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Beitragvon Naturenessa » 07 Mär 2017 13:01
Hallo liebe Community,

ich habe ein kleines Problem und ich hoffe, hier mag mir einer helfen. Ich studiere derzeit Landschaftsökologie und muss eine Versuchsplanung für ein selbst überlegtes Experiment schreiben und mein Organismus ist Fissidens fontanus.
Nun möchte ich im Rahmen meiner Überlegungen den Einfluss des pH-Wertes auf das Wachstum von F. fontanus untersuchen und nun habe ich leider das Problem, dass ich das hübsche Ding hier nicht zur Verfügung habe um es mir mal richtig anzugcken oder um mal zu schauen, wie wächst es denn? (Wie schnell? etc.) Leider werden Moose nur sehr mangelhaft bei uns im Studium behandel und ich tu mich bei meiner Überlegung für das Experiemnt schwer, das Wachstum bei Moosen zu messen, weil ich einfach nicht weiß, wie schenll sich zum Beispeil neue Stämmchen oder so ausbilden. In Fachgeschäften habe ich schon nachgefragt, die müssten es bestellen, aber das würde zu lange dauern und die Hausaufgabe muss leider schnellst möglich raus...


Also gibt es hier evtl. ein nettes Persönchen, der dieses Moos selbst im Aquarium hat? Und mag mir dazu mal ein 2,3 Fragen beantworten? :)

Ganz liebe Grüße
Vanessa
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Beitragvon steppy » 07 Mär 2017 15:51
Hallo,
es gibt hier sicher viele, die das Moos pflegen und dir auch Fragen beantworten. Ich mache das gerne. Was sind denn deine konkreten Fragen?

Gruß
Stefan
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Beitragvon Naturenessa » 07 Mär 2017 21:07
Hallo Stefan,

danke schon mal für dein Engagement :)

Also mich würde interessieren wie das Wachstum generell so abläuft und evtl auch, wie schnell es wächst?
Wenn ich beispielsweise ein kleines Exemplar mit 1-2 cm Höhe und evtl einer Hand voll Stämmchen ansetze, wie schnell bilden sich neue Stämmchen aus? (Ich nehme mal an, dass andauernd neue Stämmchen ausgebildet werden und diese dann nebeneinander groß werden?)
Und wo setzen die neuen Stämmchen eigentlich an, wenn sie nachwachsen? Verlängert sich das Rhizoid einfach und die neuen Stämmchen wachsen darauf?
Und kannst du es ungefähr einschätzen, wie viel diese Art nach 10 Wochen gewachsen ist? (Also eigenlich reicht es mir schon, wenn du mir bestätigst, dass man einen sichtbaren Unterschied sehen kann :D )
So ich hoffe, du kannst mit meinen Fragen was anfangen, aber ich bin über jede kleine Hilfe dankbar :)

Ganz liebe Grüße
Vanessa
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Beitragvon Daniel_S » 07 Mär 2017 21:52
Hallo Vanessa,

Auf dem Bild hier : http://www.aquamoss.net/Newsletter/0601/images/Fissidens-fontanus-04.jpg , lässt sich relativ gut sehen wie die Verzweigung bei diesem Moos abläuft. Sobald das Moos dichter wird dunkeln die oberen Teile die unteren ab was dazu führt das das Moos immer weiter in die Breite wächst.
Ich denke mal wir reden hier über eine submerse Kultivierung, da spielen einige Faktoren bei der Wachstumsgeschwindigkeit mit (Licht, Co2, Makros, Mikros usw...) , nach 10 Wochen sieht man allerdings selbst in einem Low-Tech Setup einen Unterschied.
Vielleicht kannst du wenn du dein Experiment geplant hast das hier mal posten. Es wächst bei einem niedrigerem Ph Wert ~6,0-6,5 aufjedenfall besser bei mir, als früher bei einem höheren Ph Wert, was sicherlich hauptsächlich an der besseren Nährstoffverfügbarkeit liegen wird. Mich würde interessieren wie du planst das zu zeigen und vorallem welche Nährstoffe du in welcher Form planst zuzuführen.


Gruß
Daniel
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Beitragvon steppy » 07 Mär 2017 22:57
Hallo,
deine Fragen nach dem Wachstum lassen sich schwer pauschal beantworten weil natürlich auch das Licht eine große Rolle spielt. Ich habe Fissidens Fontanus direkt beim Einrichten meines Aquariums eingepflanzt, dieses Bild ist vom 26. Mai 2016:
34138
Die Triebe schauen geschätzt 2cm aus der Wurzel raus.

Hier dann Ende Februar, das Fissidens habe ich in der Zeit nicht einmal geschnitten oder gerupft, es ist konstant bei einer Beleuchtung von ~35 Lumen/Liter gewachsen.
33946
Die Triebe in dem Busch ragen jetzt 7-8cm unter Wurzel hervor.

Aber das hier ist an einer anderen Stelle praktisch von null an über den gleichen Zeitraum gewachsen. Hier kommt wenig Licht an und der Bereich ist oft von Schwimmpflanzen abgeschattet:
Mai 2016:
34140

März 2017:
34139
Die längeren Triebe haben ~1,5cm.

Gruß
Stefan
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Beitragvon eheimliger » 08 Mär 2017 06:11
Hallo Vanessa,
bei mir wächst es bei ph 6,8, Macros und Micros normal vorhanden im Schwachlichtbereich submers eigentlich gar nicht, ca 0,5-1cm im 1/2 Jahr, es wurzelt auch nicht an, überlebt so gerade.
Im gleichem Becken bei mehr Licht (andere Stelle) ca 5cm im 1/2 Jahr.
Gruß, Frank
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Beitragvon Plantamaniac » 09 Mär 2017 09:15
Hallo, am besten wuchs es bei mir bis jetzt in einem frischen Akadamabecken ( bonsaierde) mit luftbetriebemem Bodenfilter.
Das es quer über den boden kriecht und überrall aus dem Boden kommt, kannte ich so nicht.
Es ist sogar ruckzuck an den Akadamakörnern festgewachsen.
Wasser ist Regenwasser mit bienensalz gh+ auf gh 6 aufgehärtet.
Ww kh 0, gh6, ph irgendwas zwischen 5 und 6

Daniel , Fissidens fontanus wächst emers eigentlich nicht wirklich richtig.
Drystart vielleicht schon, aber dann muss geflutet werden.

Vg Monika
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Beitragvon Sumpfheini » 11 Mär 2017 11:43
Hallo Vanessa,

interessantes Projekt, aber gibt es von wissenschaftl. Seite keine Beispiele für Messung von Zuwachs bei Moosen? Biomasse-Zunahme als Feucht- u./o. Trockenmasse bestimmen, oder ähnliches?
Nur von oberflächlicher Beobachtung her kann ich sagen, dass sich bei Fissidens fontanus neue Stämmchen ganz unten an der Basis bilden, wo das Moos mit Rhizoiden festgeheftet ist. An Steinen oder Holz tauchen auch Triebe an neuen, entfernten Stellen auf, und mir ist nicht klar, wie die Verbreitung funktioniert. Treiben die aus kriechenden, kaum erkennbaren Rhizoiden oder irgendwelchen winzigen, hängenbleibenden Bruchstücken aus? Das müsste man sich mal mit Mikroskop anschauen. In der Natur könnte natürlich auch Sporenverbreitung eine Rolle spielen; bei Aquarien-F. fontanus habe ich Sporophyten noch nie bemerkt.

Landschaftsökologie => vielleicht ist es besser, auf F. fontanus aus der heimischen Natur zurückzugreifen. Im Handel könnten auch Genotypen herumschwirren, die in Mitteleuropa nicht vorkommen. Es gibt mindestens 2 verschieden groß werdende F. fontanus-Formen in Kultur, aber man kann wohl noch nicht mal garantieren, dass es immer zur Art F. fontanus gehört, oder zu anderen ähnlichen Arten aus der Untergattung Octodiceras.
Bisher habe ich F. fontanus in freier Wildbahn nur an einem bekannten Standort gesehen, wo es auch massenhaft wächst: Uferbefestigung der Binnenalster in Hamburg, nahe der Kennedybrücke. Aber die Art soll weit verbreitet sein.

Tip für die Literatursuche: besonders in deutscher bryologischer Literatur wird Fissidens fontanus oft mit den Synonymen Octodiceras fontanum und O. julianum bezeichnet.

Gruß
Heiko
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Beitragvon bodo-otto » 19 Mär 2017 15:57
Hallo Vanessa,
viel kann ich dazu nicht sagen.
Nur mal 2 Bilder eins wurde am 18.8.16 aufgenommen, das andere heute 19.3.17
also genau 7 Monate auseinander. Ist jedes mal der gleiche Stein.
Die Wasserwerte sind GH 6; KH 1; PH 6,7; NO3 4mg/L; PO4 nicht nachweisbar; LW 250; 23°C
Beleuchtet mit einer T5 8 W Tetra Röhre, also Schwachlicht.
In mein anderen Becken mit LED Starklicht, Co2, guter Düngung sind die Äste viel dichter und kürzer. Es wächst hier so dicht das es wie eine feste Kugel aussieht, ich würde meinen auch langsamer. Vielleicht kannst du damit etwas anfangen.
Einen schönen Rest Sonntag noch.


Gruß
Eberhard
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