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Postby moskal » 30 Sep 2018 09:25
Hallo,

bei mir dreht sich ein Großer Teil der Aquaristik um (fast)keine KH und niedrige Leitfähigkeit. Ohne extra Ansäuerung ist das Wasser dann knapp über pH 6, mit Ansäuerung per Torf oder Laub rasselt er nach unten. So hatte ich mal zur zucht von Barbus hulstaertii das Hälterungswasser mit pH 6komma irgendwas mit angesäuertem Wasser über mehrere Stunden tröpfchenweise verschnitten um den Fischen darin ein zu schnelles Absinken des pH-wertes zu ersparen. Dabei habe ich öfter gemessen und innerhalb von 10min zwischen zwei Messungen ist der pH-wert von 6komma auf 4komma gerasselt. Kein langsamer Übergang sondern Sturz. Und die Fische hat es nicht mal interessiert. Das gleiche stelle ich momentan bei einem Experiment fest in dem schon das selbe passiert ist: Plötzlich pH4 und keine Pflanze stört sich dran. Allerdings dreht es sich jeweils um Wasser in dem die Säure kaum Gegenspieler hat, die benötigte Säuremenge zum pH-senken ist sehr gering und die Leifhäigkeit auch. Das ist natürlich anders wie in einem Gammelbecken in dem bevor der pH-wert nach unten rasselt erst jede Menge KH aus dem Weg geräumt werden muß aber ich habe den Eindruck, daß in der gepflegten Aquaristik eher Säurenmenge als Säuregrad ausschlaggebend sind. Im Sinne von verdünte Salzsäure ist immernoch sehr sauer, äzt aber wenig weg.

Kann das sein?

Gruß, helmut
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Postby Plantamaniac » 30 Sep 2018 10:15
Hei, bin auch grad am Messen, Filter putzen und WW machen.
In den meisten Becken ist die Kh weg und der Ph bei 6,4-6,8, weniger will ich auch eigentlich nicht, außer, wenn ich meine C. Adolfoi aufgestockt habe, dann werd ich da mal weiter runter gehen müssen...

Den Pflanzen gefällts, den Fischen mehr oder weniger auch.
Das Frischwasser wird bei Kh 5, Gh7, Ph 7,2 eingefüllt.
Ok, könnte ich auch mal wieder messen, wegen dem wenigen Regen könnte die Kh und Gh zur Zeit höher sein.
Find ich nicht schlimm, der Ph geht von alleine runter und vermamscht die KH
Blätter kommen auch überall mit rein..wird Zeit für die neue Ernte..die Beutel leeren sich...
Kastanie versuche ich aktuell...soll reichlich Gerbsäuren enthalten und wir haben so einen Baum im Hof stehen.
Sind etwas hart, aber auch sehr haltbar, als Verstecke, für Garnelen, Elassoma oder Krebse...
VG Monika
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Postby Julian-Bauer » 30 Sep 2018 10:29
Interessant da lass ich mal ein Abo da :kaffee1:
Gruß Julian

Colorful

Mein aktueller Pflanzenverkauf aus den eigenen Becken gibt es hier: Der Pflanzen - Dauerverkauf :)
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Postby Kejoro » 30 Sep 2018 11:21
Hallo Helmut,

ein schönes Thema. Der Säuresturz wird überbewertet, der passiert nur bei extremen Bedingungen. Ich frage mich, ob ein "tödlicher" das überhaupt durch zu viel Futter möglich ist.
Desweiteren gibt es noch andere Puffer, die den pH halbwegs oben halten. Humine kommen durch den Torf inhärent mit ebenso durch Abbauprozesse, die puffern auch. Stellt sich nur noch die Frage, ob diese zum Leitwert beitragen?

Ich verstehe das mit der Säuremenge und -stärke wie folgt:
Säuremenge ist definiert durch die enthaltenen Protonen H+ und die
Säurestärke zeichnet sich dadurch aus, wie gern die Säure ihr Proton abgeben mag.
Letzteres hängt davon ab, wie sauer die Umgebung ist. Je saurer, desto stärker muss die Säure sein, um noch ein Proton abzudrücken.
Zur verdünnten Salzsäure^^ Im Baumarkt kann man bspw. 30%-ige kaufen. Nach wiki sind wir hier bei knapp 10mol/l (pH=-1).
Um auf 1 mol/l zu kommen (pH=0), muss man 100 ml der Säure auf 1l Mischung (a) auffüllen.
Um den pH von einem pH=6 Wasser auf pH=4 zu drücken, braucht es 99µmol/l (99 Millionstel mol!) an reiner Säure (H+). Hiervon braucht es von Mischung (a) 0,099 = 0,1ml pro Liter oder eben 1ml / 10l. Dann ist der pH aber schon um 2 Einheiten unten. Der Säureanteil wurde verhundertfacht.
Puffer gibt es in diesem Beispiel nicht.
Schwache Säuren, wie Essig und Citronensäure puffern selber den pH irgendwann (um den pKs-> pH=4,7 ist die Pufferwirkung am größten) und sie sind abbaubar!
Hier geht es wirklich um sehr geringe Konzentrationen, denen man sich normalerweise nicht bewusst ist. Ich wundere mich selbst auch immer, wie wenig man braucht, um so ein System im aquaristischen Sinne signifikant zu verändern :lol:

Deine Beobachtung zum pH und den Tieren kann ich bestätigen. Auch abrupte Wasserwerteänderungen werden gut verkraftet. Red Fire können von KH=10 auf KH nahe 0 locker ab. Boraras ebenso. Ich frage mich sowieso, welche physiologische Wirkung die einzelnen Wasserparameter haben.

Moni,
mich würde interessieren, wie viel Futter du zugibst, damit die KH so verknuspert wird :lol: Oder siehst du hier noch andere Dinge, die an der KH spielen?

Schöne Grüße
Kevin
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Kejoro
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