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Beitragvon Wuestenrose » 10 Jun 2018 09:22
Mahlzeit…

Andreas S. hat zusammen mit Werner (channaobscura) ein ziemlich interessantes Paper verfasst, das unter anderem auch Aspekte der Weichwasseraquaristik behandelt.

Was ist denn daran so schwer zu verstehen, daß in karbonatweichem Wasser die Pflanzen leichter an ihr CO2 kommen? In karbonatweichem Wasser ist es leichter, pH-Werte in der Gegend 6…6,5 zu halten, was die allgemeine Nährstoffverfügbarkeit verbessert.

Bis auf Hygrophila haben in diesem Aquarium alle Pflanzen von der Senkung der KH auf unter 2 profitiert. Die Empfehlung von Anubias mag andere Gründe haben (instabile KH, Gefahr der KH-Zehrung bei sehr kleinen KHn. …) als nur eine Wachstumsempfehlung. Ich würde da nicht allzuviel drauf geben.

Tut mir leid, Frank, aber den aggressiven Ton hast schon du selbst in die Diskussion eingebracht. Du stempelst wissenschaftliche Arbeiten als "Theorie" ab, verweist auf deine "jahrzehntelange" Praxis, und wenn dir dann Gegenwind entgegenbläst, spielst du die beleidigte Leberwurscht. Man muss auch andere Meinungen aushalten können…

I.d.S.
Robert
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Beitragvon Frank2 » 10 Jun 2018 10:04
Hallo Robert,

was ist denn bitte daran aggressiv wenn man als Prämisse setzt, mal alles Theoretische bei Seite zu lassen, sondern mal nur auf Beobachtung/Praxis abstellt? Das erkläre mir mal bitte?? Ich schätze Deine Herangehensweise absolut, bin bis heute großer Profiteur von Deinen damaligen Erkenntnissen zur Beleuchtung in Aquarien.
Ich glaube Du hast meinen ersten Beitrag vollkommen in den falschen Hals bekommen.

Zu Deinen zwei Hauptpunkten.

1. Anubias empfiehlt für einzelne Pflanzen als Untergrenze sehr wohl auch KH 1-2. Deine Annahme ist also nicht korrekt. Auch Dennerle hat hier entsprechende Empfehlungen, die bei 0,00 anfangen. Für viele Pflanzen aber eben auch darüber! Sind die alle unwissend?

2. Thema C02 ist für mich zb gar keines mehr. Ich verweise hierbei einfach auf das, was Nik oben aussagt. Ich habe zigfach schönere Pflanzen in C02 armen Wasser. Bei mir ist das C02~ 10-max. 15. Darüber hinaus tendieren viele Pflanzen zu fürchterlichen Internoidenabständen, verlieren an Kompaktheit, machen vergeilen regelrecht. Ergo überzeugt mich das KH Argument in bezug auf C02 nicht. In Anbetracht dessen, was viele heute an C02 Werten in ihren Becken haben (30-40 mg/l) kein Thema!

Ich teile Deine Ansicht zur KH in keinster Weise und zwar einfach deshalb nicht, weil ich das alles selber schon durch habe und FÜR MICH das keine Option mehr ist. Wenn ich das aus dem Wasserhahn hätte, würde ich entsprechend bepflanzen und dann ist es ja auch gut. :thumbs:

Also nix für Ungut, aber ich glaube viel eher dass Du ein Problem damit hast, Dich bei diesem Thema auch auf andere Erfahrungen einzulassen.

In diesem Sinne - nice sunday und

Gruß
Frank
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Beitragvon moskal » 10 Jun 2018 10:27
Hallo,

Meine Frage in die Runde wäre - ob jetzt so ein großer Hersteller wie Anubias rundweg zu dumm ist, den optimalen Bedarf seiner hergestellten Produkte zu benennen? Das glaube ich nun nicht. Zumal sich die dort deklarierten Angaben eben auch mit meinen Beobachtungen decken.

mit den KH 3-4 Empfehlungen war ich immer davon ausgegangen daß sie der Panik vor ungepuffertem Wasser entspringt. Bei Fischen gibt es da die lustigsten Empfehlungen wie pH 5-7, KH 3-5 für diverse Schwarzwasserfische. Ich dachte daß für den unbedarften Aquarianer ein Aquarium KH haben muß um irgendwelche Desaster zu verhindern. Deshalb diese schrägen Empfehlungen die eigentlich "Lass die Finger von diesen Fischen/Pflanzen die pH5 und KH0 brauchen, solange du nicht wirklich weißt was du tust" lauten müsste.
Ich denke da mittlerweile teilweise anders.

Andreas S. hat zusammen mit Werner (channaobscura) ein ziemlich interessantes Paper verfasst, das unter anderem auch Aspekte der Weichwasseraquaristik behandelt.

Absolut! Habe ich an einige Leute weitergeleitet, zum Teil Botaniker und es herrscht allgemeine Begeisterung. Es wäre super wenn es davon eine Zusammenfassung mit Verweis auf das komplette paper für die Aquaplanta geben könnte...

Was ist denn daran so schwer zu verstehen, daß in karbonatweichem Wasser die Pflanzen leichter an ihr CO2 kommen? In karbonatweichem Wasser ist es leichter, pH-Werte in der Gegend 6…6,5 zu halten, was die allgemeine Nährstoffverfügbarkeit verbessert.

eben weil mir absolut kein Grund einfällt warum das nicht so sein sollte, genau solche Gewässer in Natur aber nicht so artenreich wie zum Teil wirklich harte sind, habe ich Schwierigkeiten das zu verstehen. Mir scheinen Weichwasserbiotope sogar eher wie Nieschen die von Spezialisten besiedelt werden. Klar, in Weichwasser ist die essenzielle gH nicht so vertreten, das können wir im Aquarium anders machen. Nur hatte ich in letzter Zeit mit wirklich guten Pflanzenaquarianern geredet die sagten, daß mit ein wenig KH die Pflanzen besser wachsen. Bei mir trifft das auch (auf die nicht spezialisierten) zu. Warum das so ist konnte niemand benennen. Spricht ja auch eigentlich alles dagegen. Aber was mich wirklich fertig macht: Im Aquarium reden wir von KH 3-4, in den Kalkgegenden mit wirklich prächtigem Pflanzenwuchs ist die KH gerne mal jenseits der 10.

Wenn ich das aus dem Wasserhahn hätte, würde ich entsprechend bepflanzen und dann ist es ja auch gut. :thumbs:

Gut, es gibt auch hartes Wasser das wirklich nicht für Wasserpflanzen geeignet ist.
Aber den Ansatz finde ich auch immer spannender, anstatt kauf dir ne Osmose. Man kann ja auch mit hartem Wasser wirklich schöne Aquarien mit vitalen Pflanzen einrichten. Und wenn es nichts spezielles sein soll, wieso nicht hartes Wasser.

Gruß, helmut
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Beitragvon Plantamaniac » 10 Jun 2018 10:44
Hallo, bei mir wird das Wasser auch entsprechend den gehaltenen Tieren zurechtgepanscht. Die haben das Hausrecht im Becken :D
Pflanzen und Tiere werden dabei nicht nach Herkunft, sondern nach Bedürfnissen eingesetzt.
Hier gibt es alles zwischen Kh 0 und Kh8, PH5-Ph9, GH 5-14 (früher 21)
Wenn eine Pflanze in dem einen Becken nicht wachsen mag, fliegt sie ins nächste und ich schau ob sie dort tut.
Sogar in reinem Regenwasser, draußen, wenns ewig reinregnet, wachsen die super...Schluck Brennesseljauche und gut. Gemessen wird selten. Oft der Grund, das KH und PH nach unten wegrauschen..dann gibts ne Pulle Leitungswasser und alles ist wieder gut. Teilweise liegen Korallenbruchsäckchen in den Becken, wo es garnicht in Griff zu kriegen war..aber nicht wegen den Pflanzen, sondern wegen den Garnelen..den Fischen wäre es auch relativ egal.
Die harten Becken haben diverse Algenprobleme..allein deswegen greif ich da gerne zum Regenwasser und ziehe die Werte runter. Wobei ich eins habe...mit Knottsoil und Minilandschaftssteinen..das is derart hart von den Steinen :shock: und Pinselalgen betätigen sich als flauschige, schwarze Bodendecker :keule: ..da hab ich die schönsten Kahnschnecken drin, von allen Becken und den Sakura Darkline gefällt es auch :thumbs: Also lass ich das so :ops:
Ab und zu wird die Brühe verdünnt...
Das is so brutal mit den Pinselalgen, das es fast schonwieder schön ist..die Pflanzen sind sauber und wachsen gesund.
Anubias und Crypto Parva.

Sich auf bestimmte Wasserwerte zu versteifen und giftig zu werden, wenn andere anderer Meinung sind, macht keinen Sinn...Sachlich diskutieren dagegen schon :thumbs:
Jeder so wie er mag...solange keine Tiere leiden.
Ich bevorzuge für
-Bienengarnelen und Weichwasserfische Kh 0-3, PH 5-6,8, Gh 5-6 Pflanzen wachsen super :grow:
-Mittelprächtige Fische und Neocaridina Kh 3-5, Ph 6,8-7, Gh 7-14 Pflanzen wachsen super :grow:
-Sulawesigarnelen und Schnecken Kh ca. 3, GH 6, PH 7,5 (laut Packungsaufschrifft Sulawesisalz) Pflanzen unerwünscht!

Co2Analgen brauch ich nicht, geht auch ohne :grow:

Wegen Anubias und Dennerle...die geben mittlere Werte an, bei denen die Pfanzen gut leben können und nicht eingehen..also Standartaquarien. Auch bei Fischen wird das so gemacht. Sie sollen ja verkauft werden und die Leute, die Normalobecken haben und keine Lust haben mit Osmose oder Regenwasser oder Salzen rumzupanschen sollen nicht verschreckt werden. Wie es im Biotop der jeweiligen Tiere und Pflanzen zu unterschiedlichen Jahreszeiten aussieht, interessiert in dem Fall keinen.
Da kann ich zwecks Anhaltspunkte den Kasselmann und Seriously Fish empfehlen.
Und wenn jemand während seines Urlaubs ab und zu ein Teststäbchen reinhält, dann sagt das nix über die Wasserwerte im Jahreslauf aus.
Chiao Moni
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Beitragvon Frank2 » 10 Jun 2018 10:52
Mir scheinen Weichwasserbiotope sogar eher wie Nieschen die von Spezialisten besiedelt werden


Das scheint nicht nur so, das ist so! Und viele orientieren sich an Nischenarten und kombinieren diese mit Arten, die aus ganz anderen Biotopen kommen. Ich hatte ja schon mal die Messungen von Deters in Bezug auf CO2 hier reingestellt. Artenreichste Naturbiotope mit wenig C02 und N03=1-5. Interessiert niemand. Warum auch immer?

Daher finde ich diese Diskussion ja so spannend. Für den Otto-Normalaquarianer wie mich, ist die Pflege von Nischenspezialisten wie Pantanal und Co wenig relevant. Diese Pflanzen gedeihen nicht ohne Grund nur in speziellen Habitaten. Liebhaber hierzu stehen vor schwierigen Herausforderungen. Hut ab. Aber das ist für mich wenig relevant, viel relevanter aus dieser Ecke die Erkenntnisse zu den Verhältnissen!
Ich bleibe dabei - die größte Schnittmenge aller Pflanzen sind im "mittelharten Bereich" (falsche Def. ich weiß). KH 4-6 oder auch noch 7. :D :bier:

Gruß und Danke nochmals zu den "Gedanken zur Wasserhärte".

Frank
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Beitragvon moskal » 10 Jun 2018 10:57
Hallo,

Und wenn jemand während seines Urlaubs ab und zu ein Teststäbchen reinhält, dann sagt das nix über die Wasserwerte im Jahreslauf aus.

absolut! im Kotayam Distrikt, Indien, Kerala, Backwaters hatte ich knapp nach dem Monsun um 300µS/cm gemessen. Zur Trockenzeit wenn kein Wasser die Berge runterkommt waren das an selber Stelle jenseits der 1200, konnte mein Gerät nicht mehr messen. Das Meerwasser drückt zu der Zeit in die Gewässer. Auf der Schwäbischen Alp weiß ich aber von einigen Stellen wie sich die Wasserwerte über das Jahr verhalten genauso im Schwarzwald. Und ich denke, daß in Kalkgegenden das Wasser immer kalkig und in sauren gegenden das Wasser immer weich sein wird. Das gleicht sich eher beides saisonal vom extrem in Richtung neutral an. Und spannenderweise passiert ausgerechnet zur Regenzeit wo man meinen möchte das viele Wasser verdünnt verdünnt alles, an einigen Biotopen genau das Gegenteil.

Gruß, helmut
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Beitragvon Wuestenrose » 10 Jun 2018 11:12
Hallo Helmut,

moskal hat geschrieben:mit den KH 3-4 Empfehlungen war ich immer davon ausgegangen daß sie der Panik vor ungepuffertem Wasser entspringt.

Das sehe ich auch so.

eben weil mir absolut kein Grund einfällt warum das nicht so sein sollte, genau solche Gewässer in Natur aber nicht so artenreich wie zum Teil wirklich harte sind, habe ich Schwierigkeiten das zu verstehen.

Ich sehe da zwei Erklärungsmöglichkeiten:

  1. Naturgewässer sind, Quellgewässer mal ausgenommen, CO2-arm. So grob die Hälfte der darauf untersuchten Wasserpflanzen ist fähig zur Bikarbonatassimilation. Und das geht in karbonathartem Wasser naturgemäß besser.
  2. Der Mineraliengehalt. Daß ein paar Grade GH den Wasserpflanzen gut tun, schrieb ich bereits. Karbonatweiche Naturgewässer sind aber im Allgemeinen auch mineralienarm.

Mir scheinen Weichwasserbiotope sogar eher wie Nieschen die von Spezialisten besiedelt werden.

Das ist die Frage... Es gibt ja auch in Deutschland Weichwassergebiete, manche sogar mit ausgesprochenem Weichwasser (die Heideseen bspw.). Mich würde interessieren, was da wächst. Gibt es keine Florenkartierung Deutschlands, die auch die Wasserpflanzen umfasst?

Aber den Ansatz finde ich auch immer spannender, anstatt kauf dir ne Osmose. Man kann ja auch mit hartem Wasser wirklich schöne Aquarien mit vitalen Pflanzen einrichten.

Das bestreite ich auch gar nicht :smile: .

Viele Grüße
Robert
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Beitragvon Biotoecus » 10 Jun 2018 11:45
Moin,

soweit ich das beurteilen kann kommt die Empfehlung zu einer UOA meist dann wenn eine KH von mehr 10-12 vorliegt.
Meist tauchen dann in den gewünschten Pflanzenlisten auch Stängelpflanzen auf die mit geringerer KH besser bedient sind.
Das hier im Forum direkt bei einer KH von um 6,0 zur UOA geraten wird empfinde ich nicht so.

Meine oben verlinke Weichwasseransicht :lol: ist eher auf Fische gemünzt. :D

Mit "KH-Weichwasser" in Bezug auf Pflanzen habe ich gute Erfahrungen bei manchen Rotalas und Ludwigias gemacht.
Da gingen einige Arten besser als im Leitungswasser mit hier KH 6 und GH 12-14.
Im Leitungswasser geht aber sehr viel.

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon Frank2 » 10 Jun 2018 17:37
Hallo Moni.

Ich stimme Dir, wie immer in den meisten Punkten zu.

Nur in diesem nicht

Wegen Anubias und Dennerle...die geben mittlere Werte an, bei denen die Pfanzen gut leben können und nicht eingehen..also Standartaquarien. Auch bei Fischen wird das so gemacht. Sie sollen ja verkauft werden und die Leute, die Normalobecken haben und keine Lust haben mit Osmose oder Regenwasser oder Salzen rumzupanschen sollen nicht verschreckt werden


Nein. Wenn Anubias für Hygrophila Stricta kh 3-8 empfiehlt, hat das zb seinen Grund. Sie könnten problemlos 0-9 oder 1-9 empfehlen, das schreckt dann niemanden ab, der mit kh 8 um die Ecke kommt. Im Gegenteil - die Range wäre sogar noch größer und noch mehr Abnehmer würden zugreifen nach Deiner Argumentation. Anubias tut das aber nicht. Bei anderen Pflanzen fängt es bei 4 oder 5 mit großer Bandbreite nach oben an, bei einigen wenigen aber auch 1 oder 2 und die Range nach oben ist geringer. Da würden sie ja dann auch die Leute abschrecken, ebenso wie Dennerle, die sehr stark differenzieren, noch stärker.
Also das ist mir zu kurz gesprungen. Ich fand das bei Kölle ganz interessant, da die jeweils zugeordneten Pflanzen ziemlich genau meiner Erfahrung entsprochen haben. Das heißt ja nicht, dass Hygprohila Stricta bei KH 1- 2 nicht mehr wächst. Sie bedarf dann aber uU mehr Aufmerksamkeit. Ich glaube bei Bolbitis war die empfohlene KH sehr niedrig zB aber ich bin mir da nicht mehr ganz sicher bei welcher Arten sehr niedrige KH gesetzt war. Es waren wenige.... .
Für mich war der gravierenste Unterschied (vor C02 Zeiten) allerdings keine Stängelpflanze, sondern Echinodorus Bleherae. Unter gleichem Licht und Düngung seinerzeit bei KH 1 und in einem anderen Becken bei KH 8. Beide wuchsen, der Unterschied war Lichtjahre.. . Aus neuerer Zeit Rotala Green. Jeder kennt diese gruseligen Bilder, wo die Green Luftwurzeln bildet und rumkriecht. Im Becken bei KH 2 sah sie so aus, wie man sie oft sieht . Nur durch mehrmaliges Rückschneiden iwann ansprechend. Dasselbe Becken wurde iwann umgestellt auf KH 6-7. Die Green von Beginn an schnurtstracks gerade nach oben, ein dichter Busch enstand, nicht eine Luftwurzel. Auch die hellen Blättchen nie wieder entstanden, die zuvor nur mit massenhaft FE-Dünger zu bewältigen waren... . Auch alle L.Repens-Arten - im mittelharten Wasser bis auf das Substrat runter belaubt, in sehr weichem Wasser unten kahl bei gleichen Bedingungen. Schau Dir die Becken hier an - bei 90% sind die unten kahl. Alles Weichwasserbecken. Anders Palustris und Super Red. Bei KH 2 TOP, bei KH 8 seinerzeit unkrautig und hässlich. :D
Ich glaube dass das alles so einfach nicht ist. Im Prinzip machst Du aber genau dasselbe und sortierst Pflanzen, die in Becken nciht so gut gehen um. Und siehe da - unter anderen grundständigen Bedingungen geht dieselbe Pflanze durch die Decke. Das ist so.

Gruß
Frank
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Beitragvon moskal » 10 Jun 2018 18:01
Hallo Robert,

Das ist die Frage... Es gibt ja auch in Deutschland Weichwassergebiete, manche sogar mit ausgesprochenem Weichwasser (die Heideseen bspw.). Mich würde interessieren, was da wächst. Gibt es keine Florenkartierung Deutschlands, die auch die Wasserpflanzen umfasst?

Bei mir ums Eck ist die Schwäbische Alp, Karstgebiet, allgemein sehr hartes Wasser und der Nordschwarzwald mit seinen sauren Torfmooren und zum Teil Schwarzwasser. Ich bin schon immer an Natur und wandern interessiert und kenne mich in beiden Mittelgebirgen recht gut aus. Im Schwarzwald gibt es submers vor allem Moose und da traue ich mir keine Aussage über die Artenvielfalt zu. In wenigen Biotopen, bei denen es sich oft um temporäre Gewässer handelt, gibt es auch eine Vielfalt an höheren Pflanzen. Auf Fotos mit Biotop von denen sind schon Indoneser reingefallen, von wegen neue Barclaya oder Cryptocoryne lingua.
Auf der Alp ist die Vielfalt von höheren Pflanzen deutlich größer und die Bestände üppiger. Wobei die häufigste fast überall anzutreffende Pflanze dort eine Armleuchteralge ist. Die voll submersen Stängelpflanzen auf den Alp-Fotos oben sind alles Chara. Und es gibt eine größere anzahl für mich unterscheidbarer Moose.

Naturgewässer sind, Quellgewässer mal ausgenommen, CO2-arm. So grob die Hälfte der darauf untersuchten Wasserpflanzen ist fähig zur Bikarbonatassimilation. Und das geht in karbonathartem Wasser naturgemäß besser.

Das ist ein sehr interessanter Ansatz! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob quellnahe Fliesgewässer tatsächlich so CO2 arm sein müssen. Hier mal die Werte von zwei Stuttgarter Brunnen: http://www.stgt.com/brunnen/brkursld.htm
Der Mineraliengehalt. Daß ein paar Grade GH den Wasserpflanzen gut tun, schrieb ich bereits. Karbonatweiche Naturgewässer sind aber im Allgemeinen auch mineralienarm.

Das ist auch eine Anfangsvermutung von mir, die KH kommt halt mit.

Gruß, helmut
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Beitragvon moskal » 10 Jun 2018 18:22
Hallo Frank,

Aus neuerer Zeit Rotala Green. Jeder kennt diese gruseligen Bilder, wo die Green Luftwurzeln bildet und rumkriecht.

unten das Foto eines Biotopes mit den riesigsten Rotalla Beständen, manche grün, manche nicht, die ich jemals gesehen habe. Ab 50cm unter der Wasseroberfläche ist alles komplett grün/rot mit den schönsten Stängelpflanzen. Luftwurzeln gibt es erst dort, wo kein Licht hinkommt. Und es ist ein Karstgebiet mit wirklich hartem Wasser.
Dort ist es häufig bewölkt und das Wasser ist im Jahresmittel eher kühl. Ein riesen Quellgebiet mit ständig langsam fliesendem Wasser.

Gruß, helmut

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Beitragvon Plantamaniac » 10 Jun 2018 21:38
Naja, natürliche Gewässer mit sehr wenig Co2 kann man schlecht mit Aquarien vergleichen.
Wenn man eine große Menge Wasser hatte, braucht weniger drin sein, weil die Pflanzen sich bedienen können und es kommt immerwieder nach, zwar wenig, aber stetig.

Ich hab mir jetzt die Angebotenen Werte von Anubias und Dennerle nicht extra nochmal angesehen.
Mir ist das relativ egal was da draufsteht. Wenn ich neue Pflanzen habe, schau ich evt. kurz auf das Schildchen und dann gleich hier in der Wasserpflanzendatenbank oder beim Kasselmann. Wobei die Werte manchmal sehr weit (unvorstellbar weit) gesteckt sind. Gerade bei der Temperatur. Und dann wie gesagt...Try & error :putzen:
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Beitragvon Wuestenrose » 11 Jun 2018 05:42
Morgen…

@Helmut
moskal hat geschrieben:Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob quellnahe Fliesgewässer tatsächlich so CO2-arm sein müssen.

Ich weiß nicht, ob Du mich nicht falsch verstanden hast. Ich meine schon, daß quellnahe Fließgewässer reich an CO2 sind, ein Beispiel habe ich fast vor meiner Haustüre. Das Gegenbeispiel wäre der Lech, der hier in Augsburg schon rund 200 km hinter sich hat. Ich muß da mal die Wasserwerte messen.

@Moni
Plantamaniac hat geschrieben:Naja, natürliche Gewässer mit sehr wenig Co2 kann man schlecht mit Aquarien vergleichen.

Ich halte die Situation im Gegenteil für sehr gut vergleichbar. Wir düngen CO2 ja nicht auf Stoß, sondern halten den Wert durch verschiedene Maßnahmen (pH-Controller, CO2-Dauertest) auf konstantem Niveau.

Grüße
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Zuletzt geändert von Wuestenrose am 11 Jun 2018 06:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon moskal » 11 Jun 2018 06:02
Morgen,

@ Robert,

ich meine ganz genau so etwas wie den Bach vor deiner Haustüre. KH 14 gH 21. Und die Pflanzen wachsen prächtig. Allerdings habe ich bei solchem Wuchs auch schon ähnliche KH/gH nur mit höherem pH gesehen. Aber das ganze CO2 ist sicher nicht hinderlich.

@Moni,
Naja, natürliche Gewässer mit sehr wenig Co2 kann man schlecht mit Aquarien vergleichen.

Schau dir die Analyse der beiden stuttgarter Brunnen die ich verlinkt habe doch an: Gelöstes freies CO2 1310 und 455 mg/l. Aus Quellwasser kann schon ordentlich was kommen. Unterläufe mit ordentlich organischen Bestandteilen in Wasser und Substrat muß man glaube ich wieder anders betrachten. Ich denke es gibt auch Pflanzen/Fische die das organische nicht vertragen und andere die das brauchen. Meiner Meinung nach noch eine Kategorie abseits von pH/KH/gH. Grob gesagt, ein Forellenbach ist kein Karpfenteich.

Gruß, helmut
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Beitragvon Haeck » 13 Jun 2018 01:31
Hi Frank,

Auch alle L.Repens-Arten - im mittelharten Wasser bis auf das Substrat runter belaubt, in sehr weichem Wasser unten kahl bei gleichen Bedingungen. Schau Dir die Becken hier an - bei 90% sind die unten kahl. Alles Weichwasserbecken.


... womit ich mit deiner Aussage uebereinstimme, denn auch ich konnte selbiges beobachten. Viele Stengelpflanzen waren zu Zeiten von KH n.n. untenherum nackt, trotz ausreichender Licht- und Stickstoffzufuhr. Ich vermutete zunaechst einen generellen Mangel einer, oder mehrer mobiler Naehrstoffe, insbesondere Stickstoff, was ich mit der taeglichen Duengung von Urea aber ausschliessen konnte. Die Pflanzen wuchsen gut. Demnach muss es einen anderweitigen Faktor geben, der den Abwurf aelteren Blattmaterials verursacht.

Lg
André
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