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Postby nik » 22 Feb 2019 10:04
Moin André,

da habe ich überlegen müssen. Man könnte trotz des unscharfen Bildes Symptome mutmaßen, nicht so, dass es eindeutig würde. Ansätze, aber nicht typisch. Dann ist es ein junges Becken. Sieht eigentlich so aus, als würden die erstmalig richtig schieben. Robert behauptet wenig sachdienlich, dass bei einem Betrieb mit idR. nicht nachweisbarem Phosphat die Pflanzen kurz vorm "abnibbeln" sind. Ich habe hier schon Bilder von Pflanzen mit abnorm großem Wuchs eingestellt. M. hirsuta ist aus einem 10 l Cube rausgewachsen mit einem Schirm von 45-50 mm Durchmesser - auch mit PO4 n.n. Es gibt verschiedene Ursachen für solch einen Umbruch. Ich will das nicht zerreden, sondern beschreibe das anders.

Mir dient das Phosphatmangelsymptom um festzustellen, ob Phosphat zu eng wird. Das ist in einem stabilen, reifen Becken, mit stabilem Betrieb, nährstoffmäßig sonst gut versorgt und mit wüchsigen Pflanzen. In so einem Becken laufen die Symptome für einen Phosphatmangel an der dafür am schnellsten reagierenden Pflanze geradezu erstaunlich klar ab. Ist dein Becken so, kannst du andere Ursachen ausschließen?

Schnell reagierend sind Stängelpflanzen, eine liegende ist nicht so günstig, weil es optisch weniger auffällt. Du scheinst in dem Becken keine weiteren zu haben. Wenn du mit diesen fetten Pflanzen umgekehrt lediglich durch PO4 n.n. wieder eine deutliche Verringerung des Triebdurchmessers erreichst, dann siehst du auch die zugehörigen Symptome. Da ist hoffentlich kein Soil drunter oder sonstige Bodengrunddüngung, dann macht es keinen Sinn mehr dein Bild einem P-Mangel zuzuordnen, das wird undurchsichtig und unwahrscheinlich.

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby Haeck » 23 Feb 2019 14:53
Hi Nik

nik wrote:da habe ich überlegen müssen. Man könnte trotz des unscharfen Bildes Symptome mutmaßen, nicht so, dass es eindeutig würde. Ansätze, aber nicht typisch.


Das ist okay. Wenn man die Pflanze kennt, werden die Symptome transparenter. Üblicherweise präsentiert sich dieser schnellwüchsige Bodendecker, bei einer wöchentlich verabreichten Po4 Menge von 0,8 mg/l, mit einem saftig hellen Blattgrün, dicken Stiel- und großen Blattdurchmesser. Bei einer Limitierung von wöchentlich verabreichten 3 mg/l, ist eine deutliche Reduzierung letzterer und eine Abnahme der Wuchsgeschwindigkeit zu beobachten. Die Blattfarbe verändert sich wie von Robert beschrieben, von einem hell ins schmutzig grüne. Je mehr sich das Phosphat reduziert, desto deutlicher präsentiert sich das von ihm beschriebene Bild.

nik wrote:Dann ist es ein junges Becken. Sieht eigentlich so aus, als würden die erstmalig richtig schieben.


Es steht ca. ein halbes Jahr, die Pflanze hatte zuvor bereits bei 0,8 mg/l Phosphat ordentlich geschoben. Die im Bild dargestellt kontrastierenden Blattgroessen, sind Ausdruck einer sich verändernden Po4 Konzentration (0,8 → 0,05 mg/l), deren Zustand sich nach wieder verabreichen des wöchentlich üblichen Phosphatlevels normalisierte. Beabsichtigt war zu testen, ob sich die hier so oft propagierte Po4 Limitierung bei weiterhin "gesundem" Wuchs in meinen Setups bestätigt.

nik wrote:Robert behauptet wenig sachdienlich, dass bei einem Betrieb mit idR. nicht nachweisbarem Phosphat die Pflanzen kurz vorm "abnibbeln" sind.


Auch diese Aussage lässt sich hier zu mindestens bestätigen, denn der mir gebotene Anblick dieser Pflanze war unter limitierten Po4 Eintrag alles andere als vital. Sie kümmerte regelrecht.

nik wrote:Ich habe hier schon Bilder von Pflanzen mit abnorm großem Wuchs eingestellt.
M. hirsuta ist aus einem 10 l Cube rausgewachsen mit einem Schirm von 45-50 mm Durchmesser - auch mit PO4 n.n.


Gilt/galt die Nichtnachweisbarkeit auch für den Bodengrund ?

nik wrote:Mir dient das Phosphatmangelsymptom um festzustellen, ob Phosphat zu eng wird. Das ist in einem stabilen, reifen Becken, mit stabilem Betrieb, nährstoffmäßig sonst gut versorgt und mit wüchsigen Pflanzen. In so einem Becken laufen die Symptome für einen Phosphatmangel an der dafür am schnellsten reagierenden Pflanze geradezu erstaunlich klar ab. Ist dein Becken so, kannst du andere Ursachen ausschließen?


Zustimmung ! Zweifelsohne betreibe ich hier ein übersichtlich eingerichtetes 23 L Kiesbecken, mit einem als Strömungspumpe eingesetzten Innenfilter (300 l/h) ohne Filtermedien. Düngung erfolgt über Einzelkomponenten. Die Pflanzen zeigen sich unter den regelrecht eutroph eingestellten Bedingungen wüchsig. Wöchentlicher WW von 80%.

WW:
Co2: um 25 mg/l
No3: 15 mg/l
K: 4 mg/l
Po4: 0,05 ↔ 0,8 mg/l
Mg: 12
Ca: 36
KH: 1,5 - 2


nik wrote:Schnell reagierend sind Stängelpflanzen, eine liegende ist nicht so günstig, weil es optisch weniger auffällt. Du scheinst in dem Becken keine weiteren zu haben. Wenn du mit diesen fetten Pflanzen umgekehrt lediglich durch PO4 n.n. wieder eine deutliche Verringerung des Triebdurchmessers erreichst, dann siehst du auch die zugehörigen Symptome.


H. tenellus, L. cardinalis mini , M. micranthemoides, E. acicularis und L. lineata sind hier zahlreich vertreten. Der Bodendecker funktioniert als Zeigerpflanze ausgezeichnet, eben weil er die von dir beschriebene Veränderung deutlich zeigt.

Lg
André
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Postby nik » 23 Feb 2019 15:18
Moin André,

ich würde das ja gerne mal klar an einer Stängelpflanze zeigen, aber ich habe in meinen Becken nicht eine einzige mehr. :smile: Und Moose, Farne, langsame Rhizom-/Rosettenpflanzen zeigen das nicht klar. Da kann ich gar nichts zuordnen. Und schlecht aussehen, gar "Abnippeln", sprich den schnellen Phosphor-Tod wollen sie auch um's Verrecken nicht sterben. :lol:

Gruß Nik
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