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Postby p'stone » 14 Oct 2014 11:24
Hallo

Giftzwerch28 wrote:Hallo!


Mein letzter Versuch auf Po4-Stoßdüngung umzustellen scheiterte bereits innerhalb der ersten Woche,
wo ich ohne Po4 Düngung auf die ersten Mangelsymptome wartete.
Naja, schon nach 3 Tagen wurden die Blätter meiner Staurogyne repens gelb und verabschiedeten sich schnell, Blatt für Blatt. :(
Ich denke zwar schon, das die Umstellung als solche dafür verantwortlich ist, bleibe aber doch lieber bei meiner täglichen Zugabe, da es hier (Dennerle Quarzkies) einfach wunderbar funktioniert.


Gruß Alex


Diese Erfahrung habe ich leider auch gemacht.
Staurogyne repens reagiert sehr empfindlich auf eine Umstellung der Phosphatdüngung.

Gruß
Thomas
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Postby nik » 15 Oct 2014 05:26
Hallo zusammen,

noch ein Hinweis auf die Empfindlichkeit der S. repens. Das macht mich grübeln, denn unter meinen Bedingungen, d.h. ungedüngter Sand, keine Filterung, üppig Licht, Becken schwach besetzt, kontinuierliche Düngung, außer PO4 auf Stoß, fiel die mir als angenehm stabile und pflegeleichte Pflanze auf. Die gehört aufgrund ihrer Eigenschaften zu meinem erweiterten Favoritenkreis.

Gruß, Nik
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Postby Frank2 » 15 Oct 2014 06:22
Hallo Nik.

dass sie bei Dir nichts anzeigt liegt sicher daran, dass Du neben einer bedarfsgerechten Makroversorgung insb. bei den SE´s nicht kleckerst, Stichwort PMS! FE braucht sie nicht viel.
Die S. repens zickt seitdem sie eingeführt wurde bei vielen rum. Sie ist eine perfekte Zeigerpflanze wie die Wasserfreunde auch. Solche Pflanzen sind besser wie jeder verfügbare Test. Und dass sie bei Dir satt stehen unterstreicht eben die Stabilität Deiner Becken. Und das hat eben zahlreiche Gründe...

Grüße
Frank
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Postby chrisu » 15 Oct 2014 07:47
Hallo,

S. repens wächst bei mir unter ähnlichen Haltungsbedingungen wie bei Nik auch sehr gut.
Ich dünge nur sparsamer mit Spurenelementen.
Mfg Christian
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Postby prutschmar » 15 Oct 2014 18:00
Hallo allerseits

Frank2 wrote:Stichwort PMS

Keiner weiß genau was drin ist. Ich weis aber dass da Kalium drin ist, somit scheidet es für mich schonmal aus, genauso für viele andere, die nicht jede Woche 50% WW machen wollen :wink:
Es gibt auch andere Möglichkeiten SEs zu düngen, zB Seachem Flourisch Trace.
Hat hier jemand Erfahrung mit? Wie sind darin die Spurenelemente stabilisiert? Auch würde mich interessieren, wie beim PMS die SEs stabilisiert sind, oder müssen sie es nicht sein?
Ich denke das interessiert viele Leute hier...

Beste Grüße
Gruß, Mario
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Postby nik » 15 Oct 2014 22:41
Hi,

na dann, wie ich zumPMS gekommen bin ...

Zum Ende meiner Algenzeit stellte ich alles in Frage was bis dato an Weisheiten zu Algen verbreitet wurde, also kam ich irgendwann auch zu den Spurenelementen und PMS schien mir seinerzeit am sinnvollsten.

Also war da ein schon länger laufendes Aquarium mit überreichlich Pinsel-, auch Bartalgen und einem variantenreichen Cocktail aus Grünalgen - und gebe PMS hinzu. Zwecks Zugabe orientierte ich mich an der KH und zwar so, dass ich mit PMS um 2KH aufhärtete. Schon am übernächsten Tag konnte ich einen eindeutigen Wachstumsstopp der Algen feststellen. Die Frontscheibe ver(grün)algte sonst deutlich innerhalb von 2 Tagen, plötzlich nicht mehr. Eher erschrocken maß ich das Wasser durch und erhielt als außerordentlichen Wert für die GH über 20 dgH. Ich hatte versehentlich viel zu viel PMS zugegeben, traute der Sache nicht und wechselte das per Wasserwechsel raus.
Das muss man einfach erlebt haben um zu verstehen welchen Eindruck das hinterließ.

Es dauerte dann noch eine Weile, dann stellte ich sowieso auf vollentsalztes Wasser um, welches ich mit Duradrakon wieder auf KH2 aufsalzte. Duradrakon enthielt(!) seinerzeit zu 20 Prozent PMS zur SE-Versorgung!
Den Wasseraustausch machte ich auf einmal und nach 2 Wochen waren die Massen an Pinselalgen schon fast rum, die wenigen kurzfädigen Grünalgen brauchten viel länger, d.h. ein völlig veralgtes Becken war nach 8 Wochen völlig frei von erkennbaren Algen und bis auf eine nur der Vollständigkeit halber zu erwähnende kurze Phase mit grünen Punktalgen lief das Becken bis zur Auflösung ~12 Jahre völlig algenfrei. Das Becken war unglaublich stabil und mein erstes in dieser Art.
Später betrieb ich die Becken mit Leitungswasser und salzte das dann immer mit ~3g/10l PMS auf, also gestopft mit SE, das war Sinn der Übung, Mg-betont - und Kalium im Überschuss interessierte mich nie! Wer da ein Problem zu haben glaubt, der düngt Urea oder Ammoniumcarbonat oder Calcium-/Magnesiumnitrat.

Später hatte ich verschiedene andere SE-Salze probiert, das hinterließ aber keinen sonderlichen Eindruck, sodass ich beim PMS blieb. So eine Dose PMS in der Süsswasseraquaristik kann man aufgrund der Ergiebigkeit sowieso vererben.

Gruß, Nik
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Postby prutschmar » 16 Oct 2014 05:57
Hi nik

Das muss man einfach erlebt haben um zu verstehen welchen Eindruck das hinterließ.

Das glaub ich dir. Das muss ja ein unglaubliches Erfolgserlebnis gewesen sein...

Später betrieb ich die Becken mit Leitungswasser und salzte das dann immer mit ~3g/10l PMS auf, also gestopft mit SE, das war Sinn der Übung, Mg-betont - und Kalium im Überschuss interessierte mich nie! Wer da ein Problem zu haben glaubt, der düngt Urea oder Ammoniumcarbonat oder Calcium-/Magnesiumnitrat.

Also müssen die (Grün)algen einen anderen Ursprung als einen Kaliumüberschuß haben? Gut zu wissen.
Meinst du es spielt neben den Spurenelementen das K/Mg-Verhältniss eine Rolle? Womöglich kompensiert ein erhöhter Mg-Gehalt einen (nicht zu hohen) K-Überschuss :?
Muss weiter...

Viele Grüße
Gruß, Mario
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Postby Aquariophilo » 16 Oct 2014 09:02
Hi Mario,

da wir uns mit den Algen ja OT bewegen, markiere ich das mal als solches:

Off Topic Ich erlebe auch gerade etwas Interessantes bzgl. Grünalgen:
Becken: 60x30x36, 2x24 W T5, ungefiltertes Sandscape, viel Wurzeln & Steine, wird momentan mit ML/SB und ML/N-O-II gefahren.
Ich hatte jetzt fast 2 Jahre (in meinem vorigen Becken auch) massive Probleme mit vergrünalgenden Scheiben (robuste Algenbeläge, die sich nur schwer abrubbeln ließen) und Steinen, das restliche Becken incl. aller Pflanzen war immer, egal was ich trieb, völlig algenfrei, und das bei Pflanzen mit teilweise stark mangelhaftem Wuchs, den ich auf Probleme im Spurenelementebereich zurückführe.
Was immer ich auch getan habe, die Scheiben und Steine blieben bzw. wurde immer wieder grün...
Probiert habe ich:
  • Ureadüngung und keine Ureadüngung --> Ureadüngung beschleunigt die Vergrünung, es vergrünt allerdings auch ohne Urea
  • Unterschiedliche Volldünger: Drak Ferrdrakon (auch in Kombination mit Daydrakon und Ferrdrakon K), Drak KramerDrak, AR Spezial Flowgrow in unterschiedlichsten Dosierungen --> keine erkennbare Wirkung auf die Algen
  • Kaliumwerte von < 5 mg/l bis über 20 mg/l --> keine erkennbare Wirkung auf die Algen! Den Zusammenhang zwischen grünen Algenbelägen an den Scheiben und hohen K-Werten kann ich also überhaupt nicht bestätigen
  • Leitungswasser, Quellwasser, auch gemischt, Osmosewasser, mal mit Duradrakon, mal ohne, mal mit viel PMS, mal ohne --> keine erkennbare Wirkung auf die Algen
  • Bakterienblüte im Becken mit bis unter 5 cm Durchsicht -->keine erkennbare Wirkung auf die Algen
  • PO4-Stoßdüngung: Nach PO4-Zugabe erkennbarer Zuwachs an Scheibenalgen
  • PO4 Hungerkur über 7 Wochen bei gleichzeitiger N-Düngung nur über KNO3, kein Urea (siehe oben), Fe und SEs über Mikro Spezial Flowgrow und unter Bakterienblüte: Scheibenalgen sterben ab und lösen sich auf. Pflanzen zeigen bis jetzt bei 7 Wochen ohne PO4 keine Mangelsymptome, die vorher nicht auch schon dagewesen wären, erstaunlicherweise gibt es auch keine grünen Punktalgen, die man bei PO4-Mangel ja vermuten würde
Bei mir war es also definitiv PO4, was die Scheibenalgen (vielleicht in Kombination mit anderen Ungereimtheiten) gefüttert hat. Fraglich ist jetzt, ob bei PO4-Zugabe wieder Beläge auftreten.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby Valcas » 16 Oct 2014 09:25
Hallo Stefan!

Das ist sehr interessant und deckt sich mit meinen Erfahrungen. In einem 54l (>1 W/l) Becken, keine Po4 Zugabe, ab und zu mal Eisen und Spurenelemente. Keine Algen! Bepflanzt zum größten Teil mit Stängelpflanzen (hygrophila und so), die aber jedoch Mangelerscheinungen zeigen (schaut nach Eisenmangel aus).
In einem 65l (1 W/l) Po4 zugabe und haufenweise so Staubalgen an den Scheiben. 2-Wöchige kaliumreduzierte Düngung mit fleißigem Wasserwechsel brachten keine Verbesserung bis jetzt (hatte Verdacht auf Kaliumanreicherung). Po4 hab ich noch nicht versucht zu ändern bzw zu reduzieren/aussetzen, werd ich jetzt aber mal versuchen!

Vielleicht kann mir das mal jemand erklären :D
Grüße
Rick
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Postby nik » 16 Oct 2014 11:35
Hi Mario,

prutschmar wrote:Also müssen die (Grün)algen einen anderen Ursprung als einen Kaliumüberschuß haben? Gut zu wissen.
Meinst du es spielt neben den Spurenelementen das K/Mg-Verhältniss eine Rolle? Womöglich kompensiert ein erhöhter Mg-Gehalt einen (nicht zu hohen) K-Überschuss :?

Es sieht so aus. Von der Mg-Betonung bin ich überzeugt, damit habe ich nie negative Erfahrungen gemacht. Seinerzeit habe ich Stickstoff nur über KNO3 zugegeben, das wird mit Sicherheit üppig Kalium zur Folge gehabt haben. Ich habe das später mal bei einem anderen Becken mit KNO3-Düngung gemessen und da bewegte sich der K-Gehalt um 20 mg/l. Ca und Mg lag bei ~2:1 bei einer GH von 8-9. Wer absolute Zahlen will, bemüht den Nährstoffrechner.
Das 2:1 Verhältnisergab sich nebenbei, nicht gewollt, weil das Leitungswasser schon reichlich Mg mitbrachte. Ein Verhältnis von 4:1 bis 3:1 ist völlig in Ordnung. KNO3 zur Kaliumversorgung(!), die Stickstofflücke mit Urea. Ammoniumcarbonat, Ca-/Mg-Nitrat geschlossen, PO4 auf Stoß und eine durchaus reichliche SE-Versorgung über den Volldünger. Das funktioniert und muss funktionieren! Tut es das nicht, dann ist das Becken biologisch nicht einwandfrei. Diese ganzen Empfindlichkeiten, beispielsweise auf Urea, Kalium, was auch immer, rühren daher.
Grundsätzlich haben Becken eine Tendenz sich biologisch zu einem gewünschten Zustand hin zu entwickeln. Als ich mein Becken damals bezüglich des Wassers umstellte, lief das schon lange. Auf Sand hatte ich im Jahr vorher schon umgestellt und auch im großen Außenfilter waren nur noch unverfänglichere Filtersubstrate wie Schwämme und Kunststoffigel, das war schon reduziert. Das Becken also biologisch in Ordnung und das Verschwinden der vielen verschiedenen Algen nur auf eine Änderung der Nährstoffsituation zurückzuführen - eindeutig hin zu vollständig und üppig! Bei dem Becken habe ich nach einem Jahr einwandfreien Betriebs, nicht ganz bedenkenlos, den Filter völlig leergeräumt. Das hatte den erwähnten Anflug von grünen Punktalgen zur Folge. Also hatte ich es wieder mit mehr Filtersubstrat versucht. Aber nicht mehr im Filter, sondern über Filterschwämme auf dem Ansaugrohr. Zwei solcher Schwämme genügten und die Punktalgen verschwanden wieder. - Womit auch das Prinzip der Geringfilterung erklärt ist. Die allermeisten meiner schwach besetzten Pflanzenbecken müssen überhaupt nicht gefiltert werden. Da gibt es allenfalls ein Schwämmchen als Ansaugschutz. Was hier oft als Geringfilterung bezeichnet wird ist keine, geht an der Absicht vorbei.
Die ganze Choose zielte darauf ab das System übersichtlich zu bekommen, der Sand, die im Einfluss auf die Nährstoffe zu reduzierende Substratfilterung und auch die Düngung, wo sich eben die Phosphatstoßdüngung als praktikabel erwies und ein äußerst bindungsfreudiges Element nur so viel wie notwendig zugegeben wurde. Gleiches gilt für die Filterung, nur so viel wie unbedingt nötig. BTW, später fuhr ich parallel zu dem Becken 6 Jahre lang ein vergleichbares 300l Becken, mit einem Unterschied, einem Mattenfilter. Das Becken funktionierte auch, zeigte mir die Unterschiede, war aber in den Reaktionen auf Düngung träge bis hin zu undurchsichtig. HMF kann man machen, ich aber nicht noch einmal im Pflanzenbecken. Kies kann man auch machen. Für mich haben übersichtliche Systeme mit möglichst geringer Einflussnahme durch Substrat, Filterung einen besonderen Wert. Dann kann man z.B. erkennen, wieviel organische Fracht in Form von Futter(Besatz) ein Becken verträgt. Wenn man, besser ich, das mal erfahren hat, dann will ich gar nicht mehr filtern, weil die Filterei dann als Einschränkung erfahrbar wird.

Um die Kurve zum Eisen zu kriegen, das Verhältnis von 2- zu 3-wertigem Eisen ist abhängig vom Redoxpotenzial und stark zum 3-wertigen hin. Aber da beim Verbrauch des 2-wertigen sofort wieder welches aus dem 3-wertigen nachgebildet wird, ist immer 2-wertiges Eisen verfügbar. Die Chelatierung hat keinen Einfluss auf die Wertigkeit des Eisens, auch das chelatierte Eisen liegt im gleichen Verhältnis 2- und 3-wertig vor. Allerdings ist die Bindung Chelator und Fe II erheblich schwächer als die des Fe III. Das Fe II wird leicht von anderen Ionen verdrängt und wird frei - z.B. von anderen SE bei einer SE-betonten Düngung. Es muss also gar nicht erst der Chelator abgebaut werden um an das Eisen zu gelangen. Fe-Chelate sind ein Speicher über den langsam von dem Anteil zweiwertigen Eisens frei wird und den Pflanzen zur Verfügung steht. Nun wird auch klar, warum ich nicht wenig, sondern kein Phosphat in der Wassersäule haben will! Wer es machen will, kann es tun, es ist eben ein potenzielles Problem und problemlos vermeidbar.

Gruß, Nik
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Postby Wuestenrose » 16 Oct 2014 12:36
Hallo Nik...

Was Du da über die Eisenaufnahme der Pflanzen schreibst, ist nicht richtig. Alle Pflanzen außer den Süßgräsern nehmen das Fe(III)-Chelat als Ganzes auf. In den Wurzelzellen und im Mesophyll der Blätter wird das Fe3+ vom Enzym Eisen-Chelat-Reduktase zu Fe2+ reduziert, wodurch es fast von alleine aus dem Chelat fällt und von den Pflanzen weiterverwertet werden kann. Die Pflanzen müssen nicht erst - und können es zumindest bei EDTA und DTPA auch gar nicht - den Chelator selbst zerlegen.

Süßgräser scheiden an den Wurzeln einen Phytosiderophor (ein pflanzeneigener Chelator) aus, der Fe(III) chelatiert. Zur Aufnahme des Fe(III)-Phytosiderophor-Komplexes besitzen die Süßgräser spezifische Transportkanäle. Weiß man spätestens seit Römheld und Marschner.

Genau das meinte ich weiter oben: Aquarianer neigen dazu, oft auch aus Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, Scheinzusammenhänge zu konstruieren.

Grüße
Robert
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Last edited by Wuestenrose on 16 Oct 2014 13:06, edited 3 times in total.
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Postby kiko » 16 Oct 2014 15:07
Hallo Nik,
Nun wird auch klar, warum ich nicht wenig, sondern kein Phosphat in der Wassersäule haben will!

Leider wir das durch deine Begründung nicht klarer, weil wie @Robert bereits erklärte der Chelatkomplex als ganzes aufgenommen wird. In der Wassersäule befindliches Eisen in Form von Fe-EDTA, DTPA, EDDHA usw. ist zudem durch die Chelathülle geschützt und kann nicht mit Phosphat reagieren.

PO4 auf Stoß und eine durchaus reichliche SE-Versorgung über den Volldünger. Das funktioniert und muss funktionieren! Tut es das nicht, dann ist das Becken biologisch nicht einwandfrei.

Das hat nur eingeschränkt bis wenig mit einander zu tuen, denn selbst ein vollkommen veralgtes Becken kann schließlich durchaus biologisch vollkommen stabil wie intakt sein.
Auch die Sache mit der Geringfilterung "möglichst nichts filtern" teile ich so nicht ganz, denn ein Becken sollte immer den gegebenen Umständen entsprechend gefiltert werden. D.h. ein Becken mit höherer org. Belastung sollte auch entsprechend höher gefiltert werden als eins mit nur geringer Belastung wie Verschmutzungsgrad. Man kann da nicht pauschal sagen, alle Filter für alle Becken einfach raus & alles wird gut.
grüße Olaf-Peter
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Postby nik » 16 Oct 2014 19:56
Hallo Robert,

das schließt ja andere Möglichkeiten nicht aus. Deine Beschreibung bezweifel ich nur in der möglichen Ausschließlichkeit so lange wie nicht belegt ist, dass eine Pflanze freies Fe II/III , d.h. auch ohne Chelatierung nicht aufnehmen kann. Das würde mich überraschen. Die Wirkung eines schwach chelatierten Düngers beruht auf deren schnellen Zerfall. Die Nährstoffe finden mind. teilweise auf unterschiedlichen Wegen in die Pflanze.

Gruß, Nik
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Postby prutschmar » 17 Oct 2014 07:46
Guten Morgen

kiko wrote:Auch die Sache mit der Geringfilterung "möglichst nichts filtern" teile ich so nicht ganz, denn ein Becken sollte immer den gegebenen Umständen entsprechend gefiltert werden. D.h. ein Becken mit höherer org. Belastung sollte auch entsprechend höher gefiltert werden als eins mit nur geringer Belastung wie Verschmutzungsgrad. Man kann da nicht pauschal sagen, alle Filter für alle Becken einfach raus & alles wird gut.

Ich teile diese Ansicht. Ein Becken mit wenig oder keinem Besatz muss auch dementsprechend wenig bis garnicht gefiltert werden. Man muss immer überlegen, hat man genug Ansiedelungsfläche für Bakterien im AQ, oder muss man diese mit Filtermedien erhöhen.

nik wrote:KNO3 zur Kaliumversorgung(!), die Stickstofflücke mit Urea. Ammoniumcarbonat, Ca-/Mg-Nitrat geschlossen, PO4 auf Stoß und eine durchaus reichliche SE-Versorgung über den Volldünger. Das funktioniert und muss funktionieren! Tut es das nicht, dann ist das Becken biologisch nicht einwandfrei. Diese ganzen Empfindlichkeiten, beispielsweise auf Urea, Kalium, was auch immer, rühren daher.
Grundsätzlich haben Becken eine Tendenz sich biologisch zu einem gewünschten Zustand hin zu entwickeln

Sag mal, kannst du genau beschreiben wielange es gedauert hat, solch einen stabilen Zustand zu erreichen?
Welche Probleme haben sich damit ergeben?
Das Becken also biologisch in Ordnung und das Verschwinden der vielen verschiedenen Algen nur auf eine Änderung der Nährstoffsituation zurückzuführen - eindeutig hin zu vollständig und üppig!

Du schreibst hier von einer Umstellung zu "vollständig und üppig", worauf hin die Algen verschwanden. Wie stehts damit beim Einfahren?
Bei dem Becken habe ich nach einem Jahr einwandfreien Betriebs, nicht ganz bedenkenlos, den Filter völlig leergeräumt. Das hatte den erwähnten Anflug von grünen Punktalgen zur Folge. Also hatte ich es wieder mit mehr Filtersubstrat versucht. Aber nicht mehr im Filter, sondern über Filterschwämme auf dem Ansaugrohr. Zwei solcher Schwämme genügten und die Punktalgen verschwanden wieder. - Womit auch das Prinzip der Geringfilterung erklärt ist.

Das ist ja sehr interessant! Ich habe schon länger kleine Problemchen mit den Punktalgen. Ich führe sie immer aufs Kalium und PO4 zurück. Ich hab ein Becken -filterlos- welches gerade einfährt (seit 4 Wochen). Dort bilden sich auch schon unmengen am gr. Punktalgen. Meinst du wenn ich etwas Filtersubstrat aufs Ansaugrohr stecke, hilft das?
Auch beim 250er, dort bilden sich auch gr. Punktalgen, aber nur sehr wenig, wenn ich die Scheiben über 2 Wochen nicht putze. Mein Ziel ist dort: Es so stabil bekommen, dass ich nur sehr wenige Wasserwechsel machen und die Scheiben nicht reinigen muss! Es ist da nur ein Schwamm mit 2cm dicke im JBL Aussenfilter drin.
Ich hoffe du kannst mir ein paar Tipps geben! :wink:

Grüße
Gruß, Mario
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Postby nik » 17 Oct 2014 09:44
Hallo Olaf-Peter,
kiko wrote:Hallo Nik,
Leider wir das durch deine Begründung nicht klarer, weil wie @Robert bereits erklärte der Chelatkomplex als ganzes aufgenommen wird. In der Wassersäule befindliches Eisen in Form von Fe-EDTA, DTPA, EDDHA usw. ist zudem durch die Chelathülle geschützt und kann nicht mit Phosphat reagieren.

Na ja, dass das Fe, solange chelatiert, vor Bindungen geschützt ist, darüber müssen wir uns nicht unterhalten. Es geht um die Ausschließlichkeit der Fe-Aufnahme als Chelat. Ich halte das für zweifelhaft, würde mich sehr wundern, wenn Pflanzen nicht auch freies Eisen, wohlgemerkt übers Wasser/Blatt, aufnehmen könnten. Die von Robert beschriebenen Prozesse an den Wurzeln sind die von Landpflanzen, denen sich Fe nur über den Bodenraum erschließen kann.
Die Sache hat noch einen Schönheitsfehler, was macht die Pflanze mit dem sich ansammelnden EDTA, ... , was sie nicht zerlegen kann?
Ich hatte schon mal aus 2. Hand gelesen, dass das der Pflanze bis hin zu sehr unbekömmlich ist. Ist nicht viel wert, da ich es nicht im Original gelesen habe, die Quelle war aber so, dass ich das nicht gleich als absurd verwarf und das mind. mal als unklar beließ.

Das hat nur eingeschränkt bis wenig mit einander zu tuen, denn selbst ein vollkommen veralgtes Becken kann schließlich durchaus biologisch vollkommen stabil wie intakt sein.

Auf seine Weise intakt ist das immer, es stellt sich nur die Frage ob der Besitzer der Biozönose damit zufrieden ist.
Es gibt IMHO sowohl eine Nährstoffabhängigkeit, als auch den zu betrachtenden Punkt der "biologischen Qualität".

Auch die Sache mit der Geringfilterung "möglichst nichts filtern" teile ich so nicht ganz, denn ein Becken sollte immer den gegebenen Umständen entsprechend gefiltert werden. D.h. ein Becken mit höherer org. Belastung sollte auch entsprechend höher gefiltert werden als eins mit nur geringer Belastung wie Verschmutzungsgrad. Man kann da nicht pauschal sagen, alle Filter für alle Becken einfach raus & alles wird gut.

Super, ich weiß eh nicht wie du auf das schmale Brett kommst, denn die von mir beschriebene "Geringfilterung" zeichnet sich gerade durch das bedarfsgerechte Austarieren an notwendigem Filtersubstrat aus. Das gilt immer. ob hohe oder niedrige organische Fracht. Ich hätte angenommen, du hast schon dazu von mir gelesen, aber wenn nicht, dann für dich in kurz: Die Geringfilterung bewegt sich in dem Spagat von notwendiger Substratfilterung, aber nicht mehr um unerwünschte Einflüsse auf die Nährstoffe möglichst zu minimieren.

Gruß, Nik
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