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Postby Wuestenrose » 09 May 2014 09:57
Servus…

Nickel steht auf dem Sprung vom "Beneficial Trace Element" zum "Essential Trace Element". Nickel beeinflusst das Wachstum auch dann positiv, wenn nur Nitrat gedüngt wird und kein Harnstoff.

Mein Spurenelementedünger enthält daher schon seit längerem auch Nickel.

Grüße
Robert
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Postby kiko » 09 May 2014 14:00
Hi,
Die beiden wervechsel ich gerne, hilf mir mal auf die Sprünge.

NO3 halte ich bezüglich Pflanzen für unproblematisch, auch in höheren Werten.

H´ra und Ceylon hab ich mal angehangen, lassen sich eigentlich ganz gut unterscheiden. Das Bild der H´ra entstand noch unter einem Nitratwert um 15mg/L, momentan sieht die jedoch ziemlich traurig aus. :nosmile:
Ob das nun am hohen 60mg/l Nitratwert liegt oder doch an den Se weiß ich nicht genau, daher meine Frage wg. Stickstoff grundsätzlich.
Denn manche Stickstoffquellen wie z.b. Guanidin funkktionieren ja zb. "wenn, jenach (Land)pflanze" auch nur unter Anwesenheit von geringen Nitrat und wirken ab bestimmten Nitratwerten für Pflanzen toxisch.
Bzgl. Urea kenn ich die Datenlage nicht - nur was machen die Pflanzen damit, die es nicht umsetzen können?

Daher wäre interessant zu wissen, in welchen Bereichen du eine üppige Nitratdüngung siehst?
Wie hoch waren die Nitratwerte bei dir in der Wassersäule wenn du Urea gedüngt hast?

Nickel steht auf dem Sprung vom "Beneficial Trace Element" zum "Essential Trace Element".

Bzgl. dieser "benecifial Ses", waren meine Beobachtungen bislang so, das nach Zugabe von Co, Va, Li, Al ich öfter dickere Blubberblasen aus dem Wurzelbereich der Pflanzen aufsteigen sehe.
Ich weiß nicht welches der Ses damit in Zusammenhang steht, vermute aber es könnte das Co sein was u.U. von manchen Substratbakterien irgendwie verwertet wird und so zu höherer Aktivität im Wurzel/Substratbereich führt. Auswirkungen (pos.- wie neg.) auf die Pflanzen selbst, liesen sich bislang aber nicht eindeutig zuordnen.
Da mich grundsätzlich auch die "benefical Ses" interessieren, hab ich mir mal ein Tracemix aus dem Meerwasserbereich bestellt, wo alles mögliche an Ses drin ist. (wie Titan, Selenium, Ru usw.)
Manchen dieser SEs wie Ti werden ja auch wuchsfördernde Wirkungen nachgesagt.

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grüße Olaf-Peter
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Postby Aquariophilo » 11 May 2014 11:06
Hi Olaf-Peter,

ich habe Deinen Thread nochmal überflogen. Geht es Dir hier primär darum, Deine Wuchsprobleme zu lösen, oder ein Forschungsprojekt in Richtung Mikrodünger zu starten?

Für ersteres ist die Lösung vielleicht recht einfach.
Ich habe nämlich anscheinend meine Wuchsprobleme gelöst (allerdings noch nicht langfristig getestet).

Guckst Du hier

Vielleicht hilft Dir das ja weiter. Ansonsten darfst Du aber auch gerne mit der Mikrodüngung herumspielen, das finde ich auch extrem interessant und lese auf jeden fall mit.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby kiko » 11 May 2014 12:44
hi
Forschungprojekt Mikrodünger trifft den Nagel auf den Kopf. :D
der Pflanzenwuchs war bei mir eigentlich immer über die Jahre soweit zufriedenstellend, allerdings sammel ich ja auch seltene Arten und im Laufe der Zeit sind paar Arten dazugekommen, die hier und da gerne mal rumzickten. Daher hatte ich mich nunmal ans mischen eines eigenen Mikrodünger gesetzt um so die Möglichkeit zu haben, gezielt einzelne SEs zu erhöhen und zu schauen wie sich was auswirkt.

Das ganze gestaltete sich aber (wie man an den Problemen sieht) doch komplexer als gedacht,
Was wie Po4 Mangel aussah, war kein direkter Po4 Mangel - die hellen Triebspitzen bei der Bangladesh auch kein Fe-Mangel usw. :bonk:
Oder anders gesagt, mußte (leider) feststellen das viele Mangelerscheinungsbeschreibungen für aquaristische Pflanzen nur sehr eingeschränkt übertragbar sind - wodurch sich eine Zuordnung von Mängeln nun als weit schwieriger als gedacht gestaltet. :glaskugel:

Auch Sachen wie der (unerwünscht) sehr hohe Nitratwert+Urea/Ammonium wirft mir zuviel Fragen auf und sehe es als offen, inwiefern diejenigen die Urea/Ammonium regulär düngen dies auch bei so hohen Nitratwerten getan haben. Daher ist nun erstmal das Ziel den Nitratwert runterkriegen in Bereiche wie ich ihn früher immer hatte (so hab ich auch einen mir bekannten Anhaltspunkt), was sich jedoch ohne entsprechende WWs nun ziemlich hinziehen dürfte - denn ein Reset zur Nitratreduzierung per riesengroßen WW möchte ich möglichst vermeiden. (weil mir das alles wieder komplett durcheinanderwürfteln würde)
grüße Olaf-Peter
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Postby Aquariophilo » 11 May 2014 21:10
Hi Olaf-Peter,

ja die Chlorosen/Mangelerscheinungen sind kaum zu diagnostizieren, da sieht Mangenmangel wie Eisenmangel aus, Magnesiummangel auch, Nitratmangel auch, Bormangel wie Calciummangel etc. Und bei jeder Pflanze sieht es nochmal etwas anders aus...

Das ist ja innerhalb einer Art schon unterschiedlich. Z.b. gammelte meine Rotala sp. "green" bei manchen Werten herum, währen nebenan die Rotala sp. "falsche green" noch recht passabel wuchs, und die sehen sich nun echt ähnlich... Sollten ja beides Rotala rotundifolia sein.

Daher ist nun erstmal das Ziel den Nitratwert runterkriegen in Bereiche wie ich ihn früher immer hatte (so hab ich auch einen mir bekannten Anhaltspunkt), was sich jedoch ohne entsprechende WWs nun ziemlich hinziehen dürfte - denn ein Reset zur Nitratreduzierung per riesengroßen WW möchte ich möglichst vermeiden. (weil mir das alles wieder komplett durcheinanderwürfteln würde)


Das zieht sich vor allem dann, wenn irgendetwas anderes im Mangel ist und massive Wuchsstagnation herrscht. Dann wird extrem wenig Nitrat verbraucht.
Allerdings werde ich das jetzt auch mal ausprobieren: Wenn alles einigermaßen läuft, die Wasserwechsel hinauszögern und klein halten (manchmal brauche ich die zum Absaugen des geschnittenen Mooses). So kann man genauer sagen, welche Maßnahmen ziehen.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby kiko » 18 May 2014 12:09
Hi,
ja also, das ist schon ziemlich vertrackt Spurenelementemängel zuzuordnen.
Die Ludwigien springen ja extrem auf Cu(/zn) an, unten mal ein Vergleichsbild - links wie sie farblich sonst immer aussahen, rechts nach 2Wochen hoher Cu(/Zn) Düngung.
Sie färbt sich viel früher aus als sonst und wesentlich tiefer.

Die verdrehte Nesea golden, sie ging ja auch en ticken besser nach Erhöhung von B/Cu/zn - aber so richtig vorwärts ging sie weiterhin nicht.
Ich hab nun mal massiv an der Eisenversorgung gedreht und eine ziemliche Unmenge Eisen(II)Gluconat zugegeben und sieh da, selbst die total verdrehte Nesea treibt wieder aus.
Anscheinend braucht die sp. Golden ohne Ende Eisen.
Eisenmangel zeigt sich bei der Art ganz offensichtlich nicht in gelbblassen, sondern im Endstadium in verdrehten Blättern!
Im Soilbecken scheinen die Mini Macrandras auch auf die Düngung recht farbenfroh anzuspringen, allerdings ist es da noch zu früh um zu sagen "das bleibt auch so". :putzen:

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grüße Olaf-Peter
Last edited by kiko on 18 May 2014 12:21, edited 1 time in total.
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Postby kiko » 18 May 2014 12:11
Sooo, auch wenn im Soilbecken alles adhoc halbwegs besser ausschaut,
habe ich das Problem mit der dunkelgrün Färbung -vorrangig älterer Blätter- in den Kiesbecken immer noch nicht im Griff.
Im Kiesbecken steht zudem die vietnam schlecht da, ebenfalls zeigt die Broad Leaf an den den älteren Blättern irgendeinen Mangel den ich weiterhin nicht zuordnen konnte. :keule:

Ich messe einen ordentlichen Eisen, Kalium und durchschnittlichen Phosphat verbrauch
- der Nitratverbrauch ist allerdings im Verhältnis viel zu gering.

Die Forensuche habe ich vor und zurück durch, und lande bei diesen (anno dazumal) schon unbeantworteten Treads:
https://www.flowgrow.de/naehrstoffe/nitratblockade-t19836.html
https://www.flowgrow.de/naehrstoffe/molybdanmangel-wie-beheben-t1039.html
Gibts, gabs da neue Erkenntnisse? :glaskugel:

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Postby Aquariophilo » 18 May 2014 20:09
Hi Olaf-Peter,

Die Ludwigien springen ja extrem auf Cu(/zn) an, unten mal ein Vergleichsbild - links wie sie farblich sonst immer aussahen, rechts nach 2Wochen hoher Cu(/Zn) Düngung.
Sie färbt sich viel früher aus als sonst und wesentlich tiefer.


Also ist es auch nicht nur das Fe (und niedriges NO3), was Rotfärbung begünstigt, sondern auch Cu/Zn...
Das ist interessant, weil ich gerade eine extrem blasse Rotala sp. "colorata" hier wachsen habe (die kam übrigens von Dir und war wunderschön). Jetzt sieht sie irgendwie so aus als sei sie zu oft gewaschen worden, die Farbe ist raus... Gedüngt wird gerade 200% Ferrdrakon plus 1/2 Maximaldosis Daydrakon (Eisendünger). An Eisen sollte es da ja nicht mangeln (im sinne von "zu wenig da"), aber...

Ich hab nun mal massiv an der Eisenversorgung gedreht und eine ziemliche Unmenge Eisen(II)Gluconat zugegeben und sieh da, selbst die total verdrehte Nesea treibt wieder aus.


...wenn die verküppelten Triebspitzen evtl. auch Eisenmangel anzeigen, dann ist vielleicht wirklich zuwenig da bzw. mein Tipp: Es ist irgendwie nicht pflanzenverfügbar, vielleicht zu sehr chelatiert? Da käme dann ja auch wieder die Mikroflora ins Spiel: Vielleicht sind in manchen Becken Bakterien, die Chelate knacken, in manchen Becken aber nicht? :glaskugel: Welchen Volldünger nutzt Du denn gerade bzw. wie ist der chelatiert.

Lutz (disco-d) schrieb hier ja:

Ich hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen (... wirklich schon seit längerer Zeit) und habe ähnliche Maßnahmen ausprobiert. Gefünzt hat es, als ich den AR Flowgrow ausprobierte. Vorher hatte ich nur den AR Mikro Basic im Gebrauch.


Vielleicht funktioniert starke Chelatierung nicht immer, bzw. es müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein?
Welche Eisenmengen hast Du denn gedüngt, damit Deine Nesea wieder ausgetrieben hat?

ebenfalls zeigt die Broad Leaf an den den älteren Blättern irgendeinen Mangel den ich weiterhin nicht zuordnen konnte. :keule:


Der kommt mir bekannt vor, ich habe das immer "gegrillte Blätter" genannt. Hatte bei mir im Thread ja auch ähnliche Bilder mit meinen Rotalas. Könnte auch Eisenmangel sein, da ältere Blätter, bei denen die Chlorophyllbildung stark gehemmt ist, auch schneller absterben (sich auflösen). Kann aber natürlich auch irgendein anderer Spurenelementemangel sein, der die Struktur des Blattes schwächt und es deshalb schneller stirbt.

Ich messe einen ordentlichen Eisen, Kalium und durchschnittlichen Phosphat verbrauch
- der Nitratverbrauch ist allerdings im Verhältnis viel zu gering.


Eisenverbrauch messe ich nicht, habe keinen Test. Kalium wird ganz ordentlich verbraucht, 3-4 mg/l pro Woche, PO4 ca. 0,1 mg/l pro Woche.

NO3 wird mit 1 mg/l pro Tag recht wenig verbraucht, die Pflanzen wachsen aber im Moment relativ zügig (jedenfalls im Vergleich zu vor einigen Wochen). Nitratblockade? Die älteren Blätter färben sich vom Rand an auch ein wenig gelb. Aber vielleicht wird die NO3-Aufnahme auch durch fehlendes (zu stark chelatiertes) Fe verhindert, sind ja beide an der Chlorophyllbildung beteiligt.

Was Roger am Ende des Molybdän-Thread schreibt, ist auch interessant: Er glaubt, dass seinem Becken SEs fehlen...
Wenn ich einen WW gemacht habe und danach entweder Duradrakon oder PMS zugegeben habe, war das Wachstum auch immer ein paar Tage sehr gut. Danach stagnierte es wieder....

Ich dünge im Moment folgendes tägl.:

NO3: 1 mg/l
PO4: 0,1 mg/l
K: 0,13 mg/l (über Ferrdrakon und Daydrakon und PO4)
Mg: 0,021
FE: 0,035 mg/l
Mn: 0,01175 mg/l
B: 0,00196 mg/l
Cu: 0,00057 mg/l

Aber der Wurm ist trotzdem noch irgendwo, die Pflanzen sehen immernoch nicht gesund aus...
Liebe Grüße
Stefan

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Postby kiko » 19 May 2014 01:16
hi Stefan,
Welche Eisenmengen hast Du denn gedüngt, damit Deine Nesea wieder ausgetrieben hat?

Aus meinen bisherigen Beobachtung heraus, ist es so das dauerhaft meßbare Eisengehalte ab 0,3mg/L (ev. jenach chelator auch schon bei niedrigeren Werten) nicht (gut) funktionieren, wenn dieser Eisengehalt auf starken Chelatoren basiert. (die Pflanzen werden dann teils sogar blaß & stagnieren)
Derweil hab ich den Dünger (Eigengemisch) nunmal komplett umgestellt in die andere Richtung auf sehr leichte Chelate (IDHA, Gluconat) und komme damit z.Z. auf eine tägliche Eisenzufuhr um ~0,4mg/l.
Nur, darf man diese Eisenglocunatmengen keinesfalls gleichsetzen mit Düngern die starke Chelatoren nutzen, da ein Hochdüngen des Eisens auf solche Werte wie eingangs gesagt bei starken Chelatoren imo eher nur zu Problemen führt, womit wir zu folgendem kommen:

Vielleicht funktioniert starke Chelatierung nicht immer, bzw. es müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein?

Das wieso weshalb warum, man zweiwertigen Eisen in rauen Mengen ohne Probleme in die Wassersäule geben kann , dies aber mit dreiwertigen in entsprechender Chelatform in gewissen Größenordnungen nicht mehr funktioniert, ist eine gute Frage - denn es wirft folgende These auf:
a) die Pflanzen können nur zweiwertigen Eisen direkt über die Blätter aufnehmen
und speichern so (da weniger Energieafwand) ev. schlicht auch mehr ein
b) die Pflanzen müssen bei dreiwertigen Eisen warten bis es aus den Chelaten fällt,
damit sie es später über die Wurzeln aufnehmen können.
c) die Pflanzen können dreiwertiges Eisen über Stoffe die sie selbst über die Wurzeln abgeben,
aus den Chelaten holen
d.) die Pflanzen können dreiwertiges Eisen mitsamt Chelat aufnehmen
(was die Frage aufwirft, wenn dies so wäre - was passiert mit dem Chelat in der Pflanze,
und wieviel Chelate können sie überhaupt aufnehmen?
Sehr diffus, daher lassen wir mal Punkt d weg)
somit bleibt:
---> c. dürfte die Pflanzen einen höheren Energieaufwand kosten als a.
---> b wiederum würde zu einer zeitlichen Lücke in der Nährstoffversorgung führen und somit eine geringere Gesamtaufnahme, es sei denn es werden mehrere verschiedene Chelatoren eingesetzt.
(was aber nicht zwangsläufig das ganze vereinfacht)


Also ist es auch nicht nur das Fe (und niedriges NO3), was Rotfärbung begünstigt, sondern auch Cu/Zn...

Cu ist nur eine kleine Drehschraube, wie weit man da problemlos gehen kann, muß ich mir auch noch alles genauer ansehen, denn SEs können sich auch antagonistisch zueinander verhalten was dann unerwünscht ist. Sicher scheint mir aber, das primär nur bestimmte Arten (Ludwigien, Cryptos) "relativ unabhängig" von den restlichen Nährstoffwerten darauf (mit Ausfärbungsverstärkung) reagieren. Bei Arten wie Rotalas ist das hingegen schon was anders, da müssen auch die restlichen Wasserwerte (vorrangig Nitrat, Phosphat) gut zueinander passen - denn bei Rotalas bewirkt sonst ein drehen an den SEs alleine nicht viel. Wie sind denn bei dir die NPK Werte unter denen die Coloratas stehen?

Die älteren Blätter färben sich vom Rand an auch ein wenig gelb. Aber vielleicht wird die NO3-Aufnahme auch durch fehlendes (zu stark chelatiertes) Fe verhindert, sind ja beide an der Chlorophyllbildung beteiligt.

Probleme mit älteren Blättern hängen ja mit einem der mobilen Nährstoffe zusammen, indem die Pflanzen da irgendwas wieder abziehen weils für Neuaustrieb sonst nicht reicht.
Das wären vorrangig Nitrat, Phosphat, Kalium, Magnesium, Zink. (bzgl. Molybdän weiß ich nicht)
Sind bei dir die 0,13mg/L K die gesamte Kaliumzufuhr?
grüße Olaf-Peter
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Postby Wuestenrose » 19 May 2014 06:50
Servus…

kiko wrote:d.) die Pflanzen können dreiwertiges Eisen mitsamt Chelat aufnehmen
(was die Frage aufwirft, wenn dies so wäre - was passiert mit dem Chelat in der Pflanze,
und wieviel Chelate können sie überhaupt aufnehmen?

Die Antwort auf die Frage, wie Pflanzen an das Eisen in den Fe(III)-Chelaten kommen, ist bestechend einfach: Sie reduzieren das Eisen zu Fe(II), damit fällt es von selbst aus dem Komplex. Funktioniert sowohl bei der Blattdüngung, als auch bei der Wurzedüngung von Fe-Chelaten, siehe dazu auch einen früheren Beitrag von mir.

Grüße
Robert
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Postby Aquariophilo » 19 May 2014 10:08
Hi zusammen,

Aus meinen bisherigen Beobachtung heraus, ist es so das dauerhaft meßbare Eisengehalte ab 0,3mg/L (ev. jenach chelator auch schon bei niedrigeren Werten) nicht (gut) funktionieren, wenn dieser Eisengehalt auf starken Chelatoren basiert. (die Pflanzen werden dann teils sogar blaß & stagnieren)


Die Beobachtung mache ich gerade schon nach einer Woche: Trotz relativ hoher Eisengaben pro Tag (0,035 mg/l pro Tag) sind die Triebspitzen immernoch heller als die restliche Pflanze. Und der Fe-Spiegel dürfte momentan geschätzt auch recht hoch sein (habe keinen Test).
Aber nach einer Woche 200% Ferrdrakon und 1/2 Maximaldosis Daydrakon habe ich jetzt lokal eine pelzige Rotalge (weinrot) auf den Steinen, werde diese Dosierung deshalb nicht fortsetzen. Meine erste Alge in diesem Becken (sieht man mal von Staubalgen ab)....
Als nächstes packe ich nochmal den KramerDrak aus, der ja etwas schwächer chelatiert ist, und starte mit 100% Herstellerempfehlung. Sollte das nichts helfen, bestelle ich den Flowgrow.

(die Pflanzen werden dann teils sogar blaß & stagnieren


Genau das sind auch die Symptome bei mir.

0,4mg/l.


Das ist ziemlich heftig als tägl. Zufuhr :eek: :shock:

dies aber mit dreiwertigen in entsprechender Chelatform in gewissen Größenordnungen nicht mehr funktioniert, ist eine gute Frage


Und da kommt wieder die Mikroflora (oder etwas anderes?)....
Manche hier düngen Becken mit ähnlicher Bepflanzung wie ich sie habe mit 50% Ferrdrakon, bei mir reichen Höchstmengen nicht aus. Es muss in manchen anderen Becken Vorgänge geben, die Chelate schneller abbauen, sodass selbst bei hoher Beleuchtung immer genug Fe frei wird. In manchen Becken fehlen aber scheinbar diese Vorgänge...

Wie sind denn bei dir die NPK Werte unter denen die Coloratas stehen?


PO4: 0,1 dauerhaft verfügbar und nachweisbar
NO3: 5 mg/l konstant
K: 3-5 mg/l

Wachstumstempo ist seit der hohen Ferrdrakongabe eigentlich auch ok, auch die Assimilation hat zugenommen, deshalb schätze ich, dass NPK nicht unbedingt der Schlüssel ist.

Sind bei dir die 0,13mg/L K die gesamte Kaliumzufuhr?


Ja, jeden Tag 0,13 mg/l, was etwas wenig ist, deshalb habe ich testweise vor ein paar Tagen mal 4 ml AR Basic Kalium zugeführt (entspricht 2 mg/l K), Resultat: Massive Kahmhaut für 3 Tage. Sonst wurde nichts verändert...
An den Pflanzen konnte man keinen Unterschied feststellen.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby kiko » 19 May 2014 15:12
Hi,
@Robert
wenn man zweiwertiges Eisen düngt, verschwinden (leichte) Chlorosen binnen 20Minuten.
Düngt man Fe-DTPA, HEEDTA o.ä. geht das idr. aber nicht so zügig. So auch wenn Pflanzen dreiwertiges Eisenchelat über die Blätter aufnehmen können, hat es nicht diegleiche (unmittelbare) Wirkung und die Reduktion in zweiwertiges wird auch Energieaufwand kosten. Es gibt im Web auch eine Studie über Aufnahmeraten von (Zink)Chelaten und die Zinkaufnahme in den PFlanzen war unterschiedlich jenach verwendeten Chelat. (was nahelegt, das es sich bei Eisenchelaten u.U. ähnlich verhält)

Das ist ziemlich heftig als tägl. Zufuhr

Dachte ich erst auch und hatte mit 0,12mg/l begonnen, nur reichte das nicht denn wenn man das Eisengluconat morgens düngt - sehen die Pflanzen spätestens am nächsten morgen teils schon wieder blaß aus.
Im AR Flowgrow ist soweit ich das richtig in Errinnerung hab daher auch ein kleiner Anteil EDTA drin, denn das Eisengluconat verweilt nur sehr kurz in der Wassersäule und bei einer reinen Gluconatdüngung muß man schon sehr viel geben das es bis zum nächsten Tag reicht.
Ein splitten auf morgens+abends statt nur morgens hilft da schon.

Kalium zugeführt (entspricht 2 mg/l K), Resultat: Massive Kahmhaut für 3 Tage. Sonst wurde nichts verändert...
An den Pflanzen konnte man keinen Unterschied feststelle
n.
Mit so knappen Kaliumwerten ist so ne Sache, hatte es vor geraumer Zeit auchmal testweise versucht - den Kaliummangel hatte ich letzlich erst bemerkt als es zu spät war und sich Nekrosen/Löcher an den Pflanzen breit machten. Da ich das auch nicht so recht überwachen konnte, hatte ich den Wert letzlich wieder auf 10mg/l geschoben. Das Kahmhaut an Kalium liegt glaube ich nicht so, sowas kann auch einfach nur Mikrodünger bedingt sein jenach Becken(mikro)flora.

NPK nicht unbedingt der Schlüssel ist.

Bei den Macrandras (Coloratas standen unter ähnlichen Werten) hatte ich die Werte vor Tagen mal gemessen:
Nitrat: ca. 10-15 mg/l
Phosphat: 0,1mg/L
Kalium: ca. 10mg/L
Calcium: 24mg/L
Magnesium: 5mg/l
Ich hatte die Macrandras vorher unter hohen Nitratwerten und die sahen da optisch recht unvorteilhaft aus.
Erst als der Nitratwert auf 15mg/L runter war, kam die Färbung wieder gut raus. Niedrige Nitrat um 5mg/L habe ich jedoch noch nicht gefahren und weiß nicht wie manche Rotalas darauf reagieren, aber da könnte @Sascha ev. was genaueres zu sagen. (falls er hier grad mitliest)

Das SEs einen einfluß haben sicherlich, jenach Pflanze jedoch unterschiedlich stark und interessant zu beobachten. Im Anhang eine Limnophila Genuia Needle Leaf - der Blattdurchmesser hat sich (für diese Art) überdimensional entwickelt. Beim nächsten Düngeversuch werd ich Cu niedriger und Zn dafür vom Ratio höher ansetzen, mal schauen was dann so passiert.

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Postby Aquariophilo » 19 May 2014 21:27
Hi Olaf-Peter,

Mit so knappen Kaliumwerten ist so ne Sache, hatte es vor geraumer Zeit auchmal testweise versucht - den Kaliummangel hatte ich letzlich erst bemerkt als es zu spät war und sich Nekrosen/Löcher an den Pflanzen breit machten.


Ja, das schließt einen Mangel nicht 100%ig aus, allerdings hatte ich auch mit K=20 mg/l schon massiv durchlöcherte Rotalas. Ich glaube da mittlerweile nicht mehr so sehr an einen Mangel an Makros.

Das Kahmhaut an Kalium liegt glaube ich nicht so, sowas kann auch einfach nur Mikrodünger bedingt sein jenach Becken(mikro)flora.


Die K-Zudüngung war mitten unter der Woche, die normale Düngung lief einfach weiter. Am Abend vorher war die Oberfläche glasklar, am Abend nach der Zudüngung kamen die Bläschen nicht mehr durch die Oberfläche. Habe dann den K-Dünger (war nurnoch ein kleinerer Rest) in ein Glas umgeschüttet, um zu sehen, ob er verpilzt ist. Der Dünger war einwandfrei klar.

Niedrige Nitrat um 5mg/L habe ich jedoch noch nicht gefahren und weiß nicht wie manche Rotalas darauf reagieren, aber da könnte @Sascha ev. was genaueres zu sagen. (falls er hier grad mitliest)


Bezüglich niedrige Makros und Rotalas habe ich hier bei Sascha etwas gefunden.
PO4: n.n. (Stoßdüngung)
NO3: 4 mg/l
K: 4 mg/l
Rotalas: bestes Wachstum...

Meine Wasserwerte sind momentan:

NO3: 5 mg/l
PO4: 0,1 mg/l
K: 3-5 mg/l
Fe: unbekannt
Ca: 19 mg/l
Mg: 7 mg/l
Gh: 4,5
Kh: 3,5

Eigentlich sollte da alles bestens wachsen.
Hier noch eine kleine Beschreibung des Zustandes und Bilder.
Liebe Grüße
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Postby kiko » 20 May 2014 12:15
hi Stefan,
Hier noch eine kleine Beschreibung des Zustandes und Bilder.
resources/rotala-sp-green-einige-altere-blatter-zeigen-c/60845/IMG_2210%20(2048x1255).jpg

Das absolut gleiche Schadbild wie in deinem pic hatte ich an meiner "Green/ceylon" auch. :?
Im Anhang der aktuelle Zustand, - aber so richtig gesund schaut sie immer noch nicht aus.
Sie zeigt nun zwar keine Zwischenfeld-Chlorosen mehr in mittleren Blättern , aber die Triebspitzen sind noch was zu klein/blaß und die älteren Blätter imo noch zu dunkelgrün.
Ich bin da selbst noch am rätseln. :(

Würde aber an deiner Stelle ev. testweise mal Nitrat/Kalium was hochschieben, die Tropftests sind ja ungenau und vielleicht ist bei dir NPK doch irgendwo limitierend?

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Postby Tobias Coring » 20 May 2014 16:30
Hi,

schaut eure Pflanzen bei viel Licht nicht von oben an.... genau das habe ich damals auch gemacht und bin dann alle Spurenelemente rauf und runter gegangen.

Die Pflanzen wuchsen in der Zeit grundsätzlich nicht schlecht und ich habe diese helleren Triebspitzen selbst bei atemberaubend wachsenden Becken, wenn ich von oben ins Aquarium schaue. Betrachtet man die Blätter von vorne (durch die Scheibe) sah alles sehr gut aus.

Auch wenn man die Pflanzen aus dem Becken genommen und bei Sonnenlicht betracht hatte, sahen diese sehr gut aus, nur eben nicht von oben betrachtet und mit Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet.

Nachdem alle möglichen Zugaben von Cu, Zn, Bor, Magan usw. nichts in diesem Bezug gebracht haben, habe ich diese Spielereien wieder sein gelassen und einfach nur noch auf eine ausreichende Makrozufuhr geachtet sowie eine passende Zufuhr an Mikrodünger. Bei einem Becken passte es dann mit z.B. dem Mikro Spezial Flowgrow besser, bei einem anderen mit dem Mikro Basic Eisenvolldünger.

So lange man in Bezug auf die Spurenelemente keine Aussagekräftigen Tests hat ist das alles nur Stochern im Dunkeln, bei dem man keinerlei Schlussfolgerungen aus den Erfolgen eines Einzelnen ziehen kann.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

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