodi » 20 Feb 2008 12:24
Herzlich willkommen Bastian,

Danke ;-)

Allgemein wird das Kupfer *nur* chelatisiert und ihm seine schädliche Wirkung genommen, d.h. es ist im Aquarium und kann wieder frei werden.

Genau darauf bezog sich die Frage eigentlich: ob die Gefahr besteht, dass im Wasseraufbereiter vorhandene Komplexbildner (Keine Ahnung ob da außer EDTA noch andere "tolle" Sachen drin sind) mit den im Dünger vorhandenen Metallionen (also wohl in erster Linie Fe2+) letztendlich einen stabileren, ggf. nicht mehr pflanzenverfügbaren Komplex bilden, es also zum (ungewollten) Ligandenaustausch kommt.

Wegen der Cu2+ Ionenkonzentration werde ich mal schauen ob sich ein Test an der Uni auftreiben lässt...

Grüße
Bastian
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