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Postby captain_msk » 28 Jan 2019 19:41

Probleme:

Wie lässt sich das Problem generell beschreiben? [z.B. Algen, schlechter Pflanzenwuchs, etc.]*

Seit jeher wachsen die Pflanzen schlecht bis gar nicht.

Wurden in letzter Zeit großartige Veränderungen am Aquarium durchgeführt? [z.B. Änderung der Düngung, des Lichts, der Technik, etc.]*

Keine Änderungen.

Allgemeine Angaben zum Becken:

Standzeit des Aquariums:* 3 Jahre

Größe des Aquariums [Maße (LxBxH in cm) & Bruttoliter]:* 300x70x70

Welcher Bodengrund (+ evtl. Nährboden) und Körnung:* 0,75-1,5mm Quarzsand

Sonstige Einrichtung [Wurzeln, Steine, etc.]* Zwei große Wurzeln

Beleuchtung:

Beleuchtungsdauer:* 14 Std.

Welche Lampen sind im Einsatz? [Angaben bitte mit Anzahl, Art (z.B. T5, LED, HQI, etc.), Reflektoren, Wattzahl, Farbtemperatur. Zum Beispiel 2x T5 24 Watt 865]*

LED Strips mit je 2900 Lumen max. Gedimmt auf 65%.
4x LED 5500K a 33W
4x LED 3500K a 33W
2x LED 6500K a 33W

Effektive Beckenlänge 260cm. Filterkammern werden nicht beleuchtet.


Filterung:

Welcher Filter ist im Einsatz? [Angaben bitte mit Hersteller und Modell. Zum Beispiel JBL CristalProfi e1500]*

Patronenfilter mit 5 Patronen a 50x10x10


Mit welchen Filtermaterialien ist der Filter bestückt?* Schaumstoffpatronen

Die Durchflussmenge des Filters in Liter/Stunde?* 3500 - 4000 Liter / Stunde

CO2 Anlage (falls vorhanden):

Art der CO2 Anlage [Bio CO2 oder Druckgas]:* Keine CO2 Anlage

Nachtabschaltung vorhanden?* Nein

pH Steuerung vorhanden?* Nein

Welche Farbe hat der Dauertest? Kein Dauertest vorhanden

Sonstige Technik (falls vorhanden):

Sonstige Technik (falls vorhanden) [z.B. Heizer, Bodenfluter, UVC-Klärer, Strömungspumpen] UVC-Gerät mit 36 Watt.
Als Filterpumpe dient eine Eheim 3500 StreamOn+
Wellrohr zum Heizen über Thermostat mit Fernfühler


Wasserwerte im Aquarium:

gemessen am:* 28.01.2019

Temperatur in °C:* 29

Welche Art Test wurde verwendet? [Angaben bitte mit Art (z.B. Teststreifen, Tröpfchentest, Fotometer), Hersteller]

Tr??pfchentest


pH-Wert: 7,5 - 8

KH-Wert: 4

GH-Wert: 4 (unklar)

Fe-Wert (Eisen): -

NH4-Wert (Ammonium): 0 mg/l

NO2-Wert (Nitrit): 0 mg/l

NO3-Wert (Nitrat): 25 mg/l

PO4-Wert (Phosphat): 1 mg/l

Düngung:

Wie wird gedüngt? [welches Produkt, Zeitpunkt, Mengenangabe, Düngesystem. z.B. Aqua Rebell Eisenvolldünger täglich 2ml]*

Keine Düngung.


Wasserwechsel:

Wie oft wird wie viel Wasser gewechselt:* 1 - 2 Wochen ca. 800 Liter

Wird reines Leitungswasser benutzt:*Ja

Wird das Wasser aufbereitet? Wenn ja bitte das Aufhärtesalz oder andere wasseraufbereitende Mittel angeben: nein

Pflanzenliste:

div. Anubias,
Wasserkelch
Papageienblatt
Amazonas Schwertpflanze


Zu wie viel Prozent (geschätzt) ist der Boden mit Pflanzen bedeckt?* 10 %

Besatz:

15 Diskus
40 Rotkopfsalmer
4 L190
3 L66
8 Corydoras Sterbai
5 Prachtschmerlen


Wasserwerte des Trinkwasserversorgers:

Leitungswasser KH-Wert:* -

Leitungswasser GH-Wert:* 11,4 dH

Leitungswasser Ca-Wert (Calcium):* 70 mg/l

Leitungswasser Mg-Wert (Magnesium):* 7,4 mg/l

Leitungswasser K-Wert (Kalium):* 3,0 mg/l

Leitungswasser NO3-Wert (Nitrat):* 3,7 mg/l

Leitungswasser PO4-Wert (Phosphat): -

Weitere Informationen und Bilder:


Hallo Forum,

ich war bislang stiller Mitleser, habe mich nun jedoch dazu entschieden aktives Mitglied zu werden. :smile:
Aufhänger ist mein geliebtes Becken, was pflanzentechnisch einfach nicht voran kommt. Ich habe seit jeher Probleme mit dem Wuchs und kann mir selbst nicht helfen.

Ich strebe, sofern die Umgebungsparameter dies zulassen, ein üppiges Pflanzenaquarium für seine Bewohner und Beobachter an. Aber außer Kümmerwuchs habe ich bislang nichts erreicht. Und sinnfreies Nachsetzen von Pflanzen möchte ich mir ersparen.

Nach dem hier vorhandenen KnowHow bin ich mir aber sicher, dass sich das Problem in den Griff bekommen lässt. Ich bin für jeden Ratschlag (und auch Kritik) dankbar.

Die Tests sind aktuell und nach bestem Wissen und Gewissen (bin leider Farbverwechsler) gemacht worden. Der PH-Test ist auch mit Tröpfchen ein Ratespiel. Den GH-Test muss ich vermutlich neu erwerben, da dieser gar keinen Farbwechsel zeigt.

Der letzte Wasserwechsel ist 2 Wochen her.

Gruß
Martin

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captain_msk
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Postby captain_msk » 29 Jan 2019 19:53
Hallo,

ich habe nun mit frischen Tropfentests CO2 und GH gemessen:
CO2: 12mg/l
GH: 7°dH

Ich hatte weniger CO2 erwartet. Da bei einem Diskusbecken 15mg/l nicht überschritten werden sollen, bin ich ja schon gut aufgestellt. Ist ein üppiges Pflanzenwachstum so überhaupt möglich?

Dank und Gruß
Martin
captain_msk
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Postby unbekannt1984 » 29 Jan 2019 20:14
Hallo Martin,

captain_msk wrote:Ich hatte weniger CO2 erwartet. Da bei einem Diskusbecken 15mg/l nicht überschritten werden sollen, bin ich ja schon gut aufgestellt. Ist ein üppiges Pflanzenwachstum so überhaupt möglich?

CO2 wird auch im Filter durch die Bakterien erzeugt. Gerade die Diskus verursachen wohl ein bisschen mehr Dreck als andere Fische.

Üppiges Pflanzenwachstum ist relativ... Wenn ich mir deine Pflanzen zur Zeit anschaue, dann scheint es bereits Mängel im Bereich der Mikronährstoffe zu geben (gelbe Blätter deuten auf Eisenmangel hin).

Die Pinselalgen (ich denke die bedecken da Anubias-Blätter) sprechen für weitere Mängel bei den Mikroelementen, Spurenelementen und ggf. zu starke Filterung. Hierzu solltest du zunächst folgenden Thread lesen: 10 Punkte gegen Rotalgen (Bartalgen, Pinselalgen, BBA).
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby Kejoro » 29 Jan 2019 20:30
Hi Martin,

bei Diskus kenne ich mich nicht großartig aus. Ich kann dir sagen, was es zum Wachsen braucht. Ob das mit der Scheibenhaltung vereinbar ist, musst du selber entscheiden.

Es gab hier im Forum mal einige Versuche Diskus und Pflanzenbecken zu vereinen. Bruno hat das ganz ordentlich gemacht. Hier seine Homepage.

Notwendig halte ich für dein Vorhaben einen Volldünger (Spurenelemente, SE). Ohen den wird's bei dem Licht nichts. Das Problem bei denen ist, dass diese meist auf synthetische Chelate basieren. UVC knackt diese und deine SE werden frei und können ausfallen. Eisen ist das klassische Opfer ^^ Ausfällungen von Mangan konnten auch schon nachgewiesen werden.
Da wirst du nicht drum herum kommen, den Volldünger wenigstens einmal, besser mehrmals am Tag zuzugeben. Das geht am einfachsten mit einer Dosierpumpe, aber Besserung müsste schon bei der täglichen, manuellen Zugabe zu sehen sein.
Bei den Massen an Wasser, die du da hast, kannst du dir auch überlegen, das SE-Konzentrat von Drak zu holen und Eisen+Mangan über entsprechende Salze zu ergänzen. Ist etwas Advanced, funktioniert aber :D
Ich würde am Anfang mit den normalen Düngern, wie Aquarebell Basic Eisen, Ferrdrakon, Kramerdrak starten, um die Probleme einzugrenzen.

Kalium wäre die nächste Baustelle. Dazu kannst du Kaliumsulfat nehmen. Bei deinen fast 1500l Wasser würde ich ohne Salze schon gar nicht mehr arbeiten wollen^^ Das gibt's bei Aquasabi. Bittersalz wäre auch so eine Option, um Magnesium nach oben zu drücken. Aber die meisten deiner Pflanzen müssten auch mit dem Ca:Mg-Verhältnis von 10:1 zurecht kommen. Das könntest du nach Bedarf auf bis zu 2:1 anpassen. Das darf auch gerne schrittweise angenähert werden.

Nach den Hintergründen der Anweisungsvorschlag:
- Volldünger besorgen und mit der empfohlenen Dosis starten (meist 1ml/10l) pro Woche. Bei dir wären das ca. 20ml täglich.
optional: - Wenn Besserung eintritt, Dosierpumpe zulegen für automatische, mehrmalige tägliche Dosierung. Schrittweise Volldünger bis kurz vor'm Mangel runterfahren (Kostenfrage).
- Bei weiteren Mängeln (je nach Schadbild) mit Magnesium und/oder Kalium ergänzen.
- Düngung kontinuierlich anpassen, wenn Kohlenstoff in den Mangel läuft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Pflanzen das nicht wegnuckeln können.

Sei dir aber bewusst, dass du hier Nährstoffbremsen löst und du damit auch Algen provuzieren kannst. Wenn dein Becken nicht stabil ist (im Sinne von algenunterdrückenden Biofilm), dann werden Algen auch wachsen. Sind schließlich auch nur Pflanzen. Viele Möglichkeiten, den Biofilm in seiner Reife zu unterstützen, hast du hier nicht mehr.

Schöne Grüße
Kevin
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Postby captain_msk » 29 Jan 2019 21:01
Hallo ihr beiden,

danke für die Hinweise. Ich werde mit der täglichen Volldüngeranwendung starten.
Ich werde mir Brunos Homepage ansehen. Die L190 und die Diskus erzeugen schon eine Menge "Dreck".

@Kevin
Was meinst du mit der Aussage "Schrittweise Volldünger bis kurz vor'm Mangel runterfahren (Kostenfrage)."?

Ich mache mich zu den genannten Themen etwas schlauer und werde die Fortschritte verfolgen.

Dank und Gruß
Martin
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Postby Kejoro » 29 Jan 2019 21:22
Hey Martin,

captain_msk wrote:Was meinst du mit der Aussage "Schrittweise Volldünger bis kurz vor'm Mangel runterfahren (Kostenfrage)."?
Nehme ich mal eine normale Volldüngung an, dann brauchst du knapp 7,5l davon im Jahr. Das sind grob 75€ nur für den Volldünger. Man kann mit weniger durchaus gutes Wachstum erreichen, gerade, wenn es einfachere Pflanzen sind, oder das Licht nicht so stark ist, oder ein anderer Nährstoff limitiert.
Bei meinen Pfützen juckt mich das nicht, die 300l Wasser sind schnell aufgedüngt und die Kosten sind sehr überschaubar.
Aber bei größeren Gewässern, würde ich da das "optimieren" anfangen und schauen, wie viel es mindestens zum Funktionieren braucht. NO3 und PO4 werden bei dir über's Futter genug reinkommen. Da kann es durchaus sein, dass du mit NO3 nicht nachweisbar noch gutes (mangelfreies) Wachstum hast, weil täglich hald doch was nachkommt und verbraucht wird. PO4 das selbe. Daher habe ich dir diese Dünger auch nicht nahegelegt^^

Ich bin gespannt, wie es wird.
Ggfs. könntest du auch Geringfilterung probieren. Einen erhöhten Keimdruck wird es bei der UVC Anlage ja nicht geben :D Aber dazu mehr, wenn es nötig ist, sofern überhaupt bei dem Besatz möglich.

Gute Nacht
Kevin
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Postby Wuestenrose » 29 Jan 2019 21:35
'N Abend...

captain_msk wrote:pH-Wert: 7,5 - 8

KH-Wert: 4

Fahr mal den pH-Wert 'nen Punkt runter. Bei KH 4 und und einem pH-Wert bis 8 kann nix gscheits dabei rauskommen.

Viele Grüße
Robert
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Postby captain_msk » 30 Jan 2019 07:49
Guten Morgen Robert,

Danke für den Hinweis. Ich werde mir einen filigraneren PH-Test besorgen. Der jetzige ist zu grob. Was wäre eine sinnvolle Maßnahme zum Senken? Bin leider noch sehr grün hinter den Ohren.

Dank und Gruß
Martin
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Postby unbekannt1984 » 30 Jan 2019 09:57
Hallo Martin,

captain_msk wrote:Danke für den Hinweis. Ich werde mir einen filigraneren PH-Test besorgen. Der jetzige ist zu grob. Was wäre eine sinnvolle Maßnahme zum Senken? Bin leider noch sehr grün hinter den Ohren.

also die Messwerte passen bei dir nicht so richtig zusammen: Bei 4° dKH und pH 8 ist man lt. Tabelle bei 1,2mg/l CO2. Einfach mal die CO2-Tabelle nach Krause googlen.

Damit sollte dann auch die Dreiecksbeziehung zwischen CO2, KH und pH-Wert klar sein - auf den pH-Wert kannst du also mit CO2 oder KH einwirken.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby Georg N. » 30 Jan 2019 14:58
Hallo Martin,

ui ui ui ui ui, das wird eine Herkulesaufgabe, das Becken geradezuziehen... Grundsätzlich wird es eine Menge Zeit, Geld und Nerven (Rückschläge) kosten. Die Frage ist: Was bist Du gewillt zu investieren...

Und selbst wenn Du alles optimiert hast, ist der (bei Diskus oft notwendige) riesen Filter noch eine Unwägbarkeit, der vieles wieder zunichte machen kann. Grundsätzlich hast Du da ein klasse Becken: Maße, Rückwand etc.

Da Du ja schreibst, dass Du "noch sehr grün hinter den Ohren" bist, weiß ich nicht, was Du für Vorkenntnisse hast. Diskushaltung und Pflanzen im Becken schließen sich nicht per se aus, aber es ist um einiges schwieriger, als "normale" Pflanzenbecken oder die "sterile" Diskushaltung. Zig Beispiele zeigen, dass es gut funktionieren kann, wenn man einige Besonderheiten beachtet.

Bevor Du Dich aber mit den Pflanzen beschäftigst, solltest Du an die Fische denken! Der Diskus ist ein Weich-/Sauerwasser-Fisch, auch knapp 100 Jahre Aquarienhaltung ändern daran nichts. Dein pH-Wert muss runter! Zwischen 6,5 und 7,0 wäre erstmal ein Bereich, der ok wäre (besser Richtung 6,5). Das erreichst Du u.a . durch Senkung der KH (Karbonathärte). Doch Vorsicht - allzuweit runter darf die KH auch nicht, um noch genug Puffervermögen zu haben. Hier könntest Du erstmal einen Bereich von ca. KH 1,0 bis KH 2,0 anstreben. Dann sollte der pH auch entsprechend in die richtige Richtung gehen. Den Rest könntest Du z. B. über eine (mäßige) CO2-Düngung erreichen.

Um weiches Wasser (mit geringer KH) zuzuführen, benötigst Du eine Osmose-Anlage, zumal Dein Leitungswasser nicht wirklich diskusgeeignet ist. Wenn ich mir allerdings die Maße Deines Beckens mit knapp 1.500 Brutto-Litern (wahrscheinlich 1.200 - 1.300 Netto-Liter) anschaue, brauchst Du eine Osmose-Anlage, die diese (Wechsel-) Wassermengen auch bewältigen kann. Ich glaube, das Maximum was es z. Zt. (einigermaßen bezahlbar) gibt, sind 800 GPD-Anlagen (GPD = Gallons per Day).

Eine Gallone sind ca. 3,8 Liter, d. h. die schafft dann grad mal ca. 3.000 Liter pro Tag, eher weniger, da diese Angaben nur unter optimalen Laborbedingungen gelten. Bei ca. 1.300 Netto-Litern und ca. 50 % WW wöchentlich brauchst Du ca. 650 Liter Wechselwasser. Bei einer (angenommenen) KH von 8°KH des Leitungswassers, benötigst Du (wenn Du auf KH2 kommen willst) 3 Teile Osmosewasser auf 1 Teil Leitungswasser. Das sind grob 500 Liter Osmosewasser bei wöchentlichem WW von 50 %! Oder Du machst den WW täglich (kann man auch automatisieren), dann sinds ca. 70 Liter Osmosewasser täglich.

Dann kommt evtl. noch die Zwischenlagerung des Osmosewassers hinzu, wofür Du Behälter mit entsprechendem Volumen benötigst. Es sei denn, Du gibst das Osmosewasser direkt ins Becken - hierbei muss man aber den Temperaturunterschied beachten, das kommt ja kalt aus der Leitung... Das kommt eigentlich nur bei täglichem (weil weniger) Wasserwechsel in Betracht, damit die Temperatur nicht so weit runter geht.

Informiere Dich hierzu (Osmose-Anlage) erstmal zu Möglichkeiten, Platzbedarf und Kosten. Das ist zwar der größte Brocken, aber ohne wirds auf Dauer sehr schwer bis nicht möglich, das Becken diskus- und pflanzengerecht zu bekommen. Danach kann man an eine Kohlenstoffversorgung (CO2) und Düngeroptimierung denken. Es gibt auch Wege um Eisendüngung (Spurenelemente) und UV-Klärer gemeinsam im Diskusbecken zu realisieren (praktiziere ich selbst).

Übrigens: Lasse "wenn Du noch grün hinter den Ohren bist" lieber die Finger von KH-Senkern, HCl und solchen Geschichten um die KH zu senken. Damit kannste zuviel kaputt machen.

Was Du aber jetzt schon mal machen könntest: das Licht von 14 Stunden tgl. auf 12 Stunden tgl. reduzieren. 14 h ist zu lang.

Gruß Georg
Gruß Georg
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Postby captain_msk » 30 Jan 2019 18:46
Guten Abend Georg,

danke für deine Anregungen. Ich bin durchaus Bereit Nerven und Zeit zu investieren. Das gesetzte Ziel ist klar. Jetzt geht es darum, die passenden Mittel aufzuwenden.

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken eines vollautomatischen Wasserwechsels. Da käme eh nur täglich in Betracht. Bisher habe ich das aber nie in Kombination mit den Osmoseanlagen betrachtet. Das ist eine gute Idee. Ich werde mich zu den Anlagen schlau machen und schauen wie und wo ich diese technisch installiere. Wohnzimmergeeignet werden die vermutlich nicht sein, weil zu laut. (?) Evtl. schließe ich die im Keller an und lasse das Wasser direkt ins Aquarium laufen.

Kannst du mir noch kurz die Gründe für die Reduzierung der Beleuchtungszeit erläutern? Ich arbeite mit einem TC420 zur Steuerung. Sonnenauf- und -untergang dauern je eine Stunde bis zur vollen (65%) Beleuchtung. Dennoch auf 12 Stunden reduzieren?

Dank und Gruß
Martin
captain_msk
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Postby Georg N. » 31 Jan 2019 14:16
Hallo Martin,

das hört sich doch schon mal gut an :thumbs: und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Bzgl. Licht:
Erstens haste Algen, die zum Wachsen Licht brauchen. Zweitens hast Du keine Mikrodüngung, womit den Pflanzen zum Wachsen wichtige Nährstoffe fehlen. Das machen sich die Algen zunutze, denn sie haben ja ausreichend andere Nährstoffe (Makros wie NO3, PO4 etc.) zur Verfügung. Wenn Du hier mal über einige Freds ließt, wirst Du sehen, dass wenige überhaupt nur 12h Licht haben, die meisten sogar weniger. Und bei den meisten funktionieren die Becken algenfrei. Und drittens: Am Amazonas ist der Tag ziemlich genau 12h lang und das ganzjährig (da am Äquator). Warum davon abweichen, wenn es sich bewährt und sich die Evolution über Millionen Jahre daran angepasst hat...?

Den TC420 nutze ich auch zur Lichtsteuerung. Ich lasse das Licht eine Stunde hochdimmen und eine Stunde runterdimmen. Dazwischen 10h Licht (gesamt also 12h). Wenn Du Dein Becken morgens und abends sehen willst, denke über eine Lichtpause (Mittagspause) nach, in der das Licht aus ist. Das machen auch einige und offensichtlich funktioniert es. Damit habe ich allerdings keine Erfahrung, weiß nur, dass es grundsätzlich möglich ist.

Dein Licht sollte grundsätzlich ausreichen. Deine 29.000 Lumen ergeben auf den ersten Blick zwar nur 20 lumen/liter, aber unsere großen Diskus-Pötte kannste nur bedingt mit den kleinen Pfützen, die hier sonst so üblich sind (30-100 Liter) vergleichen (ist keine Wertung in irgendeiner Form). Die rechnen hier nach den Brutto-Litern, das ergibt meiner Erfahrung nach zuviel Licht für Diskusbecken. Du musst in Deinem Fall ja erstens davon ausgehen, dass Du die Beleuchtung "nur" über eine Länge von 260 cm hast und dann haste noch die Rückwand drin, die Dir auch wieder Volumen vom vorderen bepflanzten Bereich weg nimmt. Sollte es später wirklich zuwenig Licht sein, wäre eine zusätzliche Lichtleiste schnell installiert.

Zur Osmoseanlage/WW: Laut ist relativ... Die Druckerhöhungspumpe hört man schon, ins Schlafzimmer würde ich sie mir nicht gerade hängen :wink: Ich habe sie bei mir in einer kleinen Besenkammer neben dem Becken und tagsüber muss ich dann die Tür aufmachen um überhaupt zu hören, ob sie an ist.

Das Problem ist eher ein anderes: Es sollten (Kalt-)Wasser Zufluss und ein Abfluss in der Nähe sein, sonst musst Du Wasserleitungen dorthin legen. Weiterhin benötigst Du einen Beckenablauf für autom. WW., also eine Tankdurchführung im Becken, von wo das Wasser ablaufen kann. Dieser Ablauf sollte NICHT direkt mit der Kanalisation verbunden sein, wegen der Gefahr der Rückverkeimung.

Ich habe das bei mir so realisiert, dass ich das Wechsel-Beckenwasser über eine Verrohrung in einen "Bottich" (Volumen ca. 70 Liter, man kann auch ein altes Becken nehmen) direkt unter dem Becken laufen lasse (keine direkte Verbindung, sondern das Ablaufrohr ist auch bei vollem Bottich immer ÜBER dem max. Wasserstand des Bottichs), von wo es dann, sobald der Bottich voll ist, mittels Pumpe in die Kanalisation gepumpt wird. Hört sich jetzt komplizierter an, als es ist - ist nur schwer in Worten zu beschreiben.

Dazu braucht man einige Magnetventile, Wasserstandssensoren und eine Steuerung hierfür. Als Steuerung kann man einen GHL Profilux nehmen (und viel Geld dafür ausgeben) oder sich mittels Siemens Logo die Steuerung selbst basteln. Zur Not gingen wahrscheinlich auch mehrere Zeitschaltuhren, die müssten dann aber minutengenau sein und alle immer die exakt gleiche Zeit anzeigen (glaube das nennt sich DCF-Funk). Die kämen allerdings auch wieder viel teurer (weil mehrere) als eine Siemens Logo.

Wie ist denn die KH Deines Leitungswassers? Hast Du die Werte des Versorgers bzw. mal selbst gemessen?
Gruß Georg
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Postby captain_msk » 31 Jan 2019 21:03
Hallo Georg,

danke für die ausführlichen Informationen.

Das Licht dimme ich derzeit mittags zwei Stunden runter, allerdings nur auf 40%. Ganz abschalten wäre vielleicht auch eine Variante. Ich überlege mir da noch etwas. Zumindest habe ich nun den Hintergrund des Ganzen verstanden.

Zu Osmoseanlagen habe ich mir bereits einiges angesehen. Bin nun am Planen, wie ich die Verrohrung sinnigerweise anstelle. Der Ablauf aus dem Becken hat mich bislang auch beschäftigt. Die Idee mit dem Zwischenbehälter finde ich gut. Eine Idee war, einen Mauerdurchbruch zu machen und an das Fallrohr der Regenrinne zu gehen. Aber dann besteht natürlich auch die Keimproblematik.
Weiß auch noch nicht, ob eine "Direkteinspeisung" oder Zwischenpufferung mittels Regentonnen im Keller der Stein der Weisen ist.

Die Steuerung ist nicht das Problem. Bin selbst Programmierer und habe im Embedded-Bereich ein wenig Erfahrung. Mein Vater ist Elektroniker. Das bekommen wir dann schon hin. Und meine Frau unterstützt mich ebenfalls - ist ja auch nicht so häufig.

Meine selbst gemessene KH liegt bei 4. Von den Stadtwerken bekomme ich diesen Wert leider nicht. Derzeit versuche ich noch einen genaueren PH-Test zu bekommen.

Dank und Gruß
Martin
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Postby Georg N. » 01 Feb 2019 13:52
Hi Martin,

wenn Du Ahnung von Programmierung hast, wird Dir das mit der Steuerung auch relativ leicht von der Hand gehen. Das hat mich, als damals absolut Ahnungslosem, ne Menge Zeit und Nerven gekostet. Aber mittlerweile läuft alles bereits schon ca. 3 - 4 Jahre problemlos :gdance:

"Den Stein der Weisen" wirste nicht finden - Du kannst aber den für Dich besten Kompromiss eingehen. "Direkteinspritzung" wie auch "Zwischenlagerung" haben jeweils Vor- und Nachteile. Um Dir mal "eine" (nicht "die") Möglichkeit aufzuzeigen, hab ich Dir mal einige Fotos angehängt wie ich es bei mir realisiert habe.





Legende:
1 = Sicherungsventil (NO), verbunden mit Wasserstandssensor 9. Wenn der Wasserstand zu hoch ist, geht dieses Ventil zu, um den Bottich nicht überlaufen zu lassen.
2 = Ablaufventil a (NC). Wird über die Logo gesteuert. Bei autom. WW geht das Ventil zeitgesteuert auf.
3 = Ablaufventil b (NC). Wie bei 2, nur zur zusätzlichen (dopppelten) Absicherung, falls Ablaufventil a defekt sein sollte ziehts mir nicht das Becken leer.
4 = Auslauf Ablaufrohr aus dem Becken -> wichtig: ÜBER dem max. Wassterstand des Bottichs (Rückverkeimung). WEiterhin wichtig: Die Höhe des Ablaufrohres im Becken sollte nicht allzu niedrig sein. Wenn die Ventile mal kollektiv versagen, zieht es Dir sonst das gesamte Becken leer. Ich habe es von der Höhe im Becken so positioniert, dass es max. 100 Liter rausziehen kann --> zusätzliche manuelle Absicherung.
5 = Notüberlauf-Rohr aus dem Becken. Zusätzliche (manuelle) Absicherung, falls die Technik mal versagen sollte und Wasser ins Becken läuft und läuft und läuft...
6 = Sieb zum Schutz der Magnetventile, damit die nicht durch Schmutz zusetzen.
7 = Zusätzlicher manueller Ablauf, wenn ich mal schnell nen Eimer Beckenwasser brauche (ist schwenkbar).
8 = Ablaufrohr in die Kanalisation (mit Rücklaufventil ausgestattet).
9 = Oberer Sicherheits-Wasserstandssensor. Geht an, wenn der Wasserstand im Bottich zu hoch wird und schaltet dann das Sicherungsventil 1.
10 = Normaler Wasserstandssensor, bei dem die Pumpe 12 angeht und das Wasser in die Kanalisation pumpt.
11 = Normaler Wasserstandssensor, bei dem die Pumpe 12 ausgeht, damit sie nicht Luft zieht und kaputt geht.
12 = Pumpe in die Kanalisation.

Somit ist alles doppelt und dreifach abgesichert. Hatte noch nie Überschwemmung. Die Technik wird ein bis zweimal im Monat auf Funktion geprüft - ist ne Sache von 3 Minuten. Sensoren kurz manuell auslösen indem ich sie kurz hochziehe und hören ob die Ventile klacken... Das wars.

Magnetventile habe ich diese genommen:
https://www.amazon.de/BACOENG-AC230V-Messing-Elektrisches-Magnetventil/dp/B01054IG5G?th=1
Nein, diesmal ist China-Zeugs tatsächlich besser als "Made in Germany". Die deutschen Markenventile, die ich ursprünglich hatte, gingen nach 5 bzw. nach 9 Monaten kaputt. Diese China-Dinger halten jetzt bereits ca. 2-3 Jahre und sind viel billiger!

Allerdings, solltest Du keine Durchbohrung im Becken haben und diese Möglichkeit für Dich auch nicht in Betracht kommen, könntest Du mit einer Pumpe hinter Deiner Rückwand das Wasser aus dem Becken pumpen. Allerdings musst Du dann auch noch ein Magnetventil zwischenschalten, da, wenn die Pumpe erstmal Wasser rausgepumpt hat, auch im ausgeschalteten Zustand der Pumpe weiter Wasser läuft, falls die Pumpe höher platziert ist, als der Bottich/Kanalisation. Wäre ne Möglichkeit, Beckenbohrungen zu umgehen. Aber dann hättest Du auch keinen Notüberlauf im Becken und somit keine manuelle Absicherung, falls die ganze Technik mal versagt...

Die KH Deines Leitungswassers benötigst Du, um den Mengenanteil des Wechsel-Osmosewassers und des Wechsel-Leitungswassers berechnen zu können.
Gruß Georg
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Postby captain_msk » 01 Feb 2019 22:02
Hallo Georg,

die Bilder und deine Beschreibung sind sehr informativ. Danke.
Kannst du mir etwas zu deinem Zulauf erzählen? Machst du das als "Direkteinspritzung"? Wie viel wechselst du in welchen Intervallen? Evtl. kannst du mir dann noch etwas zu deiner Osmoseanlage erzählen. Habe zwar schon einiges gelesen, aber Berichte aus der realen Welt finde ich dann doch sehr wertvoll.

Derzeit plane ich mit meiner Frau den Aufbau. Wir würden die Osmoseanlage im Keller installieren und müssten dann ca. 10 Meter Rohr legen. Gäbe es hier Probleme bzgl. der Keime? Vermutlich nicht, oder? Kann man Kupferrohr nehmen oder sollte es PVC sein?

Dank und Gruß
Martin
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