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Postby moskal » 09 Oct 2018 20:25
Hallo Wolfgang,

wie ich geschrieben habe:

was bei mir das meiste gebracht hat ist eine Zeit lang weniger und nicht kürzer Licht und dann die Pflanzen wieder an stärkeres Licht gewöhnen.

Das meint keine Dunkelkur oder Verkürzung der beleuchtungsdauer sondern eine Reduzierung der Lichtstärke. Das hat bei mir funktioniert und hat keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.

Grünalge umfasst viele viele tausend Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen. Das versuche ich die ganze Zeit zu erklären. Da gibt es welche bei denen Dunkelkur was bringt (die ohne Dauerstadien) und welche bei denen das sinnlos ist (die mit Dauerstadien). Welche du hast kannst du per Dunkelkur rausfinden. Aber eins kann man sicher sagen: Die allgemeine Ausage, daß bei Grünalgen pauschal eine Dunkelkur sinnlos sei ist falsch.

Gruß, helmut
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Postby nik » 09 Oct 2018 20:49
Hallo Wolfgang,

herzlich willkommn im Flowgrow. Ist für dich zwar nicht schön, aber die verschiedenen Sichten finde ich gut. Denen füge ich meine noch hinzu. ^^
netwolf wrote:Eine konkrete Bestimmung der Alge ist da wohl für mich als Laien ein Ding der Unmöglichkeit.
Die Frage ist ob es Sinn macht, im Algen-Subforum oder sonstwo mal zu fragen ob sie jemand kennt.
Oder ist eine Bestimmung eher von rein akademischem Interesse, da die Behandlung bei allen Arten von Grünalgen ohnehin gleich ist?

Rein akademisch! ^^ Mich interessieren Algen gar nicht mehr, denn es reicht ein paar Dinge zu beachten und dann können Algen samt und sonders nicht mehr. Das gilt auch für Fadenalgen. Die mögen mühsamer sein, aber auch die reagieren auf eine vollständige Nährstoffversorgung irgendwann mit ihrem Ableben.
Die Ausnahme ist Cladophora spec., der kommt man über Nährstoffe nicht bei, dafür reagiert sie zuverlässig auf AlgExit.
We are united in our differences! :bier:

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby netwolf » 09 Oct 2018 22:02
Hallo helmut,

ja, da habe ich wohl die Vielfältigkeit der (Grün)algen immer noch bei weitem unterschätzt.
Liegt vermutlich auch daran dass man - außerhalb von flowgrow - sehr sehr oft Generalisierungen in Bezug auf Algen liest, so im Sinne von "Pinselalgen kommen von zu viel Fe", "Fadenalgen bedeuten zu wenig NO3" etc. und ich als relativer Neuling wohl doch noch nicht ganz immun gegen diese doch irgendwo verlockenden Vereinfachungen höchst komplexer Sachverhalte bin.
Danke für den nochmaligen Hinweis, ich werde jetzt gleich erstmal eine der beiden Nano-LEDs ausstecken und die verbleibende in die Mitte setzen.

Grüße
Wolfgang
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Postby netwolf » 09 Oct 2018 22:20
Hallo nik,

in der Tat finde ich unterschiedliche Sichten auch sehr interessant und herausfordernd.
V.a. aber erfreut mich immer wieder der Moment, an dem sich scheinbare diametrale Gegensätze auf einer anderen Ebene oder aus einer anderen Perspektive dann doch unerwarteter Weise vollkommen harmonisch vereinen lassen.
Von diesem Punkt bin ich im konkreten Kontext noch weit entfernt, ich weiß aber aus Erfahrung dass es meist nicht an einem Übermaß sondern ganz in Gegenteil an einem Defizit an (scheinbar widersprüchlichen) Informationen liegt, dass sich noch kein Gesamtbild einstellt. Das ist ja imho auch das Schöne am Lernen und der Erkenntnis, die daraus entstehen kann.
Aber ich schweife ab, ist wohl doch schon spät...

Ich habe schon viele Beiträge von die gelesen, u.a. natürlich bzgl. Geringfilterung, aber auch den Thread zur Pflege der Mikroflora, und war immer wieder erstaunt und ehrlich gesagt auch ein wenig neidisch, wie du so einen algenresistenten Zustand erreichen kannst.
Nicht zuletzt aufgrund deiner Beiträge habe ich mich auch mit PO4 sehr stark zurückgehalten, weiß aber nicht ob ich das nicht gerade beim Einlaufen doch etwas übertrieben habe (und auch noch nicht richtig verstanden) und mir dies jetzt auf den Kopf fällt, da ich das Becken so gesehen nicht 'von Anfang an belastet habe' und die Pflanzen zu lange und zu früh in einem Mangel wachsen mussten.

Mittlerweile glaube ich, die vollständige Nährstoffversorgung mindestens erreicht zu haben, und fürchte eher über das Ziel hinausgeschossen zu sein.
Das soil kann und will ich nicht mehr duch Sand ersetzen, der Nano-Eckfilter kommt denke ich einer Geringfilterung schon sehr nahe, und für meine Mikroflora versuche ich mit den Microbe-Lift-Produkten (Bio-Carbon ist unterwegs) mangels eines super-stabil laufenden Beckens als Quelle mein Bestes zu tun.
Ich würde mich aber natürlich freuen wenn du einen kurzen Blick nicht nur auf die Algen, sondern auch auf die Pflanzen und Wasserwerte werfen könntest und mir sagst, was deiner Ansicht nach am dringendsten zu tun ist
(please be gentle, I'm still learning...).
Lichtstärke istreduziert auf die Hälfte und Nitrat-Düngung fahr ich auch radikal zurück.

Schönen Abend noch und eine gute Nacht,
Wolfgang
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Postby nik » 10 Oct 2018 08:11
Hallo Wolfgang,

netwolf wrote:in der Tat finde ich unterschiedliche Sichten auch sehr interessant und herausfordernd.
V.a. aber erfreut mich immer wieder der Moment, an dem sich scheinbare diametrale Gegensätze auf einer anderen Ebene oder aus einer anderen Perspektive dann doch unerwarteter Weise vollkommen harmonisch vereinen lassen.

Yep, das ist oft so. Im speziellen Fall hat mich Helmuts Sicht ... hm ... schon ein wenig erstaunt und ich bin mir sicher, dass es eben diese gemeinsame Ebene gibt. Ich führe das auf unterschiedliche Ansätze zurück.

... ich weiß aber aus Erfahrung dass es meist nicht an einem Übermaß sondern ganz in Gegenteil an einem Defizit an (scheinbar widersprüchlichen) Informationen liegt, dass sich noch kein Gesamtbild einstellt. Das ist ja imho auch das Schöne am Lernen und der Erkenntnis, die daraus entstehen kann.

Yep, und das hört nicht auf.

Ich habe schon viele Beiträge von die gelesen, u.a. natürlich bzgl. Geringfilterung, aber auch den Thread zur Pflege der Mikroflora, und war immer wieder erstaunt und ehrlich gesagt auch ein wenig neidisch, wie du so einen algenresistenten Zustand erreichen kannst.

ja und das hübsche daran ist, diese Algenminimierung, die allgemeine Resilienz war nie meine Absicht! Es ergab sich einfach und übertraf deutlich meine Erwartungen. Ich schreibe nur noch von Algen, weil die bei anderen so oft so eine Rolle spielen, mich interessieren sie nicht mehr. Ich habe sie zu oft und zuverlässig verschwinden sehen. Es ist nicht mehr als eine vollständige Nährstoffversorgung, ich habe eine Betonung in Mg und Spurenelemente, das ist noch nicht zu ende, desweiteren die Pflege der Mikroflora und eine Verlagerung derselben so weit wie möglich aus dem Filter in das Becken.

Nicht zuletzt aufgrund deiner Beiträge habe ich mich auch mit PO4 sehr stark zurückgehalten, weiß aber nicht ob ich das nicht gerade beim Einlaufen doch etwas übertrieben habe (und auch noch nicht richtig verstanden) und mir dies jetzt auf den Kopf fällt, da ich das Becken so gesehen nicht 'von Anfang an belastet habe' und die Pflanzen zu lange und zu früh in einem Mangel wachsen mussten.

Phosphat ist eine interessante Geschichte und ich habe den Verdacht, dass diese Minimierung das Einfahren begünstigt. Mit tonigen Soils wird das spezieller, da das PO4 erheblich binden kann. Es ist aber im Grunde auch eine einfache Geschichte, weil ein P-Mangel eindeutig zu erkennen und dann leicht zu beheben ist.

Mittlerweile glaube ich, die vollständige Nährstoffversorgung mindestens erreicht zu haben, und fürchte eher über das Ziel hinausgeschossen zu sein.

Kann ich dich beruhigen, mit zu reichlich Nährstoffen kann man erstaunlich wenig kaputt machen, mit Mängeln wird das deutlich häufiger zum Problem.

Das soil kann und will ich nicht mehr duch Sand ersetzen, der Nano-Eckfilter kommt denke ich einer Geringfilterung schon sehr nahe, und für meine Mikroflora versuche ich mit den Microbe-Lift-Produkten (Bio-Carbon ist unterwegs) mangels eines super-stabil laufenden Beckens als Quelle mein Bestes zu tun.

Das BC ist ein sehr gutes Pflanzenspeed, färbt allerding das Wasser bei zu geringen Wasserwechseln.
Alles gut. Bei der Filterung muss man sich vor allem erst einmal von den üblichen Vorstellungen lösen. Ich habe nur noch gerührte Becken. Filtern braucht es im schwach besetzten Pflanzenaquarium im Regelfall nicht.

Ich würde mich aber natürlich freuen wenn du einen kurzen Blick nicht nur auf die Algen, sondern auch auf die Pflanzen und Wasserwerte werfen könntest und mir sagst, was deiner Ansicht nach am dringendsten zu tun ist
(please be gentle, I'm still learning...).

Muss ich nicht. Schwierig ist sich zu etwas zu entscheiden und wenn du das so machst wie ich es umfangreich beschreibe, darauf zu vertrauen, dass das im Grunde so simpel ist und auf Dauer funktioniert. Ob und wie du dich entscheidest ist dein Ding, da werde ich dich nicht beeinflussen. Das schöne ist, es ist reproduzierbar, was andere schon bestätigt haben, die einfach ohne mich gemacht und mir erst hinterher Rückmeldung gegeben haben. So ein stabiles Aquarium ist immer wieder faszinierend und macht süchtig. Ich traue dir das zu. Es ist ja nicht so, dass Aquaristik nicht auch anders funktionierte. Muss halt auch zu einem passen. Wenn ich es für mich nicht so übersichtlich gestaltet hätte, hätte ich vieles nicht verstehen können.

Lichtstärke istreduziert auf die Hälfte und Nitrat-Düngung fahr ich auch radikal zurück.

Nur der Vollständigkeit halber, wichtiger ist die Beleuchtungsdauer, wobei kürzer beim Einfahren günstig ist. In der Zeit kann man sogar sehr reichlich Licht draufgeben, Hauptsache der Nährstoffbedarf ist gedeckt. Ich beleuchte also kurz und stark. Das lässt sich auch erklären. Wenig bis kein Licht ist günstig für die Entwicklung der Mikroflora, denn das Licht sorgt für die unerwünschten Erscheinungen Algen, Cyanobakterien. Ohne Licht geht es aber wegen der Pflanzen nicht. Im Grunde fährt man also mit so wenig Licht wie möglich ein und so, dass es den Pflanzen noch bekommt.
Und von der N-Reduktion rate ich dringend ab. Es mag mit den Fadenalgen dauern, aber immer genug N ist Voraussetzung. Die vollständige Nährstoffversorgung ist allgemeingültig, immer, von Beginn an.

Viel Erfolg und viel Spaß!

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby netwolf » 10 Oct 2018 10:47
Hallo Nik,

wie gern hätte ich diese von dir angesprochene Resilienz, oder einfach nur einen befriedigenden status quo.

"Leider" scheint es mir auch immer mehr so zu sein, dass ich eigentlich nichts wirklich Gravierendes falsch gemacht habe (oder die zumindest nicht erkenne!), sich aber trotzdem das Becken nicht so entwickelt wie ich es gern hätte.
Da ich noch nicht das Gespür dafür habe was die Pflanzen brauchen (hab sie ja alle das erste Mal) nehme ich den Umweg über das regelmäßige Messen der Werte, aber diese wirken auf mich im Grunde ziemlich in Ordnung (siehe den angehängten Messzettel).
Das einzige was ich mir vorstellen könnte ist dass ich mit Mg noch etwas zu zögerlich bin.
Naja, und dass mein LW etwas zu hart und zu basisch ist, aber das kann ich so schnell nicht ändern, und wenn ich mich daran aufhänge mach ich mein Problem irgendwo zu etwas Schicksalshaftem und habe damit sowieso schon verloren.
Ich hatte beim Einfahren nur 6 h Licht, habe PO4 limitiert bzw. minimiert, filtere _einigermaßen_ gering (der Dennerle Eckfilter erscheint mir nicht unbedingt performant mit diesem dünnen und flächenmäßig rel. kleine Flies) und versuche, die Mikroflora bei Laune zu halten, soweit dies halt ohne Animpfen von einem guten Becken möglich ist.

An Düngern verwende ich den AR GH Boost N, AR PO4 und AR Mikrobasic Eisen, dazu noch Bittersalz und gelegentlich ein wenig Mironekuton zum Drüberstreuen (und zu Beginn noch EasyLife Nitro).
Auch ein Seemandelbaumblatt ist fast immer im Becken, und seit 3 Wochen eben auch noch ML Special Blend.
[off-topic: sind die Bakterien vom ML SB nicht tlw. photosynthetisch aktiv, sollten die also nicht von viel Licht profitieren?]
Vielleicht braucht das Becken auch mehr von dem ML SB als lt. Anleitung, um es in die richtige Richtung zu schieben, ich habe damit ja erst nach ca. 10 Wochen begonnen und nicht gleich beim Einfahren?

NO3 ist mittlerweile fast grenzwertig hoch (bis 30 mg/l), PO4 hab ich 2 Mal auf 1,0 mg/l stoßgedüngt, und Fe war beim letzten Messen nach 1 Woche immer noch bei 0,1 mg/l.
K ist (unfreiwillig?) mehr als genug vorhanden, Ca ebenfalls durch LW, beim Mg hab ich noch ein wenig nachgeholfen.

Auch CO2 ist zw. 25 und 35 mg/l, wenn auch durch die Nachtabschaltung nicht konstant über den Tag.
(hab allerdings sogar schon einen weitere Zeitschaltuhr angeschafft, damit ich das CO2 1 h vor dem Licht starten kann, um den Pflanzen vom Aufwachen weg gute Bedingungen bieten zu können.

Was ich damit sagen will: ich weiß offen gesagt nicht wirklich, wo bzw. womit ich die Pflanzen bzw. das ganze Becken noch weiter unterstützen kann :?

Grüße
Wolfgang
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Postby unbekannt1984 » 10 Oct 2018 11:44
Hallo Wolfgang,

netwolf wrote:Ich hatte beim Einfahren nur 6 h Licht, habe PO4 limitiert bzw. minimiert, filtere _einigermaßen_ gering (der Dennerle Eckfilter erscheint mir nicht unbedingt performant mit diesem dünnen und flächenmäßig rel. kleine Flies) und versuche, die Mikroflora bei Laune zu halten, soweit dies halt ohne Animpfen von einem guten Becken möglich ist.

also beim Licht bin ich (soweit ich mich erinnern kann) nie bis auf 6h runter gegangen, einzige Ausnahme war eine Dunkelkur (gegen Cyanos/Blaualgen). Deswegen würde ich deine Probleme jetzt nicht unbedingt auf zu viel Licht in der Einlaufphase schieben.

Was den Dennerle Nano-Eckfilter angeht hast du Recht: Mit dem Filtervlies kann der nicht so viel machen. Es gibt jedoch ein paar Basteleien und das Filtermodul. Deswegen ein klein wenig Werbung (in eigener Sache): Dennerle Nano Eckfilter Umbauten - dort kannst du dir ein paar Anregungen holen oder evtl. auch (später) deine Basteleien vorstellen.

Mikroflora/Biofilm gibt es neben den Microbe-Lift Produkten auch "hausgemachte" Alternativen. Literaturempfehlung an dieser Stelle: Der Thread zum Kompostaufguss.

Was ich damit sagen will: ich weiß offen gesagt nicht wirklich, wo bzw. womit ich die Pflanzen bzw. das ganze Becken noch weiter unterstützen kann :?

Die meisten Änderungen benötigen Zeit. Es hat keinen Sinn dann jeden 2ten Tag wieder an der Düngung etc. herumzuspielen - falls dann doch einmal eine positive Entwicklung einsetzen sollte, kann man Diese dann nicht klar zuordnen.

Von daher braucht es ebenfalls Geduld.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

"Which mindset is right? Mine, of course. People who disagree with me are by definition crazy. (Until I change my mind, when they can suddenly become upstanding citizens. I'm flexible, and not black-and-white.)" (Linus Torvalds)
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Postby netwolf » 10 Oct 2018 14:20
Hallo Torsten,

danke für den link zum Filter-upgrade!
Ich denke auch dass dieser Filter noch durchaus ausbau-fähig ist.
Da mein Besatz mit den paar Garnelen und Schnecken allerdings sehr gering ist glaube ich nicht dass ich _im Moment_ da viel ändern muss.
Aktuell habe ich nur den Garnelen-Schutz dran, da ich eigentlich hoffe dass sich die Red Fire bald mal zu vermehren beginnen. Zwei Mädels hatten auch schon mal Eier an den Beinen, irgendwie ist da aber offenbar nichts daraus geworden.
Hab den link auf jeden Fall mal gebookmarked.

Den Kompost-thread hab ich gelesen, sehr interessant und vielversprechend!
Als Bewohner einer Wohnung in der Großstadt habe ich leider nicht wirklich Zugang zu hochwertigem Kompost.
Am ehesten könnte ich noch Bodengrund aus einem mehr oder weniger nahegelegenen Teich besorgen, allerdings wird dieser im Sommer ziemlich heftig bebadet, mit allen Nebenwirkungen wie Sonnencreme etc.
Daher hab ich mich bisher nicht getraut, den Bodengrund von dort ins Becken zu geben, aber vermutlich wird das mein nächster Versuch werden (zum Baden ist's ja auch schon längere Zeit zu kalt).

Und ja, das Thema Geduld ist eine ziemliche Herausforderung für mich. Als Informatiker bin ich es gewohnt dass die Dinge sofort das tun was ich ihnen sage, was auch immer das ist :smile:
Nichts dass deshalb alles immer gleich funktioniert, ganz und gar nicht, aber ich weiß praktisch immer dass - und früher oder später auch wie - ich es so ändern kann wie ich will, und Geduld muss ich dabei nur aufbringen solange der Compiler eine neue Version erstellt.
Du hast aber sicherlich völlig Recht damit dass dies bei Aquarien so einfach nicht läuft, und ich tatsächlich Geduld aufbringen und auch für Stabilität sorgen sollte.
Hab mir jetzt auch mal angesehen was ich an Dünger die letzten Monate jeweils zwischen den WW ins Becken geschüttet habe, und das ist schon ein ziemliches Auf und Ab bei einigen Werten, also nicht unbedingt die Kontinuität die das Becken vermutlich brauchen würde.

Gruß
Wolfgang

P.S.: findest du/ihr dass meine Pflanzen (abgesehen von den Algen auf ihnen) "gut" und gesund aussehen, oder machen sie den Eindruck dass ihnen etwas fehlt? Mir ist schon klar dass Marsilea kein Hornkraut ist, aber trotzdem hab ich den Eindruck dass sie seit einiger Zeit stagnieren, und auch diese braunen Stellen wirken nicht so gehörten sie zum gesunden Wuchs. Auch die Rotalas erreichen jetzt nach 10 Wochen erst vereinzelt die Oberfläche, sollte da nicht auch mehr Längenwachstum vorhanden sein?
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Postby unbekannt1984 » 10 Oct 2018 14:54
Hallo Wolfgang,

netwolf wrote:Und ja, das Thema Geduld ist eine ziemliche Herausforderung für mich. Als Informatiker bin ich es gewohnt dass die Dinge sofort das tun was ich ihnen sage, was auch immer das ist :smile:
...und Geduld muss ich dabei nur aufbringen solange der Compiler eine neue Version erstellt.

schon mal den Linux-Kernel aus den Debian Source-Paketen versucht als Debian-Paket zu erstellen? Also wenn dann zunächst GCC für alle möglichen Architekturen kompiliert wird, zwischendurch irgendwelche Zertifikate vom Maintainer fehlen, dann kriegt man so leicht einen an der Klatsche...

Wenn man das ganze dann auf einem Raspberry-Pi betreibt, dann ist das inetwa mit der nötigen Geduld für ein Aquarium zu vergleichen.

Da mein Besatz mit den paar Garnelen und Schnecken allerdings sehr gering ist glaube ich nicht dass ich _im Moment_ da viel ändern muss.
Aktuell habe ich nur den Garnelen-Schutz dran, da ich eigentlich hoffe dass sich die Red Fire bald mal zu vermehren beginnen.

Also der Baby-Protect Schwamm war das erste Projekt, das ich in o.g. Thread angegangen bin. Die Lebenserwartung des Schwammes war evtl. 6 Monate bei mir, von daher ist der Umbau auf das Siebgewebe evtl. näher als du denkst :)

Zwei Mädels hatten auch schon mal Eier an den Beinen, irgendwie ist da aber offenbar nichts daraus geworden.

Ja, das passiert halt mal. Wenn die Garnele sich nicht so ganz wohl fühlt oder irgendwie gestresst, dann werfen Die die Eier ab.

Als Bewohner einer Wohnung in der Großstadt habe ich leider nicht wirklich Zugang zu hochwertigem Kompost.

Irgendwelche Kleingartenanlagen in der näheren Umgebung bzw. Jemanden im Bekanntenkreis, der am Wochenende etwas gärtnert? Also im schlimmstem Fall musst du dann einmal den Rasen mähen oder Laub aufhaken,...

P.S.: findest du/ihr dass meine Pflanzen (abgesehen von den Algen auf ihnen) "gut" und gesund aussehen, oder machen sie den Eindruck dass ihnen etwas fehlt?

Naja, ein paar Blätter sehen nicht so gesund aus (bzw. gelb). Das kann dann aber am Magnesium liegen (oder Eisen, Nitrat wohl gerade eher weniger).

Auch die Rotalas erreichen jetzt nach 10 Wochen erst vereinzelt die Oberfläche, sollte da nicht auch mehr Längenwachstum vorhanden sein?

Wären es "einfache" Rotalas, dann würde ich dir zustimmen. Gerade die R. indica kann da aber bedeutend langsamer sein.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby moskal » 10 Oct 2018 15:38
Hallo,

netwolf hat geschrieben:
in der Tat finde ich unterschiedliche Sichten auch sehr interessant und herausfordernd.
V.a. aber erfreut mich immer wieder der Moment, an dem sich scheinbare diametrale Gegensätze auf einer anderen Ebene oder aus einer anderen Perspektive dann doch unerwarteter Weise vollkommen harmonisch vereinen lassen.



Yep, das ist oft so. Im speziellen Fall hat mich Helmuts Sicht ... hm ... schon ein wenig erstaunt und ich bin mir sicher, dass es eben diese gemeinsame Ebene gibt. Ich führe das auf unterschiedliche Ansätze zurück.

Nichts bringt einen selbst und die Gesellschaft weiter als unterschiedliche Ansichten die gepflegt betrachtet werden um neue Rückschlüsse zu ziehen! Für alles andere bin ich nicht Konservativ genug.
Allerdings bin ich so gut wie komplett mit Nick einer Meinung was Mikrokosmos betrifft. Nur eben eine Alge, die ich habe und die dem Übeltäter hier von Verhalten und Aussehen sehr ähnlich ist interessiert das genauso wie Cladophora überhaupt nicht. Und da muß die Sache spezieller betrachtet werden und die ganze Nummer mit den tausenden Arten von Algen greift.

(by the way: Bei mir wird die Mikroflora tatkräftig durch meine Daphnia&co Lebendfutterkulturen unterstützt. Die haben einen zentimeterdicken Schmoddersatz voll von Mikroben, stehen an einem Westfenster mit Vollsonne und sind frei von Fadenalgen. Von dem Schmodder kommt immer ein ordentlicher Schwung beim Verfüttern mit, das ist hilfreiche Mikroflora pur. Das meiste was sich später als Fadenalge niederlässt ist in keinem Stadium Daphnienfutter, also liegt es nicht an den wasserflöhen, daß die Ansätze Fadenalgenfrei sind)

Gruß, helmut
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Postby netwolf » 10 Oct 2018 16:27
Hallo Torsten,

nein, das blieb mir bisher erspart, aber ich verstehe was du meinst, am Raspi wird sehr schnell etwas zur Geduldsprobe :smile:

Den BabyProtect hab ich erst ein paar Wochen, aber ich durfte ihn schon recht häufig reinigen, und wenn er hier auch nur 6 Monate hält wird das Projekt wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Kleingartenverein hätt ich sogar, allerdings wird da nur normale Erde verwendet, Kompost wurde vor 2 Jahren einmalig angeschafft.
Und einfach nur bepflanzte Erde wird ja nicht das bringen was ich mir erhoffe denke ich, oder?

Mg werd ich künftig etwas erhöhen, da sowohl Ca als auch K hoch sind dürfte das Verhältnis schon mal nicht passen, und vll. besteht wirklich auch absolut gesehen ein Mangel daran.

Gut zu wissen dass die R. indica eine langsamer wachsende Spezies ist, dann mach ich mir da mal keine Sorgen wegen der Wachstumsgeschwindigkeit. Ist mir auch recht wenn ich die nicht ständig stutzen muss, kam mir nur ein wenig verdächtig vor.

Gruß
Wolfgang
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Postby netwolf » 10 Oct 2018 16:36
Hallo Helmut,

na da hab ich ja wieder mal das große Los gezogen wenn ich tatsächlich keine 'normale' Fadenalge sondern gleich die super-renitente Art erwischt habe :-/

Bin gerade am Überlegen ob ich im Algenforum eine Bitte nach einer Bestimmungs-Hilfe posten soll, frag mich allerdings ob da nicht ohnehin die selben Nutzer aktiv sind wie auch hier?

Angesichts der schier unüberschaubaren Anzahl verschiedener Grünalgen und meinem völligen Mangel an Erfahrung, Ausrüstung etc. sehe ich es sonst als völlig aussichtslos an, zu einer korrekten Bestimmung zu kommen.
Wenn ich mir andererseits vorstelle bei der Anzahl möglicher Parameter die ich ändern kann (und deren Kombinationen!) nur mit trial and error vorzugehen sehe ich mein Becken schon von Algen überwuchert in den Gulli wandern :(

Gruß
Wolfgang
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Postby Wuestenrose » 10 Oct 2018 17:27
'N Abend…

nik wrote:Mit tonigen Soils wird das spezieller, da das PO4 erheblich binden kann.

Tone sind Kationentauscher, wie sollen die Anionen binden können? Die anderen Soil-Kolloide werden erst in sehr saurem Milieu (ph < 3) zu Anionentauschern, im Bereich 3 < pH < 8 ist Soil ein Kationentauscher.

Grüße
Robert
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Postby Kejoro » 10 Oct 2018 17:43
Hi Robert,
Wuestenrose wrote:Tone sind Kationentauscher, wie sollen die Anionen binden können?
Das hab ich mich auch schon gefragt. Aber ich habe in einem 12l Becken Soil hinzugegeben (1cm hoch) und es mussten satte 35mg/l an PO4 gedüngt werden, um einen dauerhaften Pegel von 0,2mg/l nachweisen zu können.

Im Anhang finden sich dann Erklärungen.


und Wolfgang,
gibt es bei dir in der Gegend keine Biogasanlage oder ein Kompostwerk? Walderde tut's auch. Es ist alles erlaubt, was bakterielle Vielfalt reinbringt :D Als Anhaltspunkt geht alles, was irgendwelche Abbauprozesse ausführt.
Ansonsten ist die Kombination Soil + sich ins Wasser rücklösende Steine denkbar ungünstig. Ich würde das mit Wasserwechseln versuchen halbwegs konstant zu halten und das CO2 auf ein Minimum beschränken.
Die Steine lösen sich so lange zurück, bis sich das Kalk-Kohlensäure Gleichgewicht eingestellt hat.
Als Anhaltspunkt: Wiki. Knappe 10°dH an KH stellen sich bei 10mg/l an CO2 im Wasser grob ein.
So lange der Soil noch Protonen liefert, knackt der die KH und es lösen sich noch mehr Steine zurück. D.h. gerade am Anfang wird die GH sehr hoch ansteigen. Teilweise müsste das auch vom Soil wieder getauscht werden...
Zum Warmwerden mit der Thematik würde ich es nicht empfehlen.
Bin mal gespannt wie es weiter geht^^

Schöne Grüße
Kevin

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Postby Wuestenrose » 10 Oct 2018 17:51
'N Abend…

Kejoro wrote:Im Anhang finden sich dann Erklärungen.

Weil am Soil Ca++ und Mg++ hängen, die mit dem PO43- unlösliche Bindungen eingehen? Dann fehlt dem Soil aber Ladung.

Ich habe hier noch 'ne halbe Tüte ADA Amazonia rumliegen. Da werd ich mal was ausprobieren.

Grüße
Robert
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