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Postby nik » 30 Mar 2012 09:52
Hi Olaf-Peter,
kiko wrote:hi Nik,
Ein geeigneter Sand kann alles besser.

Verwende selbst in allen AQs Kies und erst ab Lichtstärken spürbar über 1W/L stößt man mit Kiesbecken irgendwo schon an die Leistungsgrenze, ich denke das unterscheidet sich aber in der Form nicht sonderlich von Sandbecken (ohne zusätzliche Bodendüngung).

Bei Kies besteht die Möglichkeit zusätzlicher Filterleistung durch das gröbere Substrat. Das ist bei Sand sehr übersichtlich, im Sinne von da passiert vernachlässigbar wenig. Das gibt mir die Möglichkeit zusätzliche Substratfilterung mit größtmöglichem Einfluß zu gestalten. Substratfilterung bedeutet im meist schwach besetzten Pflanzenbecken - jenseits zu gewährleistender Nitrifikation - eher unerwünschten Einfluss auf die Nährstoffe. Deshalb orientiert sich meine Substratfilterung immer an so gering wie möglich(/nötig).
Dann sickert Mulm in den Kies und organische Stoffe im Substrat will ich wegen möglicher anaerober Vorgänge keinesfalls haben! Die lassen sich nicht in Gänze vermeiden. Das waren so eindeutige Erfahrungen, dass ich Kies schon nur deshalb nicht mehr auf dem Schirm habe. Mit Sand hatte ich Standzeiten von 10 Jahren ohne absehbare Probleme. Meine Kiesbecken sind unter ähnlichen Bedingungen schon nach 2 Jahren (wiederholt, mit unterschiedlichen Kiesen) problematisch geworden.
Und dann lässt sich kein Substrat so gut bepflanzen wie Sand.
Das stellt nicht in Frage, dass es auch mit Kies lange funktionieren kann und es ungeeigneten Sand gibt.
In diesem Sinne ist für meine Pflanzenaquaristik ein spezieller Sand immer besser als Kies. Damit will ich Kies nicht per se madig machen, aber meine Beurteilung ist nach ~25 Jahren Kies und Sand so, dass Kies mir keine Alternative mehr ist. Ich erwähne den nur, weil der benutzt wird.

Nur, ob man nun Kies, Sand, oder bei Soil zusätzlich Ammonium über die Wassersäule düngt - man wird wohl in keiner der Varianten genau sagen können was damit genau passiert, wenn es schon in einem substratlosen Setup in Windeseile "irgendwie/irgendwohin" verschwindet.

Bei Sand ist der Einfluss am geringsten - ich würde sogar sagen ausreichend gering. Bei Kies hat man ungewisse Filterleistung durch das gröbere Substrat und bei soils nochmal zusätzlich puffernden Ton der Ammonium bindet/freigibt.

Für die angesprochene Art der Ammonium-/Ureadüngung geht nur Sand - oder kein Substrat.

Und hier setzt natürlich die Problematik an, überhaupt herauszufinden wie man das wirklich optimal düngt - oder - ob es u.U. vielleicht nicht sogar sinnvoller ist einfach Nitrat aus 3 Quellen (Kno3, Urea, Ammoniumcarbonat) den Pflanzen anzubieten.
Nur auch bei Urea stellt sich die Frage - was damit passiert und welchen Anteil die Pflanzen nachher letzlich doch wieder nur vom Endprodukt der Kette in Form von Nitrat aufnehmen?

Nur KNO3 zuzugeben ist ja ein gärtnerischer Ansatz der Stickstoffversorgung, weil die gesamte Mineralisationskette vorher fehlt. Mit Urea oder Ammonium hat man immerhin sowohl Ammonium als auch Nitrat im Angebot. Derzeit sage ich mir, ich belasse es bei diesem aus Urea resultierenden Angebot und bemerke trotz des an sich zu hohen Nitratspiegels eine günstige Wirkung.

Weiß nicht mehr, hab ein wenig den Faden verloren ob es hier oder woanders stand, das angeblich ca. 1Stunde das Zeitfenster für die Pflanzen besteht zugegebenes Ammonium aufzunehmen - da wohl alles was länger dauert, bis dahin längst durch die Nitrifikationskette gelaufen ist.

Ja, das sind die Probleme, die schnelle Umsetzung des Ammoniums in die nächsten Oxidationsstufen und die Bemessung/Zugabe des Ammoniums um den Nitratspiegel nicht steigen zu lassen.
Pflanzen würde ich in ihrer Nährstoffaufnahme durchaus als flott bezeichnen.

Aus einem Grund hat das nicht so Chancen die bisherige Theorie umsetzen zu können, denn durch das häufig höhere Ammoniumangebot bildet sich verstärkt eine entsprechende Mikroflora, die das wieder schneller ablaufen lässt. Das muss man sich in der Praxis ansehen.

Mischt du dir den Dünger selbst an, falls ja was genau nimmst du für die Urea Düngung?

Urea bekommt man in der Drogerie/Apotheke. Ich gebe es mit Hilfe einer Feinwaage und dem dann passend gesuchten Löffelchen direkt zu.

@ Marco
im Web fliegen verschiedene Tabellen zur Trockenmasse rum, das ist so eine. Die hat es zusammengezogen, kann man sich in einer Textverarbeitung besser lesbar formatieren.

Nährstoff % TM aufgenommen als

O, C, H 95 % O2, H2O, CO2, HCO3−
Stickstoff 1,5% NH4+, NO3-
Phosphor 0,2% HPO4--, H2PO4-
Schwefel 0,1-0,6% SO4--
Kalium 1 % K+
Calcium 0,5 % Ca2+
Magnesium 0,2 % Mg2+
Eisen 0,01 % Fe2+, Fe3+, Fe-Chelat (Wurzel)
Mangan 0,005 % Mn2+, Mn3+
Bor 0,002 % B(OH)3, B(OH)4−
Kupfer 0,0006 % Cu2+
Zink 0,002 % Zn2+
Molybdän 0,00001 % MoO4--

Man kann nicht von pflanzeninneren Nährstoffverhältnissen direkt auf Verhältnisse in der Wassersäule schließen. Nährstoffe interagieren, gehen verlustig, stören/fördern sich gegenseitig in der Aufnahme, ...
Ist aber trotzdem die Basis meiner Überlegungen.

moeff wrote:An was genau machst du eine stabile Mikroflora fest?

Letztendlich - weil es für deine Fragestellung nicht hilft - daran, dass ein Becken optisch mit hohem Anspruch einwandfrei läuft.

Ich stelle die Frage, da ich selbst unter Grünalgenaufwuchs an den Scheiben leide und damit wohl keine "stabile" Mikroflora habe. Das Becken läuft mit Sand und wird gering gefiltert. Es ist sehr stabil bei Düngerexperimenten oder längeren Nährstoffpausen. Bei mir ist ein klarer Zusammenhang zwischen Po4 Verbrauch und CO2 Gehalt erkennbar (hoher CO2 Gehalt geht einher mit einem höheren Phosphatverbrauch). Meinen vorangenannten Grünalgen (vermutlich grüne Punktalgen) kann ich aber auch mit 3mg/L PO4 und CO2 Gehalten von mehr als 30mg/L nicht entgegenwirken.

Doch, das ist eine stabile Mikroflora, aber mit dem Bestandteil an Grünalgen, die du bei dir siehst.
Das Problem ist, diese durchaus stabile Mikroflora im gewünschten Sinne zu beeinflussen/umzustimmen. Das ist ein Problem ohne eindeutige Maßnahmen. Ganz vage, nur aus meiner Erfahrung mit Punktalgen, würde ich mal mit der Menge Filtersubstrat spielen - auch mal erhöhen.

Ist eine Kahmhaut ein eindeutiges Zeichen für eine nicht funktionierende Mikroflora?

Hoffe nicht das ich den Thread nun weiterhin auf das Thema Mikroflora lenke :bier:

Begrifflich sauberer als "nicht funktionierend", denn sie funktioniert ja, sollte man sich mind. vergegenwärtigen "nicht im Sinne des Aquarianers funktionierend". Eine Kahmhaut ist so etwas, Bakterien-/Algenblüten auch, Cyanobakterien, Algen, ...
Nährstoffe spielen sicher auch eine Rolle, aber die lassen sich IMHO auch nicht losgelöst von der Mikroflora betrachten. Das beeinflusst sich gegenseitig.

Gruß, Nik
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