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Postby Wuestenrose » 19 Oct 2014 19:32
Servus...

EDTA und seine Chelate sind sehr stabil, bis auf, ja, Fe(III)EDTA. Das, und nur das, läßt sich photolytisch zersetzen. Ich habe mir allerdings 'nen Wolf nach frei verfügbaren Dokumenten über Wirkspektren und -Dosis gegoogelt. Was ich gefunden habe ist, daß Fe(III)EDTA umso empfindlicher für Photolyse wird, je niedriger der pH
-Wert ist.

Grüße
Robert
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Postby Valcas » 19 Oct 2014 19:49
Hallo Robert!
Danke für die schnelle und wirklich sehr hilfreiche Antwort.
Wuestenrose wrote:Was ich gefunden habe ist, daß Fe(III)EDTA umso empfindlicher für Photolyse wird, je niedriger der pH
-Wert ist.

So kann ich mir auch die unterschiedlichen Erfahrungen erklären :thumbs:
Grüße
Rick
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Postby Andreas S. » 20 Oct 2014 17:29
Hallo Robert,
Photolyse tatsächlich nur bei Fe-EDTA ?
Dies würde bei mir einiges aus der Vergangenheit erklären und bedeutet, dass ich auch bei UV-C-Einsatz einen mehrfach chelatisierten SE-Dünger verwenden kann. Das das Fe-EDTA-Chelat dann zum "Stundendünger" degradiert ist mir egal- ich habe ja aufgezeigt, wo meine Pflanzen es finden.
Schließlich gibt's ja noch andere Salze, die in Lösung gehalten werden sollen.
Im Übrigen habe ich vergessen, das diese braunen Verlagerungen nicht nur Fe-Verbindungen sein müssen. Da kommt noch Mn dazu.
Hast du eine post-würdige Quelle für o.g. Sachverhalte?
'Würde mich interessieren.
Gruß, Andreas
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Postby Wuestenrose » 21 Oct 2014 07:43
Hallo Andreas,

für meinen Vortrag in Göttingen habe ich recht intensive Literaturrecherche betrieben. Ich meine, daß in mehr als nur einem Paper erwähnt war, daß Fe(III)EDTA, und nur Fe(III)EDTA, photolytisch abbaubar ist. Ich bin allerdings gerade im Urlaub und habe keinen Zugriff auf meine Unterlagen. Wenn ich dann wieder zurück bin.

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Postby Wuestenrose » 23 Oct 2014 12:43
Sodele…

Wuestenrose wrote:Wenn ich dann wieder zurück bin.

Lockhart, H.B., Blakeley, R.V. Jr.: Aerobic photodegradation of X(N) chelates of (ethylenedinitrilo)tetraacetic acid (EDTA): implications for natural Waters, Environ Lett. 1975; 9 (1):19-31:
" In static tests at pH 4.5, chelates of Mn(II), Fe(II) and Co(II) photodegraded to give 14CO2 and CH2O. Chelates of Na(I), Mg(II), Ca(II), Ni(II), Cu(II), Zn(II), Cd(II), and Hg(II) did not exhibit any significant photodegradation as measured by 14CO2 Evolution."

Zahlen habe ich auch gefunden (Joseph P. Albano, William B. Miller, Ferric Ethylenediaminetetraacetic Acid (FeEDTA) Photodegradation in Commercially Produced Soluble Fertilizers, HortTechnology April-June 2001 vol. 11 no. 2 265-267)
Dort hat man zwei kommerzielle Düngerzubereitungen mit EDTA mit 500 μmol·m-2·s-1 im Wellenlängenbereich 330…800 nm bestrahlt, also dem kompletten sichtbaren Bereich bis ins nahe UV. Das macht, grob überschlagen, 35 klx - also 'ne ganz nette Menge Licht, die wir üblicherweise nicht über dem Aquarium zusammenbringen.

Nach 10 Tagen Bestrahlung waren im ersten (zweiten) Dünger 89,2 % (86,2 %) des Eisen-, 10,0 % (13,5 %) des Mangan- und 11,6 % (11,7 %) des Zink-EDTAs zerlegt.

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Postby Wuestenrose » 23 Oct 2014 12:48
Servus…

nik wrote:Ich hatte schon mal aus 2. Hand gelesen, dass das der Pflanze bis hin zu sehr unbekömmlich ist. Ist nicht viel wert, da ich es nicht im Original gelesen habe, die Quelle war aber so, dass ich das nicht gleich als absurd verwarf und das mind. mal als unklar beließ.

Ja, darauf habe ich hier im Forum schon mal hingewiesen. Die Originalquellen befinden sich in meinem Fundus.

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Postby Valcas » 23 Oct 2014 12:59
Hi!

Wuestenrose wrote: 89,2 % (86,2 %) des Eisen

:shock:
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Postby Wuestenrose » 23 Oct 2014 13:20
Servus…

Ich sehe, ich habe mich ungeschickt ausgedrückt. Nicht die Dünger wurden vom Licht zerlegt, sondern die damit zubereiteten Düngelösungen.

Grüße
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Postby kiko » 23 Oct 2014 19:49
Hallo Nik,
nur ein intensives Kiespflanzenbecken hatte ich nicht länger als zwei Jahre hinbekommen, dann gingen die massiven Probleme los ... kein Pflanzenbecken mehr mit Kies oder gar Hamburger Mattenfilter aufsetzen, das geht IMHO besser.

An mein altes Kiesbecken errinnerst du dich wahrscheinlich noch und geändert hat sich über all die Jahre nichts. Das Becken ist nach wie vor kein Scape oder sonstiger Hingucker, aber gesund sind die Pflanzen auch fast ein halbes Jahrzehnt später immer noch im Kies und dosiert wird lediglich per Komplettdünger ohne was zu messen. Richtig ist, das der Pflanzenwuchs damit nicht so gut ist wie mit Einzelkomponentendüngung, aber für die meisten Pflanzen besteht andererseits für komplizierte Düngungstrategien auch keine zwingende Notwendigkeit. Denn - will man mehr - unterliegen Sand wie Kies ohnehin div. Einschränkungen, da eigentlich nur ein Soil einen sauren PH Wert im Wurzelbereich zuverlässig einstellen kann!

hatte ich seinerzeit hier im Forum Bernd Kaufmann angesagt, dessen Ansichten zu Algen und Mikroflora sowieso ich generell für ungenügend halte, aber dessen anmaßende Impertinenz in der Gültigkeit seiner, um das vorsichtig auszudrücken, schlichten Aquarienbetriebsweise mir die Nackenhaare aufstellen machte.

Sofern ich micht nicht irre, hat man ein Becken mit anspruchsvollen Pflanzen von ihm auch noch nie gesehen?
grüße Olaf-Peter
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