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Postby rwerene81 » 11 Jan 2012 08:44
Guten Tag zusammen,

seit einiger Zeit lese ich hier intensiv mit und verfolge die Diskussionen mit großem Interesse. Da ich mir noch nicht so sicher bin in welche Richtung mein neues Aquarium gehen soll hab ich mir folgende Frage gestellt:

Pflanzenaquarium VS. Garnelen/Fische geht beides?

Muss man sich an einer Stelle bei der Planung entscheiden worauf der Fokus liegt? Will ich ein Pflanzenaquarium oder liegt der Fokus eher auf die Tiere die in mein Aquarium leben sollen? Ich hab mich noch nicht entschieden, daher auch die vielleicht etwas provokante Frage.

Ich weiß, dass die meisten hier im Forum in ihren Pflanzenaquarien Garnelen und/ oder Fische halten. Aber wenn ich lese, was alles an Dünger, Mittelchen und Pulverchen in die Becken gekippt wird, hab ich manchmal etwas Bauchschmerzen.

Klar, hier in dem Forum „Flowgrow“ geht es um das Aquascaping und hauptsächlich um die Bepflanzung, daher auch der Schwerpunkt. Ich habe lange Zeit im Garnelenforum gelesen und wenn man aus der dem Bereich „Optimaler Lebensraum für die Karabbeldinger“ kommt wo so wenig an den Wasserwerten rumgeschraubt werden soll wie nötig um den Tieren keinen Stress auszusetzen, wirkt es manchmal „befremdlich“ was hier alles unternommen wird (Befremdlich steht in „“).

Seit Amano sind die Garnelen ja nur „Mittel zum Zweck“ um das Pflanzenaquarium in Schuß zu behalten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Meinung zu dem Thema einbringen würdet…ach so…und ich bin kein militanter Tierschützer oder so, ich esse Fleisch und auch gerne Gambas :lol:

LG René
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Postby nik » 11 Jan 2012 09:33
Hallo Rene,

wenn ich in einem Garnelenforum lese, dann gewinne ich auch den Eindruck, das muss schwer zu vereinbaren sein. Ob in der high-end Garnelenzucht zu Recht so ein mich geradezu merkwürdig anmutendes Gedöns gemacht wird, kann ich nicht beurteilen, aber in der Praxis passen Garnelen und Pflanzenaquarien zusammen wie Arsch auf Eimer. ;) Das hat nicht nur was damit zu tun, dass Garnelen praktisch sind, ich habe ein grundsätzliches Faible für die Viecher!

Gruß, Nik
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Postby Olli2 » 11 Jan 2012 10:25
Hallo Rene,

Schwierigkeiten gibt es u.U. bei Spezialisten wie Fächergarnelen, die eine stärkere Strömung zur Nahrungsaufnahme benötigen in der sie eher unbeweglich "rumstehen" oder auch bei den räuberischen Ringelhandgarnelen, die ein filigraneres Layout auch gern mal umgraben. In beiden Fällen wäre ein kargeres "Sulawesi-Layout" wohl angemessener.

Ich halte Diskus-Wildfänge in meinem Pflanzbecken und das einzige, was manchmal etwas kniffelig ist, ist den Nährstoffhaushalt stabil zu halten, da doch deutlich mehr Futter in's Wasser geht als z.B. bei einem kleinen Schwarmfisch. Aber letztlich begünstigt der Besatz die Pflanzen und umgekehrt.

LG
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Postby -serok- » 11 Jan 2012 13:41
Tach auch!

Ich sehe die Haltung von Garnelen und Fischen in gedüngten Pflanzenaquarien und Aquascapes auch eher unproblematisch. In den allermeisten Fällen sind die zum optimalen Wuchs der Pflanzen angestrebten Wasserwerte m.E. ungefährlich für die meisten Fische und Garnelen. Ausnahmen gibt es bestimmt auch hier. Z.B. würde ich eine Kardinalsgarnele nicht in meinen Scapes halten, da ihre Ansprüche einfach nicht vereinbar sind mit dem Scape (Sowohl in Sachen Layout, als auch mit den Wasserwerten). Auf der anderen Seite sind viele Garnelen und Fische die heute in Zoofachhandlungen zu erwerben sind Nachzuchten, aufgezogen unter bestenfalls angepassten Bedingungen.

Edit: Eine ganze Zeit lang habe ich Dario spec. "Jaintia Hill" und simple, vermehrungsfreudige Neocaridina heteropoda "Red" in fast symbiotischem Miteinander gepflegt... Naja, zumindest einseitig. Da die Darios ausschließlich Lebendfutter annehmen, war der regelmäßige Nachwuchs der Garnelen eine wunderbare Futterquelle. Ein paar Garnelen sind trotzdem immer durchgekommen, so daß ihre Population nicht abnahm, sondern langsam stieg.
Greetz Andy

Keep on scaping!
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Postby Aniuk » 11 Jan 2012 14:03
Hoi,

ich sehe auch keinen Widerspruch... ich hab manchmal den Eindruck, dass es die meisten Garnelenhalter mit der "Rumhudelei" in ihren Becken übertreiben. Bloß keine Nährstoffe im Becken – als ob die Garnelen bei geringsten Anzeichen von Nitrat sofort aus den Latschen kippen würden. (Wahrscheinlich geht der Trend dadurch auch in die Richtung, dass die Nachzuchten weniger aushalten).

Was man allerdings nicht erwarten darf ist, dass man im Aquascape großartig Nachzuchten von hochgezüchteten Garnelen hoch bekommt... Bestimmte Bee Stämme, Taiwaner & Co. sind einfach empfindlich und man wird mit ihnen im Aquascape nicht glücklich. Aber auch hier stelle ich mir die Frage: Wird die Empfindlichkeit durch die bisherigen, übertrieben angepassten, nährstoff- und keimarmen Wasserbedingungen bei der Zucht hervorgerufen? Ich finde es jedenfalls eher künstlich, dass alle Becken mit X Filtermaterial und Aktivkohle betrieben werden - kein Wunder, dass die Tierchen dann nix aushalten.

Beim Düngen führt man ja eigentlich nur Stoffe zu, die auch in natürlichen Gewässern enthalten sind und die Nährstoffgrundlage für die Pflanzen bilden. Mich wundert es sehr, dass das immer als "böse Chemie" interpretiert wird, die man sich ins Becken kippt. Wenn man mit seinen "Mittelchen" nicht übertreibt, sehe ich für Garnelen und Fische keine Gefahr. Auch hier der Eindruck: Die Pflanzenaquarianer wissen viel besser Bescheid was sie da genau ins Becken hinein tun. Die Garnelenhalter haben in der Regel wesentlich weniger Ahnung von Wasserchemie. Alles was reinkommt, ist prinzipiell mal "gut" oder "böse" nach Schema X - was genau dadurch bewirkt wird, ist den meisten Haltern unklar. Das gilt vor allem für besagtes Garnelenforum, im Wirbellotsen sind die Forenmitglieder in der Regel wesentlich erfahrener. Und es gibt natürlich die berühmten Ausnahmen von der Regel...

Ich habe lange Zeit im Garnelenforum gelesen und wenn man aus der dem Bereich „Optimaler Lebensraum für die Karabbeldinger“ kommt wo so wenig an den Wasserwerten rumgeschraubt werden soll wie nötig um den Tieren keinen Stress auszusetzen, wirkt es manchmal „befremdlich“ was hier alles unternommen wird (Befremdlich steht in „“).


Mein Fazit: ich finde eher befremdlich was von Garnelenhaltern teilweise an den Wasserwerten, Fütterung und der Filterung rumgeschraubt wird, um irgendwelche künstlichen Bedingungen zu schaffen. Bestimmte Garnelenarten sind wesentlich stressresistenter als man glaubt. Erfahrungsgemäß sind die meisten Todesfälle (aka "Hilfe - meine Garnelen sterben!") auf grobe Haltungsfehler zurückzuführen.

Mein Post bezieht sich auf die normalen Halter und nicht die Züchter. Die wollen ja möglichst effektiv vermehren - was ganz andere Vorraussetzungen erfordert.
Viele Grüße, Anni
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Postby Andreas Hilse » 11 Jan 2012 21:55
Hallo

Zu Garnelen kann ich nicht viel sagen, Aquascaping und Fischhaltung sind oftmals allerdings eher konträr. Ich lese hier schon eine ganze Weile mit und finde viele Denkansätze sehr interessant und auch lehrreich. Allerdings finde ich Diskus z.B. in einem Scape eher deplaziert und überhaupt nicht artgerecht. Wenn man sich deren Lebensweise und Biotop mal etwas genauer anschaut wird man feststellen das sich Diskus gerne in eher kärglich beleuchteten nahezu pflanzenlosen Bereichen mit Schutz von oben durch Wurzelgeflecht leben. Eine Gruppe Diskus im grellen Licht eines Aquascapes sieht zwar sehr majestätisch aber auch unnatürlich aus.
Bei den meisten Pflanzen- und Fischvergesellschaftungen handelt es sich ja auch eher um "0815" Fische die den wertvollen Pflanzenbestand ja nicht behelligen.
Allgemein möchte ich damit sagen das hier eher auf die Bedürfnisse der Pflanzen als die der Fische eingegangen wird. Das liest sich sicher negativer als es von mir gemeint ist. Gott sei Dank gibt es viele verschiedene Spielarten der Aquaristik so das für jeden etwas dabei ist und solange es nicht in Tierquälerei ausartet spricht auch nichts dagegen es zu praktizieren.

Gruß
Andreas
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Postby GreenHorns » 31 Jan 2012 23:56
rwerene81 wrote:Klar, hier in dem Forum „Flowgrow“ geht es um das Aquascaping und hauptsächlich um die Bepflanzung, daher auch der Schwerpunkt. Ich habe lange Zeit im Garnelenforum gelesen und wenn man aus der dem Bereich „Optimaler Lebensraum für die Karabbeldinger“ kommt wo so wenig an den Wasserwerten rumgeschraubt werden soll wie nötig um den Tieren keinen Stress auszusetzen, wirkt es manchmal „befremdlich“ was hier alles unternommen wird (Befremdlich steht in „“).

Seit Amano sind die Garnelen ja nur „Mittel zum Zweck“ um das Pflanzen aquarium in Schuß zu behalten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Meinung zu dem Thema einbringen würdet…ach so…und ich bin kein militanter Tierschützer oder so, ich esse Fleisch und auch gerne Gambas :lol:

LG René


Nur Mittel zum Zweck? :lol:
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