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Postby Arami Gurami » 20 May 2014 17:29
Hi zusammen,
da kann ich Tobi nur zustimmen. Dieser Blick von oben ins Becken ist wirklich sehr irreführend und ich habe mir auch abgewöhnt, darin irgendwelche Mängel zu erkennen. Auch wenn es schwer fällt :D .
Liebe Grüße,
Aram
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Arami Gurami
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Postby kiko » 20 May 2014 18:24
hi,
Also ich weiß nicht, ob helle Triebe wirklich (von oben gesehen) normal oder nicht doch irgendwo ein Anzeichen eines Mangels sind. Im Anhang mal das Trugkölbchen.
Der Trieb bruzzelt direkt unter der T4 Röhre und morgens wenn man das Licht einschaltet, sieht der auch noch grün aus. Und das dauert dann aber nur so 1Stunde unter der T4 Röhre und dann geht die Farbe aus dem Trieb raus (von innen nach außen).
Erst dachte ich das hätte mit Mn/Zn zu tuen, da nach einer Erhöhung die Chlorose etwas zurückging. Allerdings lag es nicht an Mn/Zn, denn zum Zeitpunkt der SE Erhöhung hatte ich auch mehr Eisen gedüngt.
Nur blieb der Zustand bei einer Zufuhr von 0,25mg/L Eisengluconat wie in Bild 2 zu sehen, wo einzelne Spitzen weiterhin dunkler oder sonstwie stärker abweichend als der Rest Blattes gefärbt sind.
Da ich mir wg. Eisenzufuhrmengen beim Gluconat gar nicht sicher war, hatte ich u.a. auch bei APC nachgebohrt und da spricht Aaron gar von 1mg/L Zugabemengen. :? Daraufhin habe ich die Eisengluconat nun einfach mal auf 0,6mg/L geschoben und die Pflanze wurde tatsächlich binnen 2Stunden von oben betrachtet erstmalig "einheitlicher "satter" grün". (Bild 3)
Offensichtlich läßt sich das also schon irgendwie halbwegs beseitigen.

Die Frage ist dabei allerdings wieso solch exorbitante Eisengluconatmengen dafür nötig sind und meine Vermutung ist mittlerweile dahingehend,
das manche Pflanzenarten bei entsprechend hoher Lichtzufuhr (inbesondere Rotalas & diverse Schnellwachser) einfach nur sehr sehr schlecht in der Eisenaufnahme rein über die Wassersäule sind. (und sie daher in eisenreichen Substraten wie Soils schlicht "grüner & gesünder" wachsen - weil sie da nämlich nicht ausschließlich auf das angewiesen sind was grad über die Wassersäule so eintrudelt)

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grüße Olaf-Peter
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Postby Aquariophilo » 20 May 2014 20:12
Hi zusammen,

mächtig viel Betrieb hier ;-)

Tobias Coring wrote:schaut eure Pflanzen bei viel Licht nicht von oben an.... genau das habe ich damals auch gemacht und bin dann alle Spurenelemente rauf und runter gegangen.

Arami Gurami wrote:da kann ich Tobi nur zustimmen. Dieser Blick von oben ins Becken ist wirklich sehr irreführend und ich habe mir auch abgewöhnt, darin irgendwelche Mängel zu erkennen. Auch wenn es schwer fällt :D .


Ja, der Gedanke, dass es an der Ausleuchtung liegt, kam mir auch schon. Dazu mal mein Beobachtung:

Da mein Becken an der Wand steht, die im rechten Winkel zum Fenster (Schattenseite des Hauses, 4. Stock) steht, kommt tagsüber doch etwas Licht ins Becken bevor die Lichter angehen (17:00 - 23:00 Uhr ist Beleuchtungszeit).
Über den Tag hinweg drehen also die Stengelpflanzen ihre Köpfe Richtung Aquarienfrontscheibe, sodass man gut von oben auf die Triebspitzen schauen kann. Dabei sieht man extrem stark die Blattadern durch (bei ausgeschalteter Beleuchtung). Da denkt man echt, man hat totale Chlorosen.
Wird die Beleuchtung eingeschaltet, so ist von den "Chlorosen" nichts mehr zu sehen. Sowohl die Triebspitzen als auch die Blätter sind einheitlich gefärbt.

kiko wrote:Und das dauert dann aber nur so 1Stunde unter der T4 Röhre und dann geht die Farbe aus dem Trieb raus (von innen nach außen).


Und genau das beobachte ich auch schon lange: Nach dem Einschalten der Beleuchtung ist das Becken deutlich farbenfroher, als wenn man nach 2 Stunden hineinschaut. Dann sind die Rottöne blasser und auch das grün ist nicht mehr so voll.

kiko wrote:das manche Pflanzenarten bei entsprechend hoher Lichtzufuhr (inbesondere Rotalas & diverse Schnellwachser) einfach nur sehr sehr schlecht in der Eisenaufnahme rein über die Wassersäule sind. (und sie daher in eisenreichen Substraten wie Soils schlicht "grüner & gesünder" wachsen - weil sie da nämlich nicht ausschließlich auf das angewiesen sind was grad über die Wassersäule so eintrudelt)


Das glaube ich mittlerweile auch: Manche Schnellwachser kommen ab einer bestimmten Beleuchtung nicht mehr schnell genug an ihre Nährstoffe heran, wenn diese alleine über die Blätter aufgenommen werden müssen. Deshalb sieht man hier im Flowgrow des öfteren auch ziemlich gesunde und vor allem kompaktere Stängelpflanzen unter deutlich niedrigerer Beleuchtung, als ich sie fahre. Da ist der Metabolismus nicht so hoch gefahren, dass die Nährstoffaufnahmegeschwindigkeit den Verbrauch nicht mehr deckt.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby disco-d » 20 May 2014 20:29
Hallo,

ich habe im Zuge der Mikro-Experimente noch eine Erfahrung machen müssen. Um den Eisenwert zu erhöhen und angespornt durch eine höhere Dosis an SE habe ich einen guten Schuss AR Spezial Eisen gedüngt. Das Ergebnis war für mich überraschend (und verheerend zugleich): Innerhalb eines Tages haben sich an fast allen Pflanzen starke Chlorosen und Nekrose (!) gezeigt. Die Pflanzen begannen förmlich sich aufzulösen.

Ich kann es mir eigentlich nur durch einen induktiven SE-Mangel ausgelöst durch Fe erklären, da ich nichts anderes am System verändert habe. (.... reproduzieren, um gaaanz sicherzugehen, möchte ich eigentlich nicht :( )

Ich denke dass Nährstoffblockaden im Mikrobereich durch ein ungünstiges Verhältnis der Nährstoffe zueinander leider auch Mängel auslösen können, die in vielen Fällen nur sehr schwer nachzuvollziehen sind.

Liebe Grüße
Lutz
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Postby kiko » 20 May 2014 21:23
Hi,
@Lutz
Bei einer Eisengluconatlösung (ohne Mangan u.ä.) ist es zumindest so, daß man da bis ca. 0,4mg/L wohl noch problemlos gehen kann. Erst bei den Dosierhöhen um 0,6mg/L stellte sich eine leichte Trübung ein, anscheinend heizt viel Gluconat die Vermehrungsrate von manchen Bakkis an. Auflösen von Pflanzen konnte ich nicht beobachten (standen optisch frischer da)
Inwiefern eine Eisenzufuhr einen induzierten Mangel auslösen kann, weiß ich nicht.
Die Toleranz der Pflanzen bzgl. Eisen dürfte aber gut höher sein als die Mengen die wir normallerweise düngen.


Nach dem Einschalten der Beleuchtung ist das Becken deutlich farbenfroher, als wenn man nach 2 Stunden hineinschaut. Dann sind die Rottöne blasser und auch das grün ist nicht mehr so voll.

Genau so ist es imo auch und davon betroffen vorrangig Kies/Sandbecken ab "ca." 0,5W/L.
Ich hab hier ja auch 2Nanos mit Soil die über viel Licht verfügen und wenn man da von oben auf die Pflanzen schaut, sehen die zumindest nicht so seltsam aus wie in meinen Sand/Kiesbecken! Als ich früher das 54L Kiesbecken noch mit der 1xT8 Standartbeleuchtung betrieb war das auch nicht so stark ausgeprägt, das fing da erst an mit Verdopplung der Beleuchtung. :putzen:
grüße Olaf-Peter
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Postby Erwin » 20 May 2014 22:06
Hallo,

Nur blieb der Zustand bei einer Zufuhr von 0,25mg/L Eisengluconat

Bei einer Eisengluconatlösung (ohne Mangan u.ä.) ist es zumindest so, daß man da bis ca. 0,4mg/L wohl noch problemlos gehen kann

wenn man zweiwertiges Eisen düngt, verschwinden (leichte) Chlorosen binnen 20Minuten.


nur mal zum Verständnis ne Zwischenfrage:
Wie sind eure Mengen-/Gewichtsangaben pro Liter zu verstehen?
Düngt ihr wirklich nur die Werte von 0,25mg/l bzw. 0,4mg/l u.s.w. Eisengluconat oder düngt ihr mittels Eisengluconat bis der Eisengehalt (FeII + FeIII) rechnerisch auf diesen Werten liegt?
Eisengluconat enthält doch relativ wenig Eisen.
Wieviel eigentlich genau? C12H24FeO14
Edit: okay, 1g Eisengluconat enthält dank Nährstoffrechner 115,82 mg Eisen.

PS: Schade, dass es das Mikrosal von Brustmann nicht mehr gibt. Wäre interessant zu sehen gewesen, wie die "Mangelpflanzen" darauf reagiert hätten.

MfG
Erwin
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Postby kiko » 20 May 2014 23:04
hi,
gemeint waren tägliche Zugabemengen und nicht ein aufdosieren auf X mg/l in der Wassersäule.
Gemessen hatte ich aber auchmal, nach 4Stunden waren von den dosierten 0,6mgL/ noch ca. 0,2mg/l per Eisentest nachweisbar, über nacht ist das dann idr. alles wieder weg.
Das EisenIIGluconat enthält ca. 12%, ich hatte auchmal AmmoniumeisenIIIcitrat (18%) probiert, wirkt auch noch relativ zügig - das Citrat führte in meinem Becken aber (v.a. in Verbindung mit Urea/Ammonium) zu starken Staubalgenaufkommen. Mit dem Gluconat habe ich das nicht.

PS: Schade, dass es das Mikrosal von Brustmann nicht mehr gibt. Wäre interessant zu sehen gewesen, wie die "Mangelpflanzen" darauf reagiert hätten.

Sieht von der Zusammensetzung interessant aus und enthielt wohl Ses wie Ti, Br usw. die sonst in Düngern fehlen. Gibt es ein ähnliches Produkt am Markt?

Hat btw. mal jemand die Azoo Hormone wie Auxin usw. benutzt?
grüße Olaf-Peter
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Postby Erwin » 20 May 2014 23:59
Hallo Olaf-Peter,

ich kenne leider kein ähnliches Produkt nach Hoagland.

gemeint waren tägliche Zugabemengen und nicht ein aufdosieren auf X mg/l in der Wassersäule.
Gemessen hatte ich aber auchmal, nach 4Stunden waren von den dosierten 0,6mgL/ noch ca. 0,2mg/l per Eisentest nachweisbar,

Kann sein, dass es an der Uhrzeit liegt, aber so richtig habe ich es immer noch nicht verstanden, bzw. verunsichert mich deine Antwort noch etwas mehr ;-).
Dass es die tägliche Zugabemenge beschreibt, habe ich mir auch gedacht.

Vielleicht nochmal anders nachgefragt:
Beziehen sich die Angaben 0,xxmg/l auf die tägl. Zugabemenge des Eisens oder des Eisengluconats?

Wenn auf den Eisengluconatgehalt, sind 0,6mg/l ja "nur" 0,07mg/l Fe und somit wäre alles im Lot..
Deine gemessenen Werte verunsichern mich jetzt aber wieder......

MfG
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Postby kiko » 21 May 2014 00:09
hi,
die Dosierung führte 0,6mg/L Eisen zu.
grüße Olaf-Peter
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