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Postby Matz » 27 Nov 2013 18:27
´Hallo Carina :-),
nur mal noch um eine evtl. Fehlerquelle auszuschalten: Welchen Test benutzt du denn für PO4?
Bei einigen Usern ist nämlich so ein ständig "hoher" Wert auch schon mal darauf zurückführbar gewesen, dass sie immer die falsche Seite ihres "Löffelchens" beim JBL PO4-sensitiv-Test benutzt hatten :wink: .
Ich will das nun nicht glauben, dass das bei dir so ist, aber sicherheitshalber mal nachfragen schadet ja nicht :pfeifen: .
Bis bald,
:bier:
Grüssle :-), Matthias
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Postby carina » 27 Nov 2013 19:24
Hi,

ich würde mir das durchaus zutrauen, also ich nehm dir die Frage nicht übel. Ist ja alles möglich ;)

Ich habe den PO4 Sensitive Test von JBL und ich verwende die kleine Seite des Löffelchens.

Wenn ich das Leitungswasser messe, ist dort der Wert "ungefähr 0,1". Das spricht auch auch gegen einen Messfehler dachte ich mir. Das hatte ich extra als erstes ausprobiert weil ich mir auch zuerst dachte, der Test wäre defekt oder ich würde etwas falsch machen.

Ich hab gerade noch einmal einen großen Wasserwechsel gemacht, jetzt ist der Wert bei etwa 0,5. Ich beobachte weiter...


viele grüße
carina
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Postby Freshwater Jo » 27 Nov 2013 23:22
Hallo Carina,

Find ich gut, dass du dein Problembecken hier vorstellst, das ist ein gutes Lernbeispiel!
Ich hatte eines meiner Becken schon zweimal in einen ähnlichen Zustand verfrachtet, wenn auch algenmäßig nicht ganz so krass - und wieder rausbekommen. Allerdings ist das von den Eckdaten her bez. Wasserhärte und Besatz nicht vergleichbar - aber eines ist mir sofort ins Auge gesprungen: Die unglaubliche Menge an Pinselalgen, die wuchsunwilligen Pflanzen und das hier:
Über folgendes Thema mache ich mir derzeit am meisten Gedanken: ich sauge normalerweise nur sparsam Mulm ab. Das habe ich jetzt jahrelang so gemacht, die Becken waren immer schön stabil und das hat gut funktioniert. Könnte es sein dass hier meine Phosphatquelle sitzt? Entweder auf Grund des angesammelten Mulms oder auf Grund von... hmm.. Fällprodukten und als Spätfolge meiner Düngung mit Dennerle E15


Das Phosphat in der Wassersäule ist wahrscheinlich gar nicht das Problem. Aber der Ort, wo es herkommt und was da sonst noch ist.

Für mich hat sich über die Zeit folgendes herausgestellt:
Der Mulm ist der Schlüssel. Bei einem Becken in dem Zustand wie in den Bildern zu sehen, ist der Mulm absolut nicht mehr als positiv zu sehen. Der besteht nämlich fast nur noch aus abgestorbenem organischen Material. Das tut Mulm ja generell, dieser ist aber irgendwie weniger oder anders abgebaut. Und der kann durchaus, selbst erlebt, aus einem "stabilen" Becken mit gutem Mulm entstehen. Abgestorbene Pflanzen, Algen, Fischkot und was es sonst noch so gibt, und darauf wachsende Algen. Wie die Wirkkette bei diesem halb toten, halb lebenden Gemenge genau ist, ist mir nicht klar aber auch nicht unbedingt notwendig zu verstehen. Jedenfalls funktioniert der Abbau zum Mineralischen nicht mehr so wie einst, wahrscheinlich aus mengenmäßiger Überlastung oder aber man hat sich die gute Flora irgendwie zerschossen. Klar ist mir aber aus meiner Erfahrung dessen Auswirkung. Trotz mengenmäßig korrekter Düngung und Nährstoffkonzentration in der Wassersäule (bei Mikros kann es ja nicht unbedingt sagen, was im Wasser wirklich vorhanden ist, kann man ja mit normalen Mitteln nicht messen - aber egal welche Chelatierung man verwendet - es hilft nicht) kommen die Pflanzen an die Nährstoffe nicht mehr heran oder können sie aus anderen Gründen nicht aufnehmen (Blockaden, Hemmsoffe, was auch immer - egal). Dieser Mulm muss weg! Der befindet sich sichtbar überall (in strömungsarmen Zonen zwischen dichten Pflanzenbeständen in teilweise kaum vorstellbaren Mengen) und unsichtbar im Filter. Man könnte auch sagen, man muss die - Achtung Stichwort - Mikroflora umkrempeln. Alles sichtbare, organische sollte Schritt für Schritt mit den regelmäßigen - großzügigen Wasserwechseln entfernt werden. :putzen:
Ist nichts mehr sichtbar und kommt nicht mehr viel nach, ist der Filter an der Reihe. Diese recht "einfache" Vorgehensweise ist der Grundstock, einen solchen Zustand wieder ins Lot zu bringen. Das und die Geduld, das durchhalten zu wollen :kaffee1: Neu aufsetzen geht schneller und einfacher. Aber das ist ja langweilig :flirt:
Was Nik da über die Jahre zusammengeschrieben hat ist nicht so nebulös wie manche vielleicht denken mögen; man muss die Quintessenz nur konsequent durchziehen und nicht nur "ein bisschen davon" machen.
Die schwachen Pflanzen regelmäßig durch neue, kräftig wachsende zu ergänzen und nicht Vitales auszusortieren, könnte die Sache deutlich entspannter machen, anstatt darauf zu warten, dass halbtote Pflanzen wieder zum Leben erwachen.

Alles andere - vor allem der mäßige Umgang mit eisenhaltigem Dünger - wurde ja schon beschrieben und dein Ausgangswasser für die Zukunft auf pflanzenfähige Zusammensetzung zu bringen ist sicherlich sinnvoll.
Noch was: Deine Wasserwerte genau im Auge zu behalten, kann zwar nicht schaden aber unbedingt notwendig ist es nicht. Es würde eigentlich genügen, dein Wechselwasser definiert aufzudüngen. Verbraucht wird in den kommenden kurzen Zeiträumen mit den großzügigen Wasserwechseln bei der momentanen Pflanzenmasse und der mäßigen Beleuchtung sowieso nicht viel - Algen kurz halten vorausgesetzt.

Ich wünsch dir viel Erfolg!

Gruß, Johannes
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Postby carina » 27 Nov 2013 23:47
Hi Johannes,

deine Überlegungen dazu finde ich sehr interessant. Ich habe im Zuge des Umzugs zwar schon versucht, so viel Mulm wie möglich zu entfernen aber habe in dieser Woche begonnen, das noch gründlicher zu verfolgen. Denn wie schon an mehreren Stellen gesagt wurde: irgendwoher muss das Phosphat ja kommen. Wenn ich Futter, Leitungswasser (obwohl das noch zu klären ist), Wurzeln o.Ä. als Quelle ausschließen kann dann liegt der Mulm nahe.

Jedenfalls funktioniert der Abbau zum Mineralischen nicht mehr so wie einst, wahrscheinlich aus mengenmäßiger Überlastung oder aber man hat sich die gute Flora irgendwie zerschossen.


Ich hatte vorher, nachdem ich mein Becken ein bisschen vernachlässigt hatte schon Algen. Aber so richtig schlimm wurde die Sache erst als ich 2 Wochen auf Urlaub war, gerade während einer Hitzewelle. Als ich zurückkam, war das Becken völlig veralgt. Alles war überwuchert, die Scheiben waren so gut wie nicht mehr durchsichtig:
22140

Einerseits hatte ich vermutlich den Futterautomaten zu stark befüllt. Andererseits war der ganze Boden über und über mit abgestorbenen Wasserlinsen bedeckt – ich nahm an dass die hohen Temperaturen da ihre Hand im Spiel hatten.

Seit diesem Zeitpunkt bekam ich das Problem nicht mehr in den Griff. Vielleicht war das der Moment in dem ich "die Flora zerschossen" habe? Das ist nun allerdings schon 3 Monate her. Andererseits: in Aquarienzeitrechnung ist das gar keine so lange Zeit.

Wenn du übrigens vom Mulm absaugen sprichst, meinst du dann wirklich nur den oberflächlich aufliegenden Mulm und die abgestorbenen Pflanzenteile? Das wäre einfacher und schonender als den ganzen Boden noch einmal mit der Mulmglocke durchzupflügen. Im Boden selbst sind keine Pflanzenzeile, ist ja nur Sand. Aber stochert man mit der Glocke rein kommt trotzdem "braune Suppe" raus. Ob ich die jemals loswerde... und ob ich sie überhaupt loswerden will?

Die schwachen Pflanzen regelmäßig durch neue, kräftig wachsende zu ergänzen und nicht Vitales auszusortieren, könnte die Sache deutlich entspannter machen, anstatt darauf zu warten, dass halbtote Pflanzen wieder zum Leben erwachen.


:-/ Ich höre das zwar nicht gern aber bin bei der Erkenntnis auch schon angelangt. Ich bemühe mich schon um zusätzliche neue Pflanzen und hab heute auch schon eiskalt ein paar kränkelnde Pflanzen entfernt. Tut weh aber schaffen werden sie es realistischerweise sowieso nicht.

bei der momentanen Pflanzenmasse und der mäßigen Beleuchtung

Ich bin übrigens, unvernünftigerweise, gerade am Überlegen auch noch die Beleuchtung zu erweitern - jetzt bin ich gerade so schön in Fahrt. Ich denke das ist zwar jetzt nicht der beste Zeitpunkt weil sowieso schon alles drunter und drüber geht. Andererseits: wenn ich zuerst schaue dass sich alles einpendelt, dann erweitere ich die Beleuchtung es gerät wieder alles aus dem Lot ist es doch auch nicht besser. Dann lieber einmal Augen zu und durch. :D


Danke für die Ratschläge, ich werde euch auf dem Laufenden halten mit meinem "Problembecken Lernbeispiel" ;)


viele grüße
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Postby Marion » 28 Nov 2013 00:18
Hallo,

ich lese hier aufmerksam mit, da ich ein ähnliches Problem habe.
Das zweite Mal kommen bei mir im Becken Pinselalgen hoch und wir haben beide doch guten Fischbesatz in den Becken. PO4 hab ich eigentlich sehr wenig bis fast gar nichts im Becken. Dünge ich da aber nur minimalst hinzu, kommen an der Frontscheibe sofort vermehrt Blaualgen. Ich denke also, dass durch den Fischbesatz auf jeden Fall auch genug Phosphat vorhanden ist, auch wenn es nicht nachweisbar ist.

Das erste Mal bekam ich die Algen in den Griff, als ich die Beleuchtung auf 6 h reduzierte, K zudüngte und Fe-Dünger herabgesetzt hatte.

Dieser Mulm muss weg! Der befindet sich sichtbar überall (in strömungsarmen Zonen zwischen dichten Pflanzenbeständen in teilweise kaum vorstellbaren Mengen) und unsichtbar im Filter.


Das hatte ich mir gestern beim WW auch gedacht. Im Becken selbst seh ich keinen Mulm, da Amanos den Grund sauber halten. Jedoch merk ich beim Absaugen, dass gerade an der Rückseite in den Eleocharis jede Menge drinhängt. Genauso wie selbst der Filter (und vor allem dort die Schwämme) regelrecht zugesetzt war.

Ich hab die Eleocharis hinten jetzt ausgedünnt und stellenweise sogar durch andere Stängelpflanzen ersetzt, damit der Untergrund etwas "lichter" wird und von den Amanos gesäubert werden kann.
Lg
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Postby carina » 28 Nov 2013 00:25
Hi Marion,

da erinnerst du mich mit den Amanos noch einmal an einen Punkt: ich hatte noch nie ein Becken mit so wenigen Schnecken (die Helenas haben alle platt gemacht) und Garnelen (Amanos: an Altersschwäche verstorben, Red Fire: von großen Fischen dezimiert). Das würde zusätzlich auch wieder in das Mulm Thema reinspielen weil dadurch mehr Pflanzenmasse herumliegt die von niemandem verwertet wird.

Und ich muss wirklich den Filter noch mal ordentlich unter die Lupe nehmen. Vielleicht hab ich mich beim letzten Mal zu sehr auf die Filtermatten konzentriert und in den unteren, eigentlich leeren Bereichen nicht ordentlich nachgesehen.

Wäre doch gelacht wenn wir 2 unsere Algen nicht irgendwann in den Griff bekommen könnten.

viele grüße
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Postby nik » 28 Nov 2013 08:24
Hallo Carina,

carina wrote:Der letzte Wasserwechsel war ja am Samstag und heute, Mittwoch, sprengt der Phosphatwert schon wieder die Skala, er ist sicher weit über 2 mg/l. Nitrat und Eisen sind nicht nachweisbar. Ich dünge jetzt wieder ein bisschen Micro Basic um wenigstens Eisen wieder nachweisen zu können.

Nitrat nicht nachweisbar ist schon mal insofern schlecht, weil es Wachstum limitiert und deshalb auch Phosphat nur eingeschränkt verbraucht werden kann. Beim Eisen kann man eigentlich relativ schnell einen Blick entwickeln, wenn du bei einer beginnenden Chlorose durchaus reichlich Volldünger zugibst und dann siehst ob es was tut. Nachweisbar muss Fe also nicht sein. Im Moment kannst du aber auch aufgrund des Stickstoffmangels schon gelbe Blätter haben, der muss zuerst beseitigt werden.

- Eine mögliche Phosphatquelle ist noch das Frostfutter. Das Tauwasser kann erheblich Phosphat enthalten!
Das könntest du überprüfen, auch indem du z.b. eine Zeit lang nur Granulat fütterst und wenn PO4 trotzdem wieder stark steigt, wäre es ein Hinweis auf Rücklösung.
- Neben dem Frostfutter ist die Düngung in Frage zu stellen.
- Das Leitungswasser kannst du auf Phosphat messen, aber wenn die im Wasserwerk sagen, sie verwenden kein Phosphat zur Wasseraufbereitung, dann sind Polyphosphate, die explizit zugegeben werden müssen, kein Thema.
- Inwieweit Mulm PO4 bindet, weiß ich nicht. Würde ich überprüfen. Einfach mal Mulm absaugen, absetzen lassen, Wasser abschütten so gut es geht und mit PO4-freiem Wasser z.B. auf einen Liter auffüllen, 2-3 Tage stehen lassen und dann das Wasser messen.
- Das Filtersubstrat kann trotzdem reichlich PO4-Verbindungen enthalten.
- Zu möglichen Phosphatdepots im Sand kann ich nicht viel sagen, ich hatte sowas bei meiner sowieso PO4-begrenzten Düngung noch nicht.

Es gibt die zwei Möglichkeiten,vermutlich in Kombination: Du hast unerkannt lange Zeit reichlich PO4 zugegeben, (/und) es haben sich PO4-Depots gebildet.

Ich würde bei sich heraus stellenden Problemen deutlich dagegen vorgehen. Auch Mulm entfernen und Filtersubstrat reinigen(sowieso), wenn es das betrifft. Dann kannst du über einen simplen Filterstarter Nitrifikation gewährleisten und einen Nitritpeak vermeiden.

Wenn meine restlichen Tests geliefert wurden, werde ich denke ich beginnen, die Komponenten einzeln zu düngen. Ich werde mir also vermutlich zumindest Makro Basic Nitrat und Makro Basic Kalium bestellen (Phosphat brauche ich ja wohl so schnell nicht... ).

Du brauchst nur den Basic Nitrat, der enthält schon mehr als genug Kalium.

Aber die gute Nachricht ist dass das bald hoffentlich ohnehin egal ist. Ich hab mir jetzt eine 500 GPD Direct Flow UOA bestellt und werde 100% Osmosewasser verwenden können das ich entsprechend aufhärte. Ich hab dann also alle Werte selbst unter Kontrolle, muss nur dringend noch einiges Nachlesen muss damit ich weiß wie ich die Werte am besten einstelle. Nur Durdrakon alleine erscheint mir nicht optimal, ich würde das KH/GH Verhältnis gerne näher an 1:2 bringen. Ob es dafür einen rationalen, fischbezogenen Grund gibt, also mehr als nur mein Bauchgefühl, muss ich noch in Erfahrung bringen.

KH/GH Verhältnis verstehe ich jetzt nicht. "Man sagt" ein Verhältnis von 80:100 ist gut. Mich interessierte das allenfalls noch bei Teilentsalzungen, was bei dir nicht der Fall ist. Ansonsten halte ich das Duradrakon für ein sehr gutes Aufhärtesalz und aus langer Erfahrung für eine alleinige Wasseraufbereitung bestens geeignet.

Danke, ich werde die Sauerstoffwerte im Auge behalten. Die Algen an den Pflanzen die ich in EC eingelegt hatte, haben sich inzwischen schon rot eingefärbt und ich hoffe dass sie nun endlich aufgelöst oder gefressen werden. Ich hatte das EC nur außerhalb des Beckens verwendet also hoffe ich dass der Schaden an den Bakterien nicht zu groß ist.

EC ist durchaus eine unterstützende Maßnahme, fördert nebenbei das Pflanzenwachstum ;) und haut bei den angegebenen Dosierungen keinesfalls mit der Axt in die Mikrobiologie des Beckens.

Gruß, Nik
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Postby nik » 28 Nov 2013 08:39
Noch was,
frag mal spaßeshalber im Wasserwerk nach ob sie Silikate für die Wasseraufbereitung nutzen.

Gruß, Nik
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Postby carina » 28 Nov 2013 09:51
Hi Nik,

nik wrote:Nitrat nicht nachweisbar ist schon mal insofern schlecht, weil es Wachstum limitiert und deshalb auch Phosphat nur eingeschränkt verbraucht werden kann. Beim Eisen kann man eigentlich relativ schnell einen Blick entwickeln, wenn du bei einer beginnenden Chlorose durchaus reichlich Volldünger zugibst und dann siehst ob es was tut. Nachweisbar muss Fe also nicht sein. Im Moment kannst du aber auch aufgrund des Stickstoffmangels schon gelbe Blätter haben, der muss zuerst beseitigt werden.


Das nicht nachweisbare Nitrat ist zum Glück erst seit kurzem ein Problem. Da ich zur Zeit nur den EI Dünger hatte und nicht noch zusätzlich Phosphat zudüngen wollte, habe ich vorerst mal ausgesetzt. Der Zusammenhang von Nitratmangel und Phosphatabbau war mir so noch nicht bewusst! Gut dass bald der Macro Basic N kommt.

nik wrote:
- Eine mögliche Phosphatquelle ist noch das Frostfutter. Das Tauwasser kann erheblich Phosphat enthalten!
Das könntest du überprüfen, auch indem du z.b. eine Zeit lang nur Granulat fütterst und wenn PO4 trotzdem wieder stark steigt, wäre es ein Hinweis auf Rücklösung.


Ich denke das Frostfutter kann ich ausschließen. Seit ich diesen Thread eröffnet habe, habe ich keines mehr verfüttert und die Situation hat sich nicht geändert. ich spüle das Futter auch immer aus – auch wenn es da geteilte Meinungen gibt wie es dann noch um den Nährwert bestellt ist. Ich muss endlich wieder eigenes Gelfutter herstellen.

nik wrote: - Neben dem Frostfutter ist die Düngung in Frage zu stellen.


Im Moment kann ich die Düngung als neue Quelle ausschließen. Auch wenn ich gar nicht zudünge, steigen die Phosphatwerte wieder an. Es bleibt dann noch die nächste Möglichkeit:

nik wrote:Es gibt die zwei Möglichkeiten,vermutlich in Kombination: Du hast unerkannt lange Zeit reichlich PO4 zugegeben, (/und) es haben sich PO4-Depots gebildet.


Ich habe die längste Zeit mit Ferrdrakon Power im Filter und zusätzlich mit Dennerle E15 gedüngt. Wieso diese Kombination und zwei verschiedene? Ich kanns jetzt auch nicht mehr sagen. Ich hatte meinen Kopf ganz woanders und Düngen auf gut Glück war noch nie eine gute Idee. Also einen Eisenüberschuss hätte ich mir als Problem sicherlich hausgemacht. Wo aber dann das Phosphat herkommmt...

Wie schon erwähnt hatte ich einmal das Problem dass während meinem Urlaub und einer Hitzewelle große Mengen an Wasserlinsen abgestorben sind. Das war der Zeitpunkt an dem die Probleme so richtig begonnen haben. Ist es überhaupt möglich dass das Phosphat das bei der Zersetzung der Pflanzenteile entsteht sich im Boden ablagert? Phosphatfällung in Kombination mit dem damals im Überschuss vorhandenen Eisen? Und müsste das dann nicht irgendwann auch wieder verbraucht sein? Ich kann ja damit nicht eine ewige, magische Phosphatquelle erschaffen haben sondern die muss doch auch mal wieder erschöpft sein.

nik wrote: - Inwieweit Mulm PO4 bindet, weiß ich nicht. Würde ich überprüfen. Einfach mal Mulm absaugen, absetzen lassen, Wasser abschütten so gut es geht und mit PO4-freiem Wasser z.B. auf einen Liter auffüllen, 2-3 Tage stehen lassen und dann das Wasser messen.


Das ist eine gute Idee, das mache ich heute Abend.

nik wrote: - Das Filtersubstrat kann trotzdem reichlich PO4-Verbindungen enthalten.

nik wrote:Ich würde bei sich heraus stellenden Problemen deutlich dagegen vorgehen. Auch Mulm entfernen und Filtersubstrat reinigen(sowieso), wenn es das betrifft. Dann kannst du über einen simplen Filterstarter Nitrifikation gewährleisten und einen Nitritpeak vermeiden.


Hilft einfaches abspülen in lauwarmen Wasser da überhaupt? Das hatte ich schon gemacht sofort als cih den hohen Wert gemessen hatte.
Ich habe den Filter nur mit einer mittleren und einer groben Matte bestückt, sollte ich die eine nach der anderen mal austauschen um auf Nummer sicher zu gehen?


nik wrote:Du brauchst nur den Basic Nitrat, der enthält schon mehr als genug Kalium.

Ist zwar jetzt zu spät aber danke für den Hinweis! Ich hatte das so verstanden dass die PInselalgen auch viel Nitrat verbrauchen. Ich habe ja doch viel Besatz drin und vielleicht, wenn ich irgendwann mal die Algen los sein sollte, macht der Basic Kalium doch wieder Sinn.

nik wrote:KH/GH Verhältnis verstehe ich jetzt nicht. "Man sagt" ein Verhältnis von 80:100 ist gut. Mich interessierte das allenfalls noch bei Teilentsalzungen, was bei dir nicht der Fall ist. Ansonsten halte ich das Duradrakon für ein sehr gutes Aufhärtesalz und aus langer Erfahrung für eine alleinige Wasseraufbereitung bestens geeignet.

Ich hab jetzt noch mal nachgerechnet. Vom Gefühl her wollte ich eigentlich in die Richtung von z.B. KH 4, GH 7 kommen. Da wäre die KH noch halbwegs nett niedrig und die GH in einem Bereich den ich für die Guppies noch OK gefunden hätte wenn ich die bestehende Generation langsam dran gewöhne. Außerdem kam mir dieses Verhältnis aus diversen Forenbeiträgen auch recht verbreitet und üblich vor. Wenn ich aber nachrechne und nicht nach Bauchgefühl gehe, macht das dann schon wieder wenig Sinn. Ich hab jetzt mal das Duradrakon bestellt und möchte mir für den Übergang zu den neuen Werten ohnehin einige Wochen Zeit lassen. Ich hab also noch Gelegenheit, mich dazu besser zu informieren denn in der Zwischenzeit werde ich das Osmosewasser mit dem Leitungswasser verschneiden als Übergangslösung.

EC ist durchaus eine unterstützende Maßnahme, fördert nebenbei das Pflanzenwachstum ;) und haut bei den angegebenen Dosierungen keinesfalls mit der Axt in die Mikrobiologie des Beckens.


Ich hatte es vor 3 Monaten schon mal eingesetzt, hat leider nicht magisch geholfen. Wenn alle regulären Mittel erschöpft sind, komme ich noch mal darauf zurück ;)
Ich habe hin und wieder auch das Problem dass meine Haut an den Armen brennt nachdem ich gegärtnert habe. Da gibts mehrere mögliche Gründe - Fütterung von roten Mückenlarven, Gärtnern zeitnah nach dem Düngen, usw. Auf jeden Fall ist das für mich ein weiterer Grund, wieso ich nichts in die Becken schütten möchte was ich nicht unbedingt brauche.

frag mal spaßeshalber im Wasserwerk nach ob sie Silikate für die Wasseraufbereitung nutzen.


Ich hab gerade eben angerufen. Das einzige was sie einsetzen ist eine Enteisungsanlage (?), keine Silikate und keine Phosphate. Das Wasserwerk das für mich zuständig ist veröffentlicht auch keine Werte außer "wir haben nichts schlimmes gefunden und die GH liegt bei 20°". Ich könnte aber aufs Amt spazieren und dort die Untersuchungsergebnisse einsehen wenn es noch etwas gibt das ich unbedingt wissen muss. Sinngemäßes Zitat: das ist so eine dicke Mappe, das können sie nicht verschicken. Außerdem ist sowieso alles in Ordnung, zahlt sich also nicht aus das zu verschicken.


Viele Grüße und danke für die vielen Ratschläge
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Postby emzero » 28 Nov 2013 10:16
Hallo Carina,
nik wrote:- Das Leitungswasser kannst du auf Phosphat messen, aber wenn die im Wasserwerk sagen, sie verwenden kein Phosphat zur Wasseraufbereitung, dann sind Polyphosphate, die explizit zugegeben werden müssen, kein Thema.
- Inwieweit Mulm PO4 bindet, weiß ich nicht. Würde ich überprüfen. Einfach mal Mulm absaugen, absetzen lassen, Wasser abschütten so gut es geht und mit PO4-freiem Wasser z.B. auf einen Liter auffüllen, 2-3 Tage stehen lassen und dann das Wasser messen.

da ist Nik mir nun zuvorgekommen, aber viell. noch als kleine Ergänzung:
carina wrote:Im Boden selbst sind keine Pflanzenzeile, ist ja nur Sand. Aber stochert man mit der Glocke rein kommt trotzdem "braune Suppe" raus.

Ich habe zwar keine Erfahrung mit Sandboden, aber "braune Suppe im Sand" klingt (ohne sie gesehen zu haben) für mich etwas bedenklich. Ggf. meinte Nik das sogar, aber ich würde insbes. diese "braune Suppe" mal etwas absaugen und auf PO4 testen.

carina wrote:Hilft einfaches abspülen in lauwarmen Wasser da überhaupt? Das hatte ich schon gemacht sofort als cih den hohen Wert gemessen hatte.
Ich habe den Filter nur mit einer mittleren und einer groben Matte bestückt, sollte ich die eine nach der anderen mal austauschen um auf Nummer sicher zu gehen?

Wenn Du unter "abspülen" nicht nur ein "unter den Wasserhahn halten" verstehst, sondern die Matten auch gut im Wasser ausdrückst, damit der Schlamm sich löst, sollte das imho wohl reichen. Es geht ja jetzt auch nicht darum, jede minimalste Spur von Eisenphosphat raus zu bekommen, sondern das "Haupt-Depot" zu finden und zu beseitigen.

carina wrote:Vom Gefühl her wollte ich eigentlich in die Richtung von z.B. KH 4, GH 7 kommen.

Du könntest die KH 4 mit Duradrakon einstellen, und die GH dann noch durch Bittersalz (MgSO4) und Gips (CaSO4) zusätzlich noch etwas erhöhen.
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Postby carina » 28 Nov 2013 10:35
Hi,

emzero wrote:Ich habe zwar keine Erfahrung mit Sandboden, aber "braune Suppe im Sand" klingt (ohne sie gesehen zu haben) für mich etwas bedenklich. Ggf. meinte Nik das sogar, aber ich würde insbes. diese "braune Suppe" mal etwas absaugen und auf PO4 testen.


Wenn ich bei mir im Bodengrund herumstochere mit einer Mulmglocke (was ich sonst nie mache) ist das Wasser da da herauskommt bei einem älteren Aquarium nicht klar sondern bräunlich. Das kenne ich gar nicht anders und ist seit vielen Jahren so. Wenn du mir jetzt sagst dass das nicht normal ist, dann hab ich wohl Glück dass ich noch nie Probleme hatte ;)

Also wenn ich diesen Teil auch absaugen sollte, dann muss ich alle Pflanzen nochmal ausgraben, eine Zeit lang als Schwimmpflanzen betreiben und dann bei jedem Wasserwechsel den Bodengrund durcharbeiten. Da hab ich zwar keine große Lust drauf aber wenn das eine nötige Maßnahme ist, dann mach ich auch das.


emzero wrote:Wenn Du unter "abspülen" nicht nur ein "unter den Wasserhahn halten" verstehst, sondern die Matten auch gut im Wasser ausdrückst, damit der Schlamm sich löst, sollte das imho wohl reichen.

Ja, abspülen und ausdrücken. Ok, das sollte es dann gewesen sein. Ich schau mir trotzdem den Filter noch mal genauer an.

emzero wrote:Du könntest die KH 4 mit Duradrakon einstellen, und die GH dann noch durch Bittersalz (MgSO4) und Gips (CaSO4) zusätzlich noch etwas erhöhen.

Ja das wäre im Moment mein Plan gewesen. Wenn ich mir dadurch aber noch mehr Probleme einhandeln sollte wegen eines ungünstigen Verhältnisses von KH zu GH ist das natürlich auch nicht gut. Ich hab aber noch nicht genügend Info darüber, wie sich ein Verhältnis von zb 4:7 auswirken würde.


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Postby emzero » 28 Nov 2013 11:03
Hallo Carina,
Wenn du mir jetzt sagst dass das nicht normal ist, dann hab ich wohl Glück dass ich noch nie Probleme hatte

nein, mangels eigener Sandboden-Erfahrung und ohne die "braune Brühe" geshen zu haben will ich das keinesweg unterstellen!!!
Ich würde nur mal an Deiner Stelle etwas aus dem Boden absaugen, und auf PO4 testen. Dann weisst Du Bescheid, ob da Eisenphosphat steckt.

Ich hab aber noch nicht genügend Info darüber, wie sich ein Verhältnis von zb 4:7 auswirken würde.

Du hättest einen geringfügig erhöhten Sulfatanteil im Wasser, der (zumal wir bei gut 1 Härtegrad ja noch nicht von Mengen sprechen), aber (Robert=Wuestenrose hatte mal was dazu geschrieben) wohl keine negativen Auswirkungen haben soll.
Anton Gabriel beschreibt seine Wasseraifhärtung auf Basis von Gips, Bittersalz und Kaisernatron: http://www.anton-gabriel.at/hartmehr.htm
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Postby carina » 28 Nov 2013 11:15
Hi

danke für den Link und die Info, lese ich mir durch!

Boden absaugen und testen mache ich heute Abend auf jeden Fall, keine Ahnung wieso ich da noch nicht drauf gekommen war....

Ich hab jetzt auch noch ein bisschen weitergelesen zum Thema Phosphat (nicht zuletzt weil ich mir als kurzzeitige Lösung auch überlegt habe, PhosEx einzusetzen) und habe deine älteren Einträge zum Thema gefunden. Alles sehr interessant. Bin froh wenn dann die UOA da ist, auch wenn das angeblich nicht der Grund ist, muss ich mir dann über das LW weniger Gedanken machen.

viele grüße
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Postby Freshwater Jo » 28 Nov 2013 22:11
Hi Carina,

Aber stochert man mit der Glocke rein kommt trotzdem "braune Suppe" raus.


Das ist die Glaskugel, von der ich spreche, bzw. die versteckte Biomasse. Bei Sandboden, bzw. was ich darunter verstehe, liegt das Zeug aber oben auf. Welche Körnung hat dein Sand? Habe die Vermutung, dass das für mich eher Kies wäre.
edit: Habs gefunden. 0,4-0,8 mm. Das sit schon Sand, so wie ich ihn meine zu kennen. Da wuundert es mich aber, dass du da großartig was raussaugen kannst. Vor allem mit einer Mulmglocke. Das hatte ich einmal ganz zu Anfang meiner Sandzeit versucht (dürfte so vor 10 Jahren gewesen sein) mit dem Ergebnis, dass ich den Sand gleich mit abgesaugt habe. Seitdem gibt es bei mir keine Mulmglocke mehr.

Dass man damit über Jahre keine Probleme hat, kenne ich auch so aber irgendwann kommt der Punkt, an dem das eben keine guter Mulm mehr ist. V.a. wenn über lange Zeit unbemerkt mehr gedüngt wird, als von den Pflanzen verbraucht wird. Dieser Mulm stabilisiert das Becken, wie auch der gute, "normale" Mulm. Aber eben nicht in der Art und Weise, wie man es als positiv stabil empfindet, sondern so wie dein Becken jetzt ist.
Diesen Mulm würde ich allerdings nicht brutal entfernen, sondern wie schon beschrieben stetig über mehrere Wochen.

Auf die Messung bin ich gespannt!

Gruß, Johannes
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Postby DAU » 28 Nov 2013 22:26
Hallo

In jedem Wasser Ist Sulfat vorhanden außerdem ist Bittersalz einfach ausgedrückt Magnesium mit Sulfat
Auch absterbende Algen können das Wasser verunreinigen.

Bitte mach auch mal ein par Bilder
M.F.G. Holger
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