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Beitragvon Plantamaniac » 10 Okt 2016 08:49
Hallo, gedanken eines chemiedau.

Wenn ich mit säure die kh knacke, verpufft das hydrogencarbonat unter anderm zu co2.
Wenn ich das nicht auf einmal mache und im becken, kommt das co2 den pflanzen zu gute.
Das kann auch mit huminsäuren, eichenlaub und erlenzapfen geschehen.

Wenn die kh verpufft is, is sie weg und kann doch nicht, wenn die essig/Zitronen/huminsäuren verstoffwechselt werden zurückkommen, oder?

In täglichen dosen würden die säuren dann ja zur versorgung der pflanzen beitragen und nebenbei die kh senken und das säurebindungsvermögen weniger werden, womit weniger co2 bereitgestelltvwerden müßte.
Deswegen versteh ich das in den letzten posts irgendwie nicht.

In reifen becken, die aufgrund ihrer lebendigen begleitfauna nicht zu bakterienblüten neigen, wäre das dann doch eine gute möglichkeit ec oder flüssiges bioco2 einzusparen.

Ich hab zb. Pflanzenquarantänepötte, die schwebealgen hatten, aufgund des"unreifen" systems.
Erst hab ich wasserflöhe mit rädertierchen rein. Und als sie aufgeräumtvhaben, mit hefe füttern angefangen.
Nur ein paar krümel täglich. Hefe belastet das wasser sehr. Aber den wasserflöhen und blasenschnecken geht es sehr gut!
Auf jedenfall ist das wasser kristallklar, die pflanzen wachsen üppig durch die wasserbelastung und scheinen rundun versorgt zu sein :grow: teilweise stehen die pötte seit juni ohne ww und ohne dünger.
Igendwie scheint alles perfekt zu sein.
Das nur wegen der angesprochenen bakterienbelastung. Ec & co arbeiten ja auch über bacterielle tätigkeit.
Die dosis macht das gift. Wobei man bei der möglichen dosierung wären.
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Beitragvon Aquariophilo » 10 Okt 2016 19:24
Hallo zusammen,

@Robert: Vielen Dank für den Versuch und Deine Beobachtung.

Wuestenrose hat geschrieben:Trotzdem findet bei der Titration kein eindeutiger Farbumschlag statt, statt dessen ändert die Testlösung mit jedem Tropfen langsam den Farbton. Die Annährung an die endgültige Farbe findet erst nahe der ursprünglichen Säurekapazität statt.


Diese Beobachtung habe ich auch gemacht: Ich hatte ja 16 ° dKH gemessen, ab ca. 12 Tropfen begann langsam der Farbumschlag, bei 16 Tropfen war er dann komplett. Hatte das gar nicht für wichtig erachtet, dachte einfach, dass der Test zu alt ist. Das könnte aber tatsächlich am Acetat liegen.

Plantamaniac hat geschrieben:Wenn die kh verpufft is, is sie weg und kann doch nicht, wenn die essig/Zitronen/huminsäuren verstoffwechselt werden zurückkommen, oder?


Das habe ich mir auch schon gedacht, wie könnte soetwas (bio)chemisch aussehen?
Liebe Grüße
Stefan

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Beitragvon Wuestenrose » 10 Okt 2016 20:20
'N Abend...

Den Mechanismus, wie die KH beim Abbau des Acetat-Rests restauriert wird, habe ich hier schon beschrieben - bis auf den Lapsus mit den 4O2, der aber gleich aufgefallen ist.

Mein Versuchswasser steht übrigens noch. Soll ich es mal mit Aquarienwasser impfen um den Abbau anzukurbeln?

Grüße
Robert
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Beitragvon nik » 11 Okt 2016 07:13
Hi,

bei mir rückte die Frage nach der Stabilität des Acetats gegen Mineralisierung in den Mittelpunkt, konnte mir die aber auch nach Recherche nicht beantworten. So wie sich eure plausiblen Beschreibungen lesen, müsste es stabiler sein. Was mich sehr wundert, ich hatte es als leicht abbaubar angenommen.

Gruß, Nik
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Beitragvon Wuestenrose » 11 Okt 2016 18:26
'N Abend...

Wuestenrose hat geschrieben:Soll ich es mal mit Aquarienwasser impfen um den Abbau anzukurbeln?

Hab' ich jetzt mal gemacht.


Grüße
Robert
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Beitragvon Wuestenrose » 12 Okt 2016 18:16
'N Abend...

Zwischenmeldung: Trübe. Hätte nicht gedacht, daß das so schnell geht.


Grüße
Robert
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Beitragvon Aquariophilo » 12 Okt 2016 19:16
Hallo Robert,

das hätte ich jetzt auch nicht erwartet, oder um es mit den Worten von Mr. Spock auszudrücken: faszinierend!

Wird da immernoch per Magnetrührer umgewälzt/belüftet?
Liebe Grüße
Stefan

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Beitragvon Kalle » 12 Okt 2016 19:20
Hallo, liebe Experten,

ich bin ernsthaft schwer beeindruckt und sicher, ihr seid auf gerade auf dem Weg zum Aquaristik-Nobelpreis.

Ich will euch daher auch gar nicht ausbremsen, mein Vorschlag wäre nur: macht bitte, bitte am Ende eine Zusammenfassung nach dem Motte "wie erklär' ich's meiner Omi" - damit meine Ahnung einer Art Verständnis weichen kann (ich vermute, es geht auch anderen so).

:tnx:

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History: Hidden Valleys, Picnic in the Jungle, The fallen Giant & Down by the Riverside.
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Beitragvon Wuestenrose » 12 Okt 2016 20:05
'N Abend...

Aquariophilo hat geschrieben:Wird da immernoch per Magnetrührer umgewälzt/belüftet?

Ja, der läuft noch, schließlich ist der Acetat-Abbau sauerstoffzehrend.


Grüße
Robert
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Beitragvon Plantamaniac » 12 Okt 2016 22:03
Jo, bitte in der art erklären, wie sendung mit der maus, willi wills wissen, pusteblume, und wie sie alle heißen :hechel:
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Beitragvon Wuestenrose » 15 Okt 2016 18:34
'N Abend...

Zwischenbericht:

Nachdem vom ersten auf den zweiten Tag nach der Zugabe von Aquarienwasser die Trübung noch etwas zugenommen hat, ist sie jetzt gleichbleibend. Da der Raum in dem der Versuch steht kaum geheizt ist, habe ich die Heizung des Magnetrührers zugeschaltet.

Das Wasser riecht nicht gut, ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben kann, irgendwie modrig. Spätestens am Dienstagabend breche ich den Versuch ab, ab Mittwoch bin ich für eine Woche im Ausland.

Grüße
Robert
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Beitragvon Wuestenrose » 21 Okt 2016 11:14
So...

Der Versuch ist im Ausguß gelandet, weil ich vor meiner Abreise noch so viel um die Ohren hatte, daß ich nicht mal mehr zu einem KH-Test gekommen bin. Das hätte mich noch interessiert, ob die Bakterienblüte das Verhalten des Tests verändert.

Naja, mach ich den Versuch halt nochmal, wenn ich zurück bin.

Bis dann,
Robert
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Beitragvon Fino » 26 Okt 2016 21:23
Hallo zusammen,
Fino hat geschrieben:Hatte mir auch schon vorgenommen, den Versuch von Stefan anhand unseres Leitungswassers nachzustellen. Werde das dann mal genau titrieren. Mein Versuch muss aber noch etwas warten, da ich die nächsten zwei Wochen unterwegs bin.

So, nachdem Robert schon fleißig war, habe auch ich es heute Abend endlich geschafft, den Versuch durchzuführen. Ausgangswasser waren 4 Liter Wasser mit einer KH von 5,4°, ermittelt durch Titration (mit 0,1 molarer Salzsäure, Probevolumen 100 ml). Diesem Wasservolumen habe ich 0,56 ml Essigsäure (30 %) hinzugegeben; dabei fiel der pH von 8,2 auf 6,6.

Die zugeführte Menge an Essigsäure war so bemessen, dass rechnerisch die KH durch die Entkarbonisierung um 2,0° fällt -> erwartete KH nach Zugabe Essigsäure: 3,4°.

Die gemessene „KH“ (nach Austreibung der entstandenen Kohlensäure) lag dagegen bei 5,1° und damit um 1,7° deutlich höher als es durch den Entkarbonisierungseffekt zu erwarten gewesen wäre.

Für die gemessene KH (im Sinne von Hydrogenkarbonat) ergibt sich somit durch das Einbringen der Essigsäure, wie von mir vermutet, ein mehr oder weniger großer KH-Plusfehler. Grund für den „Messfehler“ ist das eingebrachte Acetat, das bei der KH-Messung mit gemessen wird, da die „KH“-Messung das gesamte Säurebindungsvermögen (in diesem Fall Summe der Karbonat- und Acetat-Ionen) erfasst.

Ich werde das Wässerchen mal die nächsten Tage weiter beobachten. Aktuell ist das Wässerchen noch ganz klar (siehe Anlage). Mal schaun, ob und wann sich bakteriell was tut.

Viele Grüße
Klaus

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Beitragvon Wuestenrose » 27 Okt 2016 04:41
Morgen…

Fino hat geschrieben:So, nachdem Robert schon fleißig war, habe auch ich es heute Abend endlich geschafft, den Versuch durchzuführen.

Hast Du vor der Titration die bei der Entcarbonisierung entstehende Kohlensäure ausgetrieben? Sie führt zu einem Minusfehler bei der Messung, d. h. die KH wird niedriger als tatsächlich gemessen, siehe dazu auch meinen hiesigen Beitrag.

Mein Salifert KH-Test besteht übrigens auch aus zwei Komponenten: Dem Indikator und der Säure, die getrennt voneinander dem Testwasser zugegeben werden.

Grüße
Robert
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Beitragvon nik » 27 Okt 2016 08:05
Hallo Klaus,

4 Liter ist gut, dann kannst du mit ein paar ml Aquarienwasser animpfen. Dann sollte/muss es eine Trübung geben. Da hatte ich kürzlich eine interessante Beobachtung. Abschließend zur dortigen Beschreibung, das Wasser wurde relativ schnell wieder klar, aber dafür hatte es dann eine ausgeprägte Kahmhaut. Da war die Ursache Urea, das läuft hoffentlich mit Acetat auch so.

Gruß, Nik
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