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Postby Wasserfloh » 18 Dec 2015 20:09
Hallo zusammen,
Es geht um ein unmittelbar bevorstehendes Haltungs- und Handelsverbot sogenannter "invasiver Arten".

Hier ein paar Informationen dazu. Die Liste wurde Anfang Dezember mit der Mehrheit in der EU verabschiedet. Es sind mit großer Wahrscheinlichkeit Arten enthalten, die auch in unserem Hobby vorhanden sind.

Wirbellose:
Eriocheir sinensis H. Milne Edwards, 1854
Orconectes limosus Rafinesque, 1817
Orconectes virilis Hagen, 1870
Pacifastacus leniusculus Dana, 1852
Procambarus clarkii Girard, 1852
Procambarus sp. (Marmorkrebs)

Wasser- und Sumpfpflanzen:
Myriophyllum aquaticum (Vell.) Verdc.
Ludwigia grandiflora (Michx.) Greuter & Burdet
Ludwigia peploides (Kunth) P.H.
Lysichiton americanus
Ludwigia grandiflora (Michx.) Greuter & Burdet
Ludwigia peploides
Hydrocotyle ranunculoides L. f.
Lagarosiphon major
Eichhornia crassipes (Martius) Solms
Cabomba caroliniana Gray

Fische:
Pseudorasbora parva Temminck & Schlegel, 1846
Perccottus glenii Dybowski, 1877
Amphibien:
Lithobates (Rana) catesbeianus Shaw, 1802

Amphibien:
Lithobates (Rana) catesbeianus Shaw, 1802

Reptilien:
Trachemys scripta Schoepff, 1792

und natürlich weitere Arten, die sich bei uns sehr stark ausbreiten (können), insgesamt 37 Arten, aber halt auch nicht alle und nicht immer mit nachvollziehabaren Argumenten.

Wie mit den Arten zu verfahren ist (oder sein wird), steht hier:

Europäische Union 2014. Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten

Artikel 31 enthält Übergangsbestimmungen für nichtgewerbliche Besitzer. Darin ist geregelt, ob, unter welchen Bedingungen und wie lange diese Arten gehalten werden dürfen:

- bis zum Ende ihrer natürlichen Lebensdauer unter entsprechenden Bedingungen

- Tiere wurden bereits vor ihrer Aufnahme in die Unionsliste gehalten;

- Tiere werden unter Verschluss gehalten,

- es werden Maßnahmen getroffen, um Fortpflanzung oder ein Entkommen auszuschließen.

"Nichtgewerblichen Besitzern, die die Einhaltung der Bedingungen gemäß Absatz 1 nicht gewährleisten können, darf nicht erlaubt werden, die betreffenden Tiere in ihrem Besitz zu behalten. Die Mitgliedstaaten können diesen Besitzern die Möglichkeit anbieten, ihre Tiere zu übernehmen. In diesem Fall ist dem Tierschutz gebührend Rechnung zu tragen."
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Postby themountain » 19 Dec 2015 07:58
So ein Schwachsinn...was fuer "invasive " Dinge gedeien den in Deutschland??
Andreas wuenscht euch bienvenidos y saludos de Terrassa/BCN !
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Postby Wuestenrose » 19 Dec 2015 09:16
Morgen…

themountain wrote:So ein Schwachsinn...was fuer "invasive " Dinge gedeien den in Deutschland??

Der Marmorkrebs beispielsweise.

Schwachsinn ist daher vielmehr, gleich "Schwachsinn" zu krakeelen, ohne sich kundig gemacht zu haben.


Grüße
Robert
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Postby Plantamaniac » 19 Dec 2015 09:26
Hallo, um die Pflanzen wäre es natürlich sehr, sehr schade :sceptic:
Die aufgeführten lassen sich für den Gartenteich auch nicht sehr gut überwintern, weder draußen, noch drinnen...
Wenn die Möglichkeit des Nachkaufens nichtmehr gegeben ist, werden sie verschwinden :(
Da es nicht die schlimmsten Wucherer sind, denke ich, das es dabei nicht bleiben wird :(
Wenn sie die Pflanzen dann Gattungsweise verbieten (weil die Kontrolleure sie nicht auseinanderkennen :irre: ) wie bei den Apfelschnecken, wird unser Hobby schon eingeschränkt. Siehe die ganzen Hydrocotyle :shock:
Da is die Ranunculus noch die zickigste...
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Postby Wuestenrose » 19 Dec 2015 09:34
Morgen…

Plantamaniac wrote:Hallo, um die Pflanzen wäre es natürlich sehr, sehr schade :sceptic:

Ach komm… Es gibt 1001 Alternativen.

Die aufgeführten lassen sich für den Gartenteich auch nicht sehr gut überwintern, weder draußen, noch drinnen...

Das sehen die Fachleute, die diese Arten als invasiv eingestuft haben, anders.

Grüße
Robert
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Postby Frank2 » 19 Dec 2015 10:26
Finde ich absolut richtig diese Arten aus dem Handel zu verbannen!

Hygro Polysperma ist in Teilen der USA zb ein großes Problem geworden und nicht nur diese Pflanze. Sie verursachen ökologische Schäden duch Verdrängen heimischer Gewächse. Was daran Schwachsinn sein soll erschließt sich mir nicht.
Ich brauche nichts von dem, was da aufgeführt wird für dieses Hobby.
@ Heiko - :tnx:
Grüße
Frank
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Postby Plantamaniac » 19 Dec 2015 11:31
Ja Robert,
hast schon recht, aber als Wasserpflanzenjunkey bedauert man schon, wenn man eines seiner Spielzeuge verboten bekommt :(
Gerade die Hydrocotylen bereichern mit ihren ausgefallen Wuchs und Blattformen enorm die Vielfalt :roll:
Wenigstens die Hutpilzpflanze kann man durch die einheimische Form ersetzen.

Ich glaube ehr nicht das Aquarianer Wasserpflanzen in die Natur verschleppen.
Es sind die wenigsten, die versuchen sie im Gartenteich anzusiedeln. Von dort könnten sie (Samen) zb. mit Enten verschleppt werden, wobei die meisten tropischen Pflanzen den Winter ehr nicht überstehen, subtropische schon ehr. Und wenn sie doch den Winter überstehen sind sie ein gefundenes Fressen.
Wasserhyazinthen zu überwintern ist einen Wissenschaft für sich. Die meisten schaffen das Indoor ehr nicht und draußen geben sie unter 10° den Löffel ab.
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Postby Öhrchen » 19 Dec 2015 14:00
Hi Moni,
die Verordnung gilt EU weit - also auch in südlichen Ländern, wo die Pflanzen besser über den Winter kommen.
Mir tut's aber auch leid um einige der Pflanzen, und wie du bezweifle ich, daß Aquarianer an der Ausbreitung schuld sind.
Was bei den Schmuckschildkröten und Marmorkrebsen schon eher der Fall ist! Wobei letztere soweit ich weiß ursprünglich zum Verzehr gehalten (und verbreitet?) wurden.


Viele Grüße von Stefanie
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Postby moskal » 19 Dec 2015 16:34
Hallo,

die Liste ist bei weitem zu kurz! Nur wenige Nordamerikaner und kein einziger Schwanzlurch. Die Schweiz hat ein generelles Importverbot für Schwanzlurche erlassen und sie haben recht. Der Pilz der von ihnen übertragen werden kann hat das Potenzial, sie den gleichen Weg gehen zu lassen wie die Europäschen Flusskrebse. Mit einigen Populationen ganz besonders in Nordamerika ist das sogar schon passiert. Und wenn ich richtig informiert bin, sind die Niederlande mittlerweile Feuersalamander frei.

Und Hydrocotylen habe ich schon weit weit oben in den Anden gesehen.

Gruß, helmut
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Postby Plantamaniac » 19 Dec 2015 16:44
Wir können nix dran ändern, das die Pflanzen bereits ausgebrochen sind und verboten werden :? ..
Traurig sein dagegen schon :shocked:


Mir kommt auch kein Goldfisch ins Biotop. Mir sind die Bergmolche lieber :sceptic:
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Postby J2K » 19 Dec 2015 17:04
Nabend,

ein Schritt in die absolut richtige Richtung.

Das etwas bereits ausgebrochen ist heißt nicht, dass man es noch provozieren muss, dass noch mehr hinzu kommen.

Pflanzen/Tiere müssen nicht zwangsläufig über den Winter kommen, um reichlich Schaden anzurichten. Wobei auch das nicht unmöglich ist... warmes Abwasser, das in die Flüsse eingeleitet wird und die Anpassung durch Evolution.
Grüße

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Postby Korny » 20 Dec 2015 19:34
Wasserfloh wrote:
- Tiere werden unter Verschluss gehalten,



Sind wir damit nicht eh fein raus?
Oder wie definiert sich "Verschluss"?
Gruß Manuel

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Postby J2K » 21 Dec 2015 21:39
Nabend,

unter Verschluss heißt, dass ein Kontakt zur Umwelt/entkommen ausgeschlossen ist.
Bringt natürlich nichts, wenn der vermeintlich einfachste Weg gegangen wird und die lästig gewordenen Pfleglinge einfach im nächsten Gewässer entsorgt werden.
Grüße

Jendrik
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Postby nik » 22 Dec 2015 02:31
Hallo zusammen,

EU-weit, mit seinen doch ziemlich unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ist ein Problem. Die Apfelschnecken sind hier kein Problem, in Spanien schon. Heute sind für München 15°C angesagt, ich kenne Winter noch anders. Als Kind hatte ich eher jedes Jahr in Rhein-Main meinen Iglo gebaut. Der hielt üblicherweise wochenlang.
Ich denke sowieso, mit solchen Maßnahmen lässt sich eine Verbreitung nur verzögern, wenn man aber live mal gesehen hat was für einen Totalschaden eingeschleppte Krebse für ein Gewässer zur Folge haben, bin ich trotz aller Unschärfen für solche Maßnahmen.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby Bleiente » 23 Dec 2015 13:51
Moin,

jetzt weiss ich auch, warum ich nirgendwo Apfelschnecken finden kann!
Dabei fand ich die damals schön, praktisch und sie werden nicht so schnell zur Plage, wie andere Schnecken.

Der Nordeuropäische Frost hält schon einiges an Pflanzen und Tieren im Zaum, aber wenn ich mal so aus dem Fenster sehe...
15°C und Sonnenschein ende Dezember, da denke ich, es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns mit Dingen wie Malaria plagen müssen.

Schade um die Apfelschnecken und einige Pflanzen, aber schade auch um unseren heimischen Edelkrebs. Den hats schon dahin gerafft.
Das Haltungs- und Handelsverbot macht schon Sinn und es ist gut das es so etwas gibt!

Schade, daß es nur bei natürlichen Pflanzen und Tieren derart streng gehandhabt wird.
Denn bei Genmanipulierten Produkten scheint das ja vollkommen egal zu sein!
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