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Postby Aquariophilo » 03 Jul 2014 11:52
Hi zusammen,

auf Anregung von Nik und weil ich mit der Suchfunktion nichts zur braunen Hydra finden konnte, hier ein neuer Thread dazu:

Seit bereits einem Jahr habe ich die braune Form der Hydra vulgaris im Becken. In Ermangelung eines geeigneten Makroobjektivs leider keine Photos, wen Bilder interessieren: Googeln
Diese wird bei mir auch relativ groß, mit Fangarmen bis zu über einem Centimeter Länge.
Meine Amanos mögen die Toerchen überhaupt nicht und schrecken bei Berührung der Fangarme wie von der Hydra gestochen davon.

Normalerweise vermehrt die Hydra sich nicht besonders bei mir. Fuhrwerke ich jetzt allerdings viel im AQ herum und treibt dann tagelang Mulm etc. durchs Becken (ich fahre mein Becken filterlos, auch kein Schwamm am Ansaugkorb), dann nimmt die Population merklich zu. Die scheinen Teile dieser Schwebeteilchen im Wasser als Nahrung zu verwerten.

Die Tierchen befinden sich zumeist an den Scheiben, selten auf Pflanzen (aber auch da sehe ich sie vereinzelt).

Bisher habe ich die an den Scheiben immer bei abgeschaltetem Filter mit einer Spritze mit kochendem Wasser "behandelt", die sterben dann sofort ab. EC soll da wohl die gleiche Wirkung haben. Damit habe ich bis jetzt die Population unter Kontrolle gehalten.

Seit einer Woche habe ich jetzt (gewünschter Weise) eine Bakterienblüte mit grünem Wasser und Sichtweite unter 10 cm. Da ist mir entgangen, dass sich an der linken Seitenscheibe die Population massenhaft vermehrt hat. Auch an der Frontscheibe sowie im Moos hat sich da eine ziemliche Armee aufgestellt. An Einzelbehandlung mit heißem Wasser ist nicht mehr zu denken.
Die Bakterienblüte scheint auch Nahrung für die Tierchen bereitzustellen, sodass die Vermehrungsrate wirklich hoch ist.

Ich würde diese Tiere gerne final meines Beckens verweisen, da ich die Baktierienblüte wohl noch länger am laufen haben werde und diese Massenvermehrung meinen Garnelen zu Liebe nicht zu tolerieren ist.

Beim Nutzen der Suchfunktion habe ich zum Stichwort Hydra gefunden, dass die meisten wohl Panacur, alternativ auch Flubenol in wässriger Lösung (erhältlich beim Tierazt) verwenden, dieses recht niedrig dosiert (was heißt das?) ins Becken geben und die Population damit erschlagen.

Wie sind da eure Erfahrungen:

  • Funktioniert das bei der braunen Hydra ebenso gut?
  • Wie genau muss dosiert werden?
  • Wie lange muss das Panacur im Wasser bleiben
  • Ist ein Wasserwechsel danach nötig?
  • Gibt es nach der Behandlung beobachtbare Instabilitäten des Beckens (vermehrtes Algenaufkommen, Kahmhaut, verschlechterter Pflanzenwuchs, kränkelnde Bewohner?)
  • Gibt es Erfahrungen zu Panacurbehandlungen während einer Bakterienblüte? (Ich möchte die Bakterien gerne behalten, die sollen dabei nicht beschädigt werden)
  • Gibt es Alternativen zur chemischen Keule (falls ja, bitte mit Dosieranleitung posten)
  • Nebenwirkungen bei Garnelen, Schnecken (habe vor allem Blasenschnecken, Posthornschnecken drinnen)?

:tnx: schonmal für Eure Erfahrungen.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby Gärtner » 03 Jul 2014 21:15
Hallo!
Ich habe mal Flubenol verwendet, weil ich dachte Planarien gesehen zu haben (war aber zum Glück etwas anderes)! Ich weiß leider nicht mehr wie viel auf welche Menge Wasser ich verwendet habe, was ich aber noch weiß:
1. Flubenol ist nicht leicht zu bekommen, man muss schon mit Engelszungen beim Tierarzt vorsprechen!
2. Es ist nicht wasserlöslich und wird eher zu einem grisseligen, klumpigen Etwas
3. Danach sind die Schnecken tot (selbst nach vier 100% Wasserwechsel überlebten eingesetzte Schnecken keine Woche lang)
4. Man bekommt es danach nicht mehr aus dem Becken, da es sich auf alles gelegt hat!

Versuche es lieber anders!
Gruß
Thomas
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Postby Plantamaniac » 03 Jul 2014 21:25
Hallo, 1 Msp. Flubenolpulver auf 100 ml Wasser in eine Tropfflasche. Dann je Liter täglich 3 Tropfen davon reintropfen, bis die Hydra schwarz werden. Dann aufhören und warten bis sie weg sind. Das war es dann.
Diese Dosierung macht den Schnecken nichts.

Oder kleine Spitzschlammschnecken (1cm) aus Aquarienhaltung einsetzten...Dazu braucht man aber die Möglichkeit sie anschließend in einen Teich zu setzen, da sie mit zunehmender Größe Apetitt auf Pflanzen bekommen können.

Oder neugeborene Guppys. Sie fressen die Hydra, müssen aber wegen den Garnelen mit etwa 1,5cm wieder ausziehen.

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Postby Aquariophilo » 04 Jul 2014 09:19
Hi zusammen,

danke schonmal für die Infos.

@ Moni:

Dann je Liter täglich 3 Tropfen davon reintropfen, bis die Hydra schwarz werden.


Du meinst je Liter AQ-Wasser? D.h. bei 50 l AQ-Wasser 150 Tropfen tägl? Ganz schöne Zählerei :putzen: Bei nem 500 l Becken möchte ich das nicht machen :lol:

Das war es dann.


D.h. danach ist kein WW nötig?

Vielen Dank für diese schonende und "ökonomische" Dosierungsanleitung, das klingt doch vielversprechend.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby Plantamaniac » 04 Jul 2014 12:26
Ok, seh ich ein...
deswegen hab ich auf den Flaschen stehen "12 Tropfen=1ml" :wink:

Normal brauche ich es in den Larvenboxen meiner Fische. Ganze Becken behandele ich damit nicht.
Die Lösung scheint nicht unbegrenzt zu halten. Bin gerade dabei und bei 30 Tropfen angekommen, ohne das es Wirkung zeigt. Morgen setze ich das mal neu an. Allerdings hatte ich es jetzt ein halbes Jahr nicht gebraucht..

Chiao Moni
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Postby Aquariophilo » 05 Jul 2014 09:01
Hi Moni,

hast Du zufällig eine Ahnung, wieviel mg Flubendazol eine Messerspitze Flubenol enthält bzw. könntest Du das mal abwiegen?

Ich habe beim Tierazt nur ein anderes Präparat (Vermicat) mit dem Flobenol Wirkstoff (Flubendazol) erhalten. Das ist eine Injektorspritze (2 Skaleneinteilungen = 1 ml = 44 mg Flubendazol) mit so einem Gel (was sich ja wahrscheinlich besser ganz gut in Wasser lösen sollte).

Da ich jetzt keine Vorstellung habe, wieviel so eine Messerspitze enthält, bin ich da lieber etwas vorsichtiger, möchte nicht stark überdosieren.
Liebe Grüße
Stefan

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Postby Plantamaniac » 05 Jul 2014 10:03
Hallo, wenn Du Dich rantastest, mußt Du das nicht wissen.
Hydra haut es schon um, wenn man die Flubenoldose nur vorbeiträgt.
Um andere Tiere zu gefährden brauchts viel mehr davon.
Um das Nachvollziehbar zu machen, würd ich einfach einen kleinen Klecks in 100ml Wasser auflösen und damit dann ausprobieren...
Vom Pulver auf ein Gel zu schließen funzt eh nicht.
Ich habe auch keine Anleitung, da mir ein Züchterkollege aus seiner 1000g Packung ein wenig abgepackt hat.
Mit den Worten, das reicht Dir 100 Jahre :D
Dann noch den Tip, wie ich die Dosierung herrausfinde und los ging es.
Bin normal gegen Medikamente und chemische Keule, aber in dem Fall habe ich meine Fischlarven dann doch vorgezogen :keule:
Chiao Moni
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Postby Aquariophilo » 05 Jul 2014 21:26
Hi zusammen,

wenn doch immer alles so einfach wäre...
Und ich einfach das machen würde, was andere schon probiert haben...
Und ich vorher nachdenken würde, bevor ich etwas kaufe...

Dieses Vermicat mit Flubendazol ist natürlich kein wasserlösliches Gel, sondern als Entwurmungsprodukt für Katzen natürlich in eine fettige Masse :down: Die löst sich natürlich praktisch nicht in Wasser :wand:
Hätte ich auch mal nachfragen können, bevor ich es gekauft habe.

Jetzt habe ich natürlich kurz recherchiert, ob das Flubendazol aus dem fett evtl. in das Wasser übergeht, und dann das hier gefunden: Flubendazol soll wohl wasserunlöslich sein :sceptic: Wie bitte kommt das dann im Becken zu den Planarien/Hydren?

Ich spiele jetzt mit dem Gedanken (nachdem ich das Fett in lauwarmem Wasser gefühlte 100 Stunden "geschüttelt, nicht gerührt..." :wink: habe), die Mixtur einfach in kleinen Mengen ins Becken zu geben.

Was passiert eigentlich mit Fett im AQ, wird das mit der Zeit abgebaut? Oder habe ich dann monatelang eine Fettschicht auf dem Wasser, die ich umständlich wieder entfernen muss?
Liebe Grüße
Stefan

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Postby Gärtner » 06 Jul 2014 07:52
Hallo,
ich hatte damals auch das selbe Produkt, wie du, leider kein Gel, und habe geschüttelt, gerührt und bekam leider nicht mehr, als eine grisselige Pampe, die sich wieder zu einem größeren Klumpen zusammenfügte, als ich aufhörte zu rühren! Das Problem war das sich das Zeug natürlich nicht auflöste und in Folge dessen sich überall im Becken niederlegte, was ich durch Wasserwechsel nicht weg bekam (es blieb nur eine Neueinrichtung)!
Wenn, dann solltest du es mit dem Gel versuchen, (wenn Moni schreibt, dass es so funktioniert), aber von dem wasserunlöslichen Zeug eher Abstand halten!
Gruß
Thomas
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Postby Aquariophilo » 28 Aug 2014 12:26
Hi zusammen,

ich habe diese Mixtur aus Vermicat (Flubendazol) und Wasser nicht ins Becken gegeben, um eine längerfristige Sauerei zu vermeiden.
Allerdings sind die Hydras auch deutlich weniger geworden, obwohl ich am Becken wirklich gar nichts verändert habe (und auch die Bakterienblüte immernoch unvermindert anhält).
Bei denen scheint sich "Abwarten und Teetrinken" :kaffee1: tatsächlich zu lohnen (wenn man nicht gerade empfindliche Garnelen- bzw. Fischlarven pflegt).

Ich bin jetzt leider nicht viel schlauer: Weder weiß ich, was die explosionsartige Vermehrung ausgelöst hat, noch kann ich sagen, was die Population schrumpfen ließ.

Eine Ahnung habe ich allerdings, was den Ausbruch der Seuche betrifft: Es könnte sein, dass durch das komplette Entwurzeln meiner Hintergrundbepflanzung deutlich mehr Schwebeteilchen/Mikroorganismen im Wasser unteregs waren. Diese wurden bei meinem filterlosen Setup auch nirgendwo rausgefangen/rausgefiltert. Das könnte die Hydras ordentlich angefüttert haben. Die Bakterienblüte alleine ist jedenfalls nicht Schuld.
Liebe Grüße
Stefan

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